Annika Reinhard: Die Behandlung der Phimose im Wandel der Zeit

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    • Annika Reinhard: Die Behandlung der Phimose im Wandel der Zeit

      Zum Zeitpunkt der Pubertät lässt sich bei 97 % bis 99 % der Jungen durch den Einuss von Testosteron die Vorhaut zurückstreifen
      In den vergangenen Jahren wurden viele Studien über die Effektivität und Verträglichkeit der Behandlung mit Betamethason veröffentlicht. Dabei wurde von sehr hohen Erfolgsraten bei der Behandlung mit dem synthetischen Steroid berichtet, unter anderem von bis zu 95% [62, 12, 5, 86]. Die konservative Therapie gilt damit als Therapie erster Wahl der unkomplizierten Phimose, bei welcher noch vor einigen Jahren standardmäßig die operative Korrektur indiziert war.
      Lund et al. konnte in einer randomisierten, doppelblinden Studie die Kosten pro Patient, welcher sich mit einer behandlungsbedürftigen Phimose vorstellte, durch die konservative Therapie um 65 % senken. Die Behandlung mit Steroiden spart im Vergleich zu einer Operation sowohl direkte als auch indirekte Kosten, da sie auch zu Ersparnissen in anderen Bereichen, z.B. in der Anästhesie, im Bezug auf das Krankenpflegepersonal und hinsichtlich Medikamenten führt [54]. Berdeu et al. berechnete in einer Studie, dass Jahresersparnisse von bis zu 20 Millionen Euro in Frankreich möglich seien, sofern die konservative Therapiealternative als Behandlung der ersten Wahl praktiziert würde


      Erfreulich:
      Hinterfragt man nun die Veränderungen bezüglich der Therapieentscheidungen von Jahr zu Jahr wird deutlich, dass man sich bei immer mehr Patienten gegen eine Zirkumzision und für eine konservative Behandlung entschieden hat.
      Ab 2009 zeigt sich dann der Trend dahingehend, dass die konservative Therapie immer öfter und ab 2010 auch absolut gesehen häufiger als die operative Therapie durchgeführt wurde.
      Diese Operationstechnik hat zum Vorteil, dass die kosmetisch häufigg störenden Dogears vermieden werden können. Desweiteren ist sie einfach und schnell durchzuführen und zeichnet sich durch einen unkomplizierten postoperativen Verlauf aus. Die Triple Inzision wird nach Darstellung des engen Abschnittes der Phimose mittels drei longitudinaler Hautinzisionen durchgeführt. Diese Inzisionen werden unter stetigem Zurückziehen der Haut verlängert, bis von einer ausreichenden Zunahme der Vorhautzirkumferenz auszugehen ist. Die Hautdefekte werden nun schräg vernäht; die Vorhaut ist somit ausreichend geweitet und im Bereich der Zirkumferenz gleichmäßig lang.
      Auch wenn Patienten, die mit einer Triple Inzision behandelt werden, weniger postoperative Schmerzen angeben, als diejenigen die zirkumzidiert werden, ist die Zirkumzision als operative Therapie heutzutage immer noch die Methode der Wahl [42].


      Ja, verdammt, warum?
      Weiterhin 16 Vorhäute von gesunden Patienten, die aus rituellen Gründen beschnitten wurden und damit als Kontrolle zum Vergleich einer unverengte Vorhaut dienten, sowie neun Vorhäute von Patienten, die an einer echten Phimose litten und beschnitten wurden.


      Das heißt ja wohl hoffentlich nicht, dass an der Uniklinik Würzburg Kinder rituell genitalverstümmelt werden?
      Wollen wir mal hoffen, dass das erwachsene Patienten waren!

      Ganz schlimm ist aber der Abschnitt 5.3, Vor- und Nachteile der VA. Weil der wichtigste Nachteil - der Verlust an erogener Sensorik - überhaupt nicht erwähnt wird.

      opus.bibliothek.uni-wuerzburg.…nika_Therapie_Phimose.pdf
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    • Selbstbestimmung wrote:

      Zum Zeitpunkt der Pubertät lässt sich bei 97 % bis 99 % der Jungen durch den Einuss von Testosteron die Vorhaut zurückstreifen
      Das obige Zitat ist schon etwas sehr ungenau. Ist damit der Zeitpunkt des Eintritts in die Pubertät gemeint? Dann wäre die Aussage definitiv falsch. Solche Angaben sind dazu geeignet, Druck aufzubauen, der sich wiederum in einer Behandlungswut niederschlägt:
      "Du bist 13 Jahre alt und kannst noch immer nicht Deine Vorhaut zurückziehen? Ab damit!"

