Gute Gründe, um einen beschnittenen Mann zu behalten?

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    • CCrippled schrieb:

      Es funktioniert mit Stammzellen.
      Hab mich noch nie ernsthaft mit dem was Foregen da vorhat auseinandergesetzt...wie soll das funktionieren, mit diesen Stammzellen, was wird da gemacht? Bis wann meinen die das hinzubekommen?

      CCrippled schrieb:

      Weiß ich nicht. Ich habe noch kein klares BIld davon.
      Dann mach mal, spür mal hin, was würde dir weiterhelfen?

      CCrippled schrieb:

      Dann müsste ich mir eine der Methoden aussuchen. In einer halben Dekade wäre es dann endlich so weit.
      Welche Methoden...?

      CCrippled schrieb:

      An meinem Lebensende, wie kann ich es mir schönreden, nach den Regeln eines Sadisten (meinen Zirkumzisionsarzt, welcher mein gesamtes Leben wie ein Rohstoff zum eigenen Vorteil missbraucht hat, und mich zu einer niedrigeren Lebensform gemacht hat) gelebt zu haben, und niemals essentielle Erfahrungen, die andere Menschen für selbstverständlich halten, gemacht zu haben?
      Schönreden...ist das nichts anderes wie sich selber belügen? Verdrängen? Kann das funktionieren? Ja, dein Zirkumzisionsarzt hat dich zu einem Objekt gemacht (aber vielleicht auch deine Eltern...aber alle unwissentlich, ohne böse Absicht, im Glauben nichts schlechtes zu tun?)...und von anderen zu einem Objekt gemacht zu werden, gerade als Kind, eine der übelsten Erfahrungen und Prägungen...

      Niedrigere Lebensform...machst du dich da nicht selber dazu, wertest du dich damit nicht selber ab, machst dich nicht selber zu einem Objekt...deiner Erwartungen? Ist nicht jedes Leben wertvoll, wichtig und kostbar, auch das eigene? Aber ich... bin nichts?

      CCrippled schrieb:

      und niemals essentielle Erfahrungen, die andere Menschen für selbstverständlich halten
      Gibt es nicht viele essentielle Erfahrungen im Leben...nicht nur diese eine?

      CCrippled schrieb:

      Wie würde ein Blinder sich am Lebensende schönreden, ein mit der Blindheit unweigerlich verbundenes grausames Leben geführt zu haben?
      Wie kann jemand beurteilen, der nicht blind ist, ob ein Leben als Blinder grausam ist?

      Aus "Der kleine Prinz" . "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Schon mal darüber nachgedacht? Was ist wirklich wichtig im Leben? Doch nichts was man sehen kann, nichts materielles...

      CCrippled schrieb:

      Wie würde ein 85-Jähriger Rollstuhlfahrer es sich schönreden, ein Leben lang anderen, freien Menschen auf Beinen zugeschaut zu haben und währenddessen selbst auf einem Fahrgestell mit Rädern gefangen zu sein, und soviel vom Leben verpasst zu haben?
      Und wieviele dieser "freien Menschen" sind gefangen in ihren Vorstellungen und Erwartungen, wie ihr Leben zu sein hat, laufen Dingen hinterher, die nicht wichtig sind, haben die Sicht aufs wesentliche verloren? Und wieviele Menschen mit Handicap z.B. im Rollstuhl oder blind, meistern ihr Leben auf eine Weise...wo viele "Gesunde" sich eine Scheibe abschneiden könnten?

      CCrippled schrieb:

      Zumal meine Behinderung vermeidbar gewesen wäre, wovon meine leichtgläubigen Eltern nur wenige Gehirnzellen entfernt gewesen wären.
      Absolut richtig...es wäre vermeidbar gewesen...aber was war die Ursache für deine Beschneidung, du weißt es nicht? Auf anraten der Ärzte, Scheindiagnose Phimose...oder Wunsch deiner Eltern? Dein Vater, du weißt nicht, ob er beschnitten ist, du hast ihn nie nackt gesehen? Finde ich ehrlich gesagt komisch...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Urolüge schrieb:

      ...wie soll das funktionieren, mit diesen Stammzellen, was wird da gemacht? Bis wann meinen die das hinzubekommen?
      Keine Ahnung.


