Antje Yael Deusel: "Daaa sieht man das sehr schön!" - heitere Karzinome

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    • Antje Yael Deusel: "Daaa sieht man das sehr schön!" - heitere Karzinome

      Ein Artikel von 2012, ist mir aber damals durch die Lappen gegangen.
      Da sind sie alle schön vereint: Heiner Bielefeldt, Edward Schramm, Bijan Fateh-Moghadam, Thomas Lentes, Volker Beck und die unvermeidliche Antje Yael Deusel.

      Für Heiterkeit im Publikum sorgte die Urologin und Rabbinerin Antje Yael Deusel, die konkret auf die medizinischen Aspekte der Brit einging. Sowohl auf die Gefahren des Eingriffs selbst als auch auf die Gefahren einer unterlassenen Beschneidung wies die Ärztin hin. Mit drastischen Bildern von Phimosen, Narbenbildungen oder Karzinomen (O-Ton Deusel: »Daaa sieht man das sehr schön!«)
      Geht es noch unterirdischer? Eine retrahierbare Vorhaut (also dass, was fast alle jungen Männer mit 18 haben, falls die Eltern sie ihnen belassen haben) ist überhaupt kein Risikofaktor für das Peniskarzinom.


      "The Power of Nightmares" - Natürlich, vor Krebs hat jeder Angst. Mit abwegigen Schockbildern will man Ängste schüren - und es wirkt:

      »Wer nach diesem Vortrag seine Söhne nicht beschneiden lässt, hat entweder nicht zugehört oder empfindet keine Liebe für seinen Sohn«, meinte eine Frau im Publikum zu den Ausführungen.
      Und wer der Tochter nicht die Brustdrüsen amputieren lässt, hat keine Liebe zu seiner Tochter ;) , denn jede achte-zehnte Frau erkrankt an Brustkrebs, während Peniskrebs ein seltener Krebs ist.

      BTW :

      Salek Kutschinski wrote:

      Wir bagatellisieren das auch .... Wir schneiden am empfindlichsten Teil des Penis etwas ab


      juedische-allgemeine.de/politi…eidung-interdisziplinaer/

      There is no skin like foreskin
    • Noch was zum Deuselschen Schreckgespenst "Peniskrebs":

      Ca. 40% der Fälle werden angeblich durch HPV-Infektion ausgelöst. Gegen HPV können sich nicht nur Frauen, sondern auch Männer (vorhautlos oder intakt) impfen lassen. Diese Entscheidung können aber die Betroffenen selbst treffen.
      Das wäre sicher sinnvoller als Kindern einen erheblichen Teil ihrer sexuellen Sensorik zu rauben.

      Peniskrebs ist ein seltener Krebs, das Risiko für PK ist in Deutschland vergleichbar mit Nordamerika. In manchen Ländern ist die Inzidenz sehr viel höher (z.B. Rumänien, Brasilien) ohne dass sich das aus der Zirkumzionsrate erklären ließe.

      Das mittlere Alter der Erkrankung liegt in Deutschland bei 70 Jahren. Betroffen sind häufig chronisch kranke, pflegemäßig vernachlässigte Männer. Aber selten kann dieser Krebs auch schon bei deutlich jüngeren Männern auftreten - deshalb sollte man bei Veränderungen am Penis immer zum Arzt, gehen das abklären lassen.
      Viel wichtiger aber ist es für junge Männer, gelegentlich die Hoden auf Veränderungen zu untersuchen und ggf. sofort zum Arzt zu gehen, denn Hodenkrebs ist der häufigste Krebs junger Männer und führt unbehandelt innerhalb eines Jahres zum Tode.
      Ich hatte da auch mal was am Penis, das ist rausgeschnitten worden, war negativ - Probleme habe ich keine dadurch. Weder optisch noch funktional. Man sieht das gar nicht mehr.
      Es wird eh empfohlen, dass Männer ab 45 jährlich zur Früherkennung zum Urologen gehen, der checkt auch immer auf PK. Früh erkannt, reicht eine lokale Entfernung der Neubildung und der Penis bleibt vollständig erhalten. Im Ggs. zu den inneren Krebsarten lässt sich der Verdacht auf PK leicht feststellen, mit bloßem Auge.

      Die Mortalität von PK ist gering im Vergleich zu vielen anderen Krebsarten (Lunge, Darm, Pankreas, Magen. Leber) - ca. 70% überleben die nächsten 10 Jahre. Also das krasse Gegenteil von dem, was Dr. Leo Latasch vorm Ethikrat suggerierte (der hat den Rat, mit Verlaub, so was von verarscht).

      Fazit: Frau Deusel hat sich als Demagogin sonder gleichen erwiesen. Man kann diesen Mist einfach nicht mehr hören.

      Jeder Mann hat viele Jahre Zeit sich zu überlegen, ob er Risikofaktoren für PK hat - chronische Entzündungen, Lichen sclerosus, nicht retrahierbare Vorhaut, Rauchen (ca. 5-fach erhöhtes Risiko, allerdings Herzinfarkt 8-fach, Lungenkrebs 10-15 fach - aufhören lohnt sich immer) und ob er gegen die was machen kann (vor HPV schützt Impfung, nicht retrahierbare Vorhaut lässt sich in den meisten Fällen konservativ oder durch vorhauterhaltende OP beheben, auch Lichen lässt sich häufig ohne Zirkumzision behandeln, disziplinierte Kontrolle des Blutzuckers bei Diabetikern) - aber eine prophylaktische Zirkumzision ohne Befund während der sexuell aktiven Lebenszeit - damit bringt man sich um:

      Ärztezeblatt wrote:

      Die Entfernung der Vorhaut vermindert jedoch auch die exponierte Oberfläche der nicht verhornenden Penishaut um 50 %.

      There is no skin like foreskin