Beiträge von werner

    "Dunkel sieht sich derweil zu Unrecht in der Kritik. Sein Gedicht, in dem er von Arschlöchern spricht, sei im "Affekt" entstanden, rechtfertigt er sich auf seiner Facebook-Seite. Er habe seine ersten Eindrücke niedergeschrieben, nachdem er einen Film über Beschneidung gesehen habe und bitte alle Menschen, die sich durch seinen "Wutausbruch" beleidigt fühlten, um Entschuldigung."

    Grünen-Politiker sorgt für Empörung in Beschneidungsdebatte - "Wetzt das Messer, singt ein Lied . . ." - Politik - Süddeutsche.de

    Nachdem man bisher seitens der Beschneidungsbefürworter immer nur (ungenannte) antisemitische "Stimmen" gehört hatte, werden nun - nach Inkrafttreten des Gesetzes - "Ross und Reiter" genannt. Nachdem Dieter Graumann vom ZDJ vor zwei Tagen in der Welt" die FAZ und den Berliner Kurier genannt hatte, ist nun Ulf Dunkel an der Reihe, obwohl die Veröffentlichung seiner Gedichte jetzt mehr als zwei Wochen zurückliegt. (Der volle Text seines ersten Gedichts ist im Internet jetzt nur noch auf der Seite von Achgut zu finden). Sonst ist der ZDJ ja immer ziemlich schnell...
    Übrigens meinte die Grünen-Politikerin Marieluise Beck, die eine gemeinsame Erklärung mit Volker Beck zum Beschneidungsgesetz verfasst hat, am 16.12. auf ihrer Facebook-Seite: "Wie gehen Grüne mit einem Landtagskandidaten um, aus dem es so dichtet? Ist diese Geschichte mit einer Entschuldigung erledigt?"

    Eine Kommentaristen auf der o.g. SZ-Seite meinte, der Autor, Daniel Rössler und Marieluise Beck seien "befreundet". Was die Kommentaristin damit sagen wollte, entzieht sich meiner Kenntnis. :whistling:

    Vielen Dank für diese wichtigen Hinweise. Ayaan Hirsi Ali ist ja ziemlich kompromisslos, was die Grenzen der Toleranz betrifft. Zumindest, was die Beschneidung betrifft, muss man ihr zustimmen.

    "Frau Hirsi Ali, die die Frage bejahte, brachte das Thema daraufhin als Eingabe ins Parlament ein, worauf wenige Monate später die männliche Beschneidung ohne medizinische Indikation als Krankenkassenleistung gestrichen wurde. Die vielen spezialisierten Beschneidungskliniken in den Niederlanden erlebten daraufhin einen deutlichen Einbruch."


    Männliche und weibliche Beschneidung im Vergleich | Pro-Kinderrechte.de

    Mich interessiert aufrichtig, was du daran dümmlich findest. In meiner natürlichen Naivität finde ich den gar nicht schlecht, insbesondere das magische Denken, das dem Bedürfnis nach Religiosität, zugrundegelegt wird.

    Ich würde sagen, man kann Religion und magisches Denken nicht so ohne weiteres in einen Topf werfen. Im Christentum wird ja Magie und Aberglaube definitiv abgelehnt. Wahrscheinlich könnte uns Benni mehr darüber sagen.

    Laienhaft würde ich mal so formulieren: wer magisch denkt, glaubt, er könne den Gang der Dinge durch sein Verhalten geradezu "herbeizwingen". Gott aber lässt sich nicht zu irgendetwas zwingen. Jüdische Gläubige gehen ja davon aus, dass es sich bei der Beschneidung um einen "Vertrag" handelt, bei dem auch Gott seine Verpflichtung einhalten muss (Schutz vor dem Ausstossen der Seelen). Man kann zwar mit ihm darüber "verhandeln", zwingen kann man ihn jedoch keinesfalls ("unerforschlicher Ratschluss").

    Ich bitte um Nachsicht, wenn ich meine Gedanken zu dem Spiegel-Artikel etwas "salopp" formuliere.
    Die Anwendung der Evolutionspsychologie auf die Religion ist in den letzten Jahren ja schwer in Mode gekommen. Während man in Deutschland dieser Forschung jedoch etwas ratlos und achselzuckend gegenübersteht, gehört sie in Amerika zur Diskussion über den "Kreationismus". Wie kulturell vorbelastet diese Forschung ist, sieht man nicht nur an ihrer Herkunft, sondern auch an ihrem unhinterfragten (!) Menschenbild: der Mensch ist ein egoistisches Raubtier, das schon längst untergegangen wäre, wenn ihm nicht einer von oben auf die Finger geklopft hätte bzw. er sich das einbilden würde. Dass "der" Mensch so ein Raubtier ist, müsste man erst mal beweisen, statt es als evolutionsmässig einfach vorauszusetzen. Interessant ist auf diesem Hintergrund die Forschung von Michael Tomasello in Leipzig. Auch er tummelt sich - wie Jesse Bering - gern experimentalpsychologisch in Kindergärten herum. Allerdings hat er genau das Gegenteil von Jesse Bering entdeckt: "der" Mensch (experimentalpsychologisch: das Kindergartenkind) ist "von Natur aus" (evolutionsmässig!) kooperativ! Und das ohne jede "innere Kamera" oder Berings "Fee"! Wie das? Sind die Leipziger Kinder etwa "evolutionsmässig" anders als die Belfaster Kinder von Jesse Bering? Auf die Frage, ob es sich bei der Konstruktion solcher Experimente eher um Wissenschaft oder eher um Kunst handelt, sagte Tomasello: "Nicht nur ihre Konstruktion ist Kunst, auch ihre Interpretation." Anders ausgedrückt: man muss bei bei der Experimentalpsychologie schon schwer aufpassen, dass man die Experimente nicht so konstruiert, dass genau das rauskommt, was man hineingesteckt hat.