      Urolüge schrieb:

      was würde dir weiterhelfen?
      Irgendetwas sollte schon für mich da sein, vielleicht ein Geldbetrag, welches es wenigstens etwas lindern würde.
      Nein, nicht aus Gier. Mein Leben wurde als Rohstoff missbraucht. Meine Menschlichkeit wurde verachtet. Daher. Strenggenommen ein Verstoß gegen das Grundgesetz.
      Zirkumzision als Kavaliersdelikt.


      Urolüge schrieb:

      Welche Methoden...?
      circumstitions.com/Restore.html


      Urolüge schrieb:

      Ist nicht jedes Leben wertvoll, wichtig und kostbar, auch das eigene? Aber ich... bin nichts?

      Klar. Aber wenn ich auf mein Leben später zurückblicke, wie komme ich mit diesem Gedanken zurecht?


      Urolüge schrieb:

      Gibt es nicht viele essentielle Erfahrungen im Leben...nicht nur diese eine?
      Ja klar. Aber genau wie das Fehlen der rechten Hand ein Defizit ist, ist auch Zirkumzision ein solches.
      Es geht außerdehm noch lange nicht alleine um Sex. Die Frage ist, ob eine gute Frau überhaupt mit mir bleibt.

      Ich habe mich schon, sogar bevor ich tiefe Recherchen zum Thema Zirkumz***on gemacht habe, darauf eingestellt, eines Tages eine Frau zum Kuscheln und Streicheln zu haben. Und nein, ich bin nicht pervers.
      Aber mein Leben hatte offensichtlich andere Pläne.



      Urolüge schrieb:

      Wie kann jemand beurteilen, der nicht blind ist, ob ein Leben als Blinder grausam ist?

      Aus "Der kleine Prinz" . "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Schon mal darüber nachgedacht? Was ist wirklich wichtig im Leben? Doch nichts was man sehen kann, nichts materielles...
      Ich halte es kaum aus, meine Augen für eine Stunde zu schließen. Das müssen manche für Immer.

      Mit dem Herzen sieht man gut? Aber physikalisch orientierungslos wäre man trotzdem.


      Urolüge schrieb:

      Und wieviele dieser "freien Menschen" sind gefangen in ihren Vorstellungen und Erwartungen, wie ihr Leben zu sein hat, laufen Dingen hinterher, die nicht wichtig sind, haben die Sicht aufs wesentliche verloren? Und wieviele Menschen mit Handicap z.B. im Rollstuhl oder blind, meistern ihr Leben auf eine Weise...wo viele "Gesunde" sich eine Scheibe abschneiden könnten?
      Guter Gedanke. Klar, es ist Weisheit im Spiel.

      Aber niemand würde freiwillig mit einem Rollstuhlfahrer tauschen.


      Urolüge schrieb:

      .aber was war die Ursache für deine Beschneidung, du weißt es nicht?
      Mutter sagt: Infektion verhindern.
      Vater sagt: Phimose.
      Ich sage: Schwachsinn! Es ist Geldgier der Ärzte und Opfer Winfred!



      Urolüge schrieb:

      Dein Vater, du weißt nicht, ob er beschnitten ist, du hast ihn nie nackt gesehen? Finde ich ehrlich gesagt komisch...
      Höchstwahrscheinlich ist er beschnitten. Sonst würde er mir das nicht antun.
    • CCrippled schrieb:

      Urolüge schrieb:

      ...wie soll das funktionieren, mit diesen Stammzellen, was wird da gemacht? Bis wann meinen die das hinzubekommen?
      Keine Ahnung.

      Du hast keine Ahnung wie das gehen soll bzw. keine Vorstellung, bis wann diese Technik verfügbar sein könnte. So wird es den Forschern vermutlich ebenfalls ergehen.

      Und sobald das ganze greifbar ist, wird es erstmals Studien geben, die dann ausgewertet werden müssen. Sind die erfolgversprechend, wird die Technik vorerst denen vorbehalten sein, die sich eine solche Behandlung auch finanziell leisten können. Erst wenn dann viele Jahre vergangen sind und sich die Forschungskosten armotisiert haben, wird die Technik auch preiswerter bzw. für den normalen Geldbeutel erschwinglich werden.

