Beiträge von werner

    Man könnte die Vorhaut nochmal brauchen...

    Zitat

    "A total of 960 boys below the age of 12 years visiting the hospital as outpatients or inpatients were examined for the preputial retraction.

    Zitat

    True phimosis was seen in only three children in the age group of 8-10 years and two children in the 10-12 years age group.

    Zitat

    Although circumcision is considered to be a simple procedure devoid of much morbidity, it is associated with many complications like hemorrhage, edema, infection, meatal stenosis, urethral fistulae, unsightly scars, penile curvature, shortness of shaft skin, and partial, or total penile loss.

    Zitat

    Preputial skin has been used as a graft in many procedures such as urethroplasty for hypospadias or strictures, the reconstruction of skin defects of various sizes caused from trauma, acute burn, release of burn contractures, and syndactyly repair.The advantages of using preputial skin as a graft donor site include minimal donor site morbidity, low tendency to contract, and hairless skin. In view of the various studies including the present one and the versatile use of preputial skin as a graft, it is suggested that circumcision should be avoided as far as possible especially for nonseparation of prepuce in early childhood."


    Allerdings...


    Zitat

    "Alternatives to circumcision such as a topical steroid such as betamethasone valerate 0.05% applied to the tip of the phimotic prepuce; use of EMLA cream (eutectic mixture of lignocaine and prilocaine) to separate adhesions in the outpatient clinic;dorsal relieving in- cision operation;and retraction under GA alone were found to be less invasive and had less postoperative complications. These procedures along with local hygiene will help preserve preputial skin for further use if required."


    http://www.bioline.org.br/pdf?ip05022

    Warum Fachleute immer noch meinen, Artikel zur Beschneidungsdebatte beitragen zu müssen, obwohl sie nichts Neues zu sagen wissen, erschliesst sich von Aussen nicht immer. Das gilt auch für den Artikel "Die Zirkumzision im Spannungsfeld zwischen Religionsfreiheit und dem Recht auf körperliche Unversehrtheit" des Mannheimer Urologen Dr. Manuel Ritter und des Ludwigshafener Medizinrechtlers Jan Schabbeck.

    https://www.thieme-connect.com/ejournals/abst…/s-0034-1364958


    Besonders unangenehm stösst auf, wenn Fachautoren auch nach längerer Zeit unter Auslassung wesentlicher Debattenpunkte Eindeutigkeit suggerieren, die ganz einfach nicht existiert. So verweisen Ritter und Schabbeck auf die Beschneidungsbefürworter Germann und Rixen, um die verfassungsmässige Eindeutigkeit des Beschneidungsgesetzes zu konstatieren. Eschelbach? Walther? Herzberg? Offensichtlich nie gehört. Bei der Diskussion der langfristigen Folgen der Beschneidung wird zwar die Kim-Pang-Studie erwähnt. Dagegen sprächen aber - ausgerechnet - die Studien von Morris und Krieger. Frisch?Bronselaer?Sorrel? Nie gehört. Für die Erwähnung der schmerztherapeutischen und anästhesiologischen Behandlung genügt ein Hinweis auf - Rixen. Also ist auch der Emla-Skandal folgenlos an den Autoren vorbeigegangen. Ob es nicht besser gewesen wäre, einen Artikel lieber nicht zu veröffentlichen, wenn man nichts mehr als das beizutragen hat, sollten sich die Autoren selbst fragen.

    Stutzig macht in dem Artikel allerdings der zum Schluss betonte, für das Fachpublikum jedoch völlig überflüssige Hinweis, dass Ärzte den Eingriff wegen seiner medizinischen Nutzlosigkeit auch verweigern können.

    Zitat

    "Die Behandlung ist zu unterlassen, wenn Erkenntnisse vorliegen, die den Eingriff als im Einzelfall unmittelbar gefährlich ansehen lassen. Sind die Eltern in diese Fällen uneinsichtig und droht dennoch die Behandlung des Kindes, ist der Arzt berechtigt, das zuständige Jugendamt zu informieren (§ 4 KKG). Sieht sich der angestellte Arzt ernsthaften Gewissenskonflikten ausgesetzt, so kann er – unter Offenlegung derselben gegenüber seinem Arbeitgeber – die Tätigkeit auch ablehnen. Für den selbstständigen Arzt gilt dies sowieso.

    Können wir daraus eine Empfehlung ableiten?

    Zitat

    ...but at least he can be fully informed, get proper pain relief, and make the decision for himself.


    Der Optimismus, dass diese Kriterien zur Entscheidung FÜR eine Beschneidung führen, ist schon bewundernswert. Wie man an den Bemühungen in Afrika sieht, den Zeitpunkt der Beschneidung in ein immer früheres Lebensalter zu verschieben, ist dieser Optimismus wohl kaum gerechtfertigt.

