Eva-Maria Schrage: "Jüdische Religion in Deutschland: Säkularität, Traditionsbewahrung und Erneuerung"

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Eva-Maria Schrage: "Jüdische Religion in Deutschland: Säkularität, Traditionsbewahrung und Erneuerung"

      S. 267 wrote:

      In den letzten Jahren wurde in der Debatte über die Beschneidung von neugeborenen Knaben ... erkennbar, dass es heute auch passieren kann, dass Juden als religiöse Akteure unter erheblichen Rechtfertigungszwang gesetzt werden. Die von der Mehrheit des Parlaments mitgetragene Entscheidung der Bundesregierung, die religiöse Beschneidung gesetzlich zu erlauben... zeugt von einer gesellschaftlichen Bereitschaft, traditionelle Freiräume von Religionsgemeinschaften zu erhalten.
      Wie viele Fehler findet ihr?

      There is no skin like foreskin
    • In den letzten Jahren wurde in der Debatte über die Beschneidung von neugeborenen Knaben ... erkennbar, dass es heute auch passieren kann, dass Juden als religiöse Akteure unter erheblichen Rechtfertigungszwang gesetzt werden. Die von der Mehrheit des Parlaments mitgetragene Entscheidung der Bundesregierung, die religiöse Beschneidung gesetzlich zu erlauben... zeugt von einer gesellschaftlichen Bereitschaft, traditionelle Freiräume von Religionsgemeinschaften zu erhalten
      1. Im 1631d geht es nicht um "religiöse"Jungenverstümmelung, sonder um beliebige Jungenverstümmelung "auf Elternwunsch" - es werden alle Jungen um ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit gebracht.
      2. Der 1631d war eine Reaktion der Parteibonzen (v.a. A. Merkel) auf das Kölner Urteil - das wiederum eine Reaktion auf erhebliche Komplikationen bei einer "muslimischen" Jungenverstümmelung war, und die nicht-indizierte Vorhautamputation bei Jungen betrifft zu 99% nicht-jüdische Kinder.

      3. "Die von der Mehrheit des Parlaments mitgetragene Entscheidung der Bundesregierung"

      Quark. Der deutsche Bundestag hat mehrheitlich (Handabstimmung von erstaunlich wenigen Abgeordneten) die Regierung aufgefordert, ein Gesetz zu erlassen. Nachdem die Parteibonzen den Abgeordneten in der Sommerpause diesen Resolutionsentwurf quasi vor den Latz geknallt hatten - ohne jegliche Einarbeitung in die Thematik wurde abgestimmt und sich verbindlich festgelegt, ein für eine Demokratie unerhörter Vorgang,

      4. "zeugt von einer gesellschaftlichen Bereitschaft"


      Quark, die Gesellschaft hat den 1631d mit großer Mehrheit abgelehnt. Was im Parlament ablief war Realsatire.


      5. Es ging auch nicht um "Freiräume" denn Zwangs-Verstümmelung ist das Gegenteil von Freiheit.

      Es ging um Sonderrechte für Erwachsene zu Lasten von Kindern, um ein Extrawurstgesetz.

      Wilhelms-Universität, da haben wir ja schon einiges Unrühmliches gelesen, da ist man offenbar in der wilhelminischen Zeit zurückgeblieben.

      Das zeigt auch die Bezeichnung "Knaben" auf. Man sagt heute schon mal scherzhaft "Na, alter Knabe?" zu einem Erwachsenen, ansonsten redet man heute von "Jungen". "Knaben" war anno dunnemals.
      Aber wenn es um BGM geht, werden aus Jungen auf einmal wieder Knaben.

      Besonders strange ist die Bezeichnung "neugeborener Knabe". So ähnlich wie "neugeborene Magd"

      There is no skin like foreskin
    • Das war keine Realsatire, das war die Beerdigung unserer Demokratie, denn mit dieser Abstimmung als beispiellos direkte Reaktion auf das Kölner Urteil wurde die Gewaltenteilung zwischen Legislative und Judikative - die GRUNDSÄULE der Demokratie - gleich zweimal aufgehoben. Die direkte Einmischung Merkels zum Einen (denn nicht zuletzt auf ihr Betreiben hin ist der Vorsitzende Richter bereits kurz nach diesem Urteil versetzt worden - das heißt, jeder Richter, der ein der Politik unliebsames Urteil spricht, kann und wird umgehend durch diese "entfernt"), die Schaffung dieses Gesetzes innerhalb kürzester Zeit und mit sofortigem Inkrafttreten andererseits.

