...die Agenturmeldungen...
In der Regel Agence France Presse.
...die Agenturmeldungen...
In der Regel Agence France Presse.
Eine der niedrigsten Beschneidungsraten hat Malawi.
Zitat"District Medical Officer for Kasungu, Dr Sosten Lankhulani told the Malawi News Agency (Mana) that within the past two years, only 400 men have been circumcised in the district against the annual target of 21, 000."
Aber warum?
Zitat"There are misconceptions bordering on culture and the health perspective about circumcision."
http://allafrica.com/stories/201307051119.html
Vielleicht sind es aber gar nicht "Misconceptions", sondern "Rightconceptions", denn schon vor drei Jahren wurde aus Malawi berichtet.
Zitat"In Malawi, you've got very big differences in the HIV epidemic from north to south and those differences don’t correlate to differences in circumcision prevalence. High prevalence rates are in the southern part of the country, which is also where we have the most circumcision ...
These differences aren't totally inexplicable but I think it's made people more cautious about moving forward with male circumcision.The mismatch between HIV prevalence and traditional circumcision rates has raised doubts among some high-level health officials, most notably Principal Secretary for HIV and AIDS within the Presidency, Dr Mary Shawa."
http://www.irinnews.org/report/88790/m…cumcision-myths
Merke: man kann nicht Alle für dumm verkaufen. ![]()
Mittlerweile hat sich im Anschluss an den Audio-Podcast eine sehr interessante Diskussion zwischen Brian Earp und einem Kommentator entwickelt. Dieser Kommentator ist nicht unbedingt Beschneidungsbefürworter, kritisiert aber massiv einige Argumentationsmuster der Intaktivisten, z.B. den Umgang mit Studienergebnissen und die Bezeichnung von Beschnittenen als verstümmelt. Wie es seine Art ist, widerlegt Brian Earp ihm in ruhiger und völlig sachlicher Art ein Argument nach dem anderen.
Im Anschluss finden sich zusätzliche Beiträge bekannter Intaktivisten wie Ronald Goldmann, Robert Darby und anderen.
Ein lesenswertes Beispiel von Diskussionskultur!
Zitat"Schulleiterin Dorothea Meerkötter findet jedenfalls die Vorstellung absurd, dass ein paar sittsam erzogene Kinder mit zu viel sexueller Offenheit konfrontiert worden und deshalb überfordert zusammengebrochen seien. Sie zweifelt an einem Zusammenhang mit dem Unterricht und sieht wetterbedingte Kreislaufschwäche als die mögliche Ursache. Außerdem widersprach sie ein weiteres mal Gerüchten, nach denen den Kindern Videos von Beschneidungen gezeigt worden wären."
http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxi…cht-9017450.php
Und woher kamen diese Gerüchte? Und warum war es "ein weiteres Mal" nötig, ihnen zu widersprechen?
Ausserdem gehören Beschneidungsvideos ja eigentlich in den Religionsunterricht.
Zitat"Es geht um die Optimierung zur Kindfrau, wobei patriarchale Vorstellungen von Reinheit und Jungfräulichkeit reaktiviert werden', sagt die Soziologin Anna Katharina Meßmer, die an der Universität München über Intimchirurgie promoviert. 'Die Idee eines ,Zuviel" weiblicher Sexualität, die es zu zähmen gilt, schwingt dabei mit.'"
Jahrzehnte lang wurde behauptet, weibliche Beschneidung hätte keinerlei gesundheitliche Vorteile. Eine kürzlich veröffentliche Studie türkischer Wissenschaftler könnte der Anfang einer Forschungsreihe sein, die diese Behauptung widerlegt.
ZitatAlles anzeigen"Anatomical or physiological factors inhibiting the arousal of clitoris are adversely
affecting the clitoris to achieve orgasm. In cases where other treatment methods
have failed at women with primary anorgasmia, clitoris examination should be
performed. Circumcision could provide a treatment success increasing the
sensitivity of clitoris in anorgasmia at appropriate patients. This is the first report
about circumcision of the clitoral skin in order to expose the glans clitoris to
increase the sexual arousal in women.
Doch Deine Zahlen werden ganz sicher stimmen. Ich habe selbst keinerlei Statistiken geführt.
