Beiträge von werner

    Zum Schluss macht der Autor den sattsam bekanten Fehler: er rühmt die Abwägung von Grundrechten im Rahmen der Konkordanz, bei der beide Seiten Federn lassen müssten. Dass inzwischen etliche Juristen klar gemacht haben, dass es hier nichts abzuwägen gibt, lässt er ebenso unter den Tisch fallen, wie die Tatsache, dass die Religionen keine einzige Feder lassen mussten.
    Vielleicht ist für dieses Vorgehen der Umstand verantwortlich, dass hier über jüdisches und nicht über deutsches Recht geforscht wird.

    Ein höchst entlarvender Satz, der zeigt dass von Orthodoxen Sexualität einzig und allein als Fortpflanzungakt wahrgenommen wird.

    Entlarvend wäre der Satz ja doch nur, wenn er vorher etwas anderes ausgesagt hätte, das man nun entlarven könnte. An dieses Andere denkt er jedoch wahrscheinlich noch nicht mal im Traum.

    Orthodoxe aller monotheistischen Religionen reduzieren Sexualität auf Fertilität. Solange der Mann eine geschlechtsaktfähige Erektion bekommt und beim Geschlechtsakt zum Orgasmus kommt, ist alles paletti. Alles andere ist eher dysfunktional.

    Man rufe sich in Erinnerung, dass die Trennung von Sexualität und Fertilität erst in den 1960er Jahren in Mode gekommen ist. Davor war das literarischen Phantasien und Aussenseitern vorbehalten.

    Zitat

    "Die Gefahr liegt woanders. Während in den USA und Israel niemand auf die Idee käme, besorgte Eltern als Nestbeschmutzer und Abtrünnige einzuschüchtern, wird der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland jedweder Dialog geradezu verboten. Von innen wie von außen - man denke nur an die deutschen Politiker, die erneut die Religionsfreiheit und den Ruf der Republik gefährdet sehen.Im Schatten der Schoa zeichnet sich intellektuelle Erstarrung und eine Störung der Empathie ab. Wer als Jude in Deutschland anders denkt und argumentiert, wird unverzüglich sozial ausgegrenzt und totgeschwiegen. Oder womöglich einem Redeverbot unterstellt. Wer in der Folge Opfer von Schikanen wird, hat es sich selbst zuzuschreiben."

    http://www.neues-deutschland.de/artikel/233327…h-albtraum.html

    Zitat

    "One has to ask the Mohel prior to selecting him to be the one to perform the Milah in place of the father whether he follows the tradition received from our forefathers regarding the Milah and the Periah with the fingernails and the Metzitza with the mouth, and if he the Mohel doesn't follow the tradition from our forefathers and doesn't follow the required order, then he must look for another Mohel who will be truthful and G-d fearing as it is written in the Shulchan Aruch Yoreh Deah Siman 264 Rama "And one has to look for a Mohel that will be the best and a Tzaddik (Rama in the name of the Or Zarua) And the Mohel who changes the tradition regarding the way the circumcision is made and he annuls the Mitzvah of Periah with his nails and Metzitza with his mouth he is neither a good man and much less a Tzaddik."

    Man beachte auch, wohin verlinkt wird.

    http://www.brityy.org/Content.asp?de…e=337&path=2045

    Auf eine der Seiten heisst es.

    Zitat

    "There are several steps to the circumcision process: removal of the foreskin, ‘periah’ – moving aside the remaining skin, and hatafat dam brit (metzizah- drawing out the blood), which the mohel does with his mouth, a test tube, or another sterile tube. After the completion of each of these few-second steps, the mohel soothes the baby with a pacifier, a finger, or gauze pad dipped in wine and wraps or bandages the place of the circumcision. The mohel places the foreskin in a jar with sand, which he buries in the ground, after the brit. After the physical circumcision, other verses are recited, and the child is given his name".


    http://www.itim.org.il/eng/?CategoryI…leID=436&Page=1


    Der Lubavitcher Rebbe sagt dazu folgendes.

