Beiträge von werner

    Dyr sex practice

    Ich verspüre einen Brechreiz.

    Ja, kann ich verstehen. Andererseits dient diese Praxis ja offensichtlich dem Wunsch nach stärkerer Reibung seitens der Männer, was ja möglicherweise auch Beschnittenen entgegenkommen könnte. Bleibt die vaginale Trockenheit - ob nun künstlich hergestellt oder sich wegen des beschnittenen Penis - unterhalb der Schmerzschwelle der Frau, könnte das die Luststeigerung, die ja viele beschnittenen Männer angeben, erklären.
    Ist vielleicht nur Spekulation. Den Preis zahlt in jedem Fall die Frau.

    Nach meiner Kenntnis hat das jedoch noch niemand untersucht. Warum? Die Infizierte ist ja "nur" eine Frau.

    Doch, das wurde verschiedentlich untersucht, z.B. hier

    "Although anal intercourse and dry sex were perceived by these women as high risk for sexually transmitted infections, the practices were not adequately protected with condom use."

    Anal and dry sex in commercial sex work, and relation to risk for sexually transmitted infections and HIV in Meru, Kenya

    Übrigens auch ein weiteres Beispiel für die Grenzen der medizinischen Aufklärung, wenn noch andere Interessen eine Rolle spielen.

    Eine andere ebenfalls wichtige Fragestellung betrifft, wie Aphrodite ja bereits mehrfach betont hat, den Zusammenhang zwischen vaginaler Trockenheit und kindlicher Beschneidung. Hierzu gibt es abgesehen von den bei BvJ genannten fast keine Untersuchungen. Das Risiko, dass bei einer solchen Untersuchung ein positiver Zusammenhang herauskommen würde ( wie bei der dänischen Studie ), wäre den Beschneidungsbefürwortern dann doch zu gross.

    Auf der unten verlinkten Seite veröffentlicht die AAP Reaktionen auf ihre letzte Stellungnahme zur Beschneidung. Vor wenigen Tages steuerte der finnische Arzt Harry G. Lindahl den folgenden Beitrag bei (Übersetzung von mir). Aus meiner Sicht "Hall of Fame".

    "Die Evolution der Säugetiere hat an Geschwindigkeit gewonnen vor etwa 65 Millionen Jahren, als ein Meteorit auf Yucatan fiel und die Dinosaurier tötete. Zu diesem Zeitpunkt hatten alle bekannten Säugetiere eine Vorhaut. Wenn die Vorhaut ein unnützes Stück Gewebe wäre, wie die Pro-Beschneidungs-Lobbyisten behaupten, wäre sie sicherlich während der letzten 65 Millionen Jahre Evolution weggefallen. Trotzdem haben immer noch alle Säugetiere, einschließlich der menschlichen Spezies, eine Vorhaut. Die Ratte ist das erfolgreichste Säugetier auf diesem Planeten. Auch sie hat eine Vorhaut. Evolution ist gnadenlos, und aber selbst, wenn sie bei weniger wichtigen Organen, wie dem Gehirn oder Magen, Fehler machen sollte: über die Fortpflanzungsorgane weiss sie sicherlich am Besten Bescheid.

    Daher ist die Behauptung, dass es gesundheitliche Vorteile gibt durch das Herausschneiden eines Stück des gesunden Gewebes aus dem Penis eines gesunden Neugeborenen, so absurd, wie die Behauptung, dass die Amputation des linken kleinen Fingers eines Neugeborenen gesundheitliche Vorteile habe. Allerdings, wenn Sie eine solche absurde Behauptung aufstellen würden, entweder über die Vorhaut oder den linken kleinen Finger, müsste man die höchste Stufe des Nachweises nach den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin anwenden. Dies bedeutet, dass mehrere randomisierte kontrollierte Studien von unabhängigen Forschern durchgeführt werden, die alle das gleiche Ergebnis haben. Es gibt aber keine solchen Beweise, weder über die Vorhaut noch über den linken kleinen Finger.