      Warum suchst Du ständig Ausflüchte, statt Dich der Situation zu stellen und Dir helfen zu lassen.

      Zu Deiner Frage, ob eine "gute Frau" bei Dir bliebe, lautet meine Antwort nach wie vor: Nein!
      Warum soll sich eine Frau einen Mann aufhalsen, der nicht dazu bereit ist, seine eigenen Probleme anzugehen bzw. der mit seinen ungelösten Problemen jede Beziehung belasten würde. Und die Probleme, die ich hier meine, ist nicht Deine Beschneidung, sondern Dein psychisches Trauma. Die Probleme beim Sex, welche durch die Beschneidung entstehen, wird man in einer intakten Beziehung immer lösen können. Was man nicht lösen kann, ist die depressive Grundstimmung, die von Dir ausgeht. Gerade aber schon am Anfang einer Beziehung stehen doch die Glückshormone im Vordergrund und wie soll das funktionieren, wenn Du Dich selbst mit Deinen Gedanken ständig runter ziehst.

      Geh zu einem Therapeuten und wenn es mit dem ersten nicht gleich klappt, lass den Kopf nicht hängen und suche den nächsten. Gib nicht auf, sondern schau nach vorne und werde glücklich.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • CCrippled schrieb:

      Aber wenn ich auf mein Leben später zurückblicke, wie komme ich mit diesem Gedanken zurecht?
      Wenn du nur verharrst, mit dem was dir angetan wurde haderst, nicht lebst...auf was willst du dann mal zurückblicken?

      CCrippled schrieb:

      Aber mein Leben hatte offensichtlich andere Pläne.
      Warum? Eine Frau zum Kuscheln und Streicheln...warum sollte das nicht funktionieren?

      CCrippled schrieb:

      Mit dem Herzen sieht man gut? Aber physikalisch orientierungslos wäre man trotzdem
      Wieviele Menschen können sehen...und laufen doch blind durchs Leben?

      CCrippled schrieb:

      Mutter sagt: Infektion verhindern.
      Vater sagt: Phimose
      Beides Schwachsinn, keine Indikation für eine Beschneidung...finde selber raus was da war, die Möglichkeit hast du...

      CCrippled schrieb:

      Ich sage: Schwachsinn! Es ist Geldgier der Ärzte und Opfer Winfred!
      Ich bin mir sicher, es ist nicht die Geldgier von Ärzten...sondern deren Unwissenheit und Verdrängungsmechanismen

      CCrippled schrieb:

      Höchstwahrscheinlich ist er beschnitten. Sonst würde er mir das nicht antun.
      Warum frägst du ihn nicht?
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • NoCut schrieb:

      lass den Kopf nicht hängen und suche den nächsten
      An sich kein Problem.
      Jemand sollte, sogar mit Vorhaut, damit rechnen, von einer Frau evtl. abgelehnt zu werden.

      Aber mit einer Beschneidung könnte es häufiger passieren als meine Lebenserwartung Zeit dafür bietet. Das ist das Problem. Ich werde wohl auch keine 700 Jahre alt.
      Wenn ich von 50 Frauen abgelenht werde, kein Problem.
      Wenn ich später 91 Jahre alt bin, das ist das Problem.
      Weil die Frau eventuell nicht bei mir bleibt.


      Urolüge schrieb:

      Wieviele Menschen können sehen...und laufen doch blind durchs Leben?
      Tatsächlich sehr, sehr viele.

      Urolüge schrieb:

      Warum frägst du ihn nicht?

      Werde ich eventuell fragen.

