Narben bei unserem 10 Jährigen?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Narben bei unserem 10 Jährigen?

      Hallo, ich bin eine besorgte Mutter eines 10 jährigen Jungen. Unser Kinderarzt hat bei unserem Sohn bereits mit 4 Jahren erklärt, er müsse nun immer gut seine Vorhaut dehnen. Sie sei seeehr eng!! Damals war ich überhaupt nicht informiert, dass dies völlig normal war! Er hat er dann erklärt, dass mit einer OP bis VOR der Pupertät zugewartet werden könne. Dann sollte man eine OP machen lassen! Ich bekam Panik bei dem Gedanken! Unser Sohn hat dann selbst immer wieder gedehnt, und das Löchli wurde auch etwas grösser. Mit 6 Jahren bekamen wir dann trotzdem eine Kortisonsalbe, da es gemäss Kinderarzt zu wenig offen sei. Die Salbe benutzte ich nicht, mir war irgendwie nicht wohl dabei. Wir liessen das Thema ruhen, ein halbes Jahr vor der 10 Jahreskontrolle machte ich mir aber wieder vermehrt Sorgen, da unser Kinderarzt dann wohl bald zu einer OP drängen würde. Ich fragte unseren Sohn, ob er denn eigentlich die Vorhaut nun zurückziehen könne. Er verneinte dies, und zeigte es mir auch. Die Öffnung war wieder um einiges kleiner geworden als noch mit 6 Jahren. ich empfahl unserem Sohn, beim Duschen wiederum jeweils gut zu dehnen, so wie es der Kinderarzt mit 4 Jahren ja bereits empfohlen hatte. Kurz vor der 10 Jahreskontrolle war die Öffnung dann aber plötzlich vollständig zu. Bedeutet dies nun, dass er ev. zu fest gedehnt hat, sich Narben gebildet haben, und sich die Haut deshalb vollständig verschlossen hat?
      Ich bin so wütend auf unseren Kinderarzt, dass er so grossen Druck auf uns ausgeübt hat und wünschte, ich hätte euer Forum und die vielen neuzeitlichen Informationen bereits früher gehabt!
      Ich muss noch erwähnen, unser Sohn hat keinerlei Probleme.
      Was empfehlt ihr ihm und mir? Soll er einfach jeweils vorsichtig bewegen beim Pinkeln und beim Duschen oder besser gar nichts tun? Vom Kinderarzt lassen wir uns sicher nicht drängen (wahrscheinlich wechseln wir den Arzt, da auch einiges sonst nicht stimmt für uns). Aber ich mache mir jetzt grosse Sorgen, dass da Narben sind und sich die Phimose oder Verklebung nicht von selbst lösen kann!!
      Ich danke euch jetzt schon mal ganz herzlich für eure Antworten, Tipps und Erfahrungen!!
    • Servus Rose8, herzlich wilkommen hier,

      vielleicht mit dem Sohn reden, wie er darüber denkt? Er hat und sieht keine Probleme? Warum was machen?

      Bei unserem Sohn hat sich das ganze spontan mit 12 geweitet, war vorher genauso zu...und jetzt geht alles...

      DeinemArzt...da würde ich die neuen Phimoseleitlinien ausdrucken, dem die vorlegen und fragen warum der so ne antiquierte Scheiße erzählt ;)
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Urolüge schrieb:

      Servus Rose8, herzlich wilkommen hier,

      vielleicht mit dem Sohn reden, wie er darüber denkt? Er hat und sieht keine Probleme? Warum was machen?

      Bei unserem Sohn hat sich das ganze spontan mit 12 geweitet, war vorher genauso zu...und jetzt geht alles...

      DeinemArzt...da würde ich die neuen Phimoseleitlinien ausdrucken, dem die vorlegen und fragen warum der so ne antiquierte Scheiße erzählt ;)
      Die Narbenphimosis ist kein normaler Stand. Wahrscheinlich ist bei diesem Stand die OP nötig. Natürlich, dass, wenn ist die OP nötig, bei zehnjahrigem das nicht sofort sein muss. in diesem Alter ist noch Ziet genug.

