Beiträge von werner
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Wie wir des Öfteren schon gelesen haben, ist es wissenschaftlich gesehen sehr schwierig, die Äusserungen von Säuglingen und Kleinkindern zu interpretieren. Eine hier zitierte Staatsanwaltschaft konnte selbst im Kreischen eines Säuglings nicht zwingend erkennen, dass keine Betäubung stattgefunden hat.
Eltern können von diesem Problem ein Lied singen: wenn der Säugling brüllt wie am Spiess, ist völlig unklar, ob er jetzt was essen will, ihm das Fernsehprogramm nicht gefällt oder ihm die Aussage, er sei Tante Käthe wie aus dem Gesicht geschnitten, stinkt.

Einfühlung in Säuglinge ist Glückssache - besonders für Wissenschaftler und Beschneidungsbefürworter. (würg)
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"Muslim and Jewish doctors for the first time have reached agreement on key health issues including circumcision which has become an emergency among members of Italy's Islam community."
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"North American doctors have been injecting greater & greater amounts of anesthetic directly into the baby's penis, in a futile attempt to stop the baby from thrashing & trying to escape the restraint board. Their latest tactic is to shove a sugar pacifier down the baby's throat so that the baby has to choose between choking to death or sucking the pacifier for dear life. All human beings have an inalienable right to refuse genital surgery. North American doctors will be the last people to find out... European doctors have denounced them in no uncertain terms. North American doctors are the shame of the world medical community."
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Weshalb nach drakonischen Strafen auf einmal gleich Strafmilderung bevorzugt wird, ist mir unerklärlich. Sind das etwa Früchte der Islamkonferenz?
Der Grund ist, dass man ermöglichen will, dass die Täter nicht zwingend ausgewiesen werden müssen, was bei einem Strafmass von drei Jahren der Fall wäre.Ausserdem hat man entdeckt, dass es "minder schwere" Fälle gibt.
"Für minder schwere Fälle ist eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren angedroht. Damit sollen Taten erfasst werden, die unter Berücksichtigung von Tatausführung und Tatfolgen vom Durchschnittsfall so stark abweichen, dass eine mildere Bestrafung geboten erscheint. Denkbar ist dies beispielsweise in Fällen, in denen das Ausmass der Verstümmelung nicht wesentlich über das Ergebnis der oben genannten kosmetischen Eingriffe hinausgeht und die körperlichen und psychischen Beschwerden des Opfers infolge der Verstümmelung gegenüber den sonst durchschnittlichen Beschwerden der Opfer von FGM wesentlich geringer sind."
Verstümmelung ist eben nicht gleich Verstümmelung. Dabei betont der Kommentar zum Gesetzentwurf, dass es einen fundamentalen Unterschied zwischen Verstümmelung und Kosmetik gebe, weshalb letzteres ausdrücklich nicht unter das Gesetz falle. Ein einziger Eiertanz! Zur Begründung reichen drei Seiten, beim Knabenbeschneidungsgesetz waren es über 20.
Etwas Neues lernen wir aber auch im Gesetzentwurf.
"Zum Schutz des hohen Rechtsgutes der körperlichen Unversehrtheit soll deshalb durch die Schaffung eines eigenen Straftatbestandes das Bewusstsein für das Unrecht der Genitalverstümmelung geschärft und der strafrechtliche Schutz dagegen verbessert werden."
Auch Jerzy Montag hat schon seinen Senf dazu abgegeben.
"Die Verstümmelung der Genitalien von Mädchen und Frauen ist eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung und irreversible Körperverletzung, die weder mit Religion noch Tradition zu rechtfertigen ist."
http://www.gruene-bundestag.de/parlament/bund…ID_4388913.html
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Zitat von Bosbach
"Eines der Standardwerke in der strafrechtlichen Kommentarliteratur, nämlich Fischer StGB, hat noch 2008 folgende Ansicht als die "wohl herrschende Meinung" bezeichnet: die religiös motivierte Beschneidung sei zwar vom möglichen Wortlaut der Körperverletzungsvorschriften, nicht aber von deren tatsächlichen Wortsinn erfasst, sodass schon tatbestandlich eine Körperverletzung ausscheide!!"
Begründet wurde letzteres mit Sozialadäquanz. Dazu schrieb Putzke im Jahre 2008.
Zitat von Putzke"Erstens ist es nicht offensichtlich, ja sogar höchst zweifelhaft, dass es eine für die Tatbestandslosigkeit der medizinisch nicht indizierten Zirkumzision streitende Meinung gibt, die sich mit guten Gründen als »herrschend« bezeichnen ließe. Man liest diese Aussage und fragt sich (wie so oft), was eine Meinung wohl zur herrschenden machen mag. Zweitens leuchtet die Begründung nicht ein, weshalb eine Zirkumzision nicht den Tatbestand der Körperverletzung erfüllen soll. Wann lässt sich ein Verhalten als sozialadäquat bezeichnen?"
Im folgenden begründet Putzke, warum hier Sozialadäquanz nicht greift. Dabei kommt Putzke u.a. darauf zu sprechen, dass aufgrund der bis dahin nur marginal mit Beschneidung befassten Justiz gar nicht eruiert werden könne, was "herrschend" sei.
Herzberg (2009) merkte an:
Zitat von Herzberg"Zu Unrecht beruft sich Schwarz auf Fischer, StGB, 55. Aufl. 2008, § 223 Rn. 6b. Fischer distanziert sich gerade von diesem Standpunkt (Sozialadäquanz), indem er ihn „zweifelhaft" nennt. In der 56. Aufl. (2009) sagt er an gleicher Stelle sogar eindeutig, dafür, „die Beschneidung von Knaben aus religiösen Gründen schon aus dem Tatbestand auszunehmen“, bestehe „kein Anlass“.
Es lassen sich sicher noch mehr entsprechende Zitate finden. Wenn sich Bosbach schon mit dem Bezug auf Fachleute rühmt, sollte er sich vielleicht von ihnen auf den neuesten Stand bringen lassen. Oder einfach im Beschneidungsforum lesen.