      Urolüge schrieb:

      .finde selber raus was da war, die Möglichkeit hast du...
      Meine Eltern möchten mir nicht erzählen, welcher Arzt was und wie untersucht hat.
      Irgendwas ist da faul. Aber ich werde tiefer recherschieren müssen.
    • CCrippled schrieb:

      Aber mit einer Beschneidung könnte es häufiger passieren als meine Lebenserwartung Zeit dafür bietet. Das ist das Problem. Ich werde wohl auch keine 700 Jahre alt
      CCrippled, ich trage diesen Scheiß auch mit mir herum, und zwar, seit ich acht Jahre alt bin. Insofern kann ich also mitreden.
      Im Laufe meines Lebens (ich gehe langsam auf die 50 zu) hatte ich mehrere Sexualpartnerinnen. Aber keine einzige hat mich wegen meiner Vorhautamputation zurückgewiesen oder gar verlassen.
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Weguer schrieb:

      CCrippled schrieb:

      Aber mit einer Beschneidung könnte es häufiger passieren als meine Lebenserwartung Zeit dafür bietet. Das ist das Problem. Ich werde wohl auch keine 700 Jahre alt
      CCrippled, ich trage diesen Scheiß auch mit mir herum, und zwar, seit ich acht Jahre alt bin. Insofern kann ich also mitreden.Im Laufe meines Lebens (ich gehe langsam auf die 50 zu) hatte ich mehrere Sexualpartnerinnen. Aber keine einzige hat mich wegen meiner Vorhautamputation zurückgewiesen oder gar verlassen.
      Wunderbar. Respekt. Das freut mich für Sie.

      Das Problem für mich ist ebenfalls, dass ich im Zeitalter der Masseninformationen aufwachse, was eigentlich gut ist, aber bedeutet, dass sich neuere Frauen eventuell zum Thema Vorhaut informieren.
      Außerdem kann es sein, dass die meißten bereits Erfahrungen mit unbeschnittenen Männern gemacht haben und dann den großen, negativen Unterschied feststellen und unterbewusst eine Unerfülltheit entwickeln.
    • Hallo CCrippled - du schreibst:

      "Zumal meine Behinderung vermeidbar gewesen wäre" -

      - ich bin der letzte, der die MGM - male genital mutilation - verharmlosen würde.

      Aber bitte, jeder von uns sollte sich identifizieren mit jedem anderen Menschen. Du stimmst zu, denke ich, hoffe ich?!

      Mensch ist Mann oder Frau. Achso, ich bin maskulin, Mann.

      Was aber soll eine Frau sagen, die im Rahmen einer Geburt, und auch wir Männer verdanken unser Dasein der Geburt durch eine Frau, Opfer jedenfalls Objekt eines sogenannten Dammschnitts geworden ist. Dieser aber ist durchaus eine Form von Genitalverstümmelung.

      Dammschnitt

      de.wikipedia.org/wiki/Dammschnitt

      netmoms.de/magazin/schwangersc…uende-risiken-vorbeugung/

      Was ich sagen will ...

      ... wir kämpfen für das INTAKTE Genital eines jeden Menschen, ob Mann oder Frau.

      Beschneidung - sprechen wir es aus: Genitalverstümmelung (FGM oder MGM) - ist so schlimm.

      Aber wir sollten, wir müssen an alle Menschen denken.

      Gehst du mit? Ich hoffe ...

      ... lieber CCrippled - du bringst hier so spannende, so wichtige Themen. Du hast sicherlich viele Menschen erreicht und durchaus einiges bewegt - bitte mach weiter so.

      Weiterhin viel Erfolg uns allen, also auch dir.
      A foreskin is a birth right, not a birth defect.

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      CCrippled schrieb:

      NoCut schrieb:

      lass den Kopf nicht hängen und suche den nächsten
      An sich kein Problem.Jemand sollte, sogar mit Vorhaut, damit rechnen, von einer Frau evtl. abgelehnt zu werden.

      Aber mit einer Beschneidung könnte es häufiger passieren als meine Lebenserwartung Zeit dafür bietet. Das ist das Problem. Ich werde wohl auch keine 700 Jahre alt.
      Wenn ich von 50 Frauen abgelenht werde, kein Problem.
      Wenn ich später 91 Jahre alt bin, das ist das Problem.

      Lieber CCrippled,

      wenn ich mit Verlaub solchen Stuss lese, bin ich absolut davon überzeugt, dass Du dringend Hilfe benötigst. Bist Du glücklich bzw. willst Du so weitermachen wie bisher? Falls nein, belastet Dich Deine negative Grundeinstellung und ist damit ein Grund für eine Therapie. Deine Beschneidung kann man nicht rückgängig machen, aber sie ist wohl die Ursache Deines größten Problems, aber nicht Dein eigentliches Problem. Dies ist jedenfalls mein Eindruck.