Ich habe natürlich auch keine "Statistiken" geführt. Ich lese bloss seit vielen Jahren täglich die SZ und kann mich an die dort gedruckten Artikel zur Debatte gut erinnern. Wenn ich mir jetzt die Online verlinkten Artikel ansehe, dann habe ich den Eindruck, dass sie ziemlich gut die Debatte in der SZ wiedergeben. Die habe ich dann ausgezählt... ![]()
Mir geht es ja aber nicht um Erbsenzählerei, sondern grundsätzlich um die Wahrnehmung, dass diese Debatte in der schreibenden Presse ausschliesslich bis auf ganz wenige Ausnahmen einseitig geführt worden ist. Überwiegend wäre aus meiner Sicht ok, aber nicht ausschliesslich. Beurteilen kann ich das natürlich nur für die SZ. Ausserdem wollte ich am Beispiel der SZ der Wahrnehmung entgegenwirken, dass es sich quasi um eine "konzertierte Aktion" der Presse gehandelt hat. Wenn man so etwas behauptet, ohne Belege auf den Tisch zu legen, begibt man sich auf gefährliches Terrain.
Frau Brocke begann ihren Vortrag mit den Worten, dass sie weder für noch gegen Beschneidung sei, sondern es den Eltern selbst überlassen wolle.
Wie sie diese Aussage mit der Tatsache, dass sie sich sonst als überaus dogmatische Glaubensstreiterin gibt, zusammenpasst, ist mir ein Rätsel. Ohne Beschneidung kein Judentum, heisst es doch allerorten.
Ich hatte den Artikel heute vormittag gelesen, war aber von selbst nicht auf den Zusammenhang gekommen. Besten Dank!
In der "Süddeutschen Zeitung" hat Heribert Prantl fünf Kommentare für und Markus Schulte vier Kommentare gegen die Beschneidung geschrieben. Letzterer (!) wurde von der SZ damit betraut, einen achtseitigen Faktencheck in die Online-Ausgabe zu stellen und hat das auch vorwiegend kritisch umgesetzt. Im Feuilleton, für das nicht Heribert Prantl (Innenpolitik), sondern Thomas Steinfeld und Adrian Kreye zuständig sind, erschien ein ganzseitiger Pro-Beitrag von Andreas Zielke und ein ebenso ganzseitiger Anti-Artikel von Reinhard Merkel. Ebenso der bekannte Anti-Artikel von Wolfgang Schmidbauer.
Diese Auflistung ist nicht vollständig. Es gab auch einige Pro-Gastbeiträge (u.a. von Charlotte Knobloch) und Pro-Beiträge vom Religionsexperten der SZ, Matthias Dobrinski, aber sicher auch noch den einen oder anderen Anti-Beitrag. Die SZ widmete dem Thema mehrmals ihre Leserbriefseite. Dort waren die Kommentare zu 90% gegen die Beschneidung, zum Teil mit heftiger Kritik an den entsprechenden Beiträgen und Redakteuren.
Egal, was man von der SZ hält, sie hat auch einen Ruf zu verlieren, auf dem ihre Auflage beruht und damit die Erlöse von Anzeigenkunden. Ein einseitiges Hineinpfuschen in die Redaktion seitens der Eigentümer wäre da eher kontraproduktiv. Dass diese Eigentümer den Redakteuren quasi in die Feder diktieren, ist sowieso Quatsch. Das bliebe mit Sicherheit nicht unter der Decke.
Dass es Absprachen zwischen Journalisten gibt, würde ich grundsätzlich nicht bestreiten, würde aber auch dafür Belege erwarten, bevor man das behauptet. Aber das ist meine rein persönliche Meinung.
In diesem Zusammenhang ist mir die Politik der Medienkonzerne schnurzpiepegal. Hauptsache ist, dass es da steht. Merkels wunderbarer Aufsatz stand in Prantls SZ. So what?
Mag sein, dass die Medienkonzerne sich absprechen, mag sein, dass die bayerische Justiz einen einschlägigen Ruf hat, mag sein, dass Walter "eigentlich" Hamburger ist. Alles ziemlich Off-Topic.
Im Vergleich zur Beschneidung von Knaben hat die Diskussion über die Frauenbeschneidung längst nicht ein ähnliches Medieninteresse gefunden. Insbesondere der Hinweis auf die Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes im neuen Gesetz gegen weibliche Genutalverstümmelung hat fast völlig gefehlt. Dies hat Prof. Walter jetzt in der "Zeit" nachgeholt.