    Soviel nur zu dem einen Thema aus dem Spiegel- Artikel. Man könnte das entsprechend weiterführen, z.B. warum in dem Artikel alle Religionen über einen Kamm geschert werden, warum Religionen auch in ihren Texten zu internen und externen Gewalttätigkeiten aufrufen bzw. aufgerufen haben, was "die Menschen" davon gehabt haben, wenn sie " gemeinschaftlich" an Pyramiden bauen, und in welchem Verhältnis magisches Denken sowohl bei Kindern als auch in der Menschheitsgeschichte mit Aufklärung zu tun hat.

    Übrigens haben sich mit genau dem gleichen Thema schon vor Jahren ausführlich die SZ und der Tagesspiegel beschäftigt. Warum der Spiegel jetzt erst hinterherklappert ist unerfindlich.

    Aus Anlass des Inkrafttretens des Beschneidungsgesetzes gibt " Die Welt" dem Vorsitzenden des ZDJ noch einmal die Gelegenheit, seine Textbausteine zur Beschneidungsdebatte loszuwerden.

    Dieter Graumann : "Es herrscht ein Mangel an Respekt vor Religion" - Nachrichten Politik - Deutschland - DIE WELT

    Eigentlich schade, wollte Dieter Graumann doch seine Amtszeit unter einen ganz anderen Stern stellen.

    Dieter Graumann: „Judentum hat in Deutschland wieder ein Zuhause“ - Frankfurt - FAZ

    Vielen Dank für den Hinweis!

    Ich habe in den letzten Jahren selten einen so dümmlichen Artikel über Religion gelesen wie diesen. So etwas kommt dabei raus, wenn man ein paar Artikel aus der experimentellen Psychologie, der Verhaltensbiologie und der Anthropologie unter völliger Ausserachtlassung von Geschichte und Politik zusammenrührt.

    "Wo die Menschen sich sicher fühlen und gut versorgt, ist die Religion obsolet - in Frankreich etwa, in Deutschland bedingt, in Skandinavien ganz sicher. Hier ist der Anteil der Ungläubigen besonders hoch.
    Solche Gesellschaften beweisen, dass es auch ohne den Glauben geht...sie klettern die Leiter der Religion hinauf und werfen sie hinter sich."

    Vielleicht nicht die Religion, diesen Artikel aber sicherlich.

    Die bekannte Schauspielerin Katja Rieman engagiert sich seit Jahren gegen Frauenbeschneidung. Das verdient volle Anerkennung. Zur Zeit hat Frau Riemann allerdings ein Problem.

    "In der öffentlichen Debatte über die Beschneidung bei Jungs frage ich mich, ob ich ganz kurz das Thema auf die lediglich ­prozentual vorhandene Majorität, ansonsten aber allgemein als 
Minorität anerkannte und beliebte Gruppe der Frauen und Mädchen all over the world lenken dürfte  – also nur, wenn es niemanden stört oder in seinem Stolz verletzt. Schweigen? Ich nehme das mal als ein Ja. 
Danke schön."

    Bitte schön! Wenn wir dann allerdings mal reinhören, was Frau Riemann über die Hintergründe der Frauenbeschneidung sagt, sind wir schon wieder bei der Knabenbeschneidung, oder?

    "Faszinierend, wie Traditionen sich halten, nicht nur in afrikanischen Gefilden; wie man festhält, fast von Sinnen, wie man konserviert und beschützt, was Tradition ist. Koste es, was es wolle.Es wäre zu leicht zu sagen: welch grausame Mütter oder welch despotische Männer, denn das wäre glatte Lüge. Es ist das Sich-halten-an, das Bestimmt-werden-von. An und von etwas, das größer ist als man selbst: einer Tradition. Die widerspruchslos und rückwärtsgewandt fortgesetzt wird, der man unter Umständen die Verantwortlichkeit für sein eigenes Leben bereitwillig in die Hand 
legen mag."

    Beschneidung von Frauen - The European

    "Einen Beitrag zur Versachlichung der Debatte möchte ein Sammelband leisten, der soeben im Metropol Verlag erschienen ist. Unter dem Titel “Beschneidung: Das Zeichen des Bundes in der Kritik” fasst der von Johannes Heil, Prorektor der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, und Stephan J. Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, herausgegebene Band Beiträge zusammen, die einem Seminar an der Hochschule in Heidelberg entsprungen sind."

