Mein Sohn soll beschnitten werden

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    • Mein Sohn soll beschnitten werden

      Hallo zusammen, bin neu hier.
      Heute beim Urologen gewesen, mit meinem 3-jährigen Sohn.
      Diagnose: OP ist unausweichlich.
      Ich fühle mich hilflos und überrannt. Mein Sohn hatte bereits 2 Operationen
      im Gesichtsbereich als Säugling, und nun soll er wieder unter das Messer?

      Ich habe mich hier bereits etwas eingelesen. Allerdings kann ich nicht beurteilen wie "schlimm"
      die Verengung bei meinem Sohn ist.
      Vielleicht kann mir hierin jemand helfen:
      Kriterien:
      - Die Vorhaut lässt sich überhaupt nicht zurückschieben
      - der Bereich Eichel/Vorhaut blähen sich beim Wasserlassen ballonartig auf
      - Der Urinstrahl geht rechts rüber und ich auch etwas fächerförmig

      Hat es da überhaupt Sinn, eine Salbentherapie zu machen? Ich nehme an
      das mit den Ringen funktioniert bei so einem kleinen Jungen nicht.
      Mein Sohn tut mir leid, ich will ihm seine Vorhaut nicht nehmen lassen.
      Mir wurde gesagt in Österreich würde überhaupt nicht diskutiert, ob man konservativ operiert bzw. nur einen Teil entfernt,
      weil es sowieso wieder zu einer Verengung führt und dann erneut das Messer her muss...
      Was gibt es so in Deutschland? Ggf. auch privat...

      DANKE vielmals! :love:


      *Kotz*
    • gin schrieb:

      Willkommen nigella-sativa

      (welcome)

      Manfred würde schreiben, dass Problem der Urologe hat und nicht Ihr Sohn.

      beschneidung-von-jungen.de/hom…%27%24%7B2%7D%3E%E2%86%91

      Bei Ihrem Sohn ist das ganz normale Zustand.
      lieber Gin!
      Besten Dank!
      Ja ich lese mich gerade ein!
      Ich habe mich bereits in der Position festigen können keinesfalls vorschnell zu handeln.
      Ich bin sehr dankbar für euren Aktivismus hier im Forum und im Netz.
      lg
    • Herzlich willkommen hier!
      Das Ballonieren ist in der Regel ein vorübergehender Entwicklungszustand.
      Hat Dein Sohn überhaupt Beschwerden?
      Ich gehe nicht davon aus, denn dann hättest Du das ja geschrieben.
      Warum um alles in der Welt sollte seine Vorhaut jetzt beweglich sein?
      Denkt der Urologe etwa, ein Dreijähriger habe Sex?
      Sorry, da werde ich echt sauer.
      Solange da nichts geklärt ist, darf überhaupt nichts passieren.
      Super, dass Du so verantwortungsvoll vorgehst. Vielen Dank!
    • Hallo!

      nigella-sativa schrieb:

      - Die Vorhaut lässt sich überhaupt nicht zurückschieben
      Tja, völlig normal in dem Alter. Stellt dieser Beschneider Urologe das etwa als problematisch dar? :S

      Ich erinnere mich, im Alter von ca. 9 Jahren konnte ich meine Vorhaut schon etwa bis zur Mitte der Eichel zurückziehen, und weil es dabei noch sehr eng war, deshalb besonders weit pinkeln. Ich weiß noch, wie ich mit mehreren gleichaltrigen Kameraden am Straßenrand stand und das demonstrierte. Die anderen konnten das alle nicht, da ging noch gar nichts! Natürlich habe ich den Wettbewerb gewonnen :P .
      Hab' ich ein Schwein gehabt, dass das damals kein Urologe nachgeprüft hat!

      nigella-sativa schrieb:

      - der Bereich Eichel/Vorhaut blähen sich beim Wasserlassen ballonartig auf
      Aha. Dann hat sich bereits die Vorhaut von der Eichel abgelöst. Also ist dein Sohn da schon recht weit entwickelt. Natürlich ist die Präputialöffnung vorerst noch ziemlich eng, daher das Aufblähen. Offenbar alles ganz normal!

      nigella-sativa schrieb:

      - Der Urinstrahl geht rechts rüber und ist auch etwas fächerförmig
      Kann vorkommen. Bei mir war z. B. der "Rüssel" etwas schief nach rechts gewachsen, der Strahl ging daher leider erst nach rechts und mit zunehmendem Druck stellte sich die "Düse" gerade :whistling: . Hat sich aber durch Wachstum nach einiger Zeit ganz von selbst erledigt.
      Das kann natürlich schon mal Sauerei geben. Sag' ihm einfach, dass er etwas aufpassen soll. Oder, wenn's arg ist, dass er sich setzen soll. Wenn das lange so bleibt, kann er das später mit Salbe und vorsichtigem Dehnen verbessern (damit meine ich nicht eine vollständige Zurückziehbarkeit, das hat noch viele Jahre Zeit).

      Nö, die Ringe gibt's nicht in entsprechender Größe. Wozu auch? In aller Regel erledigt ja die natürliche Entwicklung das Problem (das eigentlich gar keines ist) ganz von selber.
    • Hallo Nigella-savita,

      Hat dein Sohn überhaupt irgendwelche Beschwerden? Ich meine abgesehen davon, dass sich die Vorhaut beim Wasserlassen ballonartig aufbläht?

      Dein Sohn hat nach deinen Schilderungen entwicklungsbedingt nicht-zurückziehbare Vorhaut, die die Folge einer natürlichen Verklebung der Vorhaut mit der Eichel und einer Enge der Vorhautöffnung ist. Dieser Zustand wird in der internationalen Fachliteratur auch "physiologische Phimose" genannt, und ist ein sinnvoller und von der Natur vorgesehener Schutzzustand, der weder behandelt werden muss noch behandelt werden sollte.

      Es ist vollkommen normal, dass ein 3-jähriger Junge eine nicht-zurückziehbare Vorhaut hat. In diesem Alter hat noch die übergroße Mehrheit der Jungen eine Vorhaut, die gar nicht oder nur ein Stück weit zurückgezogen werden kann.



      Zum Thema Ballonieren der Vorhaut schreibt der deutsche Kinderärzteverband:

      Kinderärzte im Netz: schrieb:

      Ein Aufblähen der Vorhaut ist ebenso normal, wie ein Nachtröpfeln. Ein Harnaufstau durch eine normal enge Vorhaut ist extrem selten.


      Das Ballonieren der Vorhaut wird heute von Experten auf dem Gebiet der Kinderurologie und der Fachliteratur einhellig als harmloses, nicht-schädigendes Phänomen im Rahmen der körperlichen Entwicklung beschrieben. Hier ist eine Literaturübersicht.



      Der Hintergrund ist: Bei der Geburt ist die Vorhaut mit der darunter liegenden Eichel verklebt. Darüber hinaus ist auch die Vorhautöffnung noch verengt. Beide Zustände entwickeln sich im Laufe der körperlichen Entwicklung zurück, sodass die Vorhaut zurückziehbar sind. Aber nicht immer läuft diese Entwicklung zeitlich parallel: Wenn sich die Vorhautverklebung schon zum Teil zurückgebildet hat, die Vorhautöffnung aber weiterhin noch eng ist, kann sich die Vorhaut beim Wasserlassen balloonartig aufblähen.



      nigella-sativa schrieb:

      Hat es da überhaupt Sinn, eine Salbentherapie zu machen? Ich nehme an das mit den Ringen funktioniert bei so einem kleinen Jungen nicht.

      Ich beantworte dir diese Frage nur, weil du danach gefragst hast. Denn nach deinen Schilderungen hat den Sohn ganz einfach nur eine entwicklungsbedingte Nicht-Zurückziehbarkeit (physiologische Phimose), die daher auch nicht behandlungsbedürftig ist.

      Ja, es hat eigentlich immer Sinn.

      Es ist vollkommen unseriös von dem Urologen, dich von vorneherein auf eine Operation zu drängen, ohne vorher eine konservative Behandlung nicht wenigstens versucht zu haben. Das wäre selbst dann unseriös, wenn tatsächlich ein behandlungsbedürtiges Problem vorliegen würde.

      Die "Diagnose: OP ist unausweichlich" [i]vorherigen konservativen[/i] Behandlungserfolg ist beim Thema Vorhaut/Phimose fast immer unseriös.