      Du musst lernen von "könnte", "kann sein", "sollte" und "eventuell" wegzukommen und Dein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Tust Du dies nicht, wirst Du mit dem Strom Deiner negativen Gefühle davon gespült und niemals dort ankommen, wo Dein Glück vergebens auf Dich wartet. Jeden Tag, den Du verstreichen lässt, ohne Dein Leben zu ändern, ist ein verlorener Tag bzw. ein Tag weniger, zum glücklich sein.

      Am Wochenende bin ich auf einen schönen Satz gestoßen:

      "Finsternis kann keine Finsternis vertreiben.
      Das gelingt nur dem Licht." (Quelle vermutlich Martin Luther King)

      Du kannst stunden- oder tagelang im Internet surfen, um dann festzustellen, dass Du im "Zeitalter der Masseninformationen" lebst, aber dort wo Du Hilfe suchst, nur Finsternis und Schatten vorfindest. Du brauchst eine Therapeuten, der Dir hilft.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Neu

      NoCut schrieb:

      Deine Beschneidung kann man nicht rückgängig machen, aber sie ist wohl die Ursache Deines größten Problems, aber nicht Dein eigentliches Problem. Dies ist jedenfalls mein Eindruck.

      Du musst lernen von "könnte", "kann sein", "sollte" und "eventuell" wegzukommen und Dein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Tust Du dies nicht, wirst Du mit dem Strom Deiner negativen Gefühle davon gespült und niemals dort ankommen, wo Dein Glück vergebens auf Dich wartet. Jeden Tag, den Du verstreichen lässt, ohne Dein Leben zu ändern, ist ein verlorener Tag bzw. ein Tag weniger, zum glücklich sein.

      Akzeptanz fühlt sich für mich wie eine große Niederlage an. Ähnlich wie wenn man von einem Taschendieb beraubt wird, aber wirklich nichts tut, sondern ganz normal weiter geht, und dann gleich wieder beraubt wird und nicht zur Polizei geht. Akzeptanz.

      Jemand wird erniedrigt, einmal vergewaltigt und wiederholt gemobbt, erzählt es aber niemanden und erträgt es weiterhin. Akzeptanz.

      Wenn Akzeptanz eine Lösung für alles wäre, warum benutzen wir Menschen nicht noch immer Schreibmaschinen und analoge Fotografie und akzeptieren deren Beschränkungen?
      Akzeptanz ist das Gegenstück zur Erfülltheit, da man lieber auf dem eigenen Grabstein geschrieben hat: „Hat mit Erfüllung gelebt” als „Hat mit Akzeptanz gelebt”.




      Ich hatte das Privileg, gesund und vollständig geboren zu sein. Andere Menschen scheitern an der Genetik, das wäre nicht vermeidbar gewesen. Meine Behinderung wäre vermeidbar gewesen.

      Ich kann mir außerdem nicht vorstellen, wie ich etwa im Jahr 2070 auf den Gedanken klarkommen soll, dass grausame Menschen meinen Körper mitbestimmt haben.


      NoCut schrieb:

      Du musst lernen von "könnte", "kann sein", "sollte" und "eventuell" wegzukommen und Dein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Tust Du dies nicht, wirst Du mit dem Strom Deiner negativen Gefühle davon gespült und niemals dort ankommen, wo Dein Glück vergebens auf Dich wartet. Jeden Tag, den Du verstreichen lässt, ohne Dein Leben zu ändern, ist ein verlorener Tag bzw. ein Tag weniger, zum glücklich sein.
      • Ich kann versuchen, das Bestmögliche aus meinem verbleibendem Leben zu machen. Aber ich möchte zunächst einfach den Gedanken der Beschneidung aus meinem Hirn verbannen.
      • Ich möchte wieder dazu in der Lage sein, mich selbst nackt in der Dusche anzuschauen, ohne Verdauungsprobleme zu bekommen.
      • Ich möchte die Beschneidung einfach am liebsten für immer Vergessen.
      • Am liebsten würde ich die Schmerzen, die häufige Trockenheit und den grausamen Anblick gleich mitvergessen.
      • Ich möchte auch vergessen, dass irgend ein Mensch da draußen sich mein einziges Leben zum Rohstoff für Profite gemacht hat.
      • Ich möchte heute nicht daran denken, wie sehr mir meine Behinderung künftig zum Verhängnis werden könnte.
      • Ich möchte mich wieder auf einer Tätigkeit konzentrieren können, ohne dass eine kleine Reibung gegen die Eichel meine Gedanken wieder in den Boden lenkt.
    • Neu