Auch wenn man der "Zeit" grundsätzlich skeptisch gegenüber steht, gehört sie mit Sicherheit zum "Mainstream". Diese Schranke ist also schon mal durchbrochen, und niemand kann sich mehr auf einen "juristischen Verbotsirrtum" berufen. Dass Walter zum "Dunstkreis" von Putzke et.al. gehört, wird auch den Beschneidungsbefürwortern nicht lange verborgen bleiben. Dies lässt allerdings auch darauf schliessen, wie die Kommentare von den hier zum Knabenbeschneidungsgesetz zitierten Juristen in den einschlägigen Fachpublikationen aussehen werden. ![]()
Ja, schaun mer mal! Weitgehend unbemerkt vom Mainstream und vom Gleichklang der "Qualitätsmedien" brodelt es schon kräftig...
Auch wenn man der "Zeit" grundsätzlich skeptisch gegenüber steht, gehört sie mit Sicherheit zum "Mainstream". Diese Schranke ist also schon mal durchbrochen, und niemand kann sich mehr auf einen "juristischen Verbotsirrtum" berufen. Dass Walter zum "Dunstkreis" von Putzke et.al. gehört, wird auch den Beschneidungsbefürwortern nicht lange verborgen bleiben. Dies lässt allerdings auch darauf schliessen, wie die Kommentare von den hier zum Knabenbeschneidungsgesetz zitierten Juristen in den einschlägigen Fachpublikationen aussehen werden. ![]()
Der bekannte amerikanische Kulturanthropologe Richard Shweder weist darauf hin, dass es sich bei der Frage der Begriffsverwendung (Beschneidung/Verstümmelung) nicht bloss um einen "Eiertanz" um Worte, sondern um das wichtigste Einfallstor handelt, um über ein Verbot der weiblichen zu einem Verbot der männlichen Genitalverstümmelung zu kommen. Shweder analysiert den Hintergrund des Geschlechter-Gleichheitsgrundsatzes in verschiedenen Kulturkreisen (Afrika, Europa, Amerika) und weist auf die dünne wissenschaftliche Grundlage für ein Verbot der FGM hin. Dass Shweder darin eine "Gefahr" für das jüdische Ritual sieht, er also nicht gerade ein Beschneidungskritiker ist, schränkt seine Analyse nicht ein, sondern offenbart, worüber sich die "Gegenseite" Sorgen macht. An diesem Hinweis sollte man entsprechend einhaken.
Zitat"The disquieting alternative is that global feminism’s highly polemical, uncontested, and insufficiently evidence-based eradication campaign targeting ethnic groups in Africa, labeling them mutilators of their daughters, and criminalizing their customs will become an increasingly effective moral and legal springboard for opponents of neonatal male circumcision (first in Europe and ultimately in the United States).
http://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.108…23?noFrame=true
Mir persönlich ist jedenfalls durch Shweders Aufsatz endgültig klar geworden, welche politische Bedeutung die Verbalakrobatik von Montag et.al. eigentlich hat. Vielleicht sollte man auch die Studienlage zur FGM nochmal unter die Lupe nehmen:
Der Artikel von Prof. Walter in der "Zeit" ist wirklich ein Hammer. Walter formuliert entschieden und präzise.
Zitat von Tonio Walter"Wie schafft man es, einen so harten Verstoß gegen das verfassungsmäßige Diskriminierungsverbot durchzusetzen? Indem man ihn verbrämt. Darin hatten die Verantwortlichen Übung, denn das mussten sie schon für die Legalisierung der Jungenbeschneidung tun. Und auch dieses Mal: Beschneidung von Mädchen heißt in allen Formen »Verstümmelung«, die der Jungen stets nur Beschneidung...Juristisch ist Paragraf 226a nicht so schlimm; ihn wird das Bundesverfassungsgericht kassieren."
Die Verwendung des Begriffs "Verstümmelung" statt "Beschneidung" geht auf Edward Schramm zurück.