      Es gibt einige besondere Fälle von krankhaften Phimosen, die bedingt durch eine Hauterkrankung namens Lichen sclerosus auftreten und sich ein weißlicher Ring aus erhärtetem Gewebe um die Vorhautöffnung bildet. Hier sind die Erfolgsquoten einer konservativen Salbenbehandlung eher gering.

      Aber selbst in diesen Fällen rät eine Leitlinie des Britischen Verbandes der Dermatalogen zum Thema Lichen Sclerosus:



      British Association of Dermatologists’ guidelines for the management of lichen sclerosus 2010 schrieb:

      It is now being recognized that a trial of a topical steroid should be tried prior to circumcision in all cases of phimosis independent of aetiology and that circumcision should be reserved for treatment failures.

      *** **** ****

      Es wird nun anerkannt, dass eine Behandlungsversuch mit einem topischen Steroid* in allen Fällen von Phimose unabhängig von ihrer Entstehungsgeschichte probiert werden sollte und dass die Beschneidung auf jene Fälle beschränkt sein sollte, in denen diese Behandlung versagt.

      * Topisches Steroid = Kortisonhaltige Salben.


      nigella-sativa schrieb:

      Mir wurde gesagt in Österreich würde überhaupt nicht diskutiert, ob man konservativ operiert bzw. nur einen Teil entfernt,
      weil es sowieso wieder zu einer Verengung führt und dann erneut das Messer her muss...
      Was gibt es so in Deutschland? Ggf. auch privat...

      Eine Nachfrage: Heißt das, das Du in Österreich wohnst?

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von Sokrates ()

    • Hallo und Willkommen im Forum (welcome)

      Danke das Du Dich an dieses Forum wendest

      Auch für mich hört sich das an, als sei alles in Ordnung. Bis in die Pubertät muss sich die Vorhaut nicht von der Glans lösen und das vorschnelle vor und zurück bewegen kann zu Verletzungen führen, die dann so große Probleme machen, das eine Beschneidung tatsächlich indiziert ist. Also, Du musst nichts machen außer den Ärzten vor einer Untersuchen sagen, das sie an dem Penis Deines Sohnes nicht zu grabbeln haben.

      Ich habe hier mal Die Leitlinien zur Phimose, die kannst Du auch den Ärzten um die Ohren hauen, wenn die anfangen zu behaupten, es sei zu eng. Wenn das Kind keine Probleme hat, muss nichts getan werden. Hat er Probleme, gibt es Salben, die dann Dein Kind selber unter Deiner Aufsicht, oder des Vaters, benutzen kann.

      Alles Gute
      "Those who cannot remember the past are condemned to repeat it"

      "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."


      George Santayana (1863-1952)
    • @Bella 2012

      Würdest Du mir einen Gefallen tun.

      Kannst Du in meinem letzten Beitrag den Satz "Eine Nachfrage: Heißt das, das Du in Österreich wohnst?" vor meinem letzten Zitat entfernen?


      Kannst Du bitte auch in dem Satz:

      "Die "Diagnose: OP ist unausweichlich" ohne voherigen Behandlungserfolg ist beim Thema Vorhaut/Phimose fast immer unseriös."


      ohne "vorherigen Behandlungserfolg" durch "vorherigen konservativen Behandlungsversuch" ersetzen?


      Ich kann meinen Beitrag nicht mehr selbst bearbeiten.
    • Servus nigella-sativa, auch von mir noch ein herzliches Willkommen hier im Forum,

      auch ich frage mich...welche Beschwerden hat dein Sohn, welchen Leidensdruck, hat er Schmerzen an der Vorhaut, Schmerzen beim Wasserlassen? Wenn dein Sohn Probleme hat, dann muss ihm natürlich geholfen werden...aber wenn ich so lese, was du über deinen Arzt schreibst, dann sehe ich eigentlich nur bei dem Handlungsbedarf...wegen seiner veralteten und verkalkten Sicht zum Thema Phimose und Beschneidung...

