Beiträge von werner

    ...einem acht Tage alten Baby die Vorhaut abzuschneiden ist eben nicht von der WHO empfohlen oder auch nur gedeckt.

    Naja, wenn man liest


    Zitat

    "There are significant benefits in performing male circumcision in early infancy, and programmes that promote early infant male circumcision are likely to have lower morbidity rates and lower costs than programmes targeting adolescent boys and men.

    kann man das auch als "Empfehlung" verstehen.

    Die Liste der "führenden Rechtswissenschaftler", die sich, um die Beschneidung zu rechtfertigen, alle möglichen Klöpse geleistet haben, kann beliebig verlängert werden.

    Prof. Beulke zum Beispiel ist auf die Idee gekommen, aus Art. 4 Abs. 2 des Grundgesetzes ("Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet") ein Recht des Kindes auf Beschneidung herzuleiten.

    Zitat

    "Bei näherer Betrachtung tritt jedoch ein weiteres Grundrecht hinzu, das in der Debatte bislang vernachlässigt worden ist. Es ist dies das Grundrecht des betroffenen Kindes auf Religionsausübung (Art. 4 Abs. 2 GG). Dieses Recht steht dem Kind ab der Geburt zu.Es kann dieses Recht allerdings bis zum Eintritt der Religionsmündigkeit nicht selbst ausüben. Insoweit treten die Eltern an seine Stelle. Dies folgt – einfachgesetzlich – aus einem Gegenschluss zu § 5 S. 2 KErzG. Die Eltern haben im mutmaßlichen Interesse des Kindes die bis zum Eintritt der Religionsmündigkeit anstehenden Fragen zu regeln – z.B. diejenige, ob das Kind getauft und gefirmt wird oder ob es einen bestimmten Religionsunterricht besuchen soll (vgl. Art. 7 Abs. 2 GG). Hierfür spricht auch, dass in § 1666 Abs. 1 BGB vom körperlichen, geistigen und seelischen Wohl des Kindes die Rede ist, das die Eltern zu wahren haben.

    Was als im religiösen Sinne „anstehend“ anzusehen ist, ist der jeweiligen Religion vorbehalten.

    Richtschnur zur Beurteilung, ob die Entscheidung dem Kindeswohl entspricht, ist, das erkennt Putzke, nicht zuletzt das Milieu, in dem das Kind aufwächst. Ist dieses jüdisch oder muslimisch geprägt, so liegt es nahe, den Vorschriften oder Empfehlungen dieser Religion zu entsprechen. Erklären nun die Eltern anstelle ihres Knaben die Zustimmung zur religiös motivierten Zirkumzision, dann realisieren sie dessen Recht auf Religionsausübung und verzichten in diesem Punkt wirksam für das Kind auf das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Die Situation ist damit der einer Patientenverfügung vergleichbar. Dort ist derjenige, der von dem Patienten eingesetzt worden ist, berechtigt, im Falle der Entscheidungsunfähigkeit des Patienten für diesen zu entscheiden, wobei er seine Entscheidung an dem mutmaßlichen Willen des Patienten auszurichten hat.

    http://www.zis-online.com/dat/artikel/2012_7_685.pdf


    Abgesehen davon, dass es einen gewissen (verräterischen) "Charme" hat, ein Kind auf dieselbe Stufe mit einem z.B. im Wachkoma liegenden Patienten zu vergleichen, drängt sich natürlich jetzt die Frage auf, ob dieses Recht des Kindes nach Art. 4 Abs. 2 GG auch einklagbar wäre, sollte die Beschneidung mal verboten werden. Es wurde ja auch schon die Frage aufgeworfen, ob angesichts der "Tatsache", dass die Beschneidung unendlich viele gesundheitsprophylaktische Vorteile hat, nichtbeschnittene Kinder ihren Eltern vorwerfen könnten, sich nicht ausreichend um ihre Gesundheit gekümmert zu haben, z.B. wenn sie später an Peniskrebs oder exzessiver Masturbation erkranken. ;)

    Übrigens haben wir dem Professor Schramm auch ein kleine Fortbildung in Sachen "Geschichte der Sexualverstümmelung" zu verdanken.


    Zitat

    "Nur die wenigsten dürften wissen, dass solche Verstümmelungsakte im 19. Jahrhundert auch im deutschsprachigen Raum praktiziert wurden, um bei Mädchen und Frauen Masturbation, Hysterie und andere sog. „weibliche Störungen“ zu behandeln.Die weibliche Genitalverstümmelung „zielt auf die Kontrolle über die Sexualität der minderjährigen und später erwachsenen Frauen, die Verhinderung ihrer sexuellen Selbstbestimmung und ihrer freien Entwicklung."