      Selten bis dahin stand des Volkes Wille und das, was die Regierung daraus gemacht hat, so deutlich und zahlenmäßig so hoch in Diskrepanz. Und selten wurde das Volk für seinen Willen derartig unverhohlen öffentlich von seinem Regierungschef beleidigt wie da ("Kasperköppe").

      Doch was macht das Volk zum Dank: Sie nur ein halbes Jahr nach diesem Tritt in den völkischen Hintern für weitere 4 Jahre ins Amt wählen. Na bravo!

      The post was edited 1 time, last by Anderswo ().

    • Nach 6 1/2 Jahren? Da vertraue ich das googlen dir an. :)
      Aber da ich damals aus der Gegend war und die Diskussion relativ nah verfolgen konnte, weiß ich es definitiv. Natürlich war das nicht "offiziell", schließlich wäre das ja verfassungsferichtlich angreifbar gewesen. Aber die öffentlichen Wertungen dieses Urteils durch Merkel und andere waren eindeutig und kaum 1/2 Jahr später war dieser Richter nicht mehr dort tätig.
      Kann natürlich auch alles Zufall gewesen sein....

      Anm: Der letzte Satz KÖNNTE Ironie enthalten ;)
    • Kanzlerin Angela Merkel hat ... unterstrichen, dass Entscheidungen unabhängiger Gerichte zu akzeptieren sind. Und sie müssten auch umgesetzt werden, sagte Merkel am Freitag in Berlin
      Ha-ha-ha-ha! *Mittelfinger*

      Angela Merkel: "Entscheidungen unabhängiger Gerichte sind umzusetzen"!

      Aber wenn Bin Ladens ehemaliger Leibwächter abgeschoben wird in ein Land, in das aktuell Scharen von deutschen Touristen reisen (wo bleibt eigentlich die Reisewarnung des auswärtigen Amtes?), das ist natürlich ganz was anderes, als wenn zigtausende Jungen pro Jahr verletzt und körperlich beraubt werden.

      "Im Prinzip sind Entscheidungen unabhängiger Gerichte zu akzeptieren und auch umzusetzen, außer, wenn ich sie nicht mag"

      There is no skin like foreskin
    • Der Richter der 1. kl. Strafkammer war damals Thomas Beenken.

      brdnazijustiz.files.wordpress.…5/12/lg_koeln-gvp2012.pdf

      Aktuell ist er offenbar nicht mehr in der 1. kleinen Strafkammer, sondern der 7. tätig. Diese gab es offenbar 2012 noch nicht.

      lg-koeln.nrw.de/aufgaben/gesch…ne_strafkammern/index.php

      Die Kammer scheint für Landfriedensbruch und öffentliche Ordnung zuständig zu sein. Es mag also sein, dass man ihm andere Themen zugeordnet hat, inwieweit das aber nicht grundsätzlich Tagesgeschäft für alle Richter ist vermag ich nicht zu sagen. Eine direkte Strafmaßnahme kann ich da aber erst mal nicht erkennen.
    • R2D2 wrote:

      Eine direkte Strafmaßnahme kann ich da aber erst mal nicht erkennen.
      Danke.
      Ich halte absolut nichts davon, Tatsachen mit Spekulationen zu vermischen und diese dann als neue Tatsachen hinzustellen.
      Dass er versetzt wurde, ist eine Tatsache. Warum und auf wessen Betreiben hin wissen wir aber nicht. Darüber lässt sich meinetwegen spekulieren, aber diese Spekulationen danach als Wahrheit zu präsentieren,

      Anderswo wrote:

      Die direkte Einmischung Merkels zum Einen (denn nicht zuletzt auf ihr Betreiben hin ist der Vorsitzende Richter bereits kurz nach diesem Urteil versetzt worden - das heißt, jeder Richter, der ein der Politik unliebsames Urteil spricht, kann und wird umgehend durch diese "entfernt")
      halte ich für höchst problematisch. Können wir das in Zukunft bitte unterlassen? Auch was solch zweideutige Begriffe wie "völkischen Hintern" betrifft. Das Völkische sollten wir hier nicht bedienen.