      Früher oder später?Jedes Kind ist ander. Das können nur seine Eltern wissen. Er war sicher auch aus unnötigen Behandlungen traumatisiert. Das sind alles wichtige Faktoren.
    • Ob das eine Narbenphimose ist? Kann sicher nicht per Ferndiagnose festgestellt werden...

      Selbst wenn es eine ist...wenn der Junge keine Probleme hat....warum nicht warten bis er selber entscheiden kann, wenn es zu Problem kommt?

      Wenn er alt genug ist, könnte ich mir auch vorstellen, dass er es mal mit Phimocure versuchen könnte...

      Wichtig aber für die Eltern...Ruhe bewahren, offene und ehrliche Worte...und dem Jungen Sicherheit geben, dass alles normal ist...und wenn es Probleme gibt (egal welcher Art...) WIR SIND FÜR DICH DA...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Hallo Rose8,
      herzlich willkommen bei uns! (welcome)
      Zunächst möchte ich mich bei Dir bedanken, dass Du Dir so viele Sorgen um Deinen Sohn machst und Dich nicht von diesem Kinderarzt ins Bockshorn jagen lässt.
      Wenn ich mir Deinen Bericht so "aus der Ferne" betrachte, fallen mir gleich mehrere Dinge auf:

      Rose8 schrieb:

      Unser Kinderarzt hat bei unserem Sohn bereits mit 4 Jahren erklärt, er müsse nun immer gut seine Vorhaut dehnen. Sie sei seeehr eng!!
      Das war schon der erste Fehler. Eine "seeehr enge" Vorhaut ist bei einem vierjährigen Jungen kein Problem und damit behandlungsbedürftig, sondern ein völlig normaler Entwicklungsstand - zumindest dann, wenn sie dem Jungen keine Beschwerden bereitet.
      Zu raten, er solle die Vorhaut dehnen, ist dagegen höchst fahrlässig, da dadurch dem Jungen das Gefühl vermittelt wurde, an ihm sei etwas nicht in Ordnung. Aber wie Du schon selbst sagst, tatsächlich war Dein Junge zu diesem Zeitpunkt völlig in Ordnung.

      Rose8 schrieb:

      Er hat er dann erklärt, dass mit einer OP bis VOR der Pupertät zugewartet werden könne. Dann sollte man eine OP machen lassen!
      Auch hier wieder ein großer Fehler. Keine einzige seriöse Studie belegt die Altersgrenze von "vor der Pubertät", ebenso wenig wie "bis zum Schuleintritt" oder andere dubiose Altersempfehlungen, bis wann eine kindliche Vorhaut beweglich sein müsse.
      Tatsächlich ist der Zeitraum, in dem die Vorhaut eines Jungen beweglich wird, sehr groß, bei manchen geschieht das mit 2 Jahren, bei anderen dauert es bis zum 17. Lebensjahr. Normal ist alles davon.

      Rose8 schrieb:

      Bedeutet dies nun, dass er ev. zu fest gedehnt hat, sich Narben gebildet haben, und sich die Haut deshalb vollständig verschlossen hat?
      Verstehe ich richtig, dass Du nicht weißt, ob sich Narben gebildet haben? Hast Du Narbengewebe gesehen?
      Falls nicht, besteht überhaupt kein Grund, etwas zu unternehmen oder gar Panik zu bekommen. Mit 10 Jahren ist Dein Sohn noch unterhalb des durchschnittlichen Alters (!), mit dem die kindliche Vorhaut beweglich wird. Vielleicht, ja statistisch wahrscheinlich ist Dein Junge einfach noch nicht so weit. Ein gutes Bild ist das einer Blütenknospe: Niemand käme auf die Idee, daran herum zu zupfen oder gar sie aufzuschneiden, weil man nicht erwarten kann, bis sie sich öffnet. Nein, sie wird sich von selbst öffnen, wenn sie soweit ist.

      Rose8 schrieb:

      Ich muss noch erwähnen, unser Sohn hat keinerlei Probleme.
      Damit beantwortest Du im Grunde alle Fragen: Dein Sohn hat keine Probleme, also muss auch nichts unternommen werden. So einfach ist das.