      CCrippled schrieb:

      Wenn Akzeptanz eine Lösung für alles wäre, warum benutzen wir Menschen nicht noch immer Schreibmaschinen und analoge Fotografie und akzeptierenderen Beschränkungen?
      Kein guter Vergleich. Während ich meine bald 90 Jahre alte Schreibmaschine schon lange nur noch als Dekostück verwende, benutze ich z.B. zunehmend ganz bewusst diverse "analoge" Kameras, z.B. weil ich die Beschränkungen der Digitalfotografie* nicht immer akzeptieren möchte. Das tun längst nicht alle, aber zunehmend mehr Menschen, denn der Absatz an Fotofilmen nimmt seit einiger Zeit wieder zu und die Gebrauchtpreise für gute Kameras sind deutlich gestiegen (neue gibt es auch).
      Du hättest genau so schreiben können, "warum benutzen wir nicht noch immer Schallplatten". (Deren Verkaufszahlen haben sich in den letzten 10 Jahren übrigens verelffacht.)


      (off topic) : * Beschränkungen der Digitalfotografie:
      Kein archivsicheres Original.
      Keine Projektionsmöglichkeit in unerreichtem Kontrast (Dia) und unerreichter Auflösung (Mittelformatdia).
      Geringere Fähigkeit zu Verarbeitung hoher Kontraste (Lichter fressen leichter aus).
      Hohe tatsächliche Kosten durch geplante Obsoleszenz, wie bei aller moderner Elektronik (habe schon ein halbes Dutzend Digiknipsen "verbraucht").

      Hohe tatsächliche Kosten wegen vergleichsweise nur kleinem Gebrauchtmarkt für hochwertige Digitalkameras und deren fragwürdiger Lebensdauer.
      Keine (Kompaktkameras) oder nur eingeschränkte (teure Modelle) Möglichkeit zu echten Schnappschüssen wegen eingebauter Auslöseverzögerung.
    • Neu

      CCrippled schrieb:

      Akzeptanz fühlt sich für mich wie eine große Niederlage an.

      Ok., jetzt verstehe ich Dich ein kleines Stück besser. Wenn sich für Dich Akzeptanz wie eine Niederlage anfühlt, empfindest Du vermutlich Deine "negativen Gefühle" wie eine Art Kampf oder Rebellion gegen die Umstände, die zu Deiner Beschneidung geführt haben. Du verletzt Deine eigene Psyche, um zu verhindern, dass die siegen, die Dir das angetan haben.

      Vielleicht kennst Du das Gelassenheitsgebet oder die "weltliche" Form davon:

      Ändere die Dinge, die Du ändern kannst, akzeptiere die Dinge, die Du nicht ändern kannst und lerne das eine vom anderen zu unterscheiden.

      Solange Du nicht akzeptierst, dass Deine Beschneidung zu den Dingen gehört, die Du nicht ändern kannst, wird Dir der Blick verwehrt bleiben, dass Du Deine Einstellung dazu beeinflussen kannst. Bei Deinem Kampf oder Versuch Deine Beschneidung nicht zu akzeptieren, treffen die Säbelhiebe nicht diejenigen, die Dir das angetan haben, sondern jeder Hieb trifft nur Deine eigene Seele.

      Sicherlich wird es für Dich nicht leicht werden zu lernen, dass hier in diesem besonderen Fall Akzeptanz der Sieg über die Umstände bedeutet. Aber erst die Akzeptanz gibt Dir wieder Deine Autonomie über Dein Leben zurück, damit Du frei entscheiden kannst, ob Du glücklich wirst oder nicht. Solange Du Dein Glück von einer unveränderbaren Bedingung abhängig machst, kannst Du nur verlieren und unglücklich sein.

