Was ist schlimmer? "Genitalverstümmelung" oder "Beschneidung"?

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    • Was ist schlimmer? "Genitalverstümmelung" oder "Beschneidung"?

      Das läuft unter "Genitalverstümmelung":


      Indonesia wrote:

      FGM/C was known as coke, koet, dicongkel which meant ‘to scoop out’ in Sukabumi and ‘tesuci’ or ‘tesucian’ which meant
      ‘to sanctify the female genital’ in West Lombok. Most youth knew about FGM/C. In Sukabumi, 92% of women reported to
      have undergone FGM/C, while 53% reported the same in West Lombok. In many cases, young women did not know if they
      were circumcised. Many circumcised young women did not know which type of FGM/C they had undergone, as they were
      circumcised between 30 and 40 days after birth. They described the process of FGM/C in various ways, which could
      indicate either a lack of knowledge or diversity in the ways of circumcising. According to a key informant, the act of
      circumcision was simply a formality with almost no bleeding involved.

      The circumcisers explained that the process of circumcision in Sukabumi was carried out by ‘nicking’. This nicking of the
      woman’s clitoral hood was done using a knife or a needle until some liquid or blood was shed. This was either done by a
      paraji or by a mak beurang, usually at an average age of 40 days. In West Lombok, FGM/C involved the use two colonial
      Dutch coins called sekepeng to rub the clitoris, usually at the age of one week to a month. In many cases, young women did
      not know when they were circumcised. Prayers were said upon washing the genital, after which the ‘dark’ part was removed,
      using a razor blade or coins which could at times cause bleeding.
      Und das läuft unter "Beschneidung":

      web.archive.org/web/2019042303…lwaluko.co.za/Photos.html

      Der Artikel ist durchaus erhellend gegenüber dem, was hier immer im Rahmen von "Das ist ganz total was anderes - entspricht dem Abschneiden von Penis und Hodensack!" präsentiert wird.
      Beziehungsweise dem, was den Kindern in der Schule eingetrichtert wird.

      researchsquare.com/article/rs-786579/latest.pdf
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    • Papa Baer wrote:

      Vielleicht sollte man diese Bilder den für den §1631d verantwortlichen Politikern unter die Nase halten.
      Damit es nicht zu solchen Bildern kommt, dafür haben wir doch Paragraph 1631d gemacht (Ironie)
      Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama
    • Papa Baer wrote:

      Vielleicht sollte man diese Bilder den für den §1631d verantwortlichen Politikern unter die Nase halten.
      Du kannst dich an diese Zeitgenossen wenden:

      Die Kinderverräter vom 12.12.2012

      Die Macher des §1631d Schnarrenberger & Co. kannten übrigens die brutale Praxis der Xhosa. Aus der Gesetzesbegründung:



      Bekannt sind Beschneidungen auch aus Australien und aus
      Teilen des südlichen Afrikas. Zumeist stellt die Beschnei-
      dung dabei einen Initiationsritus dar, der im Rahmen von
      Reifezeremonien den Übergang von der Kindheit zum
      Mann markiert. So berichtet etwa Nelson Mandela, der der
      südafrikanischen Volksgruppe der Xhosa entstammt: „In
      meiner Tradition kann ein Unbeschnittener nicht die Güter
      seines Vaters erben, er kann nicht heiraten, er kann keine
      Stammesrituale leiten. ... ein nichtbeschnittener Mann gilt
      überhaupt nicht als Mann, sondern als ein Knabe.“ (Mandela, Der lange Weg zur Freiheit, 1994, S. 41 ff.).
      Ganz abgesehen von den schrecklichen Komplikationen -

      "...kann ein Unbeschnittener nicht die Güter
      seines Vaters erben, er kann nicht heiraten, er kann keine
      Stammesrituale leiten. ... ein nichtbeschnittener Mann gilt
      überhaupt nicht als Mann, sondern als ein Knabe."

      hört sich doch super fair und gerecht an, oder?

      Sollten wir solchen Zuständen nicht nacheifern? Wenn der ehrwürdige Herr Mandela das sagt? (Ironie)

      Das haben die tatsächlich als Argument für ihr schändliches Gesetz benutzt! Ohne rot zu werden!

      Man stelle sich mal vor:

      "...kann eine Unbeschnittene nicht die Güter
      ihrer Mutter erben, sie kann nicht heiraten, sie kann keine
      Stammesrituale leiten. ... eine nichtbeschnittene Frau gilt
      überhaupt nicht als Frau, sondern als Mägdelein."

