Beiträge von Hannes

    Ich will mich hier auch mal äußern, weil ich ebenfalls selbst Erfahrungen mit dieser Diagnose gemacht habe.
    Bei meinen U-Untersuchungen im Kleinkindalter war wohl mal ein Hoden nicht ganz unten, jedenfalls hat der Arzt da 'Hodenhochstand' notiert. Das Ganze hatte erstmal keine Folgen, bis wir zur Schuluntersuchung einen von unseren Eltern ausgefüllten Fragebogen mitbringen sollten und meine Mutter da dieses gelbe Untersuchungsheft beigelegt hat. Eigentlich mussten bei dieser Untersuchung alle Jungs nur die Unterhose einmal vorziehen, aber als die Ärztin diesen Eintrag sah meinte sie, sie müsse sich das mal genauer ansehen. Ich bekam von ihr die Hoden abgetastet und bei der Gelegenheit auch gleich den Penis untersucht. Dabei meinte sie einen Hodenhochstand festzustellen und außerdem ging die Vorhaut nicht so weit zurück wie sie das wollte. Mir war es einfach nur peinlich, weil wir zu zweit zu der Untersuchung mussten und so die anderen Jungs später wussten, dass ich auch an Penis und Hoden untersucht worden war. Meine Mutter machte dann einen Termin bei der Hausärztin, wo ich mich erneut untersuchen lassen musste. Um sich auch über meine pubertäre Entwicklung zu informieren, fragte sie mich auch ob ich mich schon selbstbefriedigen würde und ob ich schon einen Samenerguss gehabt hätte. Für den "Hodenhochstand" empfach sie es mit einer Hormonspritzenkur zu versuchen und die Vorhaut solle ich bitte selbst, "am besten am steifen Penis", regelmäßig zurückziehen. Für die Spritzenkur musste ich dann einmal pro Woche zu ihr in die Praxis kommen. Dort lief es bei mir so wie oben auch von Betroffener beschrieben, also von der Schwester aufgerufen und ins Zimmer geführt, dort schon Hose und Unterhose ausziehen und untenrum nackt auf die Liege legen. Besonders peinlich war es von einer der jungen Arzthelferinnen abgetastet zu werden und die Spritze zu bekommen. Da sich bei der letzten Spritze jedoch der Hoden nochmal etwas weiter oben befand, empfahl die Ärztin nun eine OP. Es dauerte ein bißchen, bis ich dort einen Termin hatte. Die Voruntersuchung durch den Arzt ging schnell - er schaute sich nur kurz die Unterlagen an und tastete einmal ab, dann meinte er, das sei schnell erledigt. Am OP-Tag selbst war aber eine Ärztin da, die Dienst hatte. Ich musste mich ausziehen, bekam einen Kittel um und wurde in den OP-Raum geschoben. Dort wollte die Ärztin mich dann aber noch einmal vor ihrer Studentin abtasten. Dabei erklärte sie ihr alles genau und die Studentin durfte selbst auch abtasten und an meinem Penis die Vorhaut zurückziehen. Ich brauche wohl nicht zu sagen, dass mein Penis völlig steif wurde und ich mich in Grund und Boden geschämt habe. Aber die Ärztin meinte nur, "sowas passiert schon mal, das geht gleich wieder weg". Natürlich blieb das Tuch, dass sie dann so leicht wieder über meine Hüfte warf nicht so ganz liegen und die OP-Schwestern konnten weiterhin auf meinen steifen Penis gucken. Dann wurde ich auch schon schläfrig und als ich wieder wach wurde, war alles vorbei. Natürlich wurde ich bei der Musterung dann noch auf die Narbe angsprochen.
    Heute bin ich mir nicht mehr so sicher, ob es dieser Behandlung bedurft hätte. Pendelhoden (ein solcher war es wohl) sind ja nicht per se gefährlich und die Vorhaut löst sich manchmal erst auch noch zu Beginn der Pubertät von selbst ab. Jedenfalls habe ich die Erfahrung gemacht, dass Ärztinnen oder Helferinnen die Gelegenheit bei pubertären Jungen mal Penis oder Hoden zu untersuchen bzw. dabei zuzusehen gerne ausnutzen. Wie Betroffener auch schreibt ist das gerade in der Pubertät aber sehr unangenehm - nicht nur, sich vor fremden Frauen nackt ausziehen und präsentieren zu müssen, sondern auch so intensiv angefasst zu werden, dass man mit den Gefühlen und sich einstellenden Reaktionen schwer umgehen kann.