Beiträge von werner

    Dieser Artikel von Steven Svoboda und Robert van Howe, die seit Jahren die AAP-Statements bekämpfen, ist die bisher schärfte Replik auf das letzte AAP- Statement. Im Ergebnis: die AAP untergräbt ihre eigenen Standards und macht sich wissenschaftlich unglaubwürdig und lächerlich. Nicht umsonst hat die AAP umgehend eine Gegendarstellung angekündigt.
    Svoboda und van Howe bringen nicht nur die Fehler der von der AAP angeführten Studien auf den Punkt, sondern üben harsche Kritik am Fehlen jeglicher ethischer Überlegungen seitens der AAP und sämtlicher Studien, die gegen die AAP-Meinung sprechen.
    Der auch hier wieder hergestellte Bezug zur inzwischen auf English vorliegenden Stellungnahme von Dr. Hartmann vor dem Rechtsausschuss des Bundestages lässt auf eine enge Beziehung zwischen deutschen und amerikanischen Beschneidungskritikern schliessen. Diese Verbindung wird sicher durch den im April in " Pediatrics" erscheinenenden Artikel der gesammelten europäischen Pädiater weiter verstärkt.
    Da wird sich mancher deutsche Beschneidungsbefürwortungsprofessor noch warm anziehen müssen.

    Ich empfehle dringend, den Originalartikel zu lesen.

    http://ww1.prweb.com/prfiles/2013/0…f%203-12-13.pdf

    "Namhafte Kinder- und Jugendärzte aus Europa haben schon ihren Widerspruch abgestimmt – in einem noch unveröffentlichten Gegenpapier, das der F.A.S. vorliegt. Die von der AAP genannten Vorteile einer Beschneidung – wie Prävention gegen Harnwegsinfektionen, Peniskrebs und sexuell übertragbare Krankheiten, insbesondere HIV – seien schwach und hätten in der westlichen Welt wenig Bedeutung. Eine Harnwegsinfektion, die bei einem Prozent der Jungen in den ersten Lebensjahren auftritt, sei problemlos mit Antibiotika zu behandeln, argumentieren die europäischen Kinderärzte. Es bedürfte also hundert Beschneidungen, um eine Harnwegsinfektion zu vermeiden. Peniskrebs ist eine der seltensten Formen des Krebses, die zudem vorrangig im gehobenen Alter vorkommt. Sexuell übertragbare Krankheiten werden erst relevant, wenn Jungen bereits in der Lage sind, selbst zu entscheiden, ob sie sich beschneiden lassen oder nicht. Ob eine Beschneidung überhaupt der Vorbeugung nutzt, ist zudem umstritten. Bei Syphilis und Tripper ist das beispielsweise ausgeschlossen. Ob eine HIV-Infektion durch Beschneidung effektiv verhindert werden kann, ist ebenfalls ungewiss. Mehrere Studien lassen keine Beziehung zwischen Beschneidungen und HIV-Infektionen erkennen. Die europäischen Kinderärzte stellen in ihrem Papier fest, dass “Beschneidung die allgemein akzeptierten Kriterien für die Rechtfertigung von präventiven medizinischen Eingriffen nicht erfüllt”.

    Mesopotamische Gesellschaft « Weder verständlich noch tauglich : Kinderärzte protestieren gegen die Pläne des Justizministeriums zur Beschneidung von Jungen

    Ich meinte zivilrechtliche Streitigkeiten z.B. zwischen uneinigen Eltern oder zwischen Eltern und Arzt/Beschneider wegen Unzufriedenheit mit dem Beschneidungsergebnis usw.

    Im ersteren Fall landet der Fall, wie Du bereits schriebst, vor dem Familiengericht, in letzterem Fall ist das Beschneidungsgesetz nicht tangiert, weil die Eltern ja zugestimmt haben. Möglichicherweise wird dann nach dem Patientenrechtgesetz verhandelt.

    Die gibt es jetzt und so bleibt zu hoffen, dass das erste Gericht, das nach Inkrafttreten des Gesetzes einen Beschneidungsstreit vorgelegt bekommt, das Gesetz zur Überprüfung nach Karlsruhe übergibt. Wer weiß, vielleicht läuft da ja schon was.

    Solange die Staatsanwaltschaften schon die Aufnahme von Ermittlungen ablehnen, wird kein Fall vor dem Richter landen.

    Du irrst dich leider nicht. Erst muss das Beschneidungsgesetz weg. Und solange wird niemand seine Eltern erfolgreich anzeigen oder verklagen können, genauso wie Mütter ihre Kinder nicht auf Schmerzensgeld wegen der Geburtsschmerzen verklagen können.

    NoCut schrieb aber: "Wenn ich das ganze richtig verstehe, können Eltern aufgrund des § 1631 d BGB zwar nicht strafrechtlich verfolgt werden, aber die Kinder hätten bei Verabschiedung des § 197 BGB-E das Recht, Schadensansprüche gegenüber ihren Eltern und den Beschneidern geltend zu machen."