      Wenn dein Sohn keine Probleme hat, dann sehe ich persönlich auch keinen Sinn in einer Salbenbehandlung...denn in dem Alter müssen das Erwachsene machen, ist so ein kleiner damit allein überfordert...aber der Genitalbereich ist ein hochsensibler Bereich, da sollten Erwachsene eigentlich die Finger weglassen und nur behandeln wenn absolute Notwendigkeit besteht...und keine unnötigen Untersuchungen erfolgen...auch Salbentherapie kann ein Trauma verursachen

      Artikel in Fachzeitschrift "Kinder- und Jugendlichenpsychologie"


      nigella-sativa schrieb:

      man konservativ operiert bzw. nur einen Teil entfernt,
      weil es sowieso wieder zu einer Verengung führt und dann erneut das Messer her muss...
      Ist in dem Alter echt problematisch, denn wenn da nicht ständig bewegt wird, kann es leicht zu Rezidiv kommen...na Interesse an ständiger Bewegung entsteht da erst später...und Prof. Stehr meint zu dem Thema "Das (die Phimose) erledigt sich meist mit dem Bügeln"
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Neu

      Danke euch allen fuer die antwort!
      Ja, meine Hartnäckigkeit gruendet sich auf dem Unverständnis, weshalb denn die Natur die Vorhaut ueberhaupt "macht", wenn sie dann mehr nach- als Vorteile bringt.
      Ueber eine traumatisierung aufgrund von Salbenbehandlung und zirkumzision mache ich mir natuerlich auch gedanken. Habe mir muettern gesprochen und geschrieben die mir berichteten, dass ihre jungen sich schaemen wenn man ihre eichel so gut erkennen kann, und sie belastet sind: was ist bei ihnen falsch? Fragen sie sich dann imer. Mein Sohn würde bereits zwei mal im Gesicht operiert wegen einer spaltbildung, und kaeme eine zirkumzision auch noch hinzu so waere das die zweite sensible Zone. Die orale und die genitale beeinträchtigt zu haben, das schmerzt mich dann als Mutter.

      Ich wuerde euch noch gerne einige Dinge fragen. Wenn es passieren soll dass mein Kind einen Infekt bekommt, was waere laut eurer ansicht die beste loesung? Antibiotische bzw. Antimykotische therapie, oder Operation? Ich tippe mal drauf dass ihr mir sagen werdet, dass erst bei wiederkehrenden Infekten eine op in Betracht gezogen werden sollte.

      Bzg. Des rezidivs noch etwas: wenn man triple inzision macht bzw nur einen Teil entfernen laesst, wisst ihr dann (oder habt ihr quellen hierfuer), mit wie grosser Wahrscheinlichkeit sich ein rezidiv vermeiden laesst wenn man fleissig cremt?! Wir haben eine narbencreme fuer die Narbe am philtrum, sie nennt sich biolyt. Klar dachte ich bereits dran, mit dieser Creme auch "untenrum" zu behandeln. Wie das halt so ist, man denkt an alle moeglichkeiten...

      Und nochmal bitte: ihr (oder zumindest die meisten hier) sagt mir, auch wenn der wasserstrahl nicht gerade runter laeuft sondern rechts rueber geht sowie nicht wirklich ein Strahl ist sondern etwas faechert dann soll ich erstmal mit allem warten?
      Es ist gar nicht so leicht, hartnaeckig zu bleiben.
      Ich bin euch sehr dankbar dafuer dass ihr mir den ruecken staerken koennt.

      Beitrag von Anderswo ()

      Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
    • Neu

      nigella-sativa schrieb:

      Wenn es passieren soll dass mein Kind einen Infekt bekommt, was waere laut eurer ansicht die beste loesung?
      Bei einer Infektion helfen Antibiotika. So wird es auch bei Mädchen gehandhabt. Interessant ist dabei, das Mädchen öfter als Jungen Harnwegsinfekte haben. Da muss man nicht operieren. Eine Infektion kann vermieden werden indem nicht an der Vorhaut manipuliert wird, keine Seifen genommen werden und wenn doch mal nötig PH Neutrale. In Amerika wird mit dem Satz "Only clean what is seen" den Müttern geraten, weil Ärzte ihnen weiß machen sie müssten die Vorhaut zurückschieben um darunter sauber zu machen. Dies ist nicht nötig, da die Vorhaut ja noch mit der Eichel zusammen hängt.