    Die AAP hat eine "Circumcision Task Force". Dies ist so absurd, wie eine Task Force für "Die Routine-Amputation des linken kleinen Fingers eines Neugeborenen". Ist die AAP verrückt? Aus der Sicht eines europäischen Kinderarztes scheint genau das der Fall zu sein."

    Replies to Circumcision Policy Statement

    Auf ihrer Webseite wird behauptet, dass der Botschafter den "Versuch eines höflichen Entgegenkommens" gemacht hat. Nach meinem Eindruck von dem Video hat sich in letzter Zeit niemand mehr so gefreut, Claudia Roth zu treffen, wie der iranische Botschafter. "Einsamkeit ist ein Problem", sagte Claudia Roth vor einiger Zeit in einem Interview. Da freut man sich einfach über jedes " höfliche Entgegenkommen". ;(

    Ich stell mir vor, dass bei unserem Anliegen ein Plakat mit männlichem Phantombild neben 2, 3 sehr persönlichen Sätzen, warum er mit seinem Vorhautverlust unglücklich ist, einen Eindruck hinterlassen könnte.

    Oder wie bei Zigaretten: auf jeder Packung mit einer Gomco-Klemme ist ein schreiender Säugling abgebildet. Darunter dann ein Warnhinweis. :whistling:

    P.S. "Dödelige Walmutter" möchte ich aber überhört haben. :rolleyes:

    Genau Pizarro73, es gibt in den Hirnen dieser Damen keine männliche Genitalverstümmelung, aber man will partout jeden gedanklichen Brückenschlag vermeiden, zur männlichen Beschneidung, daher der "tautologische Pleonasmus".

    Man will den Brückenschlag vermeiden, und weist damit gleichzeitig darauf hin ( dass es auch eine männliche "Version" gibt). Für die eine gilt körperliche Unversehrtheit, für die andere nicht. Für die eine gilt Selbstbestimmung, für die andere nicht. Die Vorhaut ist ein Lappen, die Vagina ist ein Heiligtum. Säuglingsbeschneidung ist (zumindest tatbestandsmässig) eine Körperverletzung, die zur Vielfalt beiträgt. Ach ja. Bei der weiblichen Genitalverstümmelung gibt es bekanntlich noch mehr " Vielfalt". [/Sarkasmus off]

    Ich werde trotzdem (wieder) die Grünen wählen. Das hat aber weniger mit den Grünen zu tun, sondern mit den Verhältnissen in meinem Wahlkreis, und mit dem Wunsch nach einem Regierungswechsel.

    Dies scheint meine Einschätzung zu bestätigen, dass Unkenntnis auch bei uns schon lange nicht mehr das eigentliche Problem ist.

    In unseren Informationszeitalter glauben wir, dass Information gleichbedeutend mit Aufklärung ist. Das ist nicht falsch, aber auch nicht die ganze Wahrheit. Man muss auch über gesellschaftliche Verhältnisse aufklären, vor allem über Machtverhältnisse. Google z.B. stellt uns eine Menge Informationen zur Verfügung, es steuert aber auch die Art und Weise, wie wir diese Informationen bekommen, und will letztlich damit Geld verdienen.

    Der Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung konnte/kann sich in die Frauenrechtsbewegung einklinken. Der Kampf gegen die Genitalverstümmelung von Kindern muss sich in eine Kinderrechtsbewegung einklinken, die weltweit (!) gesehen im wahrsten Sinne des Wortes noch in den Kinder-Schuhen steckt (z.B. Bildung statt Arbeit). Frauen können sich (grundsätzlich, noch nicht immer und überall natürlich) wehren und eine Lobby bilden. Kinder nicht. Sie müssen über sich ergehen lassen, dass andere für sie definieren, was Kindeswohl ist. Pädagogik ist aber keine Wissenschaft, sondern immer von aktuellen gesellschaftspolitischen Fragestellungen geprägt. Diese müssen / sollten mitgedacht werden.