      Heulen und Zähneknirschen - der Bundestag wäre in kollektives Geschluchze verfallen!
      Wenn nicht gar die BW mit einer Koalition der Willigen dort eingefallen wäre, wie in Afghanistan, um dort mit Bomben, Drohnen und Granaten (das sog. "Brunnenbohren") für Recht und Ordnung und Frauenrechte zu sorgen...
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    • Bundesjumini wrote:

      er kann nicht heiraten, er kann keine
      Stammesrituale leiten. ...
      Pünktchen - und wo ist Anton?
      Pünktchen machen mich immer neugierig.

      Und so habe ich mal reingeschaut in das Buch von Mandela, in die englische Ausgabe. Nelson Mandela war also ein Jugendlicher von 16 Jahren, als ihm die Vorhaut genommen wurde.

      Mandela musste erst mal ein Schwein stehlen, um seinen Mut zu beweisen. Vorbildliche Pädagogik.


      ...we were ordered to sit on a blanket on the ground with our legs spread out in front of us. I was tense and anxious, uncertain of how I would react when the critical moment came. Flinching or crying out was a sign of weakness and stigmatized one’s manhood...


      no anesthetic is used; a man must suffer in silence.
      Äh, warum eigentlich? Warum dürfen "Männer" (mit 16 ist man sicher fortpflanzungsfähig, aber kein Mann) nicht weinen, wenn ihnen danach ist? Warum dürfen Mädchen und Frauen das? Wer definiert das, und warum?
      Warum fügt man Jungen unnötige Schmerzen zu, wenn die meisten Jungen auf dieser Welt auch ohne diese Schmerzen zu verantwortungsvollen Männern heranwachsen die im Leben "ihren Mann stehen"?
      Reife kommt nicht plötzlich durch den Verlust eines Körperteils. Reifung ist ein kontinuierlicher Lernprozess,

      Auf meinem Abiturzeugnis steht "Zeugnis der Reife". Als wir es damals in den Händen hielten waren wir natürlich stolz.
      Aber dafür hatten wir auch 13 Jahre gelernt! Nicht eben mal einen sinnvollen Körperteil abgegeben,
      Das Lernen war sinnvoll. Verstümmelung ist sinnlos.

      I felt as if fire was shooting through my veins; the pain was so intense that I buried my chin into my chest. Many seconds seemed to pass before I remembered the cry, and then I recovered and called out, “Ndiyindoda!”
      Bravo! Was für ein Held! ;)

      Nein, ein Held ist z.B. jemand, der ins eiskalte Wasser springt, sich selbst in Gefahr begibt und Schmerzen erträgt um ein Kind zu retten, das zu ertrinken droht.

      But I felt ashamed because the other boys seemed much stronger and braver than I had been; they had called out more promptly than I had. I was distressed that I had been disabled, however briefly, by the pain, and I did my best to hide my agony. A boy may cry; a man conceals his pain.
      Was für ein alter Käse, was für ein Stuss. Normalerweise würde man sagen: "Schwarze Pädagogik", aber das ist in dem Zusammenhang wohl zu doppeldeutig.

      Das alles macht sich wirklich super als Begründung für ein Gesetz in Mitteleuropa im 21. Jahrhundert!

      Our families, friends, and local chiefs gathered for speeches, songs, and gift-giving. I was given two heifers [Färsen] and four sheep,
      Ja, ja, Belohnung muss sein! Oder es gibt den heiß begehrten Spielzeugroboter, den ferngelenkten Rennwagen... kennt man ja.

      Es ist eben alles ein Deal. Das Kind, der Jugendliche wird korrumpiert einen Teil von sich zu verrammschen..


      Nelson Mandela wrote:

      Looking back, I know that I was not a man that day and would not truly become one for many years.
      Da ist was dran. Man wird nicht in einem Moment vom Jungen zum Mann.

      Allerdings, Mandela meint das anders, er meint, wegen der Unterdrückung durch die Weißen.

      Mandela verklärt dieses Ritual (er hatte Glück, dass es ihm nicht ging wie auf den Fotos oben oder dass er nicht zu den Hunderten gehörte, die es in mancher "Saison" nicht überlebt haben) in den leuchtendsten Farben.
      Und das ist nicht untypisch für "Mannbarkeitsrituale".

      Da gibt es ja etliche. Eigentlich immer mit Erniedrigung, Demütigung und Schmerzen verbunden.
      Freshmen bei US-Studentenverbindungen müssen ihre eigenen Kot fressen, ihnen werden die Pobacken mit Sekundenkleber verklebt - und wenn sie selbst zu den älteren Semestern gehören geben sie die Erniedrigungen und Schikanen mit Zinsen an die Neuen zurück. Und schwärmen ihr Leben lang von der tollen Zeit in der Fraternity.

      Bei den Marines, bei Eliteeinheiten der Bundeswehr - auch da Quälerei und erniedrigende Schikanen der Neulinge. Ab und an sickert mal was durch und es gibt einen großen Skandal.

      Alles - Täter-Opfer-Kreisläufe. Wenn man selbst zum Täter wird fühlt man sich nicht mehr als Opfer.

      Oder bei den schlagenden Verbindungen hierzulande, bei den Burschenschaften. Der "Paukboden" betoniert, mit Abflussrinne für das Blut. Ein Arzt ist anwesend um das Ritualopfer wieder zusammenzunähen.
      Man kann natürlich sagen: die sind erwachsen, die machen das ja freiwillig.

      Aber wirklich so freiwillig? Man wird ja "gekeilt", das ist so was ähnliches wie "schanghait". Am Anfang ist alles supi, Man genießt viele Vorzüge und Vergünstigungen, ein spottbilliges Zimmer in Städten, wo der Wohnungsmarkt für Studenten leergefegt ist, das Bier fließt in Strömen, nette Feste mit netten Damen, man wird mit Rat und Tat beim Studium unterstützt.
      Und dann kommt der Moment, wo es heißt: "Raus aus der Bude und du wirst für uns zur Unperson - oder du trittst bei!" D.h. du lässt dir die Fresse einschlagen. Alles im 21. Jahrhundert.

      Bescheuert.

      Und am Ende sitzt solch ein Selbstbeschädiger dann vor dem Ethikrat und schwafelt, dass wer mit der körperlichen Unversehrtheit argumentiert von vorneherein in einer Defizitposition wäre.
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    • Mandela bleibt trotz guten Image nur ein Demagoge, der das Kollektiv über das Individuum stellt, ähnlich wie Gandi (Sexist und Rassist, Kastensystem),
      Dalai Lama (Tibets Monarch mit diktatorischem Führungsstil) oder Mutter Teresa (Sadistin und radikale Christin, verweigerte Medikation an sterbenskranken Menschen und sackte Spendengelder ab)

      Problem ist das durch ihr gutes Image auch die falschen und menschenverachtenden Aussagen wie oben angeführt unters Radar laufen.
    • Also ich würde aus Mandelas Darstellung seiner Beschneidung jetzt nicht eine Verherrlichung oder Befürwortung von Beschneidung herauslesen.


      Ich tue mich aber ehrlich gesagt schwer, mit pauschalen moralischen Verurteilungen historischer Persönlichkeiten wie ("Sexist und Rassist, Kastensystem"). Man muss hier auch immer den Kontext ihrer Zeit berücksichtigen.
      Und es ist natürlich so wie oft im Leben hat alles Licht und Schattenseiten. Es ist nicht wie im klischeehaften Hollywoodfilm, wo es auf der einen Seiten des Schurken gibt und den heiligen Helden.

      Ich gebe dir aber insofern recht, dass über das Leben und Wirken einiger historischer Persönlichkeiten sehr verklärende, geradezu Helden-artige Narrative verbreitet wurden, die deren moralisch kritikwürdigen Seiten komplett außer Acht lassen.
    • Sokrates wrote:

      Ich tue mich aber ehrlich gesagt schwer, mit pauschalen moralischen Verurteilungen historischer Persönlichkeiten wie ("Sexist und Rassist, Kastensystem"). Man muss hier auch immer den Kontext ihrer Zeit berücksichtigen.
      Und es ist natürlich so wie oft im Leben hat alles Licht und Schattenseiten. Es ist nicht wie im klischeehaften Hollywoodfilm, wo es auf der einen Seiten des Schurken gibt und den heiligen Helden
      Richtig. Ähnlich wie z.B. bei Waris Dirie.

      Sokrates wrote:

      Also ich würde aus Mandelas Darstellung seiner Beschneidung jetzt nicht eine Verherrlichung oder Befürwortung von Beschneidung herauslesen.

      Doch. Nachdem ich Auszüge des Buches gelesen habe würde ich das schon sagen.
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    • Sokrates wrote:

      Ich tue mich aber ehrlich gesagt schwer, mit pauschalen moralischen Verurteilungen historischer Persönlichkeiten wie ("Sexist und Rassist, Kastensystem"). Man muss hier auch immer den Kontext ihrer Zeit berücksichtigen.
      Für ihn standen Schwarze eine Stufe unter den Weißen und Indern, das Kastensystem hat er befürwortet und vergewaltigte Frauen sah er nicht mehr als Menschen an.
      Sie seien für ihr Schicksal selbst verantwortlich gewesen.
      Mag sein das er zu damaligen Zeit nicht der einzige war, der diese Sichtweise inne trug nur ändert das nichts daran das es glasklarer Rassismus bzw Sexismus ist.
      Und es macht nun mal einen erheblichen Unterschied, ob ich mich den damaligen Zeitgeist anpasse oder mich sogar politisch dafür einsetzte das dieser so bleibt.