      Rose8 schrieb:

      Was empfehlt ihr ihm und mir?
      Ich empfehle Dir: Wechsle den Kinderarzt. Die Chance ist sehr groß, dass Du dabei einen vernünftigen Arzt erwischst, denn gerade die Kinderärzte sind auf diesem Thema eigentlich gut sensibilisiert - mit Ausnahme einiger weniger Koryphäen wie man sieht.
      Dieser Kinderarzt kann dann einen Blick drauf werfen und feststellen, ob tatsächlich Vernarbungen vorliegen.


      Rose8 schrieb:

      Soll er einfach jeweils vorsichtig bewegen beim Pinkeln und beim Duschen oder besser gar nichts tun?

      Nein, er soll nichts machen, sondern der Natur ihren Lauf lassen. Sehr wahrscheinlich wird der Hormonschub in der Pubertät dieses "Problem" (das eigentlich gar keins ist) erledigen.
      Bis dahin würde ich nichts problematisieren und dem Jungen keinesfalls das Gefühl geben, mit ihm stimme etwas nicht.
      Aber selbst wenn Vernarbungen vorliegen sollten, weist die Beschwerdefreiheit Deines Sohnes darauf hin, dass er ruhig warten kann, bis er selbst in der Lage ist zu entscheiden, was er tun will. Denn abgeschnitten ist schnell, reparieren dagegen unmöglich.
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Vielen Dank für eure Antworten!!

      Weguer, ja, das ist meine Sorge, dass ich nicht weiss, ob da Narben sind oder nicht. Wie würde ich denn solche erkennen? Und dass die Stecknadel grosse Öffnung plötzlich ganz zu ist, und ich nicht weiss, ob dies auch ohne Narben hätte geschehen können.

      Falls unser Sohn später Probleme hätte oder etwas tun möchte, wäre es denn auch möglich, narbige Vorhaut ohne OP zu dehnen?

      Ich werde auf jeden Fall mit ihm sprechen und ihm erklären, dass mit ihm alles in Ordnung ist.
    • Rose8 schrieb:

      Wie würde ich denn solche erkennen?
      Das ist für mich als medizinischen Laien etwas schwer zu erklären. Denn grundsätzlich ist Narbengewebe heller und fester als gesunde Haut. Aber ich kann natürlich nicht ausschließen, dass die Haut am Penis Deines Sohnes anderweitige Verfärbungen und Veränderungen aufweist, die Du aufgrund meiner Beschreibung dann als Narben deutest. Bitte behandle daher meine Einschätzung mit Vorsicht!

      Rose8 schrieb:

      Und dass die Stecknadel grosse Öffnung plötzlich ganz zu ist, und ich nicht weiss, ob dies auch ohne Narben hätte geschehen können.
      Das kann natürlich durch Narben geschehen sein, muss aber nicht. Schon allein deshalb wäre es sinnvoll, wenn mal ein Arzt drauf sehen würde, z.B. im Rahmen der nächsten regulären Untersuchung. Extra würd ich deshalb jetzt nicht zum Arzt gehen.

      Rose8 schrieb:

      Falls unser Sohn später Probleme hätte oder etwas tun möchte, wäre es denn auch möglich, narbige Vorhaut ohne OP zu dehnen?
      Das hängt davon ab, wie ausgedehnt und schwer die Vernarbungen sind. Narbengewebe lässt sich nur sehr schwer dehnen. Aber das hieße, dass Dein Sohn einen kompletten Narbenring haben müsste, um ein Dehnen unmöglich zu machen. Und das wiederum kann ich mir kaum vorstellen, wenn bisher ausschließlich er selbst vorsichtig gedehnt hat. Derart starke Vernarbungen kämen nicht ohne Weiteres zustande. Da braucht es Hauterkrankungen wie Lichen Sclerosus oder schmerzhaftes, gewaltsames Zurückziehen. Er selbst wird sich höchstwahrscheinlich nicht so weh getan haben. Gilt es nun noch, Lichen auszuschließen. Aber auch hier würde ich nicht die Pferde scheu machen, sondern bis zur nächsten Regeluntersuchung warten.

