Placebokontrollierte Schmerzstudie an Neugeborenen

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    • Placebokontrollierte Schmerzstudie an Neugeborenen

      Placebokontrollierte Schmerzstudien an Neugeborenen sind ethisch umstritten.

      uniklinikum-saarland.de/filead…eo-Acu_Trial_protocol.pdf


      Im Jahre 2007 war der Studienleiter Dr. Gottschling noch von der Wirkung von Sucrose bei Blutentnahmen überzeugt und argumentierte:

      "Given the effectiveness of these interventions it is ethically questionable whether studies in neonates should include a placebo group as done by Okan et. al."


      Pain management in neonates for painful procedures | DeepDyve
      "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.
    • Na, ich hoffe mal nicht, dass wir bei diesem Thema auf eine Ethikkommission angewiesen sind, sonst sehe ich schwarz für die kleinen Würmchen.
      Wenns um Ethik geht, ist der gesunde Menschenverstand ja manchmal bedeutend besser als unsere Unethikkommission... ;(
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      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Aber man kann keine wissenschaftliche Studie durchführen und dann auch noch

      publizieren, wenn sie nicht uneingeschränkt von einer EK begutachtet und zugelassen wurde. Und ein Plazebo bei ner Schmerzstudie bei Säuglingen finde ich schon heftig.
      Viele Grüße aus dem Rhein-Neckar-Raum

      Ich
    • Dr. Gottschling ist ein entschiedener und erklärter Gegner nicht-medizinischer Beschneidungen an Kindern und hat dies u.a. aus schmerztherapeutischer Sicht begründet (z.B. In Uro-News 9/12).

      In dem o.g. Untersuchungsdesign bezieht sich Dr. Gottschling auf die Untersuchungen von Rebeccah Slater, die die Beweiskräftigkeit "weicher" Faktoren für Wirksamkeit von Sucrose (dem sog. "Goldstandard") stark in Zweifel gezogen hat. Auf diesem Hintergrund stellt sich natürlich für Dr. Gottschling die Frage, was in seiner Untersuchung die Verabreichung von Sucrose von einem Placebo unterscheiden würde: auf dem Hintergrund der Slater-Studie gar nichts. Insofern ist er nur konsequent.

      Ich würde mir wünschen, dass die ethischen Probleme solcher Untersuchungen in das Design einfliessen, z.B. meinetwegen auch als Stellungnahme der zuständigen Ethikkommission. Dazu gehört m.A. auch die Antwort auf die Frage, wie man den Eltern gegenüber begründet, dass einigen Kindern noch nicht einmal der "Goldstandard" entsprechend den aktuellen Schmerzleitlinien angeboten wird bzw. warum man dies für unsinnig hält.
      "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.
    • Ich sehe hier durchaus einen ethischen Unterschied zwischen den Schmerzstudien von Dr. Gottschling, die sich auf medizinisch notwendige Fersenblutabnahmen beziehen, und Studien zu medizinisch nicht notwendigen Beschneidungen.
      Die medizinischen Ergebnisse der türkischen Studie liegen, soweit ich das überblicke, grundsätzlich im Rahmen. Wird die Spinalanästhesie bei medizinisch notwendigen Operationen eingesetzt, würde man wohl kaum davon sprechen, dass Ärzte Patienten unter Morphium setzen, um zu gucken, wie oft die kotzen. Es hier zu tun, impliziert den Vorwurf eines zusätzlichen ethischen Verstosses, den ich nicht teile.
      "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.
    • eine Placebokontrollierte Schmerzstudie bei Beschneidungen gabs doch erst vor kurzem - in Kanada. Und wurde aus ethischen Gründen abgebrochen, weil die Kids aus der unbetäubten Kontrollgruppe in derartig heftigen Schmerzen waren, dass man das nicht mehr durchziehen konnte.

      Und im übrigen, wo wir beim Thema Ethiks sind. Kennt ihr alle dieses Video hier? Wo Daddy seinen Sohn Ben beschneidet?

      Infant Circumcision Operation - YouTube

      Guckt bitte mal, was die dem Jungen da in den Hals rammen. Das scheint der neue Goldstandard bei "Betäubungen" zu sein. Das ist kein herkömmlicher Schnuller, den man in Zuckerwasser getaucht hat. Das ist eine Art "Zuckerring" - ein Kinderspielzeug, dass einen rotgefärbten Kandiszucker"diamanten" auf der Grundplatte hat und einen Ring, an dem man das am Finger befestigen kann. Eine Art Lutscherring.

      DAS Ding haben die dem Zwerg in den Hals gerammt.

      Soviel zur Ethik.
    • Dass sich Dr. Gottschling Fragen stellen, ist allein meine Vermutung, die sich mir jedoch aufgrund seiner bisherigen Statements geradezu aufdrängt. Wer sich Slater anschliesst, kann ja nicht mehr auf die Wirkung von Sucrose vertrauen. Sucrose wäre allerdings die einzige Alternative zum Placebo. Also bleibt für Dr. Gottschling nur eine Placebo-Gruppe als Kontrolle. Letzteres hat er aber für Schmerzstudien an Säuglingen mal abglehnt.

      Es ist übrigens nicht so eindeutig, dass Placebo-Gruppen in der Säuglingsforschung auch nach der Helsinki-Deklaration grundsätzlich und immer unethisch sind. Man muss da schon ein bisschen differenzieren.
      "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.
    • Tante Jay wrote:

      eine Placebokontrollierte Schmerzstudie bei Beschneidungen gabs doch erst vor kurzem - in Kanada. Und wurde aus ethischen Gründen abgebrochen, weil die Kids aus der unbetäubten Kontrollgruppe in derartig heftigen Schmerzen waren, dass man das nicht mehr durchziehen konnte.



      CNN - Circumcision study halted due to trauma - December 23, 1997


      Doctors Advocate Pain Relief for Circumcision - New York Times


      Journal of the American Medical Association (JAMA) | Index Copernicus Journals Master List
      "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.