    Widersprecht Ihr Euch da nicht?

    Das Krankenhaus hat eine Stellungnahme abgegeben.

    "The comments being posted regarding a patient who allegedly died because of circumcision at UC Davis are entirely false and misleading. The patient was not circumcised at UC Davis and the cause of the patient’s death was not circumcision, nor was it hemophilia or a clotting disorder. UC Davis did all it could to save the patient’s life, and we are deeply sorry for this family’s loss. UC Davis has a deep respect for the privacy of its patients and does not use patient names in social media without their express consent and does not permit posting of patient names by third parties."


    https://www.facebook.com/UCDavisChildrensHospital

    Auf der Internet-Seite von der Rechtsanwältin wird eine zweite Meldung zu dem Fall zitiert, die 5 Tage vorher erschienen ist.

    Für immer anders | Anwaltskanzlei Dr. Marion Rosenke, Fachanwalt für Medizinrecht

    Diese Zeitungsberichte weisen soviele unbeanwortete Fragen, Ungereimtheiten und Widersprüche auf, dass es mir trotz erheblicher Betroffenheit für die Leidensgeschichte und spontaner Hilfsbereitschaft schwer fallen würde, mich allein aufgrund der Zeitungsberichte an einer Spendenaktion zu beteiligen. Im Prinzip aber gerne.

    Im Fall der New Yorker Rabbiner war die amerikanische Presse durchaus nicht zimperlich. Allerdings hatte man hierbei einen eindeutigen Kausalzusammenhang ( auch wenn dieser von den Rabbinern abgestritten wurde). Im Fall von Brayden spricht der Grossvater von unbekannter Infektion. Das wirkt natürlich wesentlich bedrohlicher, und stellt letztlich die Beschneidung grundsätzlicher infrage.

    Religions- und Kirchenfunktionäre haben den Beschneidungskritikern einen „erschreckenden religiösen Analphabetismus“ vorgeworfen. Die Schriftgelehrten zitierten immer und immer wieder eine Bibelstelle (Gen. 17,10-12a) und ließen dabei geschickt alle weiteren Zusammenhänge außen vor. In Wirklichkeit ist der biblische Befund jedoch recht komplex und durchaus widersprüchlich.

    Danke, Benni, für Deine Darstellung. Sie zeigt, dass es den Schriftgelehrten in Wirklichkeit überhaupt nicht um eine Alphabetisierung im Sinne von Erweiterung unseres Wissens geht, sondern um das Nach-Beten dessen, was sie vorher als Alphabet definiert haben. Letztlich zielt das auf die Unterdrückung kritischen Denkens durch die Forderung nach Gefolgschaft. Das diese Forderung in Zusammenhang mit der Beschneidung auftaucht, ist sicher kein Zufall.

    Cultural Bias in the AAP's 2012 Technical Report and Policy Statement on Male Circumcision

    "Abstract (236 words) The American Academy of Pediatrics (AAP) recently released its new technical report and policy statement on male circumcision, concluding that current evidence indicates that the health benefits of newborn male circumcision outweigh the risks. The technical report is based on the scrutiny of a large number of complex scientific articles. Therefore, while striving for objectivity, the conclusions drawn by the eight task force members reflect what these individual doctors perceived as trustworthy evidence. Seen from the outside, cultural bias reflecting the normality of non-therapeutic male circumcision in the US seems obvious, and the report’s conclusions are different from those reached by doctors in other parts of the Western world, including Europe, Canada, and Australia. In this commentary, a quite different view is presented by non-US-based doctors and representatives of general medical associations and societies for pediatrics, pediatric surgery and pediatric urology in Northern Europe. To these authors, there is but one of the arguments put forward by the AAP that has some theoretical relevance in relation to infant male circumcision, namely the possible protection against urinary tract infections in infant boys, which can be easily treated with antibiotics without tissue loss. The other claimed health benefits, including protection against HIV/AIDS, genital herpes, genital warts and penile cancer, are questionable, weak and likely to have little public health relevance in a Western context, and do not represent compelling reasons for surgery before boys are old enough to decide for themselves."

    Hämophilie ist ja eine Erbkrankheit, deren Vorliegen in einer Familie in der Regel bekannt ist. Schlimmere Folgen bei Neugeborenen sind, wie die Krankeit überhaupt, sehr selten. Dass sie dann nicht beherrschbar ist, wie hier, dürfte noch seltener sein. Den Ärzten/Eltern wird man also juristisch keinen Vorwurf machen können. Im Totenschein wird Organversagen stehen.

    [wie ich erst jetzt sehe, schliesst der Grossvater Hämophilie aus. Er spricht von Gerinnungsstörung, die niemanden alarmiert haben, aufgrund einer noch unbekannten Infektion]