Beiträge von werner

    Jetzt muss ich doch mal eine Lanze brechen für die Vergangenheitsbewältigung in Deutschland, die weltweit einzigartig ist, und sich auch weltweit Respekt verdient hat. Man könnte es ja auch so sehen, dass die 70% gerade der Ausdruck einer weitgehend gelungenen (!) Vergangenheitsbewältigung sind. Auch die Kinderrechte haben sich nicht nur juristisch, sondern auch "draussen im Land" kontinuierlich weiterentwickelt bis zu diesem unsäglichen Gesetz.

    Mit dem Hinweis auf Putzke meinte ich natürlich die juristische Fachmeinung, auf das sich die Rechtsprechung bezieht und beziehen muss. Im Kölner Urteil kam uns das ja nicht ungelegen.

    Gauck hat nicht Beschneidungsgegner generell als Antisemiten bezeichnet, sondern"nur", wie andere auch, in der Debatte antisemitische "Stimmen gehört".

    Das Original von Woody Allen lautet:

    "Don't knock masturbation. It's sex with someone you love."

    Damit wollte er ausdrücken, dass man im Unterschied zur Masturbation beim Beischlaf nicht immer Sex hat mit jemandem, den man auch liebt.

    Deshalb hat sie einfach drauf los geredet ohne nachzudenken.

    Im Gegenteil: ich glaube, Frau Merkel hat (wie meistens) ganz genau gewusst, was sie sagt. Dass nämlich ein Verbot der Beschneidung für sie noch nicht einmal in die Nähe eines ernsthaften Gedankens kommt, sondern nur "komisch" ist. Was sie auf Deusel komm raus verhindern wollte, war, dass über Juden bzw. jüdisches Verhalten in Deutschland vor Gericht verhandelt wird. Deshalb wollte sie auch verhindern, dass es zum Instanzenweg kommt. Dieses Ziel hat sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ja auch erreicht. Dabei hat sie sich - wenn auch nur formal gesehen - durchaus an das Gesetzgebungsverfahren gehalten. Ob höhere Instanzen wie z.B. das Verfassungsgericht sich jetzt (nach den diversen Stellungnahmen von Verfassungsrechtlern) überhaupt noch an Putzkes Interpretation halten könnten, halte ich für mindestens zweifelhaft. Putzke ist zur Minderheitenmeinung geworden.

    Es war übrigens nicht nur die Springer-Presse...

    Das ist Sex mit jemandem, den ich liebe.

    Für eine Debatte über das sich liebende Selbst ist es meiner Ansicht nach entscheidend, dieses als einen Materialisierungsprozess und in unhintergehbarer Verquicktheit mit sozialen, symbolisch-diskursiven und psychischen Prozessen der Vergeschlechtlichung zu verstehen. Im Hinblick auf queer-feministische Beiträge für eine kontroverse Diskussion in diesem Forum erscheint es mir interessant, die Aufmerksamkeit zunächst darauf zu lenken, dass das sich liebende Selbst in seiner kulturellen Gerahmtheit verstanden wird, oder?

    (Ich halte das noch länger durch... :D )

    In Anlehnung an den Stadtneurotiker lässt sich feststellen, dass das alles geistige Masturbation ist.

    Für eine Debatte über Masturbation ist es meiner Ansicht nach entscheidend, diese als einen Materialisierungsprozess und in unhintergehbarer Verquicktheit mit sozialen, symbolisch-diskursiven und psychischen Prozessen der Vergeschlechtlichung zu verstehen. Im Hinblick auf queer-feministische Beiträge für eine kontroverse Diskussion in diesem Forum erscheint es mir interessant, die Aufmerksamkeit zunächst darauf zu lenken, dass die Masturbation als rituelle Form verstanden wird, mittels der Geschlechtsidentitäten geformt werden, oder?

