Pinned Neue Phimoseleitlinie ist veröffentlicht

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    • Neue Phimoseleitlinie ist veröffentlicht

      Endlich ist sie da. Und sie hat es in sich!
      Keine wissenschaftlich unhaltbaren Altersgrenzen ("spätestens zur Einschulung") mehr, dafür klare Aussagen zur Aufbau und Funktion der Vorhaut, richtiger Umgang mit natürlicher Vorhautenge, angemessenen Therapieempfehlungen bei Beschwerden.

      Danke an alle Beteiligten, die diesen längst überfälligen und gewaltigen Schritt ermöglicht haben!


      awmf.org/leitlinien/detail/ll/006-052.html
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Es ist nicht zu überschätzen, welche enorme Bedeutung diese Leitlinie in Gerichtsverfahren und damit indirekt für die Abschaffung der Scheindiagnose "Phimose" wirklich haben wird.

      Diese Leitlinie ist eine Zäsur, ein Meilenstein.

      Ein besonderer Dank gilt Prof. Dr. h.c. Dr. Maximilian Stehr als Projektleiter sowie Victor Schiering als nicht abstimmungsberechtigter Teilnehmer im Namen von MOGiS e.V. - eine Stimme für Betroffene.
    • Spannend sind bereits die beteiligten Fachgesellschaften. Bislang haben wir hauptsächlich auf Veröffentlichungen des BVKJ verwiesen, wenn es um Belege und Aussagen durch ernstzunehmende ärztliche Vereinigungen ging; also ich jedenfalls. Nunmehr ist das alles breiter aufgestellt.

      Weiterhin sind die vielen Einzelheiten bei näherer Betrachtung ein Knüppel. So muss zumindest über "mögliche" negative Folgen für die Sexualität aufgeklärt werden. Eine nicht ordnungsgemäß vorgenommene Aufklärung hat zur Folge, dass die Einwilligung des Patienten bzw. dessen Eltern unwirksam ist. Durch eine unwirksame Einwilligung ist der Eingriff wiederum rechtswidrig. Eine Leitlinie ist zwar nicht bindend und schon gar nicht so etwas wie ein "Gesetz". Dennoch hat sie starke Auswirkungen. Leitlinien wissenschaftlicher Fachgesellschaften gelten in der Regel als repräsentativ für den im Zeitpunkt der Behandlung geltenden medizinischen (Mindest-)Standard.

      Die Triple Incision wird zumindest erwähnt.

      Sehr gut finde ich auch, dass über den Aufbau und die Bedeutung des männlichen Präputiums referiert und über die negativen Folgen speziell in Bezug auf Babys und Kleinkinder Informationen aufgeführt werden.

      Auch die Komplikationsrate und die mangelnden Grundlagen für angebliche Vorteile werden besprochen.
    • "Bei einer korrekt durchgeführten Zirkumzision werden bis zu 50 % der am Penis befindlichen
      Haut entfernt. Dabei handelt es sich aufgrund ihrer nervalen Ausstattung um den
      sensibelsten Teil. Dies hat einen spürbaren und messbaren Sensibilitätsverlust zur Folge
      (Sorrells et. al. 2007)."

      Das ist für mich der Hammer.
      "Harmloser Eingriff", ohne Folgen, keine Auswirkungen "bekannt", "kleiner Schnitt" und wie dieser ganze Schwachsinn immer verkündet wurde... in Leitmedien, von Religionslobbyisten sowieso (Rechtsausschuss!!!), Urologen, Professoren, Politikern etc.
      Alle sollen jetzt mal lesen und bereuen. Um Entschuldigung bitten.
      Und Konsequenzen ziehen.
      Ich warte darauf!
    • Gibt es ein Delta gegenüber der bisherigen Fassung? Was ist neu, was ist geändert?

      Ich habe gesehen, dass sich die Klassifikation geändert hat, von S1 auf S2k:
      • S1: Die Leitlinie wurde von einer Expertengruppe im informellen Konsens erarbeitet.
      • S2k: Eine formale Konsensfindung hat stattgefunden.
    • Zeit wude es.

      Jetzt müsste die noch in alle möglichen Sprachen übersetzt werden, um sowohl Ärzte, Eltern und Betroffene in anderen Ländern zu erreichen (auch, wenn diese offiziell wohl nur für Deutschland gültig ist) als auch z. B. Migranten.

      Also, Freiwillige mit guten Fremdsprachenkenntnissen vor!
    • Die Morgenpost mit einem sehr guten Artikel von Renate Bernhard:

      morgenpost.de/web-wissen/artic…ngen-Beschneidung-ab.html
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Stefan Bick wrote:


      Recht auf Selbstbestimmung
      2./3. Juni: Ärzte raten von Jungen-Beschneidung ab
      Der Artikel 2 des Grundgesetzes sollte eigentlich das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und Wohlbefinden, aber auch die körperliche Integrität, also den Körper so zu belassen, wie er ist, schützen. Dazu gehören auch der Schutz vor Verunstaltungen, Verletzungen und insbesondere Schmerzen, wie sie in Folge von Beschneidungen auftreten. Mit dem 2012 beschlossenen Jungenbeschneidungsgesetz, dass insbesondere religiösen Beschneidern entgegenkommt, die diese auch ohne Narkose durchführen dürfen, wird Artikel 2 ad absurdum geführt. Auch beschneidet das Gesetz die freie Selbstbestimmung der Jungen, denen man lieber ab dem zwölften Lebensjahr zugestehen sollte, selbst zu entscheiden, ob sie eine Beschneidung wünschen oder nicht. Mir erzählte die Mutter zweier Söhne, dass sie es sich bis heute nicht verziehen habe, die von ihrem Mann und dessen Familie geforderte religiös begründete Beschneidung ihrer Söhne nicht verhindert zu haben. Die Babys hätten noch nach Wochen vor Schmerzen geschrien. Es wäre wünschenswert, wieder den Schutz der Jungen in den Vordergrund zu stellen, statt die Forderungen von religiösen Lobbyverbänden zu bedienen.
      Stefan Bick, Arzt für Allgemeinmedizin
      Ein Recht auf ein Leben mit vollständigen Genitalien muss in Deutschland möglich sein