      Oder bis zum Abschluss der Pubertät? Dann würde sie wiederum stimmen.

      Schade, gerade bei einem medizinischen Fachartikel wäre ein präziseres Vorgehen wünschenswert.
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Hinterfragt man nun die
      Veränderungen bezüglich der Therapieentscheidungen von Jahr zu Jahr wird
      deutlich, dass man sich bei immer mehr Patienten gegen eine Zirkumzision und
      für eine konservative Behandlung entschieden hat.


      Haben das jetzt die Patienten, oder deren Eltern entschieden? :S
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    • Auch das psychologische
      Trauma, welches eine Beschneidung besonders in der phallischen
      Periode im Alter von drei bis sechs Jahren auslösen kann, wird durch den
      Verzicht einer Operation vermieden.


      Wer hat der denn den Floh ins Ohr gesetzt? Vorher und nachher kann es kein Trauma geben? :rolleyes:
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    • 10.000 bis 20.000 Nervenendigungen bzw. Tastkörperchen nicht der Rede wert

      Wie Selbstbestimmung eingangs schon richtig anmerkt, der mit jeder MGM einhergehende Sensitivitätsverlust bleibt ausgeblendet.

      Selbst in Abschnitt 6.2.1 kommen die Worte Meissner, Vater-Pacini, Merkel und Ruffini (die vier Typen an Nervenendigungen bzw. Tastkörperchen) einfach nicht vor: was Frau Reinhard da im Jahre 2013 (und nicht 1813!) hingelegt hat ist keine Wissenschaft, sondern anatomisch unkundiges und kinderrechtlich wie menschenrechtlich verantwortungsloses Geschwätz.

      Seite 17 sowie 31-32 und 39-40 ärgert mich ("Komplikationen") ... Komplikationsrate jeder MGM ist 100 % nämlich der Verlust eines intakten Organs. Wie würde so eine Autorin das rituelle Herausschneiden der Klitoris (FGM Tyo Ib) hinsichtlich von "Komplikationen" bewerten und zu Papier bringen? Wenn es nur keine Nachblutungen oder Infektionen gibt, alles prima gelaufen mit der Klitoridektomie?

      Seite 40 murmelt auch lediglich von "die möglichen systematischen Nebenwirkungen ... auch wenn sie sehr unwahrscheinlich sind". Annika Reinhard hat keine Ahnung oder verschweigt karrierebewusst, dass dem Jungen sofort - und damit dem späteren Mann lebenslang - das sensorische Äquivalent zur Klitoris amputiert wird / amputiert bleibt.

      Sorrells wie Frisch fehlen im Literaturverzeichnis, den ausgezeichneten Van Howe hat sie nicht gelesen oder nicht verstanden. Schlimm, in Würzburg schmeißt man 2013 als Uni mit Doktor-Titeln nur so um sich. Wissenschaft wie Kindeswohl wird so leider verramscht, weggequatscht.
      "keine Beschneidung unter 18"
    • Mir kommen die Tränen. Diese Mediziner. Doktorarbeit mit 57 Seiten. Brutto. Aber off-topic. ;)
      Mediziner sind natürlich keine Sozialwissenschaftler. Der gesellschaftliche Diskurs in 2012 hätte zumindest erwähnt werden müssen. Die Arbeit lässt zudem kaum eigenständig wissenschaftliches Arbeiten erkennen und enthält überwiegend nur reine Wissensreproduktion aus bereits ausgetretenen Pfaden.
      Die durchaus veränderte physiologische Betrachtung des Präputiums in Bezug auf dessen Funktion fehlte gänzlich.
      "Mit Bedenken" - 3 Punkte
    • Mediziner sind auch keine Chemiker oder Physiker. Da käme man mit so einer "Hausarbeit" niemals durch. Da muss man schon so 3-5 Jahre selbständig forschen und einen umfassenden Überblick über das Gebiet haben...
      Das kann man überhaupt nicht vergleichen.
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