    Bei Beschneidung von Jungen war das historisch natürlich ganz anders: einerseits ein Bund mit Gott und andererseits ein Nebenprodukt der Cornflakes-Forschung. Auf die absurde Idee, damit "männliche Störungen" zu behandeln, ist jedoch noch niemals keiner nicht gekommen. Deshalb kann die Historie der Hautlappenentfernung im Gegensatz zur Genitalzertrümmerung auch nicht als Hinweis auf mögliche böse Hintergedanken in heutiger Zeit herangezogen werden. ;)

    Also, ich fingere auch ein Skript von Alpmann-Schmidt ("Grundrechte", 15. Aufl. 2012) aus dem Regal. Das ist Ausbildungsliteratur, die Studenten sich kaufen können, um sich besser auf Prüfungen vorzubereiten.

    Ja, Alpmann-Schmidt: kein Jura-Student kommt daran vorbei. 8)

    http://www.alpmann-schmidt.de/Downloads/Lese…/999273_web.pdf

    Könntest Du bei nächster Gelegenheit nicht mal von Edward Schramm, "Ehe und Familie im Strafrecht" rausfingern, und Dir den Abschnitt über die Beschneidung ansehen? Die Schwarte kostet bei Amamzon nämlich 106 €. :thumbdown:

    Es ist richtig, zu kommunizieren, dass große Geldmengen im Spiel waren. Was aber genau passierte, ist derzeit vollkommen unklar. Dass Lobbyisten und Anwälte bezahlt werden sollten, ist soweit erst einmal nicht unredlich. Ärgerlich, ja, zumal von Seiten der Kritiker keine Millionenbeträge bereitgestellt werden konnten, um irgendwelche Kampagnen durchzuführen oder sowas.

    Es kommt hier nicht darauf an, dass Geldbeträge gesammelt und ausgegeben werden (das ist selbstverständlich nicht unredlich), sondern aus welcher religiösen (!) Ecke der Aufruf dazu kam. Aber auch das ist natürlich nicht unredlich, aber bemerkenswert. Ist aber nur meine persönliche Meinung.

    VroniPlag Wiki

    Zitat

    "Eine kritische Auseinandersetzung mit der Dissertation von Dr. Carmen Marie Gottwald: Die rechtliche Regulierung von SterbehilfegesellschaftenVorgelegt zur Erlangung der Doktorwürde der Juristischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Gutachter: Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf, PD Dr. Edward Schramm. Tag der mündlichen Prüfung: 17. März 2010. Veröffentlicht: Würzburg 2009. → Nachweis Deutsche Nationalbibliothek. → Download Uni Würzburg."

    http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Cmg

    Martin Hochhuth ist Mitglied im AK Christinnen und Christen in der SPD, Untergruppe Freiburg.

    Zitat

    "In der SPD wird heftig darüber diskutiert, wie eng das Verhältnis von Staat und Kirche sein soll. Kontrahenten sind der „Arbeitskreis Christinnen und Christen in der SPD“ und die Laizisten in der Partei. Vertreter beider Seiten nehmen im Parteiblatt „Vorwärts“ Stellung zu der Frage, ob es eine stärkere Trennung zwischen Staat und Kirche geben soll, wie es die rund 1.000 registrierten Laizisten unter den knapp 500.000 Parteimitgliedern fordern. Der Rechtswissenschaftler Prof. Martin Hochhuth (Freiburg) lehnt dies in seinem Beitrag ab. Die Laizisten sollten sich nicht darüber ärgern, dass der Staat die Religionsgesellschaften als „Körperschaften des öffentlichen Rechts“ vor Fußball- und Fastnachtsvereinen privilegiere: „Denn Kirche/Moschee/Synagoge zahlt dafür einen Preis.“ Auch sie müssten dafür den Staat anerkennen, und das heiße - „auch sein im Grenzfall spürbares Letztes Wort.“ Der demokratische Staat sei zwar tolerant, aber im Notfall greife er ein. Weil er die Lehrpläne des staatlichen Religionsunterrichts und der staatlichen theologischen Fakultäten sehe, wisse er auch, wo er eingreifen müsse. „Das ist wichtig angesichts von Millionen Muslimen, Evangelikalen und Piusbrüdern“, so Hochhuth. „Wenn die Laizisten die Religion nicht verbieten und unterdrücken wollen (und das wollen sie ja nicht), dann ist es aus ihrer Sicht geschickter, den Religionsgesellschaften hilfreich die staatliche Hand zur Organisation zu reichen.“ Dann beherrsche und schwäche der Staat „nämlich genau das, was an ihnen bedrohlich werden könnte“. Zugleich könne „er ihre positiven, aufbauenden Energien politisch fruchtbar machen“. Zu den Sprechern des Arbeitskreises Christinnen und Christen in der SPD gehören Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse und die Abgeordnete Kerstin Griese."