      Rose8 schrieb:

      Ich werde auf jeden Fall mit ihm sprechen und ihm erklären, dass mit ihm alles in Ordnung ist.
      Prima! :thumbup:
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Erst einmal möchte ich mich mal bei euch allen für eure Antworten bedanken! Danke auch nochmals gin für das Bild! Ich fühle mich hier sehr ernst genommen!
      Also so ein Ring hat unser Sohn nicht. Es ist eher auf der einen Seite etwas weisser, auf der andern Seite normale Hautfarbe. So fast wie ein halber Ring? Ist schwierig zu sagen, da eben die Haut völlig zu ist. Würde man wohl auch Einrisse sehen? Und könnte sich die Verengung wohl spontan lösen, falls es eben wirklich teilweise Narben wären? Was meint ihr?

      Weguer, nein, so fest hat unser Sohn bestimmt nicht zurückgezogen.
    • Rose8 schrieb:

      Würde man wohl auch Einrisse sehen?
      Ich glaube nicht...aber ich denke auch, dass es egal ist...

      Wichtig ist glaub, dem Sohn klarmachen, dass ALLES bei ihm normal ist, dass nur was gemacht wird, wenn er Probleme hat, er Herr über sich und seinen Körper ist, und er dann selber macht und entscheidet...

      Rose8 schrieb:

      Und könnte sich die Verengung wohl spontan lösen
      Kann sein...kann sein, dass er vielleicht mal nachhelfen muss (vielleicht auch mit Hilfsmitteln wie Phimocure)...aber nur wenn er will, er Handlungsbedarf sieht...und dann wird das auch funktionieren und Bestand haben (wenn da nichts entzündliches oder eine Hauterkrankung vorliegt...)

      Prof. Stehr meint da meist recht hemdsärmelig..."Das Problem gibt sich meist mit dem bügeln..." ;)
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Rose8 schrieb:

      Erst einmal möchte ich mich mal bei euch allen für eure Antworten bedanken! Danke auch nochmals gin für das Bild! Ich fühle mich hier sehr ernst genommen!
      Also so ein Ring hat unser Sohn nicht. Es ist eher auf der einen Seite etwas weisser, auf der andern Seite normale Hautfarbe. So fast wie ein halber Ring?
      Das sieht so aus, dass er kein Narbenphimosis hat. Etwas weiser? Vieleicht ist gut eine Untersuchung von einem Dermatologe
    • Hallo Rose,

      Zunächst mal möchte ich mich allem anschließen, was Wequer in seinem Beitrag bereits erklärt hat. Darüber hinaus möchte ich noch die folgenden ergänzende Anmerkungen machen.

      Zunächst mal muss ich dir leider mitteilen, dass du an einen desinformierten Kinderarzt geraten bist, der dich in die Irre geleitet hat.

      Dein Kinderarzt weiß gar nicht, was eine "echte", behandlungsbedürftige Phimose ist. Er kennt auch nicht die normale Entwicklung der Vorhaut.

      Dein Sohn hatte eine ganz normale, entwicklungsbedingte Vorhautverengung bzw. Vorhautverklebung, auch physiologische Phimose" genannt, wie sie die übergroße Mehrheit der 4-jährigen Jungen haben, die aber von deinem Kinderarzt anhand willkürlicher, rein subjektiver Diagnosekritieren (sieht eng aus) zu einer Krankheit fehldiagnostziert wurde

      Rose8 schrieb:

      Unser Kinderarzt hat bei unserem Sohn bereits mit 4 Jahren erklärt, er müsse nun immer gut seine Vorhaut dehnen. Sie sei seeehr eng!!


      Das war, wie Weguer bereits erklärte, tatsächlich schon der erste Fehler. Es ist vollkommen normal, dass die Vorhaut bei einem 4-jährigen Jungen eng ist.

      Solange der Junge problemlos Wasser lassen kann, ist die Vorhaut grundsätzlich WEIT GENUG!


      Zudem wird – gemäß aktueller Diagnosestandards– die Therapiebedürftigkeit einer Phimose nicht am Enge-Grad der Vorhaut festgemacht!

      Ein sehr enges Erscheinen der Vorhaut ist kein in der Medizin anerkanntes Diagnosekritierium für eine behandlungsbedürftige Phimose und auch keine Indikation für eine Behandlung!

      Ich kenne mich in der Fachliteratur ein wenig aus und kann dir versichern: In den letzten 10 Jahren ist in der medizinischen Fachliteratur kein Artikel und keine Studie zum Thema Phimose erschienen, in der der Engegrad der Vorhaut irgendwie als Diagnoseanzeichen genannt wurde oder die Therapiebedürftigkeit an der Enge der Vorhaut festmachte.

