Suche Arzt zur Abschätzung physiologische vs.traumatische Folgen der Beschneidung

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    • Suche Arzt zur Abschätzung physiologische vs.traumatische Folgen der Beschneidung

      Hier nochmal als gesondertes Thema, um die Frage schon im Thema deutlich zu machen (hatte die Anfrage gestern in einem alten Themavon Februar 2018 gestellt).
      Meine Beschneidung liegt schon länger zurück, 2012. Letzter Sex 2015. Seit Sommer 2017 Dehnung mit DTR, bisher praktisch vergeblich. Ich nehme zur Kenntnis, dass die Vorhautdehnung vielen hilft, überhaupt wieder Sex haben zu können. Bei mir klappt das nicht. Wenn es irgendwie erotisch wird, kommt zwar sofort eine Erektion, die ist aber verbunden entweder mit einem tauben Druckgefühl (günstigstenfalls) oder mit einem schmerzhaften Ziehen in der Eichelspitze. Die Frage ist für mich, was ist physiologisch bedingt, also durch die Beschneidung, und was ist vielleicht eine traumatische Folge, eine Art psychosomatische Reaktion.
      Habe mich schon bei einem Sexualtherapeuten angemeldet, Wartezeit 6-8 Monate. Aber die physiologische Seite würde ich gern vorher klären. Kennt jemand einen guten Arzt, der sich mit der Materie wirklich auskennt?
    • fsx100 wrote:

      Wie wäre es mit dem hier? w-a-praxis.de/psychotherapie-i…ng-genitalverstuemmelung/
      Danke für den Tip. Allerdings suche ich immer noch einem Arzt, der mir sagen kann, wie meine Beschneidung und die Symptome aus rein physiologischer Sicht einzuordnen sind. Ob also theoretisch noch Hoffnung für eine Besserung besteht oder ob ich mich damit abfinden muss. Wäre natürlich gut, wenn der Arzt entsprechende Kenntnisse und Erfahrungen hat. Was offensichtlich die meisten Urologen oder Andrologen nicht haben.
    • Koala wrote:

      Danke für den Tip. Allerdings suche ich immer noch einem Arzt, der mir sagen kann, wie meine Beschneidung und die Symptome aus rein physiologischer Sicht einzuordnen sind.
      Ich bin zwar kein Arzt und kann auch keine Empfehlung für deine Wohngegend aussprechen, aber eventuell hilft dir folgendes Diagramm etwas dabei, um den entstandenen Schaden einzuschätzen:



      Wenn du mit Schaden den verlust an erogenen Gewebe meinst, kannst du ja mal überprüfen, was man dir von den roten und violetten Bereichen noch übrig gelassen hat.
      Davon abgesehen muss man natürlich auch noch in Betracht ziehen, dass die Eichel nun durch den fehlenden Schutz der Vorhaut zu einem externen Organ gemacht wurde und der natürliche Gleitmechanismus bei sexueller Betätigung ebenfalls abhanden gekommen ist. Die letzten beiden Punkte könnten durch Restoring wieder rückgängig gemacht werden. Beim alleinigen Schutz der Eichel könnte dir ein Manhood dienlich sein: manhoodcanada.com/shop

      Wenn man einen Arzt um die Abschätzung der durch eine Beschneidung entstandenen Schäden bittet, ist leider zudem damit zu rechnen, dass man keine ehrliche Antwort bekommt und die Probleme auf die Psyche geschoben werden. So erging es leider schon einigen Benutzern aus diesem Forum. Zudem gibt es offenbar tatsächlich noch einige Ärzte, die die Bedeutung der Vorhaut für das sexuelle Erleben entweder leugnen oder nicht kennen. Einen Versuch ist es natürlich wert. Falls der Arzt ausweicht und dich "gaslighten" will, kannst du ihm ja die obige Grafik in die Hand drücken. Viel Glück!
      "The only thing necessary for the triumph of evil is for good men to do nothing"
    • fsx100 wrote:

      Wenn du mit Schaden den verlust an erogenen Gewebe meinst, kannst du ja mal überprüfen, was man dir von den roten und violetten Bereichen noch übrig gelassen hat.
      Von Rot und violett ist praktisch nur die Narbe an Vorder- und Rückseite geblieben. Also praktisch nichts. Und beim dunkelblauen Bereich, der Penisschaft vor allem, der sollte ja laut Grafik von hellblau zu dunkelblau, also empfindsamer geworden sein, spüre ich nichts.
      Unter diesen Umständen einer Total-Beschneidung müsste das aber vielen so gehen. Oder man muss mit dem ergebnis einer deutlich geringeren Sensivität leben. Das geht ja vielleicht auch, wenn denn überhaupt noch was zu spüren ist. Bei mir ist aber auch das praktisch blockiert.

      fsx100 wrote:

      Wenn man einen Arzt um die Abschätzung der durch eine Beschneidung entstandenen Schäden bittet, ist leider zudem damit zu rechnen, dass man keine ehrliche Antwort bekommt und die Probleme auf die Psyche geschoben werden.
      Hat denn niemand bisher einen Arzt gefunden, der offen und ehrlich mit dieser Problematik umgeht und Erfahrungen mit diesen Folgen hat? Ich will ja nur abklopfen, was physiologisch unabänderlich ist, damit ich weiß, was ich tatsächlich woanders bearbeiten müsste.
    • Koala wrote:

      Hat denn niemand bisher einen Arzt gefunden, der offen und ehrlich mit dieser Problematik umgeht und Erfahrungen mit diesen Folgen hat? Ich will ja nur abklopfen, was physiologisch unabänderlich ist, damit ich weiß, was ich tatsächlich woanders bearbeiten müsste.
      Diese Ärzte gibt es schon...aber welche Folgen das für DICH hat...wie soll einer das für dich einschätzen...und was würde das für dich bedeutet?

      Das unabänderliche...hast du das nicht schon?

      Kannst du nicht eh nur versuchen, dass "woanders" zu bearbeiten, alles zu versuchen um das bestmögliche für dich herauszuholen?

      Ein guter Sextherapeut kann dir dabei vielleicht mehr helfen...
      Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama
    • Urolüge wrote:

      Diese Ärzte gibt es schon...aber welche Folgen das für DICH hat...wie soll einer das für dich einschätzen...und was würde das für dich bedeutet?
      Ehe ich eine Therapie beginne, die ich wahrscheinlich privat bezahlen muss (siehe Therapeut oben), möchte ich vorher wissen, was erreichbar wäre. Es macht einen großen Unterschied, ob ich eine Chance sehe, dass ich überhaupt noch Sex haben kann oder ob es darum geht, dass ich mich damit abfinden muss, dass nichts mehr zu erwarten ist. Insofern möchte ich genauer eingrenzen können, was eindeutig physiologisch bedingt ist oder was traumatisch,also psychosomatisch, bedingt ist und eventuell bedingt (auf einem entsprechend niedrigen Level) "geheilt" werden könnte. Das will ich vorher abklären, bevor ich bereit bin, 80-100 Euro pro Stunde Therapie zu bezahlen.
    • Hallo Koala,
      meine Überlegungen zu der Fragestellung, ob der Empfindungsverlust physioligisch oder psychisch/psychosomatisch zu erklären ist, sind folgende:
      Auf Youtube gibt es Videos in denen sich der Sexualmediziner Georg Pfau sowie Prof. Matthias Franz zu den psychischen und psychosomatischen Folgen äußern. Da gibt es einerseits Hemmungen im Kindestalter sowie Kastrationsängste mit entsprechenden Langzeitfolgen für das Selbstwertgefühl und auch psychosomatisch bedingte sexuelle Störungen. Außerdem z.B. Traumata aufgrund einer gegen den Willen des Kindes durchgeführten rituellen Beschneidung und Veränderungen im Schwerzempfinden oder Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Bindung als Folge von Säuglingsbeschneidungen, die ohne ausreichende Schmerzbetäubung durchgeführt wurden.
      Was psychosomatisch bedingte sexuelle Störungen betrifft, würde ich vermuten, dass es hierbei vor allem um Erektionsprobleme oder Probleme mit der Libido geht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Störungen der Penissensibilität psychosomatisch bedingt sein können.
      Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich sagen, dass die Penissensibilität (und das sexuelle Empfinden) bei einer Teilbeschneidung, wenige Jahre nach der Beschneidung noch sehr gut ist, aber von Jahr zu Jahr immer mehr abnimmt. Heute 30 Jahre nach der Beschneidung spüre ich beim Sex kaum noch was (fast die ganze Plateauphase scheint zu fehlen und der Orgasmus ist meist nur noch eine reine Ejaktulation ohne befriedigendes Gefühl). So verhält es sich meines Erachtens bei Teilbeschneidungen, bei denen noch ein gewisser Rest des inneren Vorhautblatts und Frenulums vorhanden ist. Es kommt also über die Jahre und Jahrzehnte zu einem sukzessiven erheblichen Gefühlsverlust.
      Bei Männern die radikal beschnitten werden, scheint ein massiver Gefühlsverlust aber bereits unmittelbar nach der Beschneidung sehr massiv einzutreten - so jedenfalls beschreiben es viele.
      Weiter oben schreibst du, dass die gemäß der Sorrell's Studie sensibelsten Bereiche des Penis bei dir radikal entfernt wurden. Weiterhin schreibst du, dass du erst 2012 beschnitten wurdest. Bei einer Teilbeschneidung wäre der Gefühlsverlust m. E. nach nur 8 Jahren noch nicht so massiv, wie du es schilderst. Meine persönliche Meinung (ich bin aber kein Fachmann) ist aufgrund deiner obg. Schilderung, dass der Gefühlsverslust bei dir eine physiologisches Ursache hat. Naheliegend ist deine radikale Beschneidung als Ursache. Aber, du schreibst unter anderem von einem tauben Druckgefühl oder einem schmerzhaften Ziehen in der Eichelspitze. Ein neurologisches Problem des Nervus Pudendus (Nervenverletzung? Eigeklemmter Nerv? Entzündung?) wäre vielleicht auch denkbar. Im Grunde genommen könnte sogar eine Multiple Sklerose solche Probleme verursachen. Ziehen in der Eichelspitze kann möglicherweise auch durch eine chronische Prostataentzündung kommen... Solche Dinge könnte man vielleicht abklären lassen. Am wahrscheinlichsten erscheint mir aber schon die Beschneidung als Auslöser.

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    • Koala wrote:

      Urolüge wrote:

      Diese Ärzte gibt es schon...aber welche Folgen das für DICH hat...wie soll einer das für dich einschätzen...und was würde das für dich bedeutet?
      Ehe ich eine Therapie beginne, die ich wahrscheinlich privat bezahlen muss (siehe Therapeut oben), möchte ich vorher wissen, was erreichbar wäre. Es macht einen großen Unterschied, ob ich eine Chance sehe, dass ich überhaupt noch Sex haben kann oder ob es darum geht, dass ich mich damit abfinden muss, dass nichts mehr zu erwarten ist. Insofern möchte ich genauer eingrenzen können, was eindeutig physiologisch bedingt ist oder was traumatisch,also psychosomatisch, bedingt ist und eventuell bedingt (auf einem entsprechend niedrigen Level) "geheilt" werden könnte. Das will ich vorher abklären, bevor ich bereit bin, 80-100 Euro pro Stunde Therapie zu bezahlen.
      Verstehen kann ich dich absolut...aber jeder Arzt der dir da eine eindeutige Bewertung gibt...ein Scharlatan?

      Mal als Beispiel...einer würde dir absolute Hoffnung auf Verbesserung machen...oder ein anderer würde dir sagen "Hoffnungslos"...was würde das eine mit dir machen...was das andere?

