Danke Götz.
Die dürfen ruhig spüren, dass das alles sehr genau beobachtet wird und sie mit ihrer Haltung viele Menschen enttäuschen.
Beiträge von susanna
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Grüß dich, Cenna!
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Ganz dumm: Wo kann man da unterzeichnen?
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Das, was du ansprichst, ist ein echtes Defizit in der medizinischen Versorgung von Kindern in Deutschland.
Eine fachgerechte Phimosebehandlung ist leider nicht Standard, da liegen Welten zwischen den Kinderärzten!Einer Freundin von mir wurde gleich nach der Geburt ihrer Söhne die prophylaktische Zircumzision angeboten, nur weil ihr Mann Amerikaner ist, und das in einem deutschen Krankenhaus! Als die Kinder im Grundschulalter waren, wurde sie von einem Arzt wegen "Phimose" Richtung Radikalbeschneidung gedrängt. 3 OP-Termine platzten, weil ihr einer Sohn sich jedes Mal kurz zuvor einen Infekt zugezogen hatte. Glück gehabt, danach hatte sich das Problem nämlich von selbst erledigt!
Dass bei meinen Söhnen wiederum noch alles dran ist, haben wir der damaligen Rechtslage (die sich nun ja leider ändert) und einer hervorragenden Kinderärztin zu verdanken,die wusste, dass Abwarten und die Eltern beruhigen oft das Mittel der Wahl ist.
Als sich die Vorhaut bis zur Einschulung nicht gelöst hatte (und das blieb auch bis ins 12. Lebensjahr so) und es bei einem wirklich sehr eng war, geriet ich etwas in Panik, die schmerzhaft Balanitis meines älteren Bruders im Grundschulalter in lebhafter Erinnerung. Das wollte ich meinen Kindern aufjedem Fall ersparen und sprach unsere Kinderärztin darauf an, ob man nicht zur Vorbeugung die Vorhaut entfernen könne …(Ich war null informiert über deren Funktionen, und gewisse ursächliche Zusammenhänge fielen mir erst schlagartig auf, nachdem eine Bekannte, die mit einem Juden verheiratet ist,vor einem Jahr ein paar Bemerkungen in diese Richtung fallen ließ).Diese hervorragende Medizinerin klärte mich rundweg darüber auf, dass es keine Rechtsgrundlage für eine derartige OP gäbe, und sie würde persönlich ohnehin nie ein kerngesundes Kind an den Genitalien operieren. Es folgte eine wochenlange Salbenbehandlung und amüsante Diskussionen darüber, ob nun die Mutter oder der vorhautverlustige Vater für die Anleitung zur Intimhygiene verantwortlich sei … Jetzt sind die Jungs in der Pubertät und alles ist nach deren Auskunft so, wie es sein soll.
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Ich kanns nicht belegen, wir haben keinen Kontakt zu islamischen Gemeinden, weil mein Mann sich da schon seit vielen Jahren herausentwickelt hat. Schon als Student hatte sich das Thema Moschee und Gemeinde für ihn erledigt, nachdem man dort für seine Wahl einer Christin als Partner kein Verständnis hatte.
Die Sexualität ist aber tatsächlich viel wichtiger im Schnitt als bei uns. In den arrangierten Ehen ist es oft das einzige, was die Partner verbindet, und es gibt ja auch keinen ausgeprägten Arbeitsethos.
Dass es konkrete Anweisungen für das Eheleben auch im Judentum gibt, wusste ich noch nicht, danke Hickhack.
Ist aber konsequent, schließlich sind beide Gesetztesreligionen, die mit praktischen Handlungsanweisungen stark in den Alltag der Menschen eingreifen. -
@ pallas
Alles richtig. Ich möchte noch einen Aspekt ergänzen: Ich denke, dass die Muslime auch deshalb so zurückhaltend sind, weil sie folgendes ein bisschen nervös macht: Im Islam ist ja nicht nur Reinheit Pflicht, sondern auch explizit die sexuelle Befriedigung des Ehepartners. Sex ist wichtig und im Islam ausdrücklich nicht nur zur Fortpflanzung da wie im Christen- und Judentum!