    Das Zeichen des Bundes in der Kritik « Bücher – nicht nur zum Judentum

    Kommentar dazu von Ulf Dunkel bei Amazon:

    "Wer auf einseitige Kommentare zu einem Thema steht, sollte dieses Buch unbedingt kaufen.Wer sich mit dem Thema Beschneidung nicht sachlich, sondern nur religiös auseinandersetzen will, sollte dieses Buch kaufen.
    Wem das Recht aller Kinder auf körperliche Unversehrtheit nicht wichtig ist, aber noch nicht genügend Scheinargumente PRO Beschneidung wehrloser Kinder hat, sollte dieses Buch kaufen.
    Allen anderen sei gesagt: Dieses Buch enthält quasi nichts Neues, was die illustre Autorengruppe nicht auch schon im Netz veröffentlicht hätte."

    Christa Müller hat mir gesagt, der Verein Intact musste aus seinen Satzungen streichen , dass dieser auch für die genitale Unversehrtheit von Jungen eintritt, da er sonst nicht als gemeinnützig anerkannt würde, und die Steuervorteile verlöre.

    "Frau Müller erzählte, dass sie ursprünglich einen Verein gründen wollte, der gegen Genitalverstümmelung von Mädchen und Jungen kämpfen wollte. Allerdings habe man ihr beim Finanzamt gesagt, wenn sie gegen die Beschneidung für Jungen käm­pfen wolle, könne man ihr keine Gemeinnützigkeit bescheinigen, da dieses gegen die Völkerverständigung von Juden und Muslimen verstoßen würde. Das ab­schnei­den eines Teils des Geschlechtsorgans bei Jungen ist ein Akt der Völkerverständigung? Ja gehts noch?"

    Beschneidung für Völkerverständigung wichtig? « FemokratieBlog

    Herzlich willkommen im Forum und vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Ich bin überzeugt, dass es viele Eltern gibt, die sich wegen einer früheren Entscheidung zur Beschneidung ihrer Söhne Sorgen machen, weil sie entdeckt haben, dass sie unvollständig informiert waren. Immerhin ist das viel besser als Eltern, die alles verdrängt haben.
    Wegen der " Weihnachtsflaute" sind momentan nicht viele Mitglieder hier unterwegs, aber in den nächsten Tagen wirst Du sicher noch einige Antworten bekommen.

    Deine Zweifel und Schuldgefühle kann ich gut verstehen. Ich finde es sehr gut, dass Du mit Deinem Sohn darüber gesprochen hast. So ist das Thema grundsätzlich mal " auf dem Tisch", und er kann "bei Bedarf" darauf zurückkommen, wenn er denn möchte. Für den Moment musst Du Dich wohl auf seine Aussage ("alles ok") verlassen. Ob das wirklich stimmt, kann man von aussen schwer beurteilen. Ich kann mir gut vorstellen, dass er sich im Netz informiert. Ich selbst bin auch als Kind wegen Phimose teilbeschnitten, und bei mir sieht es in etwa so aus wie bei Deinem Sohn. Ich habe mich während der Pubertät immer sehr geschämt, weil ich anders aussah als die anderen. Dieses Schamgefühl hat mir meine erste Freundin genommen, was mich sehr erleichtert hat. Sexuelle Probleme hatte ich keine damit (wenn doch, hingen sie eindeutig nicht mit der Beschneidung zusammen).
    In diesem Forum wurde öfter schon mal über einen Dr. Pfau gesprochen. Vielleicht hat er auf seiner Webseite Infos, die Dir weiterhelfen. Er scheint auch per Telefon bzw. Mail sehr kontaktbereit zu sein. Vielleicht kann er etwas für Dich tun?

    Die Frage der Aufklärung durch die Ärzte haben wir hier ja auch schon behandelt. Da muss man unbedingt dranbleiben.

    "Rabbi Worch: Ich bin ein Täter. Ich missbrauche Kinder, weil ich in einem Bund mit Gott bin. Und letzten Endes gehört Gott meine Moral. Ihm gehört mein Körper. Und ihm gehört meine Vergangenheit und meine Zukunft, und das ist die Bedeutung dieses Bundes; dass ich zugestimmt habe, die Schmerzen und die Rechte und das Trauma meines Kindes zu ignorieren, um in diesen Bund einzutreten."

    Evidenz-basierte Ansichten

    "There is no single history of circumcision. A number of pre-literate societies adopted cutting procedures on the genitals of males and females (usually as children), at different times and for different reasons. At the end of the nineteenth century Britain (followed by its white colonies) and the USA took it up as a “health” measure for infants and young boys. Today the most likely reason for a male to be circumcised is because his parents are Muslims or Americans: together, these two categories account for the vast bulk of the 25 per cent or so of the world’s male population who are circumcised."


    History of Circumcision