Beiträge von werner

    "Kann ich mit dieser moralischen Entscheidung auch morgen noch in den Spiegel schauen, ohne rot zu werden, und sie mit meinem Gewissen vereinbaren?"

    Also, Leute, jeden Morgen den ethischen Spiegeltest machen. Bemerkt man keine Farbänderungen im Gesicht, darf man hier getrost weiterposten. ^^

    Ich finde diese Video aus zwei Gründen " bemerkenswert". Zum einen berührt es die Frage der Vergleichbarkeit von FGM und MC. Vor allem aber - zum anderen - zeigt es eine derartige Kaltschnäuzigkeit bei der Begründung von religiösen Normen, die zwar auch einzigartig ist, aber auch verdeutlicht, zu welchem Zynismus das führt/führen kann.

    Deutschsprachiger Salafist: Beschneidung bei übergroßer Klitoris « Atheist Media Blog

    Unklar bleibt, was die KritikerInnen an der Kampagne demütigend finden

    Wenn man sich ein bisschen näher damit beschäftigt, wird das schon ziemlich klar. Schon die Operationsmethode ist höchst umstritten, auch das Versprechen, dadurch (wieder) Orgasmen zu erreichen, ist mehr als zweifelhaft. Darüber hinaus ist die Reduktion der Kampagne auf sexuelle Lust ( "Pleasure Hospital") schon ziemlich merkwürdig und weist auf die Ideologie der dahinter stehenden Organisation, die sich selbst " Religion" nennt, hin. Dass Afrikaner/innen zumindest misstrauisch sind, wenn amerikanische "Philantropen" sich schon wieder ihrer Geschlechtsteile " bemächtigen" wollen (wenn auch diesmal zur Steigerung und nicht zur Reduzierung ihrer Sexualität), ist zumindest verständlich. Clitoraid hat seit 2006 350 000 $ eingesammelt und wollte schon in diesem Jahr das Krankenhaus eröffnen. Jetzt fehlen immer noch 100 000 $ und die Eröffnung ist auf Oktober 2013 verschoben.

    Für mich ist das ein weiteres Beispiel zum Thema "Beifall von der falschen Seite". Ich will nicht mit solchen Organisationen in einen Topf geworfen werden. Das schadet der Sache mehr als es nützt. M.E. tun die " sonstigen Vorstellungen" einer Organisation eben doch was zur Sache. Ich persönlich lehne solchen " Beifall von der falschen Seite" ab, weiss aber auch, dass dazu hier unterschiedliche Meinungen existieren.

    "After twenty-seven years on this planet, I learned last week that I am not only a victim of mutilation, but also an amputee; I just hadn’t known it. Like millions of other men, I was, as a baby, circumcised. I never really thought anything of it until my editors directed me to a Yahoo! Group—yes, they still exist—that serves as the online home of the New York City chapter of NORM, the National Organization of Restoring Men."


    A growing anti-circumcision movement aims to restore men's foreskin | Narratively

    "BERLIN. (hpd) Jonathan Friedman wurde in eine orthodoxe jüdische Familie hineingeboren und ist dort groß geworden. Als er älter wurde, begann er dann auf dem College die Beschneidung von Knaben in Frage zu stellen und zu recherchieren. Heute ist er „Intactivist“ und arbeitet für die „Anwälte für die Rechte der Kinder“(ARC) in den USA."


    Mit dt. Untertitel.
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    Eine rechtsvergleichende Analyse bezüglich der Beschneidung zwuschen Deutschland und England und einen Blick auf ein mögliches Verfahren vor dem ECHR bietet der " UK Human Rights Blog".

    "Applying human rights principles, a criminal court over here would not carry out the same balancing exercise, but rather would have to decide whether an interpretation of, say, the law of grievous bodily harm which outlawed circumcision for purely religious reasons, was compatible with Article 9, the right to freedom of conscience and religious expression.My suspicion is that the European Court of Human Rights would be wary of making a controversial ruling on such a controversial issue over which there is clearly no European consensus (arguably, the current consensus is that religious circumcision is justifiable)."
    German court rules child’s religious circumcision can be a criminal offence – Analysis « UK Human Rights Blog

    "Der Öffentlichkeit wurde lediglich ein Schaustück vorgeführt, das den Anschein eines ordnungsgemäßen Gesetzgebungsverfahrens erwecken sollte. Das Recht wurde der politischen Zielvorgabe entsprechend zusammengebogen. Und die verfassungsmäßige Ordnung, zu der das Menschenwürdekonzept und die Grundrechte gehören, wurde umgedeutet, ein Stück weit (was den Grundrechtsschutz für Knaben angeht) sogar ausgehöhlt."

    Auf den Punkt gebracht! X(

    "In der Tat hätte auch und gerade diesem Papst eine Art von Demut gegenüber der historischen Mitverantwortung der Kirche wohl angestanden. Denn die christlichen Kirchen beider Konfessionen haben die Grundlage des Holocaust, den Antijudaismus, erst in die Welt getragen."