    (Hervorhebungen von mir)


    http://www.ead.de/nachrichten/na…irche-sein.html

    Zitat

    "It has always been questionable whether Israel required a chief rabbinate. It has never represented more than a small section of the population – the majority of secular Israel have no desire for such an institution, while the haredi (ultra-Orthodox) population – the most rapidly growing sector of the country’s Jewish population – do not recognize its authority.

    Zitat

    To put it in its simplest religious terms, the fight to determine who will be Israel’s next set of chief rabbis has been nothing short of a “chilul Hashem” – a desecration of God’s name.

    ...have once again proved the old saying of British Lord Hailsham: “The introduction of religion to politics is the end of honest politics, while the introduction of politics to religion is the prostitution of religion.”


    http://www.jpost.com/Opinion/Column…ef-rabbi-319180

    Zitat

    "Holon’s Rabbi Avraham Yosef, who has apparently received the blessing of his father, Rabbi Ovadia Yosef, has reportedly made a number of controversial comments and rulings during the years he has served as a rabbi. In one ruling, Holon’s rabbi disqualified any man who serves as a judge in the civil court system from being numbered as one of 10 men who make up a prayer quorum (minyan). According to Yosef, it is forbidden for a Jew to seek justice in Israel’s civil court system and he must instead avail himself of religious courts that rule in accordance with Halacha.

    Yosef also ruled that it is forbidden to appoint women to public positions such as mayors of cities. Female kindergarten teachers are prohibited, according to Yosef, from speaking before groups of men in parent-teacher meetings or end-of-year parties.

    Eliyahu has also made disparaging remarks about “secular culture” and about homosexuality. Eliyahu claimed, for instance, that “several serial killers turned out to be homosexuals” and that “many diseases were transmitted via those [homosexual] relations.”


    http://www.jpost.com/Opinion/Editor…e-rabbis-319058

    Zitat

    "In a small room at the offices of Anchorage Pediatric Group, Doctor Charles Ryan is getting ready to circumcise a 12 day old baby.
    Ryan is doing more circumcisions in the office, instead of the hospital, these days. About a year ago, he found out Alaska Regional Hospital is charging more than $2000 for the procedure. For comparison, Providence Hospital, a few miles away, charges $235. So the doctors in Ryan’s office decided to stop doing circumcisions at Regional.

    Zitat

    In an email, a hospital spokesperson says the cost is so high in part because the hospital has to be ready to treat minor and major medical emergencies."

    http://www.alaskapublic.org/2013/06/20/anc…ospital-charge/

    Wenn das eine Krankenhaus den fast 10fachen Satz eines anderen nimmt, um gegen medizinische Notfälle gewappnet zu sein - was lernen wir daraus? Jedenfalls nicht, dass Beschneidung absolut und völlig und immer komplikationslos verläuft. Nicht mal im Krankenhaus...

    Zitat

    "The Swiss millionaire Edi Gast, has declared today the founding of a fund for the judicial fight against the ruling of the German court to ban Bris Milah in Germany.

    Gast, a hareidi Jew, is an international tycoon with business activity in Switzerland, USA and Russia, where he started managing businesses already in 1992. During Putin's last visit to Israel, he met with him and thanked him for the opportunity which was given him in Russia.

    Gast, who has been dealing with philanthropy for many years, has decided, relying on his past experience, that any body which will turn to the fund to receive support, will have to present a detailed budget plan.
    The plan should be transferred to attorney Mordechai Tzivin by means of email: [email protected]"

    http://www.bhol.co.il/ArticlePrintEng.aspx?id=42235

    Zitat

    "Israeli Chabad attorney Mordechai Tzivin, who specializes in representing Israeli prisoners who are imprisoned abroad, particularly in Russia, received a certificate of appreciation from the Russian Bar Association."

    http://www.chabadinfo.com/index.php?url=article_en&id=22764

    Eine geradezu bestochene bestechende staatsrechtliche Ableitung.


    Zitat von Hochhuth

    "Die Religionsfreiheit ist in Deutschland eines der wenigen Rechte, die überhaupt nicht eingeschränkt werden können. Der Schutz rangiert ganz weit oben".

    Man muss sich also das Grundgesetz als eine Art Rangierbahnhof vorstellen, in dem die Religionsfreiheit immer ganz oben rangiert. Alle anderen Grundrechte rangieren irgendwie, aber auf alle Fälle dahinter.

    Zitat von Hochhuth

    "Die Richter haben die Verfassung nicht ordentlich gelesen".

