Religiöse Riten in der Praxis

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    • Religiöse Riten in der Praxis

      Klar, weder meine Großeltern, noch jemand anderer sprach von Qâsims Schuld am Tod meiner Onkel. Man sagte, sie seien an Entzündungen gestorben, sie hätten Fieber gehabt und schließlich war dies der Wille Gottes und nicht etwa die unhygienischen Bedingungen ihrer Beschneidung, oder die nicht desinfizierten, ja primitiven Geräte.


      „K“ hatte immer Probleme beim Sex. Er konnte mit keiner Frau richtig schlafen. Der Sexualakt verwandelte sich für ihn stets in ein Höllenszenario. Immer, wenn er es wieder versuchte, ist er gescheitert. Er ist noch später beschnitten worden als ich, erst mit 13 Jahren. Zwei Jahre musste er nachbehandelt werden. Ein Stück der Vorhaut ist zurückgeblieben. Er musste erneut beschnitten werden, zweimal. Danach war die Wunde entzündet. Er litt auch beim Urinieren, ein Brennen hat ihn sein Leben lang begleitet. Es ist diese Angst, die wie ein Graveur seine Marke hinterließ, in seiner verstümmelten Seele.
      Religiöse Riten in der Praxis: Beschneidungen und andere Traumata - taz.de
      "Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen" (Hermann Hesse)
      "Die schönste Frucht der Gerechtigkeit ist Seelenfrieden" (Epikur)
    • "Ich weiß nicht, welche Auswirkung das Urteil des Kölners Gerichts haben wird, aber ich weiß, dass die Religionen mit Klauen und Zähnen kämpfen werden, um weiter ihre Grausamkeiten an den Menschen auszuüben. Es geht für sie um ihre Macht. Letztendlich ist es ihnen egal, welche Verstümmlung sie in den Seelen von Millionen von Menschen hinterlassen, und es spielt keine Rolle, ob die Menschen dies freiwillig über sich ergehen lassen oder nicht. Die Macht der Religionen wird weiter regieren." (Zitat aus taz-Artikel)


      Ist das der tiefere Grund, warum die christlichen Kirchen in Deutschland das Recht von Islam und Judentum verteidigen, an ihrer rituellen Beschneidung von Säuglingen und Kindern fest zu halten? :?:
      Das könnte erklären, warum sich z.B. die evangelische Kirche so widersprüchlich verhält: da hat Bischof Huber in seiner Predigt am Reformationstag eine Beschneidung für Christen als Sünde bezeichnet, aber die Ausübung dieses Rituals im Islam und im Judentum verteidigt. Gleichzeitig verurteilt die evang. Kirche die weibliche Beschneidung in jeder Form, wogegen eine gleichartige Beschädigung am männlichen Genital verharmlost und geschützt wird.


      Danke Aphrodite - ein sehr guter Diskussionsbeitrag aus der taz. :)
      Aufrichtig zu sein kann ich versprechen, unparteiisch zu sein aber nicht. (JWvG)
      Auch für die Religionsfreiheit gilt: "Freiheit ist immer nur die Freiheit des anders Denkenden." (R.Luxemburg)