Genitalverstümmelung von "Frauen" hat nichts mit Religion zu tun!

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    • Genitalverstümmelung von "Frauen" hat nichts mit Religion zu tun!

      ...und ist schon deswegen ganz etwas anderes. Hieß es gebetsmühlenartig 2012, und wird von Jungenverstümmelungsbefürwortern immer noch sehr fleißig vorgetragen.

      Aber, seltsam:


      Die Lage der Frauen und Mädchen in Guinea ist besorgniserregend. 97 Prozent der Frauen sind hierzulande beschnitten und 52 Prozent der Mädchen werden minderjährig verheiratet. Immer noch sterben viele Frauen bei der Geburt und häusliche Gewalt ist weit verbreitet.


      Der Staat muss dafür sorgen, dass die Gesetze eingehalten werden, denn das Gesetz ist eigentlich gut! Das größte Hindernis stellen die Traditionen und die Religion dar. Die Beschneidung etwa ist rein religiös begründet
      dw.com/de/weltfrauentag-2019-w…t-k%C3%A4mpfen/a-47780335
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Neu

      Auf der Homepage der National Secular Society nähert sich Megan Manson der offensichtlich vielen Politikern (auch deutschen, Anm.) unbequemen Tatsache, dass die religiösen Autoritäten der Schafiiten, welche in Südostasien, Ostafrika, Kurdistan sowie in Ägypten und Saudi-Arabien sprich am Roten Meer die verbreitetste Rechtsschule des sunnitischen Islam bilden, seit Jahrhunderten die weibliche Beschneidung / weibliche Genitalverstümmelung (FGM) als verpflichtend (waajib / farD = compulsory, obligatory) betrachten. Ebensolches gilt bekanntlich für die den Siebener-Schiiten (Ismailiten) zuzurechnenden Dawoodi Bohra - vgl. der Strafrechtsprozess gegen Jumana Nagarwala in den USA, der am 29. April 2019 fortgesetzt werden wird.

      Megan Manson betont, dass kein anderer sunnitischer Madhhab - d. h. Malikiten, Hanafiten, Hanbaliten - die FGM ablehnt, sondern sie (bestenfalls, Anm.) schariarechtlich als "ehrenwertes, ehrbares Tun" einstuft (makrumaa - a noble deed, a virtue). (Etliche hanbalitische Autoritäten von ibn Hanbal bis Ibn Taimiyya verlangten männliche und weibliche Beschneidung eben als waadschib / farD.)

      A significant number of Muslims do believe FGM is a requirement of Islam. The Shafi’i school of Sunni Islam and the Dawoodi Bohra branch of Shia Islam are two sects that consider genital cutting to be a requirement [ obligatory (wājib) - religiös zwingend verpflichtend, Anm. ] The Maliki, Hanafi and Hanbali schools of Sunni have also considered female genital cutting a ‚virtue‘. In Malaysia, where 93% of women from Muslim families have undergone FGM, 82% claim it is a religious obligation.

      by Megan Manson • Let’s face facts: FGM has something to do with religion • nss – National Secular Society 14.03.2019

      secularism.org.uk/opinion/2019…thing-to-do-with-religion

      The Maliki, Hanafi and Hanbali schools of Islamic jurisprudence view it as makruma for women ("noble", as opposed to obligatory). For the Shafi'i school it is obligatory (wājib).

      en.wikipedia.org/wiki/Religiou…_genital_mutilation#Islam

      .

      Es ist wie bei der männlichen Beschneidung / männlichen Genitalverstümmelung (MGM), man hat als Parlamentarier Angst, etwas gegen Religion zu sagen. Doch ob die Eltern religiös fühlen oder nicht - jedes Mädchen ist zu schützen, die FGM muss im 21. Jahrhundert praktisch wie juristisch verboten sein.

      Entscheidend ist also nicht das wie auch immer lautende religiöse Dogma der Personensorgeberechtigten, entscheidend ist, dass die FGM im modernen Rechtsstaat nicht religiös rechtfertigbar ist, nicht straffrei praktiziert werden darf.

      Die Jungenbeschneidung muss ebenfalls vollständig überwunden werden, weltweit.

      MGM ist genauso schlimm wie FGM.
      A foreskin is a birth right, not a birth defect.

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      Korrektur
      statt
      in Ägypten und Saudi-Arabien sprich am Roten Meer
      lese man bitte
      in Ägypten und Saudi-Arabien am Roten Meer

      denn
      1.
      in etlichen Teilen von Ägypten, etwa im Großraum Kairo, sind Schafiiten mit Hanafiten und Malikiten oft etwa gleich stark vertreten, hingegen östlich des Nil, im Osten Ägyptens (s. u.: eastern Egypt) stark
      2.
      im islamrechtlich heute v. a. hanbalitisch ("wahhabitisch") geprägten Saudi-Arabien beschneiden (auch, doch FGM gibt es in vielen wenn nicht in allen Teilen des Landes, also auch unter Hanbaliten)
      v. a. die Schafiiten, die dort seit vielen Generationen v. a. auch im Hedschas (الحجاز al-Ḥiǧāz), im Gebirge Asir (جبال عسير Ǧibal al-ʿAsīr) und im Küstenbereich der Tihama (تهامة Tihāma) leben.

