Beiträge von werner

    Zitat

    "Dann haben wir Dokumente über Verstümmelung beschafft, vielen Menschen, vor allem Männern, ist ja gar nicht klar, was da wirklich passiert. Die glauben, die Beschneidung von Männern sei gleichzusetzen mit der Verstümmelung von Frauen. Das sind wirklich zwei Paar verschiedene Schuhe. Der Mann behält sein Lustgefühl, der Frau wird alles weggeschlachtet, ihre Würde wird zerstört. Man muss das gesehen haben. Als wir den Verantwortlichen die Filmdokumente von weiblicher Verstümmelung zeigten, hatten sie eigentlich keine Alternative, als diesen Brauch zu verdammen.
    ...
    Wenn man ein Verbrechen bekämpfen will, dann muss man genau wissen, warum man dagegen kämpfen soll. Dann muss man es ohne Beschönigung zeigen, sonst würde es weiterhin heißen: „Ach, was jammern die Weiber denn immer? Ich als Mann bin doch auch beschnitten. Das sind einfach Jammerlappen!“ Wenn man den Unterschied gesehen hat, dann weiß man, wofür man kämpft. Nachdem ich Augenzeuge dieser Verbrechen geworden bin, bei Christen wie bei Muslimen, wird mich keiner aufhalten, diesen Kampf zu Ende zu führen."


    http://www.planet-interview.de/interviews/ruediger-nehberg/35196/

    Zitat

    "Increasingly, Jewish parents in America, Canada and Israel are skipping circumcision. Instead, they are holding alternative ceremonies sometimes called Bris Shalom or Brit B’lee Milah (covenant without cutting). Many Jews throughout Europe and the former Soviet Union stopped circumcising over 100 years ago. Already well over 100 Rabbis are performing alternative covenant ceremonies that omit the surgical circumcision. These are gaining popularity both in America and worldwide."


    http://intactnews.org/node/296/13764…without-cutting

    Wie bekannt nahm die Forschung über die anästhesierende Wirkung der EMLA-Salbe ihren Anfang in den 1990er Jahren durch die Untersuchungen von Anna Taddio am "Hospital for Sick Children" in Toronto. Dieses Krankenhaus nimmt nach eigenem Bekunden 600-800 Beschneidungen im Jahr vor. Es hat dafür eine eigene "Circumcision Clinic" eingerichtet. Zu Beginn ihrer Untersuchungen war Anna Taddio noch Doktorantin. Es spricht einiges dafür, dass ihre ersten Untersuchungen unter der Verantwortung des am genannten Krankenhaus arbeitenden Kinderarztes, Pharmakologen und Toxikologen Gideon Koren stattfanden.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Gideon_Koren

    Gideon Koren war genau wie der Psychologe Joel Katz Mitauthor vieler weiterer Studien von Anna Taddio. Auch am Krankenhaus in Toronto arbeitet Alan Goldbloom. Auch er hat bereits über Beschneidung geforscht.

    Man kann es einerseits verstehen, dass sich jüdische Wissenschaftler ganz besonders mit der Säuglingsbeschneidung beschäftigen, und angesichts der zunehmenden Erkenntnisse über die Schmerzerfahrung von Säuglingen in den 1990er Jahren Sorgen machten, dass das Ritual in der Öffentlichkeit in Verruf kommen könnte. Andererseits ist zu fragen, ob die beteiligten Wissenschaftler jüdischen Ursprungs in ihren Untersuchungen nicht einen "Conflict of Interests" benennen sollten, zumal es sich bei der Säuglingsbeschneidung ja um das zentrale Ritual im Judentum handelt. Dieselbe Frage wurde ja auch schon an die "Taskforce for Circumcision" der AAP gestellt.


    Wie bekannt existieren nur sehr wenige Untersuchungen über die EMLA-Wirkung bei Säuglingsbeschneidungen. Die Ergebnisse waren schon immer mehr als dürftig. Aber erst in diesem Jahr konnte sich die europäische Arzneimittelagentur dazu durchringen, sie als " ethisch inakzeptabel" zu deklarieren und jeden Bezug zur Beschneidung aus der Produktbeschreibung entfernen zu lassen.

    "Eine angemessene Betäubung bei der Beschneidung ist für mich ein sehr wichtiger Punkt", hatte Familienministerin Schröder in der Beschneidungsdebatte bekannt, und betont: "Ich erkenne in der jüdischen Religionspraxis durchaus Wege, eine maximale Schmerzfreiheit und ärztliche Standards mit den religiösen Vorschriften in Einklang zu bringen." Frau Schröder sagte dies, nachdem ihr der damalige israelische Oberrabbiner Yona Metzger versichert hatte, dass aus jüdisch-religiöser Sicht nichts gegen eine Betäubung spreche. Auf der anschliessenden Pressekonferenz nahm Metzger diese Aussage zurück und verkündete, dass jegliche Betäubung des Säuglings der Halacha (dem jüdischen Religionsgesetz) widerspreche.