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Für Männer, die unter ihrer Beschneidung leiden, hat die Sexberaterin Caroline Fux ein paar gute Ratschläge parat:
Zitat"So wie du die Situation schilderst, vermute ich, dass psychische Faktoren in deiner Situation eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Du scheinst mit deinem Körper und konkret deinem Penis auf Kriegsfuss zu stehen. So Lust zu erleben, ist schwierig.
Zusätzlich empfehle ich dir, deine Technik beim Masturbieren zu verfeinern. Experimentiere mit Gleitgel und verschiedenen Massagetechniken."
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Einen bemerkenswert sachlichen und kritischen Ansatz aus der jüdischen "Ecke" entwickelt Shemuel Toviah Garber in seiner Doktorarbeit, indem er jüdische und amerikanische Beschneidung zunächst nebeneinanderstellt und dann ihre gegenseitigen Wechselwirkungen analysiert.
Auch wenn sich die amerikanischen Intaktivisten zuvörderst auf die (angeblich) medizinisch indizierte Beschneidung beziehen, können sie dem Problem, mit dem amerikanischen Selbstverständnis religiöser Toleranz und dem Antisemitismusvorwurf konfrontiert zu werden, nicht ausweichen. Garber glaubt, dass dieses Thema umso deutlicher wird, um so mehr in Amerika die medizinischen Beschneidungen zurückgehen (wovon er ausgeht). Gleichzeitig sieht er eine zunehmende Absonderung des Judentums von der Mehrheitsgesellschaft, die sich durch die Abnahme medizinischer Beschneidungen noch verstärken werde - ein Problem, das in Deutschland viel deutlicher ist als (noch) in Amerika.
http://wesscholar.wesleyan.edu/cgi/viewconten…=etd_hon_theses
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Epigenetik sollte man ernst nehmen, aber auch mit Vorsicht geniessen, da sie noch eine recht junge Wissenschaft ist. Wenn sie einen Beitrag dazu leistet, Medikamente für Krankheiten zu entwickeln, ist das interessant und wichtig. Wenn sie dazu führt, Verhaltensweisen wie z.B. Traditionen medikamentös zu behandeln, wirft das ethische Fragen auf.
http://www.tagesspiegel.de/meinung/was-wi…ld/8111584.html
Wir haben in diesem Forum, wenn ich das richtig sehe, alle Erklärungsansätze, die es zum Fortdauern des Beschneidungsritus gibt, diskutiert bzw. zumindest erwähnt (Gruppenbindung, Täter-Opfer-Kreislauf, patriarchalische Machtausübung usw.). Diskutiert haben wir aber auch die historischen Veränderungen, denen der Ritus unterworfen war (z.B. im liberalen Judentum des 19. Jahrhunderts), und warum er nach der Shoah eine Renaissance erfahren hat und deshalb heute besonders hartnäckig verteidigt wird. -
Auf Platz 1 ... der religiös verfolgten.
Hm, ich meinte, andere haben einen Tahir oder einen Taksim. Was haben wir?

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Und ich lese immer "verderblich": verderbliche Beschneidung, verderbliche Religionszugehörigkeit, verderbliches Wissensdefizit.

