Beiträge von werner

    " As the director of the AJC's Berlin office, Deidre Berger, noted: “We are extremely concerned as to whether the German Parliament will adopt the proposed law. Public opinion seems to be against circumcision, and many parliamentary delegates from all parties are ambivalent."

    Wie ich erfahren habe, wurde das 25-Seitige "Briefing" des AJC an alle Bundestagsabgeordnete verteilt. Das Briefing wurde hier schon mehrfach verlinkt. Also nicht wundern, wenn die Textbausteine in Zukunft etwas variieren...

    Zitat

    "Die Argumente für ein Verbot der Beschneidung führten zwar stets universelle Prinzipien ins Feld, die würdig aller Unterstützung sind. Doch bei näherem Hinsehen wurde mir deutlich, dass diese allgemeinen Gedanken von einer höchst besonderen Unterscheidung angetrieben wurden, nämlich der zwischen dem Eigenen und dem Fremden."


    Aha, "universelle Prinzipien" (gemeint ist hier die körperliche Unversehrtheit) sind also deutsch, und wer sie nicht befolgt, fühlt sich "fremd". Es gibt allerdings auch deutsche Christen, die gegen das Grundgesetz verstossen. Sind sie deshalb "Fremde"?
    Der Satz des Bundespräsidenten erweist sich als fatal, weil jeder hineininterpretieren kann, was er will. Demnächst wird damit auch die Zwangsehe gerechtfertigt.

    Ein "Gutes" hat der Zeitartikel. Den Juden dämmert, dass dieses Gesetz "vergiftet" ist:

    Zitat

    "Ist das geplante Gesetz nicht letztlich Ausdruck von Toleranz? Gewiss, nur schöpft diese Toleranz nicht aus der duftigen Quelle der Liberalität, sondern aus der galligen Quelle des Schuldgefühls."

    Doch nicht Reinhard Merkel hat die Holokaust-Keule herausgeholt, das waren die jüdischen Verbände. Darüber, dass ihre Strategie " Erfolg" gehabt hat, lamentieren sie jetzt.

    Der Zeitartikel ist deswegen so ärgerlich, weil er erneut das eigentliche Problem vernebelt, indem er es in die abstrakten Sphären von " Das Eigene" und " das Fremde" transportiert. Der Beschneidungskritiker ist also nicht nur " Antisemit" oder/und "Atheist", sondern auch - natürlich grundsätzlich - gegen " das Fremde". Abgesehen davon, dass mir - nolens volens - die Beschneidungsfrage mittlerweile ziemlich " vertraut" ist, gehen mir das " Niveau" dieser Diffamierungen langsam auf den Geist.
    Natürlich hat der Schreiberling recht, wenn er sagt, dass der Mensch von Geburt an (vielleicht schon früher) ein " gesellschaftliches Wesen" ist, dass auch der Umgang mit seinem Körper von Anfang von der Gesellschaft geprägt wird. Hier geht es aber nicht um das "Ob", sondern um das " Wie": Nach welchen Werten, Regeln usw. führen wir die " Prägung" durch?
    Nach dem selben Schema ist man " fortschrittsfeindlich", wenn man gegen Genmais ist, und "jugendfeindlich", wenn man gegen jugendliche Bandenkriminalität ist.

    Die Betroffenheit, von der Descant berichtet, ist m.E. eine wichtige Erfahrung, die ich jedes mal mache, wenn ich mit meinen jüdischen Bekannten zusammensitze oder eine Veranstaltung der jüdischen Gemeinde besuche. Gestern war ich im KZ Buchenwald.
    Und trotzdem: ich sehe nicht ein, warum Säuglinge dafür mit dem Verlust ihrer Vorhaut " bezahlen" sollen.

    Auch wenn die drei monotheistischen Religionen z.B. im Ethikrat bezüglich Religionsfreiheit "Schulterschluss" demonstriert haben, sollte man nicht die zwischen diesen Religionen existierenden Differenzen übersehen. Hier wurden ja auch schon einige christliche Pastoren/Pfarrer zitiert, die sich - auf christlicher Grundlage - GEGEN die Beschneidung ausgesprochen haben.
    Aus der Predigt von Wolfgang Huber ist nirgendwo zu erkennen, dass er sich von der Meinung Luthers, Beschneidung sei Sünde, distanziert. Auch wenn aus seiner Sicht, auch Sünder Religionsfreiheit geniessen, bleiben sie für Ihn doch Sünder.
    Ich würde gern wissen, wie wohl ein gläubiger Jude auf solche Predigt reagiert...

    http://www.wolfganghuber.info/images/wh_pdf/…%20eisenach.pdf

    "Martin Luther hat das in seiner Auslegung unseres Abschnitts in drastischer Kürze auf den Begriff gebracht: Beschnitten werden ist nicht böse, sondern die Gerechtigkeit in der Beschneidung suchen, das ist eine gottlose Sünde. Paulus, so fügt Luther hinzu, war der festen Überzeugung, dass die Juden seiner Zeit die Beschneidung deshalb praktizierten, weil sie in ihr ein Unterpfand der Gerechtigkeit, ein Unterpfand der Anerkennung vor Gott durch eigene Leistung sahen. Ich vollziehe einen Ritus und gehöre dadurch zu Gott. Ich erbringe eine Leistung – und bin deshalb vor Gott und der Welt anerkannt. Dafür stand in den Augen des Paulus die Beschneidung."

    BMJ - Startseite - Rede: Entwurf eines Gesetzes über den Umfang der Personensorge bei einer Beschneidung des männlichen Kindes

    "Mit seiner heutigen Debatte leistet der Bundesrat..."

    DEBATTE? LOL


    Erste Hürde genommen: Gesetzentwurf zur Beschneidung passiert Bundesrat - Politik - Tagesspiegel

    "Der von der Bundesregierung vorgelegte Gesetzentwurf zur Beschneidung jüdischer und muslimischer Jungen hat die erste Hürde im Bundesrat genommen."

    HÜRDE? lOL

    "Ich kenne niemanden, der den Ritus als solchen infrage stellt."
    Weil ER keinen kennt, gibt es keinen.Ach so...

    "Und selbstverständlich können Nicht-Juden und Nicht-Muslime ihre Meinung zu dem Thema sagen"
    Vielen Dank für die Erlaubnis...

    "die anderen gehen mit wehenden Fahnen auf die Straße"
    Da muss ich was verpasst haben...

    "Aber sie können nicht fordern, dass alle zu Atheisten werden."
    Schade, wo diese Forderung doch der einzige Zweck dieses Forums ist...

    "Die Beschneidung ist zwar eine religiöse Vorschrift, aber es wird niemand verurteilt, der sich dagegen entscheidet."
    Allerdings gehört er dann nicht mehr zu uns...

    "Psychische oder gesundheitliche Schädigungen, die wissenschaftlich gar nicht belegt sind."
    Jedenfalls sind IHM keine bekannt (siehe oben)

    @ Lea

    ich habe nicht gesagt, dass Du gegen die Regeln verstossen hast. Wir wissen alle, wie schwer diese Fragen voneinander zu trennen sind. Ich wollte Dich nur als " Neuling" auf unsere Charta hinweisen. Es ist uns wichtig, weltanschauliche und religiöse Toleranz zu üben, und wenn Du Glaube mit " Krebs, Lepra, Aids" vergleichst, schrammst Du zumindest an dieser Toleranz vorbei.