Nun ist ja, trotz weitgehender Ignoranz, so einiges darüber in die Öffentlichkeit durchgesickert, dass die reduzierte Sensibilität für nicht wenige Männer leider auf dem Gebiet deutlich einschränkend wirkt. Das wird den einen oder anderen gläubigen Muslim doch etwas irritieren. -
Vorurteile gegenüber Fremden zu haben, ist etwas sehr Menschliches. Die meisten Leute auf der ganzen Welt ertragen es nicht, überhaupt keine Ahnung davon zu haben, was von einer Neubegegnung so zu erwarten ist. Ohne positive Vorurteile könnten wir doch gar kein Vertrauen zu unseren Mitmenschen aufbauen, wenn wir uns immer auf sämtliche, auch die schrecklichsten Verhaltens- und Reaktionsalternativen einstellen würden. 25% der Bevölkerung haben negative Vorurteile, d. h. auch: Die Vorurteile vom Großteil der Einwohner sind neutral oder sogar positiv getönt, das ist nicht schlecht. In der Hauptstadt des Geburtslandes von meinem Mann ist man schon ein skeptisch beäugter Fremder, wenn man nur aus dem nächsten Stadtviertel kommt.
Ein offener, toleranter Mensch kann man auch mit einem Rucksack voller Vorurteile sein, wenn man zugleich bereit ist, genau hinzuschauen und seine eigenen Vorstellungen besser der Realität anzupassen.
Ich muss gestehen, dass in den letzten Monaten sich bei mir einige doch sehr freundliche Bilder von so manchen Religionsvertretern als dringend korrekturbedürftig erwiesen haben... -
Zitat
"In einem Beitrag für die FAZ verglich Prof. Walter die Einwilligung der Eltern in die Beschneidung mit deren Einwilligung, dass ihre Kinder Hochleistungssport betreiben. Die Belastung, der Kinder dabei ausgesetzt sind, ist in der Tat vergleichbar."
Kein Kind darf, jedenfalls hierzulande, von seinen Eltern zum Hochleistungssport gezwungen werden. Und kein Trainer wird ein Kind trainieren, dass offensichtlich nicht will. Hochleistungsport ist ein Prozess über Jahre, der vom Kind oder den Eltern aus jederzeit abgebrochen werden kann. Das trifft auf die Vorhautamputation nicht zu, daher seh ich nur wenig Vergleichbares.
Zweifellos gibt es auch beim Leistungssport ein Risiko für unerwünschte irreversible physische Langzeitfolgen, aber die betreffen selten den zentralen Punkt, die Sexualität (Querschnittgelähmte berichten auf Nachfrage, dass das nicht- gehen- können eigentlich nicht das Hauptproblem sei, sondern die äußerst erschwerte oder auch fehlende sexuelle Empfindungsfähigkeit). -
Ich kann mir schwer vorstellen, dass dabei mehr als ein mechanischer Schutz für die Eichel herauskommt, der ja mit den gängigen Rekonstruktionsmethoden bereits erreicht werden kann. Das innere Blatt der Vorhaut ist doch sehr komplex aufgebaut, von der Innervation ganz zu schweigen.
Ärzte machen dann gleich 2 mal ein Geschäft: Beim Amputieren im Kindesalter und später bei der Rekonstruktion.
Trotzdem: Wäre natürlich für viele ein Traum ... -
Was ich toll finde: Der Artikel ist in kürzester Zeit intensiv kommentiert worden (die Kommentarseite ist schon geschlossen), d.h., die Leute lassen sich nicht so einfach für dumm verkaufen. Und das bei der derzeit bewegten außenpolitischen Lage. Die Leute merken: Hier gehts um was!
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Dieser Entwurf beinhaltet ein Entgegenkommen gegenüber den Religionsgemeinschaften, und das finde ich auch tragbar. Mit 14 hat ein Junge schon Möglichkeiten, sich unabhängig von seinen Eltern zu informieren. Und wichtiger: Wenn man davon ausgeht, dass die meisten in diesem Alter bereits Masturbationserfahrungen haben, werden immer mehr muslimische und jüdische Männer ein Bewustsein für den Unterschied entwickeln, so dass weiterer Druck für die Weiterentwicklung der rechlichen Situation dann auch mehr von ihrer Seite kommen wird.
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Genau dieser eventuelle Zusammenhang ist mir gestern auch durch den Kopf gegangen, diese Studie wurde schon einmal im Ärzteblatt veröffentlicht. Ich hoffe, das in dieser Richtung noch intensiver geforscht werden wird.