    M.A. sind die medizinischen Begründungen für eine Kinderbeschneidung (geringere Komplikationsrate bei Säuglingen, Verlust der Prävention von UTIs, Traumatsierung bei Pubertätsbeschneidungen) nur vorgeschoben, um mit medizinischen "Argumenten" den Willen von Kindern zu brechen. Denn das ist ja ethisch erlaubt. In diese Richtung zielte ja die Propagandaveranstaltung der Befürworter vor dem Europarat: den Europäern die Zwangsbeschneidung dadurch schmackhaft zu machen, indem sie komplett auf die medizinische Ebene verschoben wurde. Offensichtlich traut man sich nicht mehr, den Zwang mit höherer religiöser Bestimmung zu rechtfertigen.

    Bekanntlich stellte in den alten Fachinformationen zur Anwendung der EMLA-Creme der Hinweis "Die Anwendung bei Zirkumzisionen hat sich als unbedenklich erwiesen" eine (versteckte) Indikationserweiterung dar. Seitdem der Hersteller diesen Unbedenklichkeitshinweis streichen musste, ist die Anwendung von Emla bei Zirkumzisionen ein Off-Label-Use. Das gilt für Deutschland.

    In den österreichischen Gebrauchsinformationen, die den deutschen überwiegend gleichen, hat man von solchen Verstecken nichts gehalten. Der Unbedenklichkeitshinweis taucht auch hier auf und wird ganz offen als Begründung für die Indikation zur Beschneidung benannt ("4.1....Vorbereitung zur Zirkumzision...").

    http://www.orthopraxis.at/downloads/emler.pdf


    Entsprechend einfach machen es sich die kürzlich erschienenen österreichischen Handlungsempfehlungen zum postoperativen Schmerzmanagement bei Kindern. ("Nichtmedikamentöse Maßnahmen sowie topische Analgetika und orale Zuckerstoffe im Schmerzmanagement"). Aus österreichischer Sicht gehört Zirkumzision eindeutig zu den "minor procedures".

    Zitat

    "Am häufigsten wird EMLA®-Creme, eine eutektische Mischung aus Lidocain 2,5% und Prilocain 2,5%, eingesetzt. Sie ist indiziert für die äußerliche Anwendung auf der intakten Haut zur Oberflächenanästhesie bei venösen und arteriellen Punktionen, Lumbalpunktion, Vorbereitung zur Zirkumzision und bei chirurgischen Eingriffen an der Hautoberfläche."

    Das wars aber auch schon. Irgendwelche Begründungen für die Anwendung von Emla sucht man in den Handlungsempfehlungen vergeblich. Weder bezüglich Effektivität, noch bezüglich Nebenwirkungen. Braucht man ja nicht, weil es steht ja in den Indikationen, und ist ja unbedenklich.

    http://www.springermedizin.de/nichtmedikamen…nt/4973128.html

    An diesen österreichischen Verhältnissen sieht man einmal mehr, wie extrem wichtig die Entfernung des Unbedenklichkeitshinweises aus der deutschen Fachinformation war.

    Zitat von Beck

    "Ein dem Staat analoges Zwangsrecht haben Religionsgemeinschaften nicht (nach Moses Mendelssohn auch nicht gegenüber den eigenen Gläubigen)."


    Zitat von Mendelssohn

    "Ich weiß von keinem Rechte auf Personen und Dinge, das mit Lehrmeinungen zusammenhänge und auf denselben beruhe; das die Menschen erlangen, wenn sie in Absicht auf ewige Wahrheiten gewissen Sätzen beistimmen, und verlieren, wenn sie nicht einstimmen können, oder wollen. Am wenigsten weiß ich von Rechten und Gewalt über Meinungen, die die Religion erteilen und der Kirche zukommen sollen. Die wahre, göttliche Religion maßt sich keine Gewalt über Meinungen und Urteile an, gibt und nimmt keinen Anspruch auf irdische Güter, kein Recht auf Genuss, Besitz und Eigentum; kennet keine andere Macht, als die Macht durch Gründe zu gewinnen, zu überzeugen, und durch Überzeugung glücklich zu machen. Die wahre, göttliche Religion bedarf weder Arme noch Finger zu ihrem Gebrauche (und auch keine Vorhäute - Anm. von mir); sie ist lauter Geist und Herz."

    Zitat

    "Human Rights are a central tenet of the Jewish faith. From the Bible onwards numerous texts speak about the importance of caring for others and upholding their rights. Genesis 1:27 tells us that all people are created ‘in the image of God’. If all humans are created in the ‘image of God’, it follows that all human beings have an equal, innate dignity which must be respected.
    Human Rights abuses continue to occur throughout Europe and around the world."


    http://www.bod.org.uk/content/EUManifesto.pdf