      Ich bin mir absolut sicher...ein guter (Sex)Therapeut kann dir bestimmt helfen, da mehr herauszuholen...vielleicht kannst du auch einen "normalen" Therapeuten finden, der sich auch im Bereich Sexualität auskennt...um diese horrenden Kosten zu umgehen?
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    • Ich hatte gestern Termin bei Urologen in Berlin: Dr. Pottek, Chefarzt Rekonstruktive Urologie und Geschlechtsinkongruenz am Urban-Krankenhaus in Berlin. War mir empfohlen worden von meinem Sexualtherapeuten Marc Rackelmann, bei dem ich allerdings 8-12 Monate warten muss...
      Im Vorfeld hatte ich mal alte Aufzeichnungen, Tagebücher etc. durchgesehen. Tatsächlich hatte 6 Wochen nach der OP (Anfang November 2012) noch alles funktioniert. Ist mir deshalb in Erinnerung geblieben, weil ich damals Versuche mit Slowsex gemacht hatte. Allerdings war das nicht dauerhaft, letzter Sex dann Sommer 2015.
      Gestern nun der Termin. Seine Aussage: prinzipiell alles ok, die auftretenden Schmerzen an der Eichelspitze (wenn es erotisch wird) kann er allerdings auch nicht erklären. Stoßwellentherapie könnte er versuchsweise empfehlen, zur Reaktivierung oder Neubildung von Zellen.... Wahrscheinlich Selbstzahler, 4 x 150 Euro ca....
      Ich habe ihn dann nochmal grundsätzlich zum Thema Vorhaut und Beschneidung befragt, ich hatte ihm vorab die Grafik von Sorrels geschickt. Dem widersprach er: das wäre eine These aus Kalifornien, wäre allerdings nicht gedeckt durch Studienlage... Nach meinen Aufzeichnungen, siehe oben, konnte ich ihm da nicht widersprechen.
      Meine Frage: dann bleibt aber immer noch das Problem des fehlenden Schutzes der Eichel mit den Folgen wie bei mir: Taubheit oder Schmerzen. Er mit dem üblichen Argument: das sind Einzelfälle. Schließlich übliche Prozedur in vielen Kulturkreisen.
      Fazit:
      - Nach meinen Aufzeichnungen von damals könnte es eine Lösung geben. Auf jeden Fall scheint die Eichel sensibler zu sein, als in der Grafik von Sorrells dargestellt.
      - Es könnte sein, dass der Schmerz in der Eichelspitze und die Taubheit dort mit dem ständigen Druck des DTR zu tun hat. Ich will erstmal Pause einlegen und eher die Sensibilität fördern... (obwohl ich auch bisher nachts immer eingecremt hatte, ohne jegliches Gerät)
      - Und ich werde vllt. mal den Versuch mit der Stoßwellentherapie versuchen.

      Zusatzfrage: ich will dem Dr. Pottek, da er prinzipiell gesprächsbereit war, doch noch einmal ein paar Fakten zum Umfang des Problems (Folgen und statistische Schätzungen?) schicken. Da ich nicht alles durchsehen will, was hier bestimmt auf der Webseite zu finden ist, meine Frage an die Experten unter Euch: Könnt Ihr mir ein paar Links etc. schicken?

      Danke vorab...
    • Viel Info...erstmal ein paar Fragen, um mir ein Bild zu machen, dass alles zu sortieren...

      Du bist wie alt...du ließt dich damals warum beschneiden? Wie wurdest du aufgeklärt über Möglichkeiten der Beschneidungsarten und mögliche neg. Folgen?

      Und erst durch lesen von Aufzeichnungen aus 2012 wurde dir klar, dass damals, unmittelbar nach deiner Beschneidung eigentlich alles gut war?

      Wenn du unmittelbar nach dem Eingriff keine Einschränkungen bemerkt hast...dieser Zustand ist wieder "herstellbar"...dafür braucht es keine Begutachtung eines Urologen...sondern einen guten Sextherapeuten...
      Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama
    • Koala wrote:

      Ich habe ihn dann nochmal grundsätzlich zum Thema Vorhaut und Beschneidung befragt, ich hatte ihm vorab die Grafik von Sorrels geschickt. Dem widersprach er: das wäre eine These aus Kalifornien, wäre allerdings nicht gedeckt durch Studienlage... Nach meinen Aufzeichnungen, siehe oben, konnte ich ihm da nicht widersprechen.
      Diese Aussage ist nicht richtig. Neben der Studie von Sorrels (2007) kommen auch noch die Studien von Bronselear (2013), Meislahn & Taylor (2004) sowie Cold und McGrath (1999) zu dem gleichen Schluss. Die Vorhaut ist der empfindsamste Teil des Penis, wodurch sie einen sehr großen Anteil zum sexuellen Empfindungsvermögen eines intakten Mannes beisteuert. Studien, die zu anderen Ergebnissen kommen, weißen oft einen starken „cultural bias“ sowie methodische Fehler auf. Hier wären vor allem sämtliche Studien von Brian Morris und Jennifer Bossio zu nennen.