Zu den "ausgeflippten Stimmen" gehört der Autor des von R2D2 verlinkten Artikels, Dirk Pilz, allemal mehr als Tilman Jens. Pilz hat etliche Artikel zum Thema " Beschneidungskritik=Rechtsfundamentalismus=Atheismus" veröffentlicht und damit die Debatte erheblich mehr "beherrscht" und angeheizt als Jens, dessen Büchlein so gut wie überhaupt nicht beachtet wurde. Diese infame Verdrehung wie seine "Kritik" an Jens ist nichts als blanke Diffamierung übelster Sorte. Mit seinen Artikeln hat Pilz selbst ganz erheblich und von Anfang an zum "Religionskampf" beigetragen, den er jetzt bigotterweise kritisiert.
Und natürlich lässt Pilz die Gründe für den "Atheismus" wie z.B. den Missbrauchsskandal und den Schulterschluss der Religionen in der Beschneidungsdebatte weg. Womöglich sind auch die Missbrauchskritiker in seinen Augen "Atheisten" und "Rechtsfundamentalisten".
Es wäre mir lieber, ich könnte Leute wie Pilz einfach ignorieren. Den Vorwurf, Beschneidungskritik gefährde den sozialen Frieden und führe zum "Krieg", kann man allerdings auch nicht im Raum stehen lassen.
Die dänische Regierung verfolgt einen "pragmatischen" Ansatz. Ohne sich mit tiefsinnigen Überlegungen zu Recht und Ethik auseinanderzusetzen, holt man eine Stellungnahme des nationalen Gesundheitsinstituts ein. Dieses wiederum folgt ohne weitere Umstände der AAP und behauptet, die Zwangsbeschneidung sei harm- und komplikationslos. Den Landsmann Morten Frisch stellt man ruhig, indem man eine Protokollpflicht einführt und dann nach 30 Jahren festellen kann, ob es Langzeitschäden gibt.
Die Stellungnahme des dänischen Gesundheitsministeriums ( mitsamt der AAP-Untersuchung und der Stellungnahme der europäischen Pädiater im Anhang).
http://www.sst.dk/publ/Publ2013/06jun/OmskaeringDrenge.pdf
Bei "Taylor&Francis Online" findet man folgende Untersuchung.
ZitatAlles anzeigenLegislation on male infant circumcision in Europe: a call to avoid paternalism and to promote evidence-based, patient-centred care
Maria Kristiansen a*
Maria Kristiansen is Assistant Professor at the Department of Public Health, University of Copenhagen, Denmark and honorary fellow at the University of Edinburgh, UK. She is involved in studies exploring the relationship between ethnic, religious and social inequality in health and access to health care.
& Aziz Sheikh b
Aziz Sheikh is Professor of Primary Care Research & Development and Co-Director of the Centre of Population Health Sciences at the University of Edinburgh. He has a long-standing interest in the interfaces between religion, health and health care delivery and has published widely on these issues.[...]
Global Discourse
Available online: 26 Jun 2013ABSTRACT
Male infant circumcision is a controversial and debated topic in both scientific and public discourses in parts of Western Europe. Debates are heated and it is not always entirely clear what is in the best interest of the male infant. In this article, we discuss the importance of returning to core principles of evidence-based, patient-centred care that may help move the discussion away from the current, increasingly polarised positions. According to principles of evidence-based medicine, systematic retrieval and critical appraisal of the best evidence available should be a core consideration in all decisions regarding healthcare policy and practice. Applying this principle to male infant circumcision, we need a careful, dispassionate critique of the evidence in relation to the benefits and risks associated with the procedure and an assessment of the potential health gains and adverse effects of any interventions (such as legislation) that may be introduced. Currently, the more robust evidence-base has tended to focus on biomedical aspects of male infant circumcision and this shows consistent evidence of important benefits of this practice, but also some risks. However, health is multidimensional and when considering male infant circumcision, there is therefore a need to broaden the perspective to also include psycho-social considerations. It is also imperative that those striving to deliver patient-centred care keep the best interests of the patient/family at the heart of their decision-making, promote autonomy and do not inadvertently exceed the fine line between beneficence and medical paternalism.In summary, we argue that a more comprehensive and robust evidence-base is needed to enable evidence-based policy-making and that these uncertainties are communicated to patients/families so they can in the light of this evidence make an informed choice."
Die Autoren
http://mesu.ku.dk/staff/beskrivelse/?id=194758&f=2
Zitat""Male infant circumcision should be available throughout the NHS. Although a handful of NHS trusts provide it, most parents are forced into the poorly regulated private sector," Professor Sheikh said."