    Im Lobbypapier des "American Jewish Council", dass an alle Bundestagsabgeordneten verschickt wurde, von vielen als Entscheidungsgrundlage benutzt und u.a. auch von Frau Merkel gelobt wurde, wurde das Schmerzempfinden des Säuglings trocken konstatiert. Von "maximaler Schmerzfreiheit" keine Rede.

    Immer wieder benutzen jüdische Beschneider (Ärzte und Mohelim) - zuletzt waren das Prof. Graf vom Jüdischen Krankenhaus in Berlin vor dem Rechtsausschuss des Bundestages und Prof. Latasch vor dem Ethikrat - den EMLA-Hinweis als Beleg für eine "angemessene" Anästhesie bei der Säuglingsbeschneidung.

    Vielleicht sollten diese Herren nochmals in sich gehen.

    Zitat

    "Pain of circumcision is only partially relieved by single modalities, such as penile nerve block, lidocaine-prilocaine cream, and sucrose pacifiers."

    Zitat

    "Infants circumcised with the Mogen clamp and combined analgesia have substantially less pain than those circumcised with the Gomco clamp and lidocaine-prilocaine cream. Because of the immense pain during circumcision, combined local anesthesia and analgesia using the Mogen clamp should be considered."


    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10850512

    Frau Taddio ist bis heute eine internationale Kapazität in kindlicher Schmerzforschung. Man kann sie mit diesen Zitaten als Kronzeugin anrufen.


    Und hier eine interessante Diskussion im Anschluss an die genannte Untersuchung, ob es ethisch vertretbar ist, an Kindern, die nicht aus medizinischen Gründen beschnitten werden, herumzuforschen.

    http://www.courtchallenge.com/letters/taddio1.html#dickens

    Das Fragezeichen hinter dem Titel des Threads ist missverständlich. Die "Europäische Arzneimittelagentur", die das Papier verfasste, formuliert nicht nur, dass die Anwendung von EMLA bei Beschneidungen aufgrund der nicht ausreichenden anästhesierenden Wirkung ethisch nicht akzeptabel erscheint ("..the reported reduction seems insufficient to be ethically acceptable."), sondern betont darüber hinaus, dass es ihr darauf ankommt, dass der Einsatz von EMLA für Beschneidungen vermieden wird ("...any mentioning of use of this product for circumcision procedures should be removed to avoid this type of use."). Die Arzneimittelagentur, deren Empfehlungen für alle EU-Staaten verbindlich sind, dringt also darauf, die Verwendung von EMLA bei Beschneidungen abzuschaffen. Diese Aussage einer supranationalen Behörde hätte wahrlich ein Ausrufezeichen verdient.

    Den Absatz, den die Arzneimittelagentur in der Gebrauchsinformation von EMLA nicht mehr sehen möchte, lautet übrigens:

    Zitat

    "Es liegen nur begrenzte pädiatrische Daten zur Anwendung von Emla auf der Vorhaut vor einer Beschneidung männlicher Neugeborener vor. In einer monozentrischen, doppel-blinden, randomisierten Studie bei 68 männlichen Neugeborenenwurde durch die Anwendung von 1 g Emla im Vergleich zu Placebo ein signifikanter Unterschied hinsichtlich derSchmerzreduktion beobachtet, demonstriert anhand reduzierter Gesichtsaktivität, Reduktion der Schreidauer und Verringerung der Herzfrequenz. Bei einer Verweildauer von 60 bis 80 Minuten auf der Vorhaut traten in der Emla-Gruppe Methämoglobin-Plasmakonzentration vergleichbar der Placebo-Gruppe auf (Emla 1,3 % +- 0,6 vs. Placebo 1,3 % +- 0,2)."


    https://portal.dimdi.de/amispb/doc/201…45901CE873C.rtf


    Die hier zitierte Studie, auf die auch die Arzneimittelagentur Bezug nimmt, ist unschwer als eine Studie von Anna Taddio aus dem Jahre 1997 zu erkennen. Leider haben weder der Hersteller noch die Arzneimittelagentur erwähnt, dass die Taddio-Studie vom Hersteller ("Supported by Astra Pharma Inc., Canada") gesponsert wurde.

    http://www.nejm.org/doi/full/10.10…=articleResults


    Und noch eine Anmerkung sei gestattet: in allen einschlägigen Untersuchungen hat sich ergeben, dass Sucrose in seiner anästhesierenden Wirkung EMLA weit unterlegen ist. Wenn also die Anwendung von EMLA bei Beschneidungen ethisch nicht akzeptabel ist und vermieden werden muss, was heisst das dann wohl für Sucrose?