    […]

    Kann ich mir gut vorstellen, dass es so läuft. Die sozialen Aspekte sind jedoch durchaus kein Blabla und brauchen auch keine Warnschilder, weil sie verinnerlicht sind, z.B. der " Warnhinweis": "Männer können sich nicht sauberhalten - unbeschnittene Penisse sind deshalb immer schmutzig - dieser Schmutz überträgt Krankheiten in die selbstverständlich immer saubere Vagina - also muss man dem frühzeitig vorbeugen." Dieser Warnhinweis scheint reinigungstechnischen und medizinischen Erkenntnissen gegenüber ziemlich resistent zu sein.

    Also, Ihr merkt, mich verwirrt dieser Text und dieser unsaubere Neusprech.

    Das liegt aber nicht an Dir, sondern am Problem der Abgrenzung von weiblicher und männlicher Genitalverstümmelung. An dieser Abgrenzung kann man sich auch sprachlich nur verheddern.
    Eigentlich muss man es vermeiden, von weiblicher Genitalverstümmelung zu sprechen, weil dies unweigerlich zu der Frage führt, ob es nicht auch eine männliche gibt. Wenn man jedoch von körperlicher Unversehrheit sprechen möchte, muss man zwangsläufig das weibliche betonen, weil es sonst zu Missverständnissen kommen könnte.
    Wenn man in dem betreffenden Absatz das weibliche weglässt, wird man zwangsläufig an die aktuelle Beschneidungsdebatte erinnert ( was Frau Roth natürlich vermeiden möchte). Das würde dann lauten:

    "Genitalverstümmelung verletzt sowohl zivile und soziale als auch politische und kulturelle Menschenrechte, wie zum Beispiel das Recht auf physische Unversehrtheit, das Recht auf Leben und (reproduktive) Gesundheit, aber auch das Recht auf Selbstbestimmung. Genitalverstümmelung führt zu schwersten Traumatisierungen bei den Betroffenen. Ihre internationale Ächtung ist Grundlage für den Kampf gegen diese eklatante Menschenrechtsverletzung. Dieser Kampf muss aber auch Teil der Entwicklungszusammenarbeit mit den Ländern sein, in denen diese Körperverletzung besonders verbreitet ist.“

    Zum Internationalen Tag gegen Genitalverstümmelung an Frauen und Mädchen erklären Claudia Roth, Bundesvorsitzende, und Astrid Rothe-Peinlich, Mitglied im Bundesvorstand und Frauenpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

    "Weibliche Genitalverstümmelung verletzt sowohl zivile und soziale als auch politische und kulturelle Menschenrechte von Frauen, wie zum Beispiel das Recht auf physische Unversehrtheit, das Recht auf Leben und (reproduktive) Gesundheit, aber auch das Recht auf Selbstbestimmung."


    Mädchen und Frauen auch bei uns wirksam schützen

    […]

    Fast richtig. ;) 90% von den Meisten und nicht von Allen. Von Deiner Rechnung kannst Du also noch eine allerdings unbekannte Grösse abziehen. Es gibt ja noch andere Motivationen als medizinische. Wie hoch der dieser Anteil ist, wird nicht angegeben, nur "die Meisten". An 90% von denen prallt die medizinische Aufklärung ab. Das sieht für mich so aus, dass die medizinischen Begründungen nur vorgeschoben sind.

    Fazit: wie bei den religiösen Befürwortern spielen auch in Amerika medizinische Argumente eine untergeordnete Rolle. Intaktivisten sollten das im Auge haben.

    In seiner Ausgabe vom Mai 2012 veröffentlichte das "Journal of Urology" eine Umfrage unter Eltern und Kinderärzten des "Children's Hospital New Orleans" über Häufigkeit, Motivation und Aufklärung zur Säuglingsbeschneidung.
    Die meisten Eltern gaben an, die Beschneidung zur Verhütung von Harnwegsentzündungen und sexuell übertragbaren Krankheiten durchführen lassen zu wollen. Nach der Aufklärung darüber, dass es für die Beschneidung keine medizinische Notwendigkeit gebe, wollten trotzdem immer noch 90% von ihnen eine Beschneidung durchführen lassen.

    http://download.journals.elsevierhealth.com/pdfs/journals/…34712011822.pdf

    Diese Umfrage könnte daraufhin deuten, dass die Bedeutung medizinischer Argumente überschätzt wird. Viel wichtiger sind möglicherweise "soziale" Argumente: Jungen/Männer können sich nicht sauber halten; der Sohn soll aussehen wie der Vater; der Sohn soll sich vor Klassenkameraden nicht schämen müssen usw.