      Hol Dir Dein Leben zurück und strafe damit auch indirekt die, die Dir das angetan haben.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Neu

      CCrippled schrieb:

      Akzeptanz fühlt sich für mich wie eine große Niederlage an.
      Ich sehe hier einen Schlüsselsatz, CCrippled. Es ist ein, wenn nicht DER Schlüsselsatz.
      Akzeptanz ist nicht gleichbedeutend mit Aufgabe oder Niederlage. Akzeptanz hat nichts damit zu tun, einen Kampf zu verlieren oder sich besiegen zu lassen, ganz und gar nicht.
      Dieses Wort richtig zu verstehen und seine Bedeutung mit allen Konsequenzen an Dich heran zu lassen, ist für Menschen mit Depressionen mit das Schwerste. Ich sage das, weil ich dieses Problem selbst kenne und auch bei guten Freunden immer wieder beobachte.

      Zu akzeptieren bedeutet nicht mehr oder weniger, als dass Du Deine Vorhautamputation für Dein Leben annimmst. Sie ist da und nichts auf dieser Welt wird sie rückgängig machen können. Die Verstümmelung Deines Penis gehört zu Dir, zu Deinem Leben. Wenn Du das akzeptieren kannst, hast Du schon viel erreicht.

      Ein Beispiel, um Dir zu verdeutlichen, was ich meine:
      Nehmen wir an, ein Vater verliert sein Kind. Es wird bei einem Autounfall getötet, der Fahrer des Autos begeht Fahrerflucht, man weiß nicht, wer es war und warum der Unfall geschah. Aber das geliebte Kind ist tot.
      Der Vater ist verzweifelt, verfällt in Depressionen. Er will nicht wahrhaben, dass er sein Kind verloren hat, sein ganzes Denken kreist um sein Kind. Der Vater will nicht akzeptieren, dass sein Kind für immer weg ist aus seinem Leben, er weigert sich zu akzeptieren, dass es tot ist. Er greift zur Flasche und beginnt zu trinken, weil ihm der Alkohol für einen kurzen Moment Linderung in seinem Leiden verspricht. Doch tatsächlich verschlimmert der Alkohol seine Situation nur, denn während das Kind tot bleibt und nicht zurück kommt, zerstört der Alkohol langsam sein Gehirn, seine Leber und sein Herz. Tief im Inneren weiß der Vater das auch, doch er kann sich nicht dazu aufraffen, vom Alkohol zu lassen, denn mit dem Schluck aus der Flasche geht es ihm kurzzeitig besser. Er weiß, dass er sich selbst schadet, sich bestraft für etwas, wofür er nichts kann. Aber er schafft es weder, den Tod seines Kindes zu akzeptieren und anzunehmen, noch vom Alkohol zu lassen.

      Betrachten wir dieses Bild mal indem wir es auf Dich ummünzen:
      Du wurdest als Kind verstümmelt. Dein Schmerz ist allgegenwärtig, doch Du willst und kannst ihn nicht wirklich akzeptieren.
      Obwohl dieser Eingriff mit seinen Folgen zu Deinem Leben gehört, willst Du ihn nicht akzeptieren. Dabei hieße das nur, ihn als das hinzunehmen, was er ist: Ein Teil Deines Lebens.
      Du flüchtest Dich in Aktionen gegen "Opfer Winfried", doch Deine VA für Dein Leben zu akzeptieren, lehnst Du ab. Dabei ist sie da und sie wird bleiben.
      Und wie der Vater sich in den Alkohol flüchtet, vertröstest Du Dich mit der geringstmöglichen Chance, die Du hast: Foregen. Ein Projekt, von dem Du nicht weißt, ob es jemals funktionieren wird, wie es funktionieren wird, wann es funktionieren wird. Aber Dich darauf herauszureden ist wie der Schluck aus der Schnapsflasche. Er tut ein klein wenig gut, obwohl er Dir mehr schadet. Denn gleichzeitig ist auch klar, dass Du bis es soweit ist, leiden wirst. Die vage Aussicht auf Foregen ist alles, was Du hast. Es reicht Dir, es ist ein Feigenblatt. Gleichzeitig verstärkt es Dein Leiden.
      Aber so wie das Kind definitiv tot ist und der Vater dies akzeptieren muss ohne es gut zu heißen, musst Du aktzeptieren, dass Du für den Rest Deines Lebens verstümmelt sein wirst. Damit sagst Du nicht "es ist gut, dass ich verstümmelt bin". Du nimmst die Tatsache lediglich an. Ist für Dich damit verständlich, was Aktzeptanz bedeutet?