Was in der Diskussion auch nie beachtet wurde: Bei vielen Männern machen sich die negativen Effekte der reduzierten Sensibilität erst so ab Mitte 30 (wenn spontan kaum mehr ein ursächlicher Zusammenhang für den Betroffenen erkennbar ist) bemerkbar. Über den größten Teil des Zeitraumes der Menschheitsgeschichte, in dem dieser Eingriff praktiziert wurde, brauchten sich Männer ohnehin keine Sorgen um ihr Sexualleben jenseits dieses Lebensalters machen, älter als 40 Jahre wurde doch kaum jemand. -
Nachdenken und sich informieren - ist schwierig, wenn man nur 4 Jahre zur Schule gegangen ist, in einer absolut nicht-selbstreflektiven Kultur aufwächst und 8 Kinder nebst pflegebedürftiger Mutter zu versorgen hat, verheiratet mit einem Analphabeten. Während der zwei Choleraepidemien in Damaskus hat sie immerhin die Lebensmittel mit Kaliumpermanganat abgewaschen und so haben, im Gegensatz zu einigen Nachbarn, in ihrer Familie alle überlebt. Ich bin keine bessere Mutter. Ich lebe einfach in glücklicheren Umständen.
Aber dein Komentar bezieht sich vielleicht auf Einwanderer. Von denen darf auch meiner Meinung nach erwartet werden, dass sie bereit sind, ein neues Leben anzufangen, sich mit Neuem auseinanderzusetzen und ihre Traditionen einmal gründlich durchzusortieren. Das würde ich im Falle einer Auswanderung ja selbst auch leisten. -
Bei meinem Mann hieß es zu Hause immer: Wenn einer beim Ableben noch seine Vorhaut hat, dann verstopft ihm diese das Schloss zum Paradies.
Welche liebende Mutter will ihrem Sohn nicht so ein Schicksal ersparen? -
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Vielleicht spielt noch dies eine nicht ganz unwichtige Rolle: Die Gefühle von Männern werden endlich auch einmal ernst genommen. Neulich gabs einen Prozess um häusliche Gewalt mit Verurteilung - dabei war das Opfer ein Mann!
Und wenn es zu Aulandseinsätzen der Bundeswehr kommt, schwingt auch kaum einer mehr fröhlich die Fahne. Sondern alle bangen, das nur ja nichts passieren möge, und jeder "Gefallene" wird öffentlich mit großem Kummer registriert (glücklicherweise anders als in den USA, da gibts ja immer noch "Helden") - das nenn ich zivilisatorischen Fortschritt! -
OK, dass kann frau leider vergessen. Beiträge, die auch nur behutsam zum Nachdenken anregen, werden nicht angenommen.
Ich frage mich: Kann so etwas überhaupt erlaubt sein, Werbung für einen medizinischen Eingriff in einem Forum, in der dann keiner eventuelle Probleme ansprechen darf???
Auf Seiten für Schönheitsoperationen müssen/dürfen doch auch Komplikationen angesprochen werden? -
Diese Studien kranken alle daran, dass nur Männer, die ein Problem mit der Vorhaut haben oder sich einen ästhetischen und/oder sexuellen Gewinn versprechen und ihre Vorhaut als nicht so wichtig für ihr Sexualleben empfinden (da gibt es von der Veranlagung her eben Unterschiede) sich im Erwachsenenalter die Vorhaut abschneiden lassen.
Dass auch in dieser speziellen Auswahl so viele negative Effekte sichtbar werden, ist beunruhigend.Realistische Ergebnisse wären nur mit einer Zwangsbeschneidung erwachsener Männer zu haben, und das ist nicht durchführbar - das geht halt nur mit wehrlosen Kindern, die ja leider über Vorher-Nacher nicht Auskunft geben können.
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In deren Forum gibts auch viele Anfragen, wo sich jemand noch nicht sicher ist.
Werde da mal ein paar Antworten aus weiblicher Sicht hinterlassen, die sie dort eher nicht so gewohnt sind ... -
Hi Aphrodite und Theresa,
ich seid nicht die einzigen Partnerinnen, denen es in den letzten Wochen wie Schuppen von den Augen fällt!
Habt ihr schon einmal überlegt, eure Erfahrungen an Dr Lindboe, dass ist die Ombutsfrau für Kinderechte in Norwegen, zu schicken? Sie hat in einem Video alle Betroffenen dazu aufgerufen. Mach ich gerade.
Es ist wichtig, dass auch die indirekt betroffenen Frauen sich melden, denn einem Mann, der als Kind beschnitten wurde (bei meinem Mann nach islamischer Tradition schon im Babyalter) ist es praktisch unmöglich, die ursächlichen Zusammenhänge zu erkennen!