    Aus dem Grundsatzpapier des GWI (Stand:2007)

    "Herausforderung wird dabei u.a. sein, die Grenzen religiöser-kultureller Freiheit auszuloten und in eine Beziehung zu den Persönlichkeitsrechten des Individuums zu setzen. Verhütungsverbot, Verhüllungszwang, männliche Verteidigung
    von Familienehre, Zwangsheirat, genitale Verstümmelungen und Beschneidungen markieren eindeutig religiöse und kulturelle Grenzen, die die Persönlichkeitsrechte von Frauen und Männern verletzen."

    http://www.gwi-boell.de/downloads/Grun…ber2007.pdf.pdf

    Tagung des GWI im November 2011:

    "Gendersensible Deutung der Penisbeschneidung
    Workshop mit Volker Handke - Geschlechterforscher, Berlin
    Die genitale Beschneidung von männlichen Säuglingen und Kindern ist eine im islamischen, jüdischen und angloamerikanischen Raum weit verbreitete und überwiegend anerkannte Körperpraxis. Während die Manipulation der weiblichen Genitalien als genitale Verstümmelung skandalisiert ist, wird die Entfernung der männlichen Vorhaut als Hygienemaßnahme bagatellisiert oder als Aids-Prophylaxe sogar gefordert. Auf dem Workshop sollen unterschiedliche gesellschaftliche Kontexte der männlichen Beschneidungspraxis aufgezeigt sowie ihr Beitrag zur Herstellung und Vereindeutlichung des sozialen Geschlechts erörtert werden. Diskutiert werden soll die These, dass es sich auch bei der männlichen Beschneidung um eine genitale Verstümmelung handelt, die dazu dient, die soziale Konstruktion der Geschlechterordnung physisch irreversibel zu manifestieren und die Ausdruck anthropogenen Gestaltungswillens von Natur ist."

    Männerleiber - Körperlichkeit zwischen Sein und Tun - Männerpolitiken - Gunda-Werner-Institut

    Sieht doch nicht so schlecht aus...

    Danke,Pöser Pürger. Dann machen wir mal weiter.

    "Der Rekurs auf Selbstbestimmung und Integrität dient dazu, das längst umstrittene Ideal autonomer Maskulinität und zugleich die Hegemonie weißer, abendländischer christlich-säkularer Individualität abzusichern. Hierbei wird die Auffassung forciert, Integrität und Selbstbestimmung seien vorsoziale, universell gültige und objektiv messbaren Zustände. Doch Selbstbestimmung und Integrität, ebenso wie Lust und Schmerz werden durch soziale Interaktion allererst erfahrbar und verständlich. Genau deshalb, weil Selbstbestimmung auch immer schon kulturell gerahmt ist und innerhalb von Beziehungen der Macht, des Begehrens, der Dominanz und Angewiesenheit gelebt wird, kann sie nicht die Antwort, sondern höchstens die Frage sein, wenn es um Entscheidungen bezüglich Körpermodifikationen geht."

    Mit demselben Quatsch könnte man auch die Mädchenbeschneidung legitimieren wollen. Man muss nur "Maskulinität" durch " Feminität" auszutauschen.
    Dass Selbstbestimmung "höchstens" (höchstens!) die Frage, und nicht die Antwort ist, relativiert den Sinn dieses Menschenrechts bis zur Unkenntlichkeit. Zu der geradezu bahnbrechenden "Erkenntnis", dass Selbstbestimmung " kulturell gerahmt" ist (früher hätte man gesagt: historisch- gesellschaftlich bedingt), kann ich mit Loriot nur sagen: "Ach was!?"

    "The Kenyan Anglican Church's Bishop Julius Kalu said the advert, shown on free-to-air TV stations at peak audience times, had promoted extra-marital affairs and sex among school pupils, Kenya's Daily Nation newspaper reports."

    "The advertisement depicts this nation as Sodom and Gomorra and not one that values the institution of marriage and family," Sheikh Mohammed Khalifa, CIPK's organising secretary, told Kenya's Business Daily newspaper."