      Auch keine aktuelle Leitlinie zur Phimose nennt den Grad der Enge der Vorhaut als diagnostitisches Zeichen für das Vorliegen einer behandlungsbedürftigen Phimose.

      Das hat ja auch seinen guten Grund:

      Denn eine "sehr enge Vorhaut" ist ein vollkommen wirkürlicher, subjektiver Befund. Was ist denn überhaupt eine "sehr enge Vorhaut" oder zu enge Vorhaut. Dazu müsste erst mal festgelegt werden, was eine "normal enge Vorhaut" sein soll. Es existiert kein Verfahren zur objektiven Bestimmung des Engegrades der Vorhaut. Insbesondere bei Kindern ist zudem der Umfang der Zurückziehbarkeit der Vorhaut kein verlässlicher Gradmesser für die Enge der Vorhaut. Bei Kindern besteht nämlich noch noch eine feste Verklebung der inneren Vorhaut mit der darunter liegenden Eichel, was die Zurückziehbarkeit als Gradmesser der Vorhautenge ausschließt, und es sehr schwierig macht, zu bestimmen, ob überhaupt eine Verengung der Vorhaut vorliegt. Es lässt sich ja nur schwerlich feststellen, ob die fehlende Zurückziehbarkeit nun auf die Verklebung oder auf die Enge der Vorhaut (oder auf beides) zurückzuführen ist.


      Rose8 schrieb:

      Er hat er dann erklärt, dass mit einer OP bis VOR der Pupertät zugewartet werden könne. Dann sollte man eine OP machen lassen!

      Diese Aussage wie auch deine übrigen Schilderungen darüber, wie er die Phimose anhand der Enge diagnostiziert hat, lassen darauf schließen, dass dein Kinderarzt ein falsches Verständnis hat, was eine – behandlungsbedürftige– Phimose überhaupt ist.


      Dein Kinderarzt betrachtet die Phimose offenals eine Art angeborenen Geburtsfehler, eine Fehlbildung, die er dann anhand rein subjektiver Kritierien wie einem engen Aussehen diagnostizieren kann.

      Rose8 schrieb:

      Kurz vor der 10 Jahreskontrolle war die Öffnung dann aber plötzlich vollständig zu. Bedeutet dies nun, dass er ev. zu fest gedehnt hat, sich Narben gebildet haben, und sich die Haut deshalb vollständig verschlossen hat?
      Ich bin so wütend auf unseren Kinderarzt, dass er so grossen Druck auf uns ausgeübt hat und wünschte, ich hätte euer Forum und die vielen neuzeitlichen Informationen bereits früher gehabt!

      Tarsächlich besteht zumindest die Gefahr, dass zu "ruppige", zu brutale Dehnversuche zu Narbenbildung führen. Aber es ist eher unwahrscheinlich, wenn dein Sohn die Dehnübungen selbst ausgeführt hat. Narbenbildung kommt nicht so ohne weiteres zu Stande. Dass er die Vorhaut selbst bis zur Schmerzgrenze und darüber hinaus gedehnt hat, kann ich mir nur schwer vorstellen.

      Rose8 schrieb:

      Also so ein Ring hat unser Sohn nicht. Es ist eher auf der einen Seite etwas weisser, auf der andern Seite normale Hautfarbe. So fast wie ein halber Ring? Ist schwierig zu sagen, da eben die Haut völlig zu ist. Würde man wohl auch Einrisse sehen? Und könnte sich die Verengung wohl spontan lösen, falls es eben wirklich teilweise Narben wären? Was meint ihr?
      Es könnte sich hierbei auch um normale Farbunterschiede handeln. Ich wäre hier vorsichtig mit definitiven Diagnosen, dass es Narben sind.

      Auch wenn es sich tatsächlich um Narben handen sollte, könnte sich die Verengung immer noch spontan lösen. Das käme auf den Umfang der Narben an und auf die Weitung der Vorhaut im Rahmen der körperlichen Entwicklung an.

      Rose8 schrieb:

      Soll er einfach jeweils vorsichtig bewegen beim Pinkeln und beim Duschen oder besser gar nichts tun?