    Zitat

    "Moreover, this restriction applies to both stages of the mitzvah - milah, the excision of the foreskin, and periah, the removal of the thin membrane. Iif a mohel did the first stage without the second, it is as if he had not circumcised at all)."


    http://m.chabad.org/m/article.asp?aid=96216

    Zitat

    "Ritual male circumcision has few medical benefits, but the risk of complications are so low that no new guidelines are necessary, according to a Health Ministry-commissioned study. There is so little risk involved in the ritual circumcision of boys when carried out by competent doctors that there is no need to recommend banning the procedure,according to the board of health. Sundhedsstyrelsen laid out its findings into the potential dangers of circumcision in a report commissioned by the Health Ministry and published on Wednesday. They also found that there was insufficient documentation to generally recommend circumcising young men and boys.


    http://cphpost.dk/news/national/…rd-health-finds

    Zitat

    "Unfortunately the Danish National Board of Health has used the AAP policy to recommend that male genital mutilation remains legal in Denmark - today."



    https://www.facebook.com/lena.nyhus

    Einen Vorschlag, den auch Reinhard Merkel im Ethikrat gemacht hatte, will jetzt die dänische Gesundheitsministerin umsetzen: eine Dokumentationspflicht ritueller Beschneidungen, um die Auswirkungen längerfristig beobachten zu können. Warum dies jedoch erst für Beschneidungen ab dem 2. Monat gelten soll, ist mir unerfindlich. Ab dem 2. Monat dürfen rituelle Beschneidungen nur noch in Kliniken stattfinden.

    http://www.dr.dk/Nyheder/Indlan…utm_medium=link

    Diesen Haaretz-Korrespondenten, Anshel Pfeffer, sollte man im Auge behalten.

    Zitat

    "Here are three cliches about circumcision. First, that it is a sacred covenant between God and the Jewish people. The fact is that whether or not you believe in the biblical narrative of Abraham and his sons, this is hardly a unique Jewish custom. Every day around the world, thousands of babies, young boys and fully grown men have their foreskins removed in a wide variety of rituals and medical procedures. Only a small minority of them are Jews and even among Jews, most are not doing it out of religious conviction, but for reasons of social necessity, family and peer pressures and because it’s a good excuse for having a big party.
    Second, being circumcised is good for your health. While there is research that points to certain health benefits, there are opposing studies which purport to prove that tampering with male genitalia causes trauma, impaired sexual function and carries well-documented risks. This conflicting medical evidence is hardly surprising – doctors are also partisans, who are every bit as biased as newspaper columnists when it comes to marshaling the facts.
    The third cliche is that circumcision is a hallowed religious custom and in a democracy, people should be allowed to observe their traditions without politicians or courts intervening. This is normally an argument for which I have a great deal of sympathy. I don’t want the government telling me how to live my life. Except for the fact that it’s not my life. None of my four sons were asked in advance when, at the age of eight days, intense, intimate pain was inflicted upon them, and their private parts irrevocably changed. Hardly a democratic act."



    http://www.mesop.de/2012/07/16/the…nd-other-myths/



    Siehe auch hier:

    Israel must stop overplaying the Holocaust card
    http://www.haaretz.com/print-edition/…t-card-1.364297

    Zitat

    "Auch an der Darstellung der Circ-MedTech-Chefin Tsameret Fuerst, dass die Prozedur praktisch ohne medizinisches Fachpersonal durchgeführt werden kann, kommen immer mehr Zweifel auf: In den Detailangaben räumt der Hersteller selbst ein, dass die Vorhaut manuell entfernt werden sollte. Das von Fuerst geschilderte Abfallen "wie die Nabelschnur eines Babies" dauert nach Ansicht von Medizinern deutlich länger als sieben Tage. In dieser Zeit würde das absterbende Gewebe einen Gestank hervorrufen, der das soziale Leben des Ringträgers erheblich einschränken würde.Nach der Entfernung des Rings benötigt ein Penis 25 Tage bis zu einer vollständigen Heilung. In Studien klagten PrePex-Beschnittene während dieser Zeit über Schmerzen, die medikamentös behandelt werden mussten. Auch das verursacht zusätzliche Kosten und bindet die Arbeitskraft von Fachpersonal. Diese Arbeitskraft ist darüber hinaus bei der Wundkontrolle und –pflege gefordert, in deren Rahmen eventuell topische Antibiotika verabreicht werden müssen. Eine inzwischen veröffentliche Studie bezweifelt deshalb, dass die Vorhautentfernungskosten mit PrePex niedriger liegen als mit herkömmlichen Methoden und geht stattdessen von höheren aus."


    http://www.heise.de/tp/blogs/10/154524

    Ilkilic scheint schwer von Begriff zu sein.