      nigella-sativa schrieb:

      auch wenn der wasserstrahl nicht gerade runter laeuft sondern rechts rueber geht sowie nicht wirklich ein Strahl ist sondern etwas faechert dann soll ich erstmal mit allem warten?
      Vieles wächst sich aus. Ja ich würde warten, sollte sich irgendwann Probleme ergeben, kann immer noch gehandelt werden. Eine Zirkumzision ist gerade bei kleinen Kindern sehr Problematisch. Kein Arzt kann Die sagen, wie sie der Penis entwickeln wird. So wird oft zuviel weggeschnitten, die Folgen sind schmerzen bei einer Erektion, ein behaarter Schaft und vieles mehr. Auch ist nicht gesichert das die Harnröhre unverletzt bleibt und sich dann erst recht Probleme ergeben.


      doccheck schrieb:

      2.7 Harnverhaltung

      Harnverhaltung (Unfähigkeit zur Blasenentleerung) ist eine weitere Komplikation der Zirkumzision. Eine Harnverhaltung infolge einer Zirkumzision wird meist durch einen zu engen Verband verursacht und lässt sich einfach durch die Entfernung des Verbandes behandeln.[26][27][7][16]
      Wird eine Bonozintinktur als Teil des Verbandes verwendet, kann diese die Harnröhrenöffnung blockieren und so eine Harnverhaltung verursachen.


      2.11 Harnröhrenfisteln
      Als Komplikation der Zirkumzision können sich eine oder mehrere neue Harnröhrenöffnungen, sogenannte Fisteln, bilden.[35][36][37]

      Harnröhrenfisteln entstehen, wenn die Harnröhre verletzt wird. Das Risiko hierfür ist erhöht, wenn auf der ventralenOberfläche der Eichel oder des Penisschaftes genäht wird, da die Harnröhre in diesem Bereich sehr nah an der Haut liegt.[38][36] Die Behandlung muss individuell je nach Art dieser Komplikation durch einen urologischen Spezialisten erfolgen


      2.9 Hautbrücken und Verwachsungen

      Die Bildung von Verwachsungen, unter anderen in Form von Hautbrücken zwischen Penisschaft und Eiche, ist eine häufige Komplikation der Zirkumzision.[23][32]
      Vorhautverwachsungen entstehen häufig als Resultat einer unzureichende Lösungen dieser natürlichen Verklebung zwischen Penis und Eichel vor der Zirkumzision: Bei der Geburt ist es normal, dass Eichel und Vorhaut miteinander fest verklebt sind –die Ablösung dieser Verklebung ist ein Entwicklungsprozess, der bis weit in die Pubertät hinein andauern kann. (Bei manchen Jungen ist dieser Prozess nicht vor der Geschlechtsreife abgeschlossen.) Während der Zirkumzision von kleinen Jungen ist es daher notwendig, diese Verklebung zwischen Eichel und Vorhaut gewaltsam auseinanderzureißen, damit die Vorhaut komplett entfernt werden kann. Werden diese natürlichen Verklebungen nicht vollständig entfernt, kann während der Heilung der Vorhautrest sich erneut mit der Eichel verkleben und feste Verklebungen können entstehen.
      Eine besondere Form beschneidungsbedingter Verwachsungen sind Hautbrücken. Hautbrücken sind Hautbereiche, die sich vom Rand der Restvorhaut bis auf die Eichel erstrecken und einen Hohlraum umschließen. Diese entstehen dadurch, dass während der Heilung die zirkumferentielle Schnittwunde der Restvorhaut sich mit einer Stelle auf der Eichel verklebt.


      2.10 Hypospadie und Epispadie
      Sowohl Hypospadien als auch Epispadien –normalerweise angeborene Fehlbildungen– können durch Zirkumzisionen versursacht werden. Diese Komplikationen treten auf, wenn bei der Beschneidung versehentlich die Harnröhre aufgeschlitzt wird




      3.3 Haariger Schaft
      Die Entfernung von zu viel Haut im Rahmen einer "straffen" Beschneidung kann zu einem Hautmangel im späteren Leben führen. Während Erektionen, die schmerzhaft sein können, kann Haut vom Hodensack den Penisschaft heraufgezogen werden, um den Mangel an erforderlicher Penishaut auszugleichen. Ein haariger Schaft wird generell als unästhetisch empfunden und kann während des Geschlechtsverkehrs stören.