    Zitat

    "In this material, 2.9% of the boys had acute complications after circumcision, but none septicaemia or major irreversible penile damage. An additional 2.2% had late complications during an 8-15-year follow-up period. These complication rates are in line with those reported by other comparable studies. Excessive bleeding is the most common acute complication, and a rate of 1.6% could be expected. Among late complications, skin bridges and insufficient removal of the foreskin are the most common complaints. Unsatisfactory cosmetic appearance may be an indication for re-operation, and MacCarthy et al reported this figure to be 1% in a British study. Insufficient excision of the foreskin and inner preputial epithelium may result in wound contraction and cicatrisation of distal foreskin. The fibrotic ring so produced may result in true phimosis, an event observed in 2% of the cases in another British series. Interestingly, we had 19 referral cases for excessive residual skin with or without phimosis issues".

    http://www.danmedj.dk/portal/page/po…J_2013_08/A4681

    Es gibt sicher Parallelen auf der Opferseite und wahrscheinlich auch juristisch-tatbestandlich. Der Vergleich hinkt jedoch auf der Täterseite, und ist dadurch mehr als bedenklich. Rituellen und ärztlichen Beschneidern (wenn auch nur implizit) eine sexuelle Motivation zu unterstellen, halte ich für ziemlich abwegig.

    Ich hätte diesen Vergleich hier nicht öffentlich präsentiert.

    Der berüchtigte berühmte Beschneidungsforscher Brian Morris arbeitet nach der Methode "Verdauungstrakt": egal, was er oben hineinwirft, unten kommt immer dasselbe heraus:'Beschneidung ist ganz prima!" Soeben erschien eine neue evidenz - phantasierte basierte Studie von Morris über die negativen Folgen der Beschneidung. Das Ergebnis lautet erwartungsgemäss: es gibt keine, eher noch im Gegentum.

    Nun wäre diese Studie aus den genanntem Grund nicht der Erwähnung wert, wenn Morris nicht eine erstaunliche Entdeckung gemacht hätte: er fand nämlich in den einschlägigen wissenschaftlichen Datenbasen 2.675 Publikationen, die sich mit den Auswirkungen der Beschneidung auf das männliche Sexualleben beschäftigen. 2.675 Publikationen, die sich allein in wissenschaftlichen Datenbasen mit einem Problem beschäftigen, das - laut Morris - gar keins ist? Hm...

    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23937309


    Übrigens haben vor zwei Monaten Morris' chinesische Kollegen von der Sichuan-Universität ebenfalls eine evidenz-basierte Untersuchung in den gleichen Datenbasen zum gleichen Thema vorgelegt. Im Gegensatz zu Morris, der 36 Studien als relevant extrahiert hatte, kamen die Chinesen nur auf ganze 10. Offensichtlich waren das die "falschen" Untersuchungen, denn die Chinesen waren vom Ergebnis nicht ganz so uneingeschränkt begeistert wie Brian Morris.

    Zitat

    "These findings suggest that circumcision is unlikely to adversely affect male sexual functions. However, these results should be evaluated in light of the low quality of the existing evidence and the significant heterogeneity across the various studies. Well-designed and prospective studies are required for a further understanding of this topic."

    http://www.nature.com/aja/journal/va…aja201347a.html


    Fazit: Evidenz ist nicht gleich Evidenz.

    Zitat

    "Harry schreibt am 02.07.2013

    Vorsicht bei einem Produkt namens phimostop!

    Dieses Produkt ist absolut untauglich. Auf der Website des Anbieters wird damit geworben, es wäre ein patentiertes medizinisches Produkt zur Heilung der Phimose ohne Operation. Das ist schlicht gelogen. Es gibt nur eine Patentanmeldung, aber es wurde kein Patent erteilt. Ein Etikettenschwindel. Es ist mit 100,00 € völlig überteuert und darüberhinaus auch völlig untauglich. Also besser Finger weg davon."


    http://www.elternwissen.com/gesundheit/kin…r-abwarten.html

    Anaesthetics safe in neonates
    Proposal for update of Section 1-ANAESTHETICS included in the 3rd WHO Model List of Essential Medicines for Children (2011)



    http://www.who.int/selection_medi…nates_1_C_R.pdf


    Lieber werner, meinst Du Heribert Prantl hat sich damit - unbemerkt oder ungewollt - ein Hintertürchen offengelassen?
    Mir ist ein solches aus seinen Artikeln nicht erinnerlich.


    Hm, kann auch Dobrinski gewesen sein, jedenfalls SZ, meine ich.

    Namen sind hier m.A. aber auch nur Platzhalter für die Argumente, die geäussert wurden wie z.B. dass die Einhaltung der "ärztlichen Kunst" das Grundrecht auf körperliche Unversehrheit schütze, dass die Vergleichbarkeit der rituellen Beschneider mit den Ärzten zur erhöhten Qualifikation der Beschneider führe und dass EMLA und Sucrose eine "angemessene Betäubung nach den Regeln der ärztlichen Kunst" bedeute, verbunden mit der Hoffnung, dass der wissenschaftliche Fortschritt irgendwann einmal zur schmerzfreien Beschneidung führe. Zur Zeit ist aber genau das Gegenteil der Fall: die Unsinnigkeit von EMLA muss arzneimittelrechtlich festgeschrieben werden und die Forschung zur angemessenen Betäubung führt nicht zur vermehrten Schmerzfreiheit, sondern zerpulvert alle bisherigen Untersuchungen.


    Womit will man dann noch die tatbestandlich unstrittige Körperverletzung rechtfertigen? Damit, dass es ratzfatz geht?