    Hendryk Goldberg hat wieder "zugeschlagen". Kurz bevor er uns "erklärt" hatte, das Beschneidungskritik grundsätzlich Antisemitismus ist, hatte er schon vorher " bewiesen", dass das Christentum für den Holocaust verantwortlich ist.

    Ein Verdikt, das unheilvoll durch die Zeiten hallt | Thüringer Allgemeine

    Die Studie heisst mitnichten "Die Mitte rückt nach rechts", sondern "Die Mitte im Umbruch". Damit sind die sozioökonomischen Verwerfungen in Ostdeutschland gemeint.

    "Bezogen auf ganz Deutschland ist im Vergleich zu 2010 ein Anstieg rechtsextremen Denkens
    (geschlossenes rechtsextremes Weltbild) von 8,2 auf 9,0 % zu verzeichnen. Einem moderaten
    Rückgang in Westdeutschland (von 7,6 auf 7,3 %), steht ein massiver Anstieg in
    Ostdeutschland (von 10,5 auf 15,8 %) gegenüber.
    Dieser Trend zeigt sich auch im Zeitverlauf seit 2006: Während die Gruppe derjenigen mit
    geschlossenem rechtsextremen Weltbild in Westdeutschland kontinuierlich von 9,1 auf 7,6 %
    gesunken ist, hat sie sich im Osten von 6,6 auf 15,8 % mehr als verdoppelt."

    Bezüglich des Antisemitismus sagt die Studie:

    "Die „Mitte-Studien“ belegen seit Jahren, dass mit leichten Schwankungen knapp 10 % der
    Deutschen manifest antisemitisch eingestellt sind."
    Es gibt also keine erheblichen Veränderungen.

    Da der Autor also mit Zahlen nichts belegen kann, "argumentiert" er mit dem " Schein":

    "Und das scheint ein zentrales Problem. Extremistische Randgruppen wird es, mit oder ohne NPD, immer geben, wobei allerdings bei Zustimmungsraten von bis zu 20 Prozent einem der Begriff der "Randgruppe" schon schwer fallen will. Noch alarmierender allerdings als die jungen Extremisten, die sich der Traditionspflege der Waffen-SS verschrieben haben, scheint die vollkommene Traditionslosigkeit von Teilen der gebildeten Mitte."

    Fazit: zwischen Beschneidungskritik und Antisemitismus gibt es keine stichhaltigen Zusammenhänge. Diese Zusammenhänge herbeizukonstruieren, dient allein der Vernebelung und Ablenkung vom eigentlichen Thema. Letztlich steckt auch hier wieder die unsägliche " Holocaust-Keule" dahinter.

    Danke für den Hinweis.

    [Judge Naomi Reice Buchwald] raised a hypothetical situation in which a single religious group amputates left pinkie fingers at birth, and asked Mr. Dvoretzky whether the city would have the authority to regulate the activity. He said it would depend upon whether the practice caused immediate, serious harm.

    Der Anwalt meint also, man dürfe alles amputieren, was man wolle, wenn es keine unmittelbare ernstzunehmende Schädigung mit sich bringe. Also auch Ohren weg, kleine Zehen usw.usf. Da bedeutet es doch einen Fortschritt, wenn sich unser Gesetz auf die Vorhaut (noch?) beschränkt. :whistling:

    Bezeichnend auch der folgende Dialog zwischen Richterin und Anwalt.

    "Judge Buchwald also said there was a direct comparison to consent requirements placed on physicians when they perform a circumcision.Mr. Dvoretzky called that an “apples and oranges” comparison, because a physician would not perform a metzitzah b’peh."
    Der Anwalt hätte also gern eine juristische Parallelgesellschaft, in der die Vorschriften für Ärzte nicht gelten. Auch das hat unser Gesetz besser gelöst: die religiöse Parallelgesellschaft muss den Ärzten "vergleichbar" sein. :whistling:

    "Although many nineteenth century misconceptions about the foreskin have been dispelled since Douglas Gairdner showed that infantile phimosis was not a congenital defect, other old ideas have proved more persistent. Among the most ubiquitous are the proposition that ritual or religious circumcision arose as a hygiene or sanitary measure; and the related idea that allied troops serving in the Middle East during the Second World War were subject to such severe epidemics of balanitis that mass circumcision was necessary. Both these claims are medical urban myths which should be firmly laid to rest."

    Und wieder fällt ein " Argument" in sich zusammen.. 8)

    Ich meine, man sollte gerade Benni dabei unterstützen, auf die Verpflichtung zur Erhaltung des Lebens und der körperlichen Unversehrheit auf dem Hintergrund des Christentums hinzuweisen. Solche Verpflichtungen gibt es ja auch in anderen Religionen.
    Davon sollten uns auch die Diffamierungen der Befürworter nicht abhalten, denn dann könnten wir den Laden gleich zu machen.
    Ich denke auch, dass die KirchenVERTRETER (was die Gläubigen an der "Basis" denken, ist wahrscheinlich eine ganz andere Sache) aus sehr eigennützigem Interesse dem Gesetz zugestimmt haben. Um so wichtiger ist es, Ihnen die aus ihrem eigenen Glauben stammenden Verpflichtungen darzulegen.