    Diese Aussage wird vom Bundesverfassungsgericht sehr oft verwendet, um offensichtlich unbegründete Anträge zurückzuweisen. In Zukunft wird jeder Antragsteller geprüft, ob er die Verfassung auch ordentlich gelesen hat. Betonung auf ordentlich. Die Aussage des Antragstellers, die Religionsfreiheit rangiere ganz weit oben, gilt als Beweis, dass er die Verfassung ordentlich gelesen hat.

    Zitat von Hochhuth

    "Beide wüssten zwar, dass sie gegen den Willen des Bundestages handeln, aber einen richtigen deutschen Rechthaber bremst das nicht."


    Ein aus juristischer Sicht entscheidender Unterschied: Inhaber von Rechten und Rechthaber. Rechthaber können nicht Inhaber von Rechten sein. Anzeigen von Rechthabern werden von der Staatsanwaltschaften schon im Vorfeld zurückgewiesen, da sie keine Inhaber von Rechten sind.

    Die Recherche "Martin Hochhuth" hat mir richtig Spass gemacht. Er ist ein Hans Dampf in allen Gassen. Sohn eines der bedeutendsten Dramatikers Deutschlands, Rolf Hochhuth, und gelernter Schauspieler. Deutschlandweit rasender Lehrjurist, u.a. an der Zeppelin-Universität. Er hält es für nötig, die Abhaltung von Anfängerseminaren in seinem Lebenslauf zu dokumentieren.

    http://www.jura.uni-freiburg.de/institute/ioef…/lehre_hochhuth

    In Freiburg hat er im Wintersemester nix gemacht, sondern war nur in Kassel ( mit einem Zeppelin?).

    http://www.jura.uni-freiburg.de/institute/ioeffr3/lehre/lvhochhuth

    In Freiburg ist er nur "apl. Prof".

    http://www.spiegel.de/unispiegel/job…f-a-537273.html

    Am 25.6.12 kam die Meldung der FTD über das Beschneidungsurteil, am 26.6. die Reaktion des ZdJ und am 27.6. wusste Hochhuth schon, was Sache ist.

    http://detektor.fm/kultur/kritik-…-oder-straftat/

    Hört sich für mich an wie Urban Priol.

    Aber Achtung: Hochhuth hat eine bedeutende Rolle beim Abschiessen von Terroroflugzeugen bei der rechtlichen Beurteilung des Abschiessens von Terrorflugzeugen gespielt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Hochhuth

    Ich wünschte, ich wäre in der Lage, diese Karriere "eines der bedeutendsten Rechtsprofessoren", richtig einzuschätzen. Kann ich aber nicht. Dazu bin ich viel zu müde...


    (Guy, bitte ein Icon für Ironie on/off und Sarkasmus on/ off einstellen - das braucht man so oft...)

    Wenn jemand eine Statistik zur Frage Typ Ia oder b kennt, immer her damit.

    Ja, würde mich auch interessieren. Meine Recherchen haben noch zu keinem Ergebnis geführt. Allerdings, wenn es die WHO nicht weiss bzw. nicht bekanntgibt, wer dann? Und: worauf beruhen die Zahlen? Auf gynäkologischen Untersuchungen? Wohl kaum. Auf Befragungen? Gerade in einem solchen Bereich wahrscheinlich extrem unsicher. Bleiben eigentlich nur die Frauen, die ärztliche Hilfe benötigt haben. Aber auch das dürfte nicht repräsentativ sein, oder?
    Auf der anderen Seite: was soll auf den Hintergrund der Beschneidungsideologie (Gefühlsminderung) das Beschneiden/Entfernen der Klitorisvorhaut ohne Beschneidung der Klitoris?

    In den südafrikanischen Zeitungen wird seit Wochen über die Vorfälle geschrieben. Vor einigen Tagen wurden zehn vermisste Jugendliche mit zerstörten Geschlechtsteilen gefunden. Darüber berichtete gestern das örtliche Gesundheitsamt (Sizwe Kupelo). Gleichzeitig sah sich der ANC zu einer Stellungnahme gefordert. Das könnte der Ausgangspunkt gewesen sein, dass die Meldung jetzt um die Welt geht.

    http://www.politicsweb.co.za/politicsweb/vi…etail&pid=71616

    Der ANC steht einigen Aspekten der Ritualbeschneidungen höchst kritisch gegenüber.

    " Individuals have turned the cultural practice of initiation schools into a cash cow, ANC chief whip Mathole Motshekga said on Wednesday."

    http://www.iol.co.za/news/politics/…62#.UdqWt8sayK0


    Die erste Nachrichtenagentur, die international darüber berichtete, war übrigens die österreichische APA.