      Anderswo wrote:

      von seinem Regierungschef beleidigt wie da ("Kasperköppe").
      Der korrekte Terminus damals war übrigens "Komikernation".
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Mich würde interessieren, ob der Kölner Meilenstein der Rechtsprechung Auswirkungen auf die Karriere der Staatsanwältin hatte. Immerhin gab es damals von allen Seiten (Gerichtspräsident, Schnarrenberger...) mehr oder weniger verklausulierte Schelte. Und der 1631d war eine regelrechte Ohrfeige für die "unabhängige Rechtsprechung". Oder, wie Reinhard Merkel formulierte "der Sündenfall des Rechtsstaates"

      There is no skin like foreskin
    • brokendream wrote:

      google.com/url?q=https://adam1…Vaw13iqjk2owVGmbzA_Czx-D-

      Hier das Original als PDF mit den Namen der Juristen.
      Siehe meinen korrigierten Post ^^

      Erste Rechercheergebnisse zeigen, Richter Beenken fällte bereits wenige Monate nach dem Beschneidungsurteil nur noch Zivilsenatsentscheidungen (ein in der Justiz im Gegensatz zum Strafrecht belangloses Entscheidungsfeld für Richter). So war er - welch Ironie - bereits Anfang 2013 mit der Entscheidung, ob die Baufirma der Kölner Zentralmoschee von der Ditib noch Geld für falschen Zement zu kriegen habe oder nicht, betraut. Welch Schmach für einen noch kurz zuvor tätigen Strafrechtler! Stand 2016 war er noch immer in der 18. Zivilkammer. Für einen zuvor als Strafrichter tätigen Richter definitiv ein Abstieg, das weiß jeder, der halbwegs Ahnung von Jura hat und bestätigt einem auch jeder Jurist. Wie sagte ein Anwalt mal zu mir: "Zivilsachen sind Pillepalle"

      Das Bild ist ziemlich offensichtlich, dass der Richter aus dem potentiell weitaus öffentlicher betrachteten Strafrecht ganz schnell in ein unwichtiges und öffentlich kaum bis nicht beachtetes Themengebiet verschoben wurde. Kann ja nicht sein, dass "so einer" womöglich nochmal eine grundgesetzlich wirksame (und rechtmäßige) Entscheidung fällt...

      The post was edited 3 times, last by Anderswo ().

    • brokendream wrote:

      Der Staatsanwalt Herr Pelzer wurde allerdings 2013 befördert.
      Wo liest du was von Pelzer? Ich lese was von Staatsanwältin Müller.
      Aber letztlich hat ja keiner nach dem "Blut" des Staatsanwalts geschrien, sondern nur nach dem des Richters als derjenige, der es zu entscheiden hatte. Der "Böse" Richter hätte ja schließlich den Antrag der Staatsanwaltschaft auch ablehnen können ("und sollen"...)
    • Lieber Anderswo,

      wie ich oben bereits schrieb, ist Herr Beenken Vorsitzender der 7. kl. Strafkammer und ist somit ganz sicher nur nicht mit Zivilsachen betraut. Du spekulierst hier weiter einfach drauf los. Und was dein Anwalt von Straf- und Zivilrecht hält, muss mit der Sicht der Richter noch lange nicht übereinstimmen. Gerichte organisieren sich mit einem jährlichem Geschäftsplan, der offenbar zumindest teilweise auch auf Rotation basiert.
    • Druide wrote:

      [...] muss nicht... , [..]offenbar...
      WER von uns beiden spekuliert hier gerade? :huh:

      Werter Druide, bitte unterlasse es, in einer Art und Weise mit mir zu kommunizieren, als sei ich mit dem Klammerbeutel gepudert worden.

