Novemberprogrome 1938

  • Ich finde den Artikel noch unter einem anderen Gesichtspunkt interessant.

    Die Definition für Jüdisch lautet:

    Jüdisch ist jeder, der von einer jüdischen Mutter geboren wurde sagt die Halachah, sie sagt aber auch, daß man auch durch einen Übertritt, einen Gijur, jüdisch werden beziehungsweise in die jüdische Religionsgemeinschaft aufgenommen werden kann.

    Gijur - Der bertritt zum Judentum

    Das ist aber, wie so vieles, was von religiöser Seite kommt, nur die halbe Wahrheit. Entsprechend dem eingestellten Artikel müßte der erste Halbsatz der Definition lauten:

    Jüdisch ist jeder, der von einer jüdischen Mutter geboren wurde und nicht zu einer anderen Religion konvertiert ist.

    Die Möglichkeit, dass letzteres geschehen könnte, ist aber offensichtlich so verpönt, dass man sie gar nicht erwähnen möchte.

    Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
    George Orwell

  • Jüdisch ist jeder, der von einer jüdischen Mutter geboren wurde und nicht zu einer anderen Religion konvertiert ist.

    Die Möglichkeit, dass letzteres geschehen könnte, ist aber offensichtlich so verpönt, dass man sie gar nicht erwähnen möchte.

    Aber genau darüber wird doch in dem besagten Artikel gesprochen! Der Übertriit in eine andere ist in JEDER Religion " verpönt".

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Der Übertriit in eine andere ist in JEDER Religion " verpönt".


    Ja, das war mit bekannt ;)

    Dann ist aber die Definition falsch. Es ist eben NICHT jeder jüdisch, der eine jüdische Mutter hat.

    Wobei natürlich noch interessant wäre, was z. B. mit Kindern einer jüdischen Mutter ist, die sich später taufen ließ.

    Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
    George Orwell

  • Sehr deutlich wird dieser Weg zum Übertritt hier dargstellt.Übertritt hier dargestellt. Bezeichnend für das Selbstverständnis des Judentums m.E. dieser Satz darin:

    Zitat

    So sagen wir nicht zu Juan, möchtest du das Judentum annehmen? Weil er es nicht kann, wie zuvor erklärt. Stattdessen sagen wir zu ihm – indem wir die Worte der Weisen des Talmuds umschreiben,11 "Juan, warum in der Welt möchtest du dich dem jüdischen Volk anschließen? Weißt du nicht, wie wir in der Geschichte verfolgt und unterdrückt wurden? Weißt du nicht, dass, egal was wir tun, die Völker der Welt es nicht ertragen können, dass wir existieren? Juan, liest du keine Zeitungen?"

    Ein andere Darstellung des Übertritts hier. - Aber es gab und gibt natürlich auch die andere Richtung, z.B. die Konversion zum Christentum . Anscheinend aber hat der Staat Israel selbst Probleme mit der Konversion. (Siehe auch hier.)

    Eine sehr detaillierte Darstellung - gefunden mit der Google-Frage "einmal jude immer jude" habe ich hier gefunden.

  • Umgekehrt ist es aber auch interessant: Die Mutter konvertiert und plötzlich ist die Vorhaut des Kindes unerwünscht, das sie im Bauch hat. Und was ist, wenn das Kind schon geboren ist? Dann wurde es ja von einer noch nicht jüdischen Mutter geboren. Muß das Kind dann konvertieren?

  • Ja, das ist alles sehr interessant und andererseits auch wieder völlig unwichtig. Offenbar genügt es nicht, einfach nur ein Mensch zu sein.

    Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
    George Orwell

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