      Wenn ich diese und andere Threads von Dir so ansehe, sehe ich einen jungen Mann, der der Meinung ist, er müsse zeigen, dass es ihm schlecht geht, denn nur das wäre eine angemessene Reaktion auf die Grausamkeit, die ihm angetan wurde. Ich sehe einen jungen Mann, der in einer Vorstellung gefangen ist, wenn es ihm trotz seiner Vorhautamputation gut ginge, würde ihm das negativ ausgelegt werden. So, als könnte man dann zu ihm sagen "Hey, was regst Du Dich denn so auf, es geht Dir doch gut! Also kann es doch nicht so schlimm sein!" Und genau das willst Du nicht zulassen, jeder soll sehen, wie schlecht es Dir geht, Du siehst das als probates Mittel, gegen Deine Verstümmelung zu protestieren und aufzubegehren. Doch indem Du so vorgehst, verstärkst Du nur Deine eigene Qual, Du bestrafst Dich selber, verletzt Deine Seele Tag für Tag mehr.
      Würdest zu zulassen, dass es Deiner Seele wieder besser ginge, käme das einer Niederlage gleich, Du denkst, SIE hätten dann gewonnen. Du kämpfst, Deine Seele schreit, das sieht man in jedem Deiner Sätze. Doch ich bin mir sicher, dass es der falsche Weg ist, den Du beschreitest.

      Was Dir und so vielen von uns angetan wurde, ist schlimm, ungerecht, grausam, dumm, unmenschlich. Es ist Dein gutes Recht, so zu empfinden, auch wenn es da draußen Männer gibt, die sich mit ihrem vorhautlosen Penis wohl fühlen. Wie sehr Dich Deine Verstümmelung schmerzt, kannst nur Du einschätzen und bewerten und niemand hat das Recht, Dir dieses Empfinden abzusprechen. Es käme auch niemand auf die Idee, einer Frau, die als Kind vergewaltigt wurde und als Erwachsene dieses Trauma verarbeiten konnte und wieder zu einem Lachen fähig ist, das Leid der Vergewaltigung abzusprechen.
      Nein, Deine Schmerzen gehören zu Deinem Leben. Das müssen Außenstehende akzeptieren. Aber auch Du selbst, CCrippled. Denn wenn Du sie akzeptiert und angenommen hast, kannst Du auch gegen sie vorgehen. Und das musst Du nämlich. Es ist Deine Aufgabe, das zu tun. DIR SELBST zu helfen!

      Mit Deiner Verstümmelung hat man Dir eine große Bürde aufgetragen. Und niemand wird sie Dir abnehmen. Auch das ist ungerecht, dass Du als Opfer nun auch noch dafür verantwortlich bist, den Schmerz zu besiegen. Ja, es ist ungerecht und tut weh. Aber es ist nicht zu ändern. Und auch das musst Du verstehen und akzeptieren. Ich weiß, es gibt ziemlich viel, was Du "musst". Das ist hart und tut weh. Aber damit tust Du gleichzeitig die ersten Schritte auf dem Weg, der Dich zur Heilung führt.

      An dieser Stelle sei noch folgendes gesagt: Jedesmal, wenn ich schreibe "Du musst", dann bedeutet das natürlich, dass Du grundsätzlich mal gar nichts musst. Es ist Deine Entscheidung. Wenn Du so weiterleben willst, wie bisher, dann musst Du gar nichts. Doch wenn Du aus diesem Dreck rauswillst, dann, und nur dann, musst Du was dafür tun.

      Das Schöne ist: Sobald Du akzeptiert hast, was unumstößlich und nicht zu ändern ist (Deine Vorhautamputation