      Sieh Dir die Seite mal an.
      "Those who cannot remember the past are condemned to repeat it"

      "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."


      George Santayana (1863-1952)
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      Hallo nigella-sativa - es ist so gut, dass du Informationen zum Thema (Beschneidung oder keine Beschneidung) einholst. Ein herzliches Willkommen auch von mir. Ich erlaube mir, bekannte Tatsachen zu wiederholen.

      Kein männliches Kind im Kindergartenalter oder Grundschulalter oder Unterstufen-Alter braucht eine retrahierbare (zurückziehbare) Vorhaut. Man lasse dem Jungen unbesorgt Zeit, bis er 14, 15 oder sechzehn Jahre alt ist - etliche von ihnen sind schließlich erst dann in der Pubertät (Geschlechtsreife im Sinne von Zeugungsfähigkeit). Bei einem Mädchen wird schließlich auch nicht durch besorgte Eltern an Schamlippen oder Kitzler herumgefingert.

      Liebe nigella-sativa - nur dieses zum Thema Alter des Zurückziehenkönnens: Von menschlicher Natur aus und bei bester Gesundheit erst mit 10,4 (zehn Komma vier!) Jahren und auch dann kann das erst jeder zweite Junge (Jakob Øster (1968); Hiroyuki Kayaba et al. (1996), Thorvaldsen and Meyhoff (2005)).

      Durchschnitts-Alter - vgl. mathematische Normalverteilungskurve - bedeutet, dass jeder zweite Junge älter ist als 10,4 Jahre.

      Geschätzte nigella-sativa - in deinem Eröffnungspost schreibst du "Diagnose: OP ist unausweichlich" - bitte, du den Arzt wechseln. Denn jedem gründlich informierten Mediziner sollte klar sein, dass eine sogenannte Beschneidung - Zirkumzision - so sehr nachteilig ist wie ein Herausschneiden der Klitoris, des weiblichen Lustorgans Nummer Eins.

      Bitte, bitte kein Herumziehen an der Vorhaut eines Jungen - wie man englisch sagt: "Only clean what is seen!"
      A foreskin is a birth right, not a birth defect.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Saimaa ()

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      Hallo noch mal nigella-sativa,


      Ich schließe mich dem an, was Bella2012 dir geschrieben hat. Ich könnte nun alles nochmal in eigenen Worten wiederholen, was Sie dir bereits geschrieben hat. Aber ich denke, das bringt dich nicht weiter.


      Aber eine Frage, auf dir Bella2012 noch nicht geantwortet hat, möchte ich dir gerne beantworten:

      nigella-sativa schrieb:

      Bzg. Des rezidivs noch etwas: wenn man triple inzision macht bzw nur einen Teil entfernen laesst, wisst ihr dann (oder habt ihr quellen hierfuer), mit wie grosser Wahrscheinlichkeit sich ein rezidiv vermeiden laesst wenn man fleissig cremt?! Wir haben eine narbencreme fuer die Narbe am philtrum, sie nennt sich biolyt. Klar dachte ich bereits dran, mit dieser Creme auch "untenrum" zu behandeln. Wie das halt so ist, man denkt an alle moeglichkeiten...
      Zunächst einmal: Bei einer Triple Inzision oder einer teilweisen Beschneidung wird im Normalfall nichts gecremt!


      Das sind zwei verschiedene Therapieformen:

      Es gibt eine nicht-operative, vorhauterhaltende Therapie - in Form von Dehnen und der Anwedung Corticosteroidhaltiger Salben.

      Es gibt operative, vorhauterhaltende Therapie - in Form verschiedener Vorhaut(erweiterungs)plastiken, die im deutschen Sprachraum wohl bekannteste Varinante ist die Triple Inzision.


      Bei der Triple Inzision und anderen Vorhautplastiken muss nicht gecremt werden. Die Vorhaut muss nach der Operation allerdings regelmäßig zurückgezogen werden!