    "In a BBC Focus on Africa interview, Dr Cherutich said that while the advert had been withdrawn, he was unapologetic about its message - that it was essential for people to use condoms to prevent the spread of HIV/Aids."

    BBC News - Kenya condom advert pulled after religious complaints

    Was sie schreibt ist eine Mischung aus feministischem Hardcore-Seximus, Unfug und - jetzt kommt's - teilweise intelligenten Passagen. Ich mache mir aber trotzdem nicht die Mühe, das alles aufzudröseln.

    Was sie schreibt, nennt man Gender-Dekonstruktivismus ( siehe : Judith Butler). Es gibt bei diesen vorgestanzten Worthülsen gar nichts aufzudröseln, denn im Ergebnis ergibt sich lediglich dasselbe, was auch Voß und Cetin behaupten: Beschneidungskritik kranke daran, dass sie die historisch gewachsene, gesellschaftliche Bedingtheit ihrer Position nicht reflektiere. Diese bestehe aus einem " weissen" Rassismus, der sich selbst als absolut setzte. Wie Beschneidungskritiker die eigene Position religionstheoretisch, historisch, juristisch und medizinisch reflektieren, könnten die o.g. Autoren in diesem Beschneidungsforum lernen.
    Auf die kritische Selbstreflexion der Befürworter warten wir immer noch. Sie wird auch von den o.g. Autoren geflissentlich vermieden ( z.B. das Männlichkeitsritual bei der muslimischen Beschneidung).

    Wenn dem so sein sollte, müsste das Bundesverfassungsgericht die politischen Rücksichtnahmen in seiner Begründung nachvollziehbar erklären.

    So direkt wird das natürlich nicht passieren. Aber das Gericht weiss natürlich auch, was auf dem Spiel steht, und dass verfassungsrechtliche Positionen unterschiedlich begründet werden können, haben wir ja erlebt.

    Den Abgeordneten wirst man nichts vorwerfen können, denn sie haben sich ja durch den Ethikrat, den Rechtsausschuss und das wissenschaftliche Papier des AJC beraten lassen, und deren Ergebnisse waren eindeutig. Ausserdem wird es zu dem gewünschten Spruch nicht kommen, weil das Verfassungsgericht sich den politischen Rücksichtnahmen nicht wird verschliessen können.

    Die AAP formuliert:

    "It should be noted that the critique of our work that appears in this Journal makes no attempt to be systematic, comprehensive or unbiased. We have previously published a commentary responding to some of the substantive concerns regarding our work, and, rather than repeat our response here, we refer the reader to that commentary. "

    Darunter fällt inhaltlich gesehen mit Sicherheit auch der Artikel van Howe und Swoboda, der am gleichen Tag erschienen ist.

    Es geht ja darum, dass die AAP offensichtlich überhaupt keine Kritik akzeptiert, und sich selbst unwiderlegbare Evidenz zuschreibt. Alles andere sei Mangel an Respekt.

    Man müsste schon mindestens die Krankenhausakte und das Gutachten kennen, sonst stochert man nur im Nebel herum. Man müsste auch die damalige Definition von ärztlicher Kunst kennen. Auch heutzutage sind z.B. Ärzte bereit, allein aus Hygienegründen zu beschneiden, oder aus irgendeiner Begründung für Phimosegefährdung. Die Aufklärung der Eltern war zudem seinerzeit oft mindestens genauso schlampig wie es heute immer noch oft der Fall zu sein scheint.

    "Circumcision is a brutal surgery. If you treated an animal the way we treat babies, you would be arrested for animal cruelty. We never remove a mole or a lump without lidocaine." She said circumcision without something to numb the pain would be "like removing your lips — squeezing the skin of your lips with Vise-Grips and cutting across that squeezed area. Very tender."

    Anticircumcision Activists Say Trimming a Bit Off the Top Is Too Much - Page 1 - News - Fort Lauderdale and Palm Beach - New Times Broward-Palm Beach