Beiträge von susanna

    Die Autorin hat sich nicht das kleinste bisschen mit den kulturellen Hintergründen und Motiven von Amputationen an weiblichen Genitalien befasst und blendet die Tatsache, dass diese auch in städtischen und gebildeten Kreisen praktiziert werden, vollkommen aus.

    Dass Frauen eine intakte Vulva als ästhetisches Desaster erleben und sogar stolz und erhaben darüber empfinden könnten, eben kein orgasmisches Sexualleben zu haben - das übersteigt ihren Horizont.

    Aber immerhin:

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    While I don’t see eye to eye with those trying to outlaw male
    circumcision, I don’t think their arguments are totally unfounded or
    crazy.

    Schade, die volle Legalisierung der Zwangsbeschneidung von Minderjährigen scheint sich in ganz Skandinavien durchzusetzen, trotz ausgeprägter Widerstände.
    Aber völlig unerwartet ist das auch wieder nicht: Wie würde das auch ausschauen, wenn die Eltern dann zur Amputation im Genitalbereich ihres gesunden Kindes nach Schleswig-Holstein reisen müssten...

    Keiner traut sich, einen echten Kompromis durchzusetzen. xD

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    Bei einer Nonne schreit niemand danach dass eine Barriere zwischen Trägerin und Umwelt entsteht.

    Im Kern geht es tatsächlich um die Gesichtsverschleierung.
    Solange das Gesicht frei bleibt, darf man sich auch weiterhin so viel verhüllen wie man will.

    Obwohl entsprechend geneigte Psychologen auch in dieser so manche Vorzüge finden könnten:
    Vielleicht stimuliert die Gesichtsverschleierung von Mama oder Spielkameradin ja die Hirnentwicklung bzw Vorstellungskraft der Kinder, weil diese in einem kreativen Akt die fehlenden Informationen aus der Mimik selbst ergänzen müssen - Frühförderung pur.

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    Führt auch nicht zu körperlichen Schäden.

    Wenn man das Ganze mal "ganz sachlich wissenschaftlich" untersuchen würde, kämen da bestimmt nicht wenige Vorteile heraus:

    Ein nahezu perfekter Schutz vor Malaria und anderen durch Moskitos übertragene Infektionskrankheiten - wenn der Stoff nur dick genug ist.

    Und, durch die gegen 0 reduzierte UV-Exposition, eine verzögerte Hautalterung und weniger Hautkrebs, ein ganz wichtiger Faktor heutzutage wegen Ozonloch und hoher Lebenserwartung.

    Aus der Perspektive könnte die Zwangsburka ab Geburt eigentlich problemlos ins Elternrecht installiert werden. Und die Mädchen hätten noch den Vorteil, das gute Stück spätestens mit 18 in den Müll entsorgen zu können.

    Da wird einfach nur noch nicht geschickt genug argumentiert.

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    Und wer dafür seinen Sohn in die Klinik bringt, ohne jegliche
    Indikation, muss sich wenigstens die ev. missbilligenden Blicke des
    Arztes und des Pflegepersonals gefallen lassen. Ein guter Schritt in
    Richtung Ächtung.

    Wenn man nicht ganz so optimistisch dran geht: Jetzt gewöhnen sich auch norwegische Kinderärzte daran, kerngesunden Kindern was vom Genital abzuschneiden.

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    Es ist mir ganz ganz wichtig, dass ihr bitte nicht denkt, na die Alte steht unter der Fuchtel des Moslems und das arme Kind bekommt alles mit

    Auf den Gedanken wäre ich nun gar nicht bekommen.
    Und, nur mal so: Dass Mama und Papa auch ganz unterschiedliche Auffassungen haben, schadet Kindern eigentlich nicht, solange es in einigen anderen grundsätzlichen Lebens- und Erziehungsfragen einen Konsens gibt.

    Dass ihr den Jungen aus dem konkreten Thema jetzt raushaltet, macht ihr genau richtig: Er wäre in seinem Alter völlig überfordert und könnte noch überhaupt nicht überblicken, um was es eigentlich geht.

    Die Frage der Beschneidung wird wohl auch nicht die letzte in eurer (interkulturellen) Elternschaft sein, in der ihr konträre Ansichten habt und euch länger miteinander bemühen müsst.
    Je älter sie werden, desto besser können sie damit umgehen oder sogar davon profitieren (und damit meine ich jetzt nicht in der Form, dass sie die Eltern gegeneinander ausspielen), weil sie unmittelbar erleben, dass man das Leben ganz verschieden erfolgreich bewältigen kann. Unsere Jungs sind jetzt fast 16, unsere Tochter 14 und haben sich trotz ihrer sehr verschieden geprägten und meist uneinigen Eltern bis jetzt prima entwickelt.
    Auch wenns für das (Eltern-) Paar oft anstrengend ist: Es ist eine Riesenchance, aus zwei Kulturen das Beste rauszuholen.

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    Derzeitig ist das Thema Beschneidung seit einigen Monaten auf Eis, ich
    möchte mich aber vorbereiten seine Einstellung zu ändern bzw. zu
    überdenken, daher auch meine Anmeldung hier.

    Das klingt gar nicht so schlecht.
    Dass die Frage "auf Eis" liegt, kann bedeuten, dass dein Mann bereits begonnen hat, einen gewissen Abstand zu dem Thema zu entwickeln.
    Und mit dieser Distanz wird es dann leichter sein, seine Ansichten zur Sachlage und auch seine Gefühle neu zu sortieren.