      Gerade John R. Taylor hat sich intensiv mit der nervalen Ausstattung der Vorhaut und insbesondere des gefurchten Bands befasst. Seine pathologischen Befunde deuten darauf hin, dass die Nerven der Vorhaut für die männlichen sexuellen Reflexe essentiell sind. Dies wurde durch eine weitere Studie von Podnar (2011) bestätigt. Der durch die reflexogenen Nerven der Vorhaut ausgelöste Bulbocavernosus-Reflex war bei intakten Männern in 92% aller Fälle durch Stimulation der Vorhaut auslösbar, bei beschnittenen Männern jedoch nur in 27% aller Fälle. Zudem erleben intakte Männer häufiger „Mini-Orgasmen“, die sich äußerlich durch das Pulsieren und Zucken des Penis zeigen. Dieses Phänomen wurde von Bertaux-Navioseau näher untersucht.


      Demzufolge erleben 91% aller intakten Männer solche ejakulationslosen Mini-Orgasmen, während es unter den beschnittenen Männern nur 18% sind. Dies unterstreicht erneut die Rolle der Vorhaut beim Zustandekommen von sexuellen Reflexen. Man nimmt an, dass solche Reflexe dazu dienen, eine Erektion aufzubauen und aufrecht zu erhalten. Fehlt die Vorhaut und mit ihr das reflexogene Gewebe, kommt es häufiger zur erektilen Dysfunktion. Laut einer Studie von Morten Frisch (2011) erleben beschnittene Männer im Mittel 4,5-mal häufiger sexuelle Funktionsstörungen als intakte Männer.



      Noch etwas „anekdotische Evidenz“ aus meinem privaten Erfahrungsschatz, gesammelt über die letzten 22 Jahre:

      • Kein intakter Mann, dem ich bisher das Diagramm von Sorrels gezeigt habe, hat mir widersprochen. Die empfindsamsten Bereiche sind die, die bei einer Beschneidung amputiert werden.
      • Die Erkenntnisse von Podnar und Bertaux-Navioseau haben sich ebenfalls bestätigt. Intakte Penisse erscheinen „lebendiger“, da sie die oben benannten Reflexkontraktionen aufweisen, beschnittene Penisse wirken dagegen ziemlich „tot“.
      • Intakte Männer behalten ihre Erektion deutlich länger, wenn die mechanische Stimulation ausgesetzt wird.
      • Alle von mir befragten, intakten Männer gaben an, dass ihnen ohne Vorhaut etwas fehlen würde.
      • Männer, die den Eingriff im Erwachsenenalter durchführen ließen, gaben einstimmig an, dass sie danach einen beträchtlichen Teil an sexueller Empfindsamkeit eingebüßt haben. „Schwarz-Weiß vs. Farbe“, „Essen, ohne die Details zu schmecken“ und weitere Analogien wurden dabei angeführt.

      Dass du bei diesem Arzt ruhig geblieben bist, finde ich äußerst respektabel. Ich hätte diesem Mann die Leviten gelesen und danach die Praxis fluchtartig verlassen.
      "The only thing necessary for the triumph of evil is for good men to do nothing"
    • @Koala
      Noch zu dem Dr. Pottek...er ist "gesprächsbereit"...er sieht das als übliche Prozedur in vielen Kulturkreisen? Und das ist für ihn in Ordnung? Wie steht er zu nicht med. Indizierten Eingriffen an nich einsichts und einwilligungsfähigen Menschen...hat er das vielleicht schon selbst gemacht...kann er da dann noch "neutral" sein?

      Die Vorhaut...sieht er in ihr was sensorisch/funktionelles...oder nur einen Hautlappen?

      Du möchtest ihn zu neuen Sichtweisen einladen/ermutigen/inspirieren...dann kommt es drauf an wo er steht, wo du ihn abholen kannst...
      Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama
    • Urolüge wrote:

      Viel Info...erstmal ein paar Fragen, um mir ein Bild zu machen, dass alles zu sortieren...