      Wie auch Weguer würde ich dir empfehlen, deinen Sohn und dessen Vorhaut die nächste Zeit in Frieden zu lassen und einfach abzuwarten.

      Dein Sohn hat die Pubertät noch vor sich. Es besteht immer noch die realistische Möglichkeit, dass die physiologische Vorhautenge im Rahmen der hormonellen und körperlichen Veränderungen in der Pubertät von selbst verschwindet.

      Dein Sohn hat keinerlei Beschwerden, es besteht also auch kein akuter Handlungsbedarf.

      Selbst wenn tatsächlich Narben vorliegen sollten, spricht nichts dagegen, erst Mal die nächsten Jahre abzuwarten, und zu sehen, ob die Narben die Weitung der Vorhaut tatsächlich behindern.

      Falls tatsächlich Narben vorliegen, und es sich herausstellten sollte, dass diese die Weitung behindern, kann dein Sohn dann später immer noch eine konservative Dehntherapie, ggf. unter Zuhilfenahme von Salben, versuchen. Das kann er dann tun, wenn er älter ist, und selbst Handlungsbedarf sieht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von Sokrates ()

    • Halo Rose8, vielen Dank für deine Nachricht und dein Interesse am Thema -

      kein männliches Kind im Grundschulalter oder Unterstufen-Alter braucht eine retrahierbare (zurückziehbare) Vorhaut. Man lasse dem Jungen unbesorgt Zeit, bis er 14, 15 oder sechzehn Jahre alt ist - etliche von ihnen sind schließlich erst dann in der Pubertät (Geschlechtsreife im Sinne von Zeugungsfähigkeit). Bei einem Mädchen wird schließlich auch nicht durch besorgte Eltern an Schamlippen oder Kitzler herumgefingert.

      Rose8, nur dieses zum Thema Alter des Zurückziehenkönnens: Von menschlicher Natur aus und bei bester Gesundheit erst mit 10,4 (zehn Komma vier!) Jahren und auch dann kann das erst jeder zweite Junge (Jakob Øster (1968); Hiroyuki Kayaba et al. (1996), Thorvaldsen and Meyhoff (2005)).

      Durchschnitts-Alter - vgl. mathematische Normalverteilungskurve - bedeutet, dass jeder zweite Junge älter ist als 10,4 Jahre.

      Freundlicherweise sagst du uns:

      " wahrscheinlich wechseln wir den Arzt, da auch einiges sonst nicht stimmt für uns "

      - super - aber ja doch!!! - denn Penis-Vorhaut-Abchneiden ist so sehr von Nachteil wie Klitoris-Abschneiden.

      Alles Gute und viel Erfolg.
      A foreskin is a birth right, not a birth defect.

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Saimaa ()

    • Das ist vielleicht für Rose8 neu aber hier ist das meiestens bekkant.

      Ich habe klein bisschen andere Meinung. Ich habe das mit Mario Lichtenhelt konsultiert und er hat mit mir zugestimmt.

      Es ist aber wichtichste, dass die Mutter (Eltern, aber ist das leider meinstens nur Mutter) an einen beschneidungsgelen Arzt geraten und dann ist nötig dem Arzt trotzen und das ist sehr oft sehr schwer.
    • Urolüge, gin, Sokrates und Saimaa
      Danke euch!!!
      nachdem ich so viele Ratschläge und Infos von euch erhalten habe, ist für mich noch klarer, dass an unserem Jungen auf gar keinen Fall herumgeschnipselt wird!! ich hoffe nun einfach sehr, dass da wirklich keine Narben sind, die irgenwann Probleme machen könnten..

      Gin, wer ist Mario Lichtenhelt? Verstehe ich das richtig, dass du ihm unser Problem geschildert hast, und er ebenfalls, wie ihr, der Meinung ist, dass alles gut ist?

    • Neu

      „Das einzige, was man zur Penispflege eines nicht beschnittenen Jungen braucht, ist ein großes langes Lineal. Warum? Na, um es all jenen neugierigen Leuten auf die Finger zu klatschen, die versuchen, die Vorhaut zurückzuziehen. The only tool you need to care for an intact boy is a ruler to smack the hands of those curious people who attempt to retract his foreskin.“

      mothering.com/forum/44-case-ag…ng-boy-circ-not-circ.html
      A foreskin is a birth right, not a birth defect.