Vernissage und Konzert gegen weibliche Beschneidung in Denkingen

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    • Vernissage und Konzert gegen weibliche Beschneidung in Denkingen

      Liebe Mitstreiter,

      euer Diener und Manfred waren seit Donnerstag Abend in Denkingen, um Isabel Henriques bescheiden zu assistieren. Abgesehen von Fahrdiensten für die Künstler, gelegentlicher psychologischer Betreuung von stressanfälligen Zeitgenossen und der Co-Animation mit Übersetzung, haben wir dort einen sehr vergnüglichen Aufenthalt gehabt.

      Die gewählte und eingeübte Verbindung von Musikdarbietung und Kunstausstellung, nebst Lesungen ist wirklich sehr gelungen und überaus effektvoll. Die Menschen öffnen sich für derartige Botschaften alleine durch das Umfeld der Kunst und Musik.

      Mein kurze Ansprache umfasste den ganz bescheidenen Wunsch, dass wir, die Kämpfer für die genitale Unversehrheit von Jungen, vielleicht in 10 Jahren, derart in der Vorstellungskraft der Bürger hoffentlich angekommen sein werden.

      Der Kontakt zu beiden Künstlern Bafin Kul und Sister Fa, dank der gemeinsamen Sprache, war mir ein hohes und auch ganz bewusst genossenes Privileg. Das sind sehr engagierte Leute.
      Sister Fa ist eine überaus scharfsinnige Frau und sie bewegt sich in einer schönen Geschmeidigkeit mit der Anmut einer Giraffe.
      Sister Fa unterstreicht, dass Sie als Betroffene, ihrer Mutter und ihrer Tante keine Vorwürfe macht. Sie wollten ja nur ihr Bestes: die bestmögliche Integration in die Gesellschaft. Als Unbeschnittene gilt man als unrein, man kann am gesellschaftlichen Leben im Grunde nicht teilhaben (Händereichen, kochen, usw. alles Dinge, die man, unbeschnitten, nicht für andere tun kann).
      Bafin Kul unterstreicht, dass die Männer das Sagen haben und die Beschneidung jedoch Frauensache ist. Hier würde also ein Machtwort reichen.

      Ich sehen in dieser Gemeinsamkeit eine große Chance, dass unserem Kampf die Legitimität zuteil wird, die der weiblichen Beschneidung nicht mehr bestritten wird. Dabei haben wir sogar noch den Vorteil, dass wir keinen "Kulturimperialismus" betreiben, ein häufiger Vorwurf, den man an jene gerichtet hat, die sich aus der Gemütlichkeit unserer sog. Zivilisation heraus, für eine Ächtung der weiblichen Genitalverstümmelung stark gemacht haben, und sich somit in die Angelegenheiten fremder Kulturen eingemischt haben (erinnert euch das an etwas? Diesen Vorwurf kennen wir doch)....

      Ach ja, bei der Tombola habe ich den Hauptgewinn gewonnen!
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      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Mein kurze Ansprache umfasste den ganz bescheidenen Wunsch, dass wir, die Kämpfer für die genitale Unversehrheit von Jungen, vielleicht in 10 Jahren, derart in der Vorstellungskraft der Bürger hoffentlich angekommen sein werden.


      Vielen lieben Dank für den schönen Bericht und für Dein Engagement, Guy! 10 Jahre wären mir allerdings DEUTLICH zu lang! ;)

      Die Parallelen zur weiblichen Beschneidung, ihrer Psychologie und Hintergründe finde ich immer wieder besonders spannend. Hier zeigt sich auch gut der Sexismus der unterschiedlichen Wertung männlicher und weiblicher Beschneidung.

      Glückwunsch zum Hauptgewinn! (BD)