Kultureller Hintergrund rechtfertigt keine geschlechtliche Ungleichbehandlung

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    • Kultureller Hintergrund rechtfertigt keine geschlechtliche Ungleichbehandlung

      SpO wrote:

      "Der kulturelle Hintergrund rechtfertigt oder entschuldigt nichts. Er wäre noch nicht mal als Erklärung akzeptabel. Bei uns sind Frauen und Männer in allen Beziehungen gleichberechtigt. Das hat jeder zu akzeptieren, der hier lebt", sagte Maas.

      Endlich sagt das mal jemand ;)

      Die ganze Zeit dürfen Jungen zwangsbeschnitten werden und Mädchen sind durch unsere Gesetze geschützt. Es wurde im Gesetz eine Ungleichbehandlung geschaffen (§ 1631d BGB), die einen kulturellen Hintergrund besitzt und nun scheint Herr Maas dann wohl der erste zu sein, der begriffen hat, dass Gleichberechtigung nicht vor kulturellen (oder religiösen) Unterschieden zurückweichen darf. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass er und auch andere irgendwann kapieren, was der oben zitierte Satz in Bezug auf die körperliche Unversehrtheit von Kindern tatsächlich bedeutet.

      OT: Hoffentlich denken unsere Politiker auch an die Gleichberechtigung, wenn sie Straftäter schneller abschieben wollen. Ich kann doch einen sexuellen Übergriff incl. Raubüberfall nicht härter bestrafen als einen Brandstifter, der sogar Menschenleben in Gefahr bringt.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

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    • Wie sagte er am 6.12.15:

      "Durch muslimische religiöse Bräuche wie das Schächten oder die Beschneidung werden nach Maas Auffassung Kinder- und Tierrechte nicht infrage gestellt."

      Das entlarvt seine jetzige Aussage als hohle populistische Floskel.
      Wenn bei Frauenrechten ähnlicher politischer Widerstand bestünde wie bei Jungenrechten, würde diese Witzfigur von Justizminister auch da ähnlich jämmerlich einknicken.
    • Politik ist halt kein redliches Geschäft. Man kann oft keine ehrliche Sprache benutzen, wenn es um Interessenausgleich geht.

      Oder warum sagt man nicht einfach: Wir sahen uns dazu genötigt, etwas zu beschließen, bei dem wir selbst kein gutes Gewissen haben, aber dem Druck, der auf uns ausgeübt wurde, mussten wir einfach nachgeben, auch wenn dadurch ethische Grundsätze verletzt und missachtet werden.
    • thefinalcut wrote:

      Kommentierungen sind leider nicht möglich. Ob man auch vor dem Hinweis auf die Ungleichbehandlung mit Blick auf das Beschneidungsgesetz Kommentare befürchtet, die den Wertungswiderspruch und die Doppelmoral deutlich machen?

      Ich glaube nicht, dass hier wirklich eine Absicht dahinter steckt. Vielmehr vermute ich, dass Leute wie Herr Maas diese Doppelzüngigkeit noch nicht mal "kapieren" (fehlendes Werteverständnis).

      Außerdem muss ich ja zugeben, dass ich seine Aussage nicht nur aus dem Kontext gerissen habe, sondern bewusst falsch interpretiert habe. Herr Maas spricht von Frauen und Männern. Damit ist im Grunde schon klar, dass Kinder wohl nicht unter seine Definition derer fallen, die gleichberechtigt sind.

      Vor Jahren wurde ja schon gefordert, dass man die Rechte von Kindern ausdrücklich ins Grundgesetz aufnehmen müsste. Dazu gibt / gab es ja auch ein Aktionsbündnis:
      kinderrechte-ins-grundgesetz.d…_ins_GG-2012-11-14-js.pdf

      Wären die Kinderrechte im Grundgesetz verankert gewesen, hätte man mit dem § 1631 d BGB Kinder mit Sicherheit nicht zu Ritualopfern der elterlichen Religionsausübung oder Objekten der Moral- und Hygienevorstellungen der Eltern degradieren dürfen. Natürlich verbietet der § 1631d BGB formell die Zwangsbeschneidung, sofern sie das Kindeswohl gefährdet. Aber diese scheinbar klare Ansage erscheint im Gesamtkontext wohl nur eine reine Worthülse zu sein, womit wir wieder bei der "Ansage" von Herrn Maas wären ;)
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)