    Auch im Rahmen der Beschneidungskampagne in Afrika wird angesichts der weit unter den Zielen liegenden Operationszahlen über die sozialen Aspekte dieses Umstands nachgedacht. Dabei spielen trotz der "Aufklärung" über die Reduktion von HIV Ängste über Operationsschmerzen und anschliessenden Sensibilitätsverlust die wesentliche Rolle.

    Behavioral Aspects of Male Circumcision for the Prevention of HIV Infection

    Man kann sicher fragen, warum diese Studie erst jetzt bei Springer erschienen ist. Manchmal mahlen ja einfach nur die Veröffentlichungsmühlen langsam. Immerhin wurde das Thema jetzt auf den neuesten Stand gebracht, wie man an der Literaturliste erkennen kann. Feststeht, dass die Studie bereits 2007 und 2011 auf deutschen Kongressen vorgestellt wurde. Eine graphische Darstellung der Studienergebnisse, ein Vergleich mit bisherigen Studien und vieles mehr (u.a. auch zur Auswirkung der Zirkumzision auf Frauen) wurde schon 2008 veröffentlicht.

    http://andrologiebb.de/uploads/media/…n_und_ED_01.pdf

    Auch eine Dissertation, die sich kritisch mit der Studie auseinandersetzt und sie u.a. mit anderen ähnlichen Studien vergleicht, wurde schon verfasst ( 2012)

    http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/…beck.pdf?hosts=

    "In dieser weltweit größten Fragebogenstudie zur männlichen ED, die sich des IIEF als hierfür validiertes Instrument bediente, konnte keine höhere ED-Prävalenz bei zirkumzidierten Männern festgestellt werden. Die sexuelle Zufriedenheit des Mannes war in dieser Untersuchung unabhängig vom Vorhandensein seines Präputiums."


    Die männliche Zirkumzision ist nicht mit einer höheren Prävalenz der erektilen Dysfunktion assoziiert - Online First - Springer

    "Anlässlich des 10. Internationalen Tags gegen weibliche Genitalverstümmelung am morgigen 6. Februar 2013 erklärt die Landessprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen Babette Pfefferlein:"Weibliche Genitalverstümmelung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung, dessen Bekämpfung auch in unserem Land mehr Beachtung verdient.“ Alle elf Sekunden wird auf der Welt ein Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt. Unzählige Mädchen und Frauen sterben an dieser massiven Form der Gewalt oder ihren Folgen; in Deutschland sind Schätzungen zufolge insgesamt rund 6.000 Mädchen akut gefährdet.
    „Es ist wichtig, dass dieses Thema in der Gesellschaft enttabuisiert wird. In den vergangenen zehn Jahren hat sich einiges bewegt, die weibliche Genitalverstümmelung wurde international als schwere Straftat und Diskriminierung anerkannt. Doch das Thema bleibt in Deutschland weiterhin ein Tabu. Deshalb muss weibliche Genitalverstümmelung im Strafgesetzbuch ausdrücklich als schwere Körperverletzung geregelt werden. Darüber hinaus ist eine Aufnahme in den Katalog der Auslandsstraftaten unabdingbar, damit im Ausland durchgeführte Genitalverstümmelungen hierzulande endlich strafrechtlich geahndet werden können“, konstatiert Babette Pfefferlein.
    "Der Schutz von Mädchen und Frauen in Deutschland und in der Welt darf nicht vernachlässigt werden“, so die bündnisgrüne Landeschefin abschließend."


    PM 11-13 Genitalverstümmelung ist schwere Menschenrechtsverletzung | gruene-thueringen.de