      Ich muss dir auch nicht für jede meiner Äußerungen schriftliche Beweise hier vortragen, wir sind hier nämlich nicht vor Gericht! Ich habe das Recht, das meine Aussagen auch von dir respektiert und nicht von vornherein als erlogen oder - wie du es nennst - "spekuliert" eingeschätzt werden, bis ich dir auf alles jeweils das Gegenteil beweise!

      So und hier bitte: richterscore.de/judge/?query=Landgericht%20K%C3%B6ln&page=6

      Ach ja und noch was: Ich habe vielleicht mehr Ahnung und Einblick ins Juristische, als du vielleicht denkst! Du kennst mich nicht, also unterlasse es bitte, auf meiner Seite ausschließlich Unwissen zu unterstellen. Wie ich bereits sagte: Ich bin nicht mit dem Klammerbeutel gepudert worden.

      Danke und schönen Abend noch!

      PS: Schonmal nachgedacht, warum ein vorsitzender Richter einer Strafkammer diesen Vorsitz plötzlich und ausgerechnet schon wenige Wochen nach dem besagten und durch die Kanzlerin höchstpersönlich öffentlich kritisierten (an sich schon ein Unding - ein Regierungschef hat die Unabhängigkeit der Gerichte besonders zu achten und zu würdigen) Urteil weg genommen bekommt, um nach 6 Jahren und dem erfolgreichen Abebben bzw. Zwangsersticken der Diskussion um sein Urteil mal wieder einer kleinen Strafkammer vorsitzen zu dürfen? Das hat nichts mit Rotation im Geschäftsplan zu tun, erst recht nicht, wenn man die damaligen Äußerungen des Landgerichtspräsidenten in Kontext hinzu zieht!

      The post was edited 4 times, last by Anderswo ().

    • Sorry, diesen Ton brauchen wir hier echt nicht. Beenken war Vorsitzender eine kleinen Strafkammer und ist Vorsitzender einer kleinen Strafkammer. Link hatte ich dir schon oben gegeben. Das Urteil wurde auch von einer kleinen Strafkammer gesprochen.

      lg-koeln.nrw.de/aufgaben/gesch…ne_strafkammern/index.php

      Und solange du keine Belege für deine Behauptungen hast, sind es eben nur Behauptungen, ganz unabhängig davon, womit du dich puderst.
    • Anderswo wrote:

      brokendream wrote:

      Der Staatsanwalt Herr Pelzer wurde allerdings 2013 befördert.
      Wo liest du was von Pelzer? Ich lese was von Staatsanwältin Müller. Aber letztlich hat ja keiner nach dem "Blut" des Staatsanwalts geschrien, sondern nur nach dem des Richters als derjenige, der es zu entscheiden hatte. Der "Böse" Richter hätte ja schließlich den Antrag der Staatsanwaltschaft auch ablehnen können ("und sollen"...)

      "In der Strafsache
      gegen Dr. … K.,
      geboren am …,
      wohnhaft …,

      wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen
      hat das Amtsgericht Köln, Abt. 528
      aufgrund der Hauptverhandlung vom 21.09.2011,
      an der teilgenommen haben:
      Richter am Amtsgericht Eßer
      als Richter
      Oberamtsanwalt Pelzer
      als Vertreter der Staatsanwaltschaft
      Rechtsanwalt Dr. Comes aus Köln
      als Verteidiger des Angeklagten …“

      Direkt auf der ersten Seite...
    • brokendream wrote:

      wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen
      hat das Amtsgericht Köln, Abt. 528
      aufgrund der Hauptverhandlung vom 21.09.2011,
      an der teilgenommen haben:
      Richter am Amtsgericht Eßer
      als Richter
      Oberamtsanwalt Pelzer

      Es gab doch zwei Instanzen, Amtsgericht und Landgericht.

      Das Amtsgericht interessiert uns hier weniger, es geht allein ums Landgericht.

      Das hatte Anderswo korrekt verlinkt. Vorsitzender Richter war Beenken.

      adam1cor.files.wordpress.com/2…s-169-11-beschneidung.pdf

      There is no skin like foreskin