    Euer Sohn ist ja jetzt in einem Alter, in dem im muslimischen Umfeld wohl recht viele Beschneidungen stattfinden und dein Mann ständig mit dieser Frage konfrontiert wird. Aber das ebbt ja auch mal wieder ab.

    Grüß dich Sabine!

    Es ist ein gute Entscheidung, dass du deinem Sohn die Entscheidung über seine intimste Körperzone lassen willst.

    Dies deinem Mann nahe zu bringen, wird nicht ganz einfach werden - schließlich liebt er seinen Sohn, fühlt sich verantwortlich und hat bei diesem Eingriff das Gefühl, genau das Richtige für ihn zu tun (mein Mann wuchs auch in muslimischer Tradition auf, wir haben drei entzückende Kinder...).
    Strategisch würde ich es für das Geschickteste halten, wenn du zunächst nicht auf die möglichen negativen Spätfolgen später im Erwachsenenleben abhebst (das ist für deinen Mann einfach zu weit hergeholt, gerade wenn er selbst völlig zufrieden mit dem Beschnittensein ist), sondern die konkreten, wenn auch seltenen Risiken der Operation selbst in sein Sichtfeld rückst.
    Am besten mit Hilfe eines wie du orientierten Arztes. Wie wäre es für ihn, wenn eurem kerngesunden Kind etwas passiert bei einem medizinisch unnötigen Eingriff? Der hinzugezogene Arzt könnte ihm auch nahebringen, dass die Vorhaut ein ganz normaler Teil des männlichen Genitals ist.
    In muslimischen Familien wird dieser Teil oft sehr negativ besetzt (macht krank, Bakterien usw), und die daraus entstehenden Sorgen und Ängste könnten mit so einer beruhigenden Aufklärung von "professioneller Seite" beruhigt werden.

    Die eventuellen negativen Folgen im Sexualleben, mit denen kommt man vielleicht in ganz theoretischer Form, wenn das andere nicht überzeugt hat - schon die Erwägung einer auch nur entferntest möglichen Beeinträchtigung des besten Stücks ist für die meisten Männer verständlicherweise ziemlich bedrohlich.

    Ich wünsche Dir viel Geduld und (Überzeugungs-) Kraft!

    Es ist begrüßenswert, dass Ärzte versuchen, betroffenen Frauen zu helfen und entsprechende chirurgische Verfahren zu entwickeln. Aber in der geschilderten Initiative zeigt sich auch wieder viel medizinischer Aktionismus:
    Die Reihenfolge erst Operation, danach Sexualtherapie, ist genau falsch herum - außer bei der extremsten Form, der Infibulation, um die es aber im aufgeführten Beispiel nicht geht.

    Sinnvoller wäre doch, die Frauen gingen ersteinmal zu einem Sextherapeuten, um zu versuchen, mit dem verbliebenen Teilen ihres Genitals ein orgasmisches Sexualleben zu erreichen - durch die zentrale und periphere Neuroplastizität ist das durchaus möglich.

    Eine derartige Operation, bei der ja auch unweigerlich wieder Nervenverbindungen durchtrennt und neue Narben geschaffen werden, sollte die nachfolgende Option sein, wenn ersteres nicht funktioniert hat.

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    "Wer vom Bundespräsidenten eine Weihnachtskarte bekommt, wird weiterhin
    'Frohe Weihnachten' lesen und nicht etwa 'Seasons greetings'", sagte
    Gauck.

    Immerhin kümmert sich der Bundespräsident um den Erhalt von Werten und Traditionen, wenn es um die Gestaltung von wehrlosen Postkarten geht.

    Hätte vielleicht doch besser unter "Komisches" gepasst.

    Bundespräsident: Gauck mahnt Offenheit für Zuwanderung an | ZEIT ONLINE

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    Er verwies auf Debatten über den Bau von Moscheen, das Tragen von Kopftüchern im öffentlichen Dienst oder die Beschneidung junger Juden und Muslime. "In manchen Fragen wird kein Kompromiss alle Beteiligten zufriedenstellen und allen Bedenken Rechnung tragen."

    Zugleich plädierte Gauck für die Wahrung eigener kultureller Werte und Traditionen. "Wer vom Bundespräsidenten eine Weihnachtskarte bekommt, wird weiterhin 'Frohe Weihnachten' lesen und nicht etwa 'Seasons greetings'", sagte Gauck.

    Nun, gegen ein "Seasons greetings" vom Bundespräsidenten hätte ich nichts einzuwenden.

    Ersteinmal danke für deinen Bericht, Bela!

    Zitat

    ...das diese Beziehung nur deshalb zerbrach, weil das Problem der Beschneidung für die Allgemeinheit einfach kein Thema ist.

    Da hast du den entscheidenden Punkt getroffen: Es fehlt tatsächlich noch an Aufgeklärtheit darüber, dass die Beschneidung deutliche Veränderungen in Empfinden und Sexualität zur Folge hat (wobei es jedem Betroffenen bzw Paar frei steht, diese als eher einschränkend, neutral oder gar vorteilhaft zu bewerten), die im Extremfall eine Beziehung durchaus auch scheitern lassen können.