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Nur mal vorsorglich:
Wenn in Deutschland die monotheistische Scharia eingeführt wird - auf welchem Platz treffen wir uns?

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Der Thread des Monats.
Zitat"Kann mir jemand sagen, ob es "vererblich" ist, dass man beschnitten werden muss. Ich bin beschnitten, mein Vater auch. Meine zwei Brüder jedoch nicht. Gibt es da zwischen meinem Vater und mir einen Zusammenhang, wenn ja, warum sind es dann eine Brüder nicht. Oder war das nur Zufall, dass ich auch beschnitten werden musste...?"
Zitat"Nein, eine Beschneidung ist nicht vererblich. Sie wird aus medizinischen oder religiösen Gründen oder einfach so aus Unwissenheit durchgeführt."
Zitat"Wenn Religionszugehörigeit vererblich ist, dann kann auch Beschneidung in gewisser Weise vererblich sein. Wenn man die Mendelschen Regeln darauf anwendet, so stellt sich heraus, dass es sich um eine X-Chromosomal – rezessive Vererbung handeln muss."
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"Operation Tuli"
http://www.tumblr.com/tagged/operation%20tuli
Zitat"It is a voluntary procedure so my guess even those boys who do not want to go through it choose to do so in order to fit in with their peers and also the fact if they don't get it done no women will want them because they would still be considered boys. It is probably less traumatic if the boys get it done in a hospital. In operation tuli most of the circumcisers never had previous experience and some are not even involved in medicine. I feel for these boys. Justin Bieber is from Canada so he may intact. If he were to tour the Philippines again and proudly announce that he not circumcised then the trend there might change since just about every young Filipino girl is in love with him."
http://foreskin-restoration.net/forum/showthread.php?p=99062 -
Im letzten Jahr wurden die Kinder wegen der Prügelvorwürfe körperlich untersucht. Man fand aber keine Hinweise. Es wurde dabei mit Sicherheit festgestellt, dass sie beschnitten sind. Der Bericht des Aussteigers spricht Bände. Die Staatsanwaltschaft sollte eigentlich aktiv werden.
Hier ein weiterer Erlebnisbericht:
http://www.neon.de/artikel/sehen/…er-sekte/671651
Der gegenwärtige Stand der Dinge:
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Ein höchst interessanter Artikel von Peter W. Adler (Attorneys for the Rights of the Child) über die Rechtslage im Amerika.
ZitatA physician’s legal duty is to provide competent medical care to pediatric patients independent of their parents’ desires. Thus, physicians cannot take orders from parents to operate on children for reasons having nothing to do with medicine. Parents’ religious rights in turn are subordinate to their sons’ absolute rights to genital integrity and autonomy,and parents cannot risk harming their children, let alone actually harm them for religious reasons. Furthermore, physicians and parents have a legal duty to protect boys from circumcisison."
http://rjolpi.richmond.edu/current.php
Adler hatte sich schon vor ein paar Jahren über die Illegalität der Kostenübernahme von Beschneidungen durch Medicaid geäussert.
http://www.doctorsopposingcircumcision.org/pdf/2011-12_Adler.pdf
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Man könnte mit einigem Recht Uganda als das beschneidungskritischste Land in Afrika bezeichnen: Uganda hat eine der geringsten Beschneidungsraten in Afrika, Beschneidungsaktionen wurden dort von Ärzten wegen der Erfolglosigkeit bei der Aidsbekämpfung gestoppt, der Präsident des Landes wettert seit Jahren gegen die Illusion, Beschneidung würde Ansteckung verhindern. Das Problem in Uganda besteht darin, dass der Kondomgebrauch in den letzten Jahren extrem abgenommen hat, aber, wie alle dort Verantwortlichen übereinstimmend berichten, nicht wegen der Beschneidung, sondern wegen des Vertrauens in neue Formen der medikamentösen Aidsbekämpfung (HAART,AVR usw.). Dieses Problem existiert im übrigens auch bei uns: die Leute werden nachlässig.
Was die Übertragung von HIV durch medikamentös behandelten Kranke betrifft:
Zitat"
Der derzeitige Stand der medizinischen Forschung belegt, dass die Behandlung HIV-infizierter Menschen mit einer hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) als Möglichkeit zur Vermeidung von weiteren Neuinfektionen erfolgreich eingesetzt werden kann. Die Übertragungswahrscheinlichkeit von HIV wird durch eine gut funktionierende Therapie mit HIV-Medikamenten soweit reduziert, dass ein vergleichbar effektiver Schutz wie durch den Gebrauch von Kondomen erreicht wird."