      Was die Rezividrate betrifft. Ja es gibt Studien. Ich habe mir die Studien angesehen und die Rückfallquote ist erstaunlich gering:


      • Pedersini et al. (2017) führten Triple Inzisionen bei 41 Jungen durch. Nach 12 Monaten hatten bis auf einen einzigen Jungen alle eine zurückziehbare Vorhaut. Die Rezivivrate betrug also 2,4% (1 von 41 Jungen)

      • Christianikis (2008) führte in seiner Studie Triple Inzisionen bei 87 Jungen durch. Nach 2 bis 4 Jahren nach der Operation hatten bis auf zwei Jungen alle Jungen eine zurückziehbare Vorhaut. Die zwei Jungen, die keine zurückziehbate Vorhaut hatten, hatten ihre Vorhaut nicht regelmäßig zurückgezogen. Ihnen konnte dann aber mit einer Salbentherapie geholfen werden. Die Rezidivrate betrug also 2,3% (2 von 87 Jungen)

      • Fischer-Klein und Rauchenwald (2003) hatten in ihrer Studie am Universitätsklinkum St. Pölten nach einer durchschnittliche Nachuntersuchungszeit von 8 Monaten eine Rezividivrate von 5,5% (5 von 91 Jungen).

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Sokrates ()

    • Neu

      Ballooning and spraying – Ballooning of the foreskin with voiding may occur in some boys when separation has progressed to some degree underneath the foreskin, but the outlet is still tight. It is not pathologic and requires no treatment.

      doctorsopposingcircumcision.or…care-of-the-intact-penis/

      .

      Es ist nicht an Salbe zu denken, nicht an Creme zu denken, es ist keine Triple Inzsion durchzuführen, keine Vorhauterweiterung durchzuführen.

      Wie Kommentator gin es, sinngemäß, so ausgezeichnet auf den Punkt gebracht hat: das Problem hat der Urologe und nicht Ihr Sohn - bei Ihrem Sohn ist das der ganz normale Zustand.

      Bei einem Mädchen würde man auch nicht von Inzision (zu FGM Typ IV) oder von Vorhauterweiterung reden.

      .

      Zitat:

      Das Ballonieren der Vorhaut ist ein bei Jungen häufig auftretendes, physiologisches Phänomen, bei dem sich die Vorhaut beim Urinieren ballonartig aufbläht. (...) Das Ballonieren der Vorhaut ist ein natürliches, physiologisches Phänomen und erfordert keine Behandlung. Es ist ein Hinweis darauf, dass die normale Entwicklung der Vorhaut bereits eingesetzt hat, aber noch nicht abgeschlossen ist. Das Ballonieren verschwindet auf natürlichem Wege von selbst wieder, während die Vorhaut ihre Entwicklung fortsetzt und die Vorhautöffnung sich weitet.

      flexikon.doccheck.com/de/Ballonieren_der_Vorhaut
      A foreskin is a birth right, not a birth defect.

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    • Neu

      Servus nigella-sativa aus Norddeutschland,

      ich habe Deinen Bericht gelesen und kann mich nur den Ausführungen bisheriger Kommentare und Antworten anschließen. Die Argumente des von Euch konsultierten Mediziners erinnern mich an die Einstellung zur Beschneidung in den 60er und 70er Jahren in meiner Heimatstadt. Für die Vorhaut eines Jungen waren die typischen Symptome ( aufgeblähte Vorhaut, gekrümmter Urinstrahl, dünner Urinstrahl ) ein Todesurteil schlechthin und dies alles wurde bei uns mit dem Oberbegriff "Phimose" legitimiert. Letztlich bin ich selbst Betroffener dieser Denk- und Operationsweise. Dass diese Kompromisslosigkeit heute noch gelebt und betroffenen Kindern und Eltern verkauft wird, kann ich nicht nachvollziehen. So lange Dein Sohn keine Beschwerden hat, die von Dir aufgezeigten Symptome keine (ggf. auch wiederkehrende ) Balanitis auslösen, kein Blut beim Urinieren austritt, würde ich weiter abwarten und auf den einsetzenden Ablösungsprozess der Vorhaut und einer Rückbildung der Symptome vertrauen.
      Im - hoffentlich ausbleibenden -umgekehrten Fall würde ich weitere Ärzte konsultieren und mich vielleicht auch in Deutschland nach der Möglichkeit des Vorhaut erhaltenden Eingriffs erkundigen.

      Alles Gute; ich wünsche Euch viel Glück und Deinem Sohn, dass ihm eine Beschneidung erspart bleibt.