    Dass einem doppelt promovierten Wissenschaftler, der in mehreren Ethikkommissionen sitzt (als Quotenmuslim?) nur ein einziges "Argument" (Religionsfreiheit) zur Verfügung steht, ist schon auffällig. Im Ethikrat "überraschte" Ilkilic die Anwesenden mit dem Hinweis, dass Beschneidung für die allermeisten Muslime als verpflichtend betrachtet wird. Nebenbei wischte er dem Judentum noch eins aus, indem er die Beschneidung durch Nichtärzte ablehnte. Ethik vom Feinsten! :S

    Du möchtest darauf hinaus, dass Laumann die wahre Wahrheit verschweigt. So interpretierst Du seine Studie, und reicherst das mit einer Serie von persönlichen Annahmen, Vermutungen und Unterstellungen an. So einfach sollte man es sich nicht machen.

    Our findings regarding sexual practice pose the greatest challenge for future research.


    Das war 1997. Vor 26 Jahren! Wo ist diese "zukünftige Forschung"? Ich finde dazu - gar nichts.
    Und das ist merkwürdig. Als ob man es besser gar nicht so genau wissen möchte.

    Genau mit dieser Frage beschäftigt sich - am Beispiel der Masturbation - der Artikel, den ich in meinem Eingangspost zu diesem Thread verlinkt habe.

    ...häufiger masturbieren. Sie erreichen viel seltener die sexuelle Befriedigung mit ihren Partnerinnen (laut der dänischen Studie von F. Mortensen 3x schlechter), sicherlich auch bedingt durch die Schmerzen und das Wundscheuern der Frauen beim Akt.

    Amerikanische Frauen klagen im Durchschnitt nicht häufiger über Schmerzen und Wundscheuern als Frauen in anderen Ländern. Morten Frisch's Studienteilnehmer waren ganz überwiegend als Erwachsene beschnitten - das kommt noch eine Reihe von Problemen dazu.

    Ansonsten siehe den letzten Satz aus meinem vorherigen Post.

    Laumann behauptet keineswegs, dass Masturbation "elaborierter" ist als der Liebesakt zwischen Mann und Frau. Laumann hat festgestellt, dass beschnittene Männer häufiger als unbeschnittene zu oralen und analen Sexpraktiken greifen. Das bezeichnet er als "elaboriertes" Sexualverhalten - eine Wertung verbindet er damit nicht.

    Da Laumann des weiteren festgestellt hat, dass einige dieser Unterschiede zwischen beschnittenen und unbeschnittenen Schwarzen und Hispanics nicht signifikant sind und bei Hispanics eher eine umgekehrte Tendenz zeigen, vermutet er kulturelle Anteile. ( Die absoluten Zahlen lassen sich übrigens leicht aus der genannten Zahl der Studienteilnehmer und den Prozentangaben errechnen). Warum er seinen eigenen Studienergebnissen in der NYT widerspricht, ist völlig unerfindlich und wird nicht begründet.

    Wenn Laumann et.al. einen "conflict of interests" haben, fragt man sich natürlich, warum sie zu dem Ergebnis kommen (und das ist ja eigentlich das Interessanteste an der Studie), dass Beschneidung zu einer erhöhten STD-Rate führt.

    Ich möchte hier in keinster Weise den Standpunkt der Befürworter vertreten oder ihnen Munition liefern, würde ihnen aber auch ungern Argumente liefern, mit denen sie uns leicht aushebeln können.

    In dem Aufsatz von Joseph Mazor werden soviele unbelegte Vorannahmen gemacht, dass es schon peinlich ist. So behauptet er, dass das Aufwachsen in einem jüdischen Haushalt automatisch dazu führt, dass ein (noch unbeschnittenes) Kind die Beschneidung später nachholen will, und dann unter den höheren Kosten leidet. Des weiteren behauptet Mazor, dass die Einschränkung des sexuellen Erlebens durch Beschneidung bei 10 % liegt. Woher hat er das? Mazor vergleicht diese Einschränkung mit dem Zuckerverbot zur Vermeidung von Karies. Absurd.

    Auf alle Fälle wissen - laut Mazor - die Eltern immer alles besser. Das Kind hat keine Chance.