      Welt-Karte: Schafiiten - hier im südwestlichen Saudi-Arabien jedenfalls am Roten Meer usw. leider nicht eingezeichnet, ansonsten dunkelblau: kurdische Gebiete, Somalia, Indonesien usw. Übrigens auch Tschetschenien.

      upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/44/Madhhab_Map3.png

      Dagestan nicht zu vergessen. Ebenfalls der Fiqh (Madhhab) nach Imam asch-Schafii - und daher auch ein großes FGM-Problem.

      srji.org/en/about/annual/the-s…dy-in-russian-federation/

      "Der im Kaukasus einflussreiche Mufti Ismail Berdijew hat die weibliche Beschneidung als „normale Tradition“ in der russischen Teilrepublik Dagestan bezeichnet. Der Mufti rechtfertigte sie mit der „Beruhigung der weiblichen Lust“. Die Äußerungen sorgen in Russland für Kritik." (Deutschlandfunk Kultur am 18.08.2016)

      deutschlandfunkkultur.de/genit…ml?dram:article_id=363406

      Demo gegen islamische FGM - 2016 vor der Haupt-Moschee zu Moskau: "Die Schafe scheren, nicht die Frauen."

      Maria Baronova, an opposition activist, responded to the report by standing outside Moscow’s main mosque with a sign saying “cut sheep not women”.

      theguardian.com/society/2016/a…l-not-end-fgm-in-dagestan

      ... östliches Ägypten, die kurdischen Gebiete, Jemen, die Malediven, Sri Lanka, Singapur ... Indonesien und Malaysia ...

      The Shafi‘i school is now predominantly found in Somalia, Eritrea, Ethiopia, Djibouti, eastern Egypt, the Swahili coast, Hijaz, Yemen, Kurdish regions of the Middle East, Dagestan, Chechen and Ingush regions of the Caucasus, Indonesia, Malaysia, Sri Lanka, Maldives, Kerala and some other coastal regions in India, Singapore, Myanmar, Thailand, Brunei, and the Philippines.

      en.wikipedia.org/wiki/Shafi%E2%80%98i

      .

      Malaysia

      In 2009, the Malaysian Council for Islamic Religious Edicts came to a consensus that female circumcision is obligatory (JAKIM, 2009).

      researchgate.net/figure/Table-…el-and-age_fig1_267329919

      .

      Indonesien

      Permenkes 1636/2010 - regulation number 1636/2010

      Peraturan Menteri Kesehatan RI No. 1636/MENKES/PER/XI/2010 tentang Sunat Perempuan yang dikeluarkan pada November 2010

      institutperempuan.or.id/?p=175

      Mencabut Peraturan Menteri Kesehatan Nomor 1636/MENKES/PER/XI/2010 tentang sunat perempuan;

      amnesty.org/download/Documents/28000/asa210152011in.pdf

      “which legitimizes the practice of female genital mutilation and authorizes certain medical professionals such as doctors, midwives and nurses, to perform it”

      While the country banned FGM in 2006, in November 2010, the Health Ministry of Indonesia issued a regulation, regulation number 1636/2010, “which legitimizes the practice of female genital mutilation and authorizes certain medical professionals such as doctors, midwives and nurses, to perform it” and which the Committee on the Elimination of all Forms of Discrimination Against Woman (CEDAW) called a “setback in combating violence against women”.

      samatatafoundationfgm.wordpres…-mutilation-in-indonesia/

      FGM in Indonesia hits alarming level
      by: Anggi M. Lubis and Hans Nicholas Jong | The Jakarta Post 06.02.2016

      thejakartapost.com/news/2016/0…-hits-alarming-level.html

      Female Genital Mutilation has been documented to be practiced in Indonesia since long.

      stopfgmmiddleeast.wordpress.com/countries/indonesia/

      .

      Jemen

      In 4 of Yemen's 21 governorates, according to a 2008 report, the FGM prevalence rates exceed 80%: al-Hudaydah (97%), Hadhramaut (97%), al-Mahrah (97%) and Adan (82%); Sana'a Governorate, which includes the capital of Yemen, has a prevalence rate of 46%.[230] Type II FGM was most common, accounting for 83% of all FGMs. Type I FGMs accounted for 13%.

      en.wikipedia.org/wiki/Prevalen…tilation_by_country#Yemen

      .

      ... usw. usw. - kurz gesagt: überall, wo die religiöse (islamische) Rechtsauffassung bzw. Rechtssprechung nach Imam al-Schafii arbeitet, ist FGM ein besonders großes Problem.

      Eben kein "rein afrikanisches Problem". Die heute durch UNICEF und WHO verbreitete Zahl "mindestens 200 Millionen" ("more than 200 million girls and women alive today", "at least 200 million girls and women have been cut" usw.) kam erst - endlich - zustande durch die Einbeziehung der vielen FGM-Opfer in Indonesien und Malaysia.

      nytimes.com/2016/02/05/health/…-circumcision-unicef.html

      No “African problem”

      stopfgmmiddleeast.wordpress.co…ion-much-more-widespread/

      correcting their reporting of FGM as an only African problem

      wadi-online.org/2018/11/05/stop-fgm-mideast/
      A foreskin is a birth right, not a birth defect.

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