      Du bist wie alt...du ließt dich damals warum beschneiden? Wie wurdest du aufgeklärt über Möglichkeiten der Beschneidungsarten und mögliche neg. Folgen?
      Jetzt 66, bei OP 58. Ajusführliche Geschichte siehe 4 Jahre danach geht nichts mehr



      Urolüge wrote:

      Und erst durch lesen von Aufzeichnungen aus 2012 wurde dir klar, dass damals, unmittelbar nach deiner Beschneidung eigentlich alles gut war?
      Das alles gut war, kann ich nicht sagen, dazu ist es zu lange her. Aber ich weiß, dass die beschnittene Eichel damals sexuell sehr empfindsam war. Zumindest in der ersten Zeit danach. Über die Zeit danach weiß ich allerdings zu wenig. Sex war eher selten, endgültiges Aus dann 2015.


      Urolüge wrote:

      Wenn du unmittelbar nach dem Eingriff keine Einschränkungen bemerkt hast...dieser Zustand ist wieder "herstellbar"...dafür braucht es keine Begutachtung eines Urologen...sondern einen guten Sextherapeuten...
      Dass es danach noch rlativ gut war, war mir ja garnicht mehr in Erinnerung. Ob der Zustand von damals (nach der OP) wieder herstellbar ist, weiß ich nicht, könnte aber theoretisch möglich sein. Sexualtherapeut vielleicht, aber vorerst werde ich die Sache mit der Stoßwellentherapie beginnen.
    • fsx100 wrote:

      Dass du bei diesem Arzt ruhig geblieben bist, finde ich äußerst respektabel. Ich hätte diesem Mann die Leviten gelesen und danach die Praxis fluchtartig verlassen.
      Ich habe ihm gerade eine Mail geschickt mit Angabe der Studien plus Kurzfassung der Ergebnisse von 2 Studien. Zum Abschluss meine Frage an ihn:

      "Ich hatte Ihnen ja erzählt, dass die Eichel nach der OP sexuell relativ
      empfindsam war. Allerdings hat sich das bis 2015 radikal reduziert. Fakt
      ist, dass der faktische Verlust des Sexuallebens seitdem einen
      erheblichen Verlust an Lebens- und Beziehungsqualität bedeutet. Ich
      glaube nicht, dass ich ein Ausnahmefall bin. Ich denke, dass die
      Urologie als Wissenschaft eine Verantwortung hat, sich mit den
      Kollateralschäden einer Vorhautamputation zu befassen.


      Ich habe Sie als gesprächsbereit erlebt. Ich hoffe, dass Sie diese
      Fragen als berechtigt ansehen können."
    • Leider war die Hoffnung vergebens. Der Urologe hat nicht auf den Brief geantwortet. Also leider nichts mit "gesprächsbereit". Ok, ein Versuch war es wert. Bleibt nur die immer mal wieder hochkommende Wut auf diese Zunft...
      Auf meine Anfrage bezüglich einer Stellungnahme zur Kostenübernahme Stoßwellentherapie durch die Krankenkasse schickt er mir gestern (nach zweimaligem Nachfragen per Email) eine Bescheinigung mit Befund "Induratio penis plastica". Könnte mir eigentlich egal sein, wenn es zur Kostenübernahme führen würde. Wahrscheinlich gehört das aber zur Verdrängung des Themas dazu...
      Ich wollte eigentlich Anschreiben an BARMER machen mit Schilderung der Symptome (die bei ihm völlig fehlen). Das macht dann natürlich keinen Sinn.
    • Koala wrote:

      Tatsächlich hatte 6 Wochen nach der OP (Anfang November 2012) noch alles funktioniert. Ist mir deshalb in Erinnerung geblieben, weil ich damals Versuche mit Slowsex gemacht hatte. Allerdings war das nicht dauerhaft, letzter Sex dann SommMeine
      Sehe gerade, dass ich einen Fehler korrigieren muss. Bei den zitierten Erinnerungen habe ich Erfahrungen vor und nach der OP verwechselt. Die positiven Versuche waren vor der OP. Die wenigern Versuche mit Slow Sex nach der OP endeten schon nach einer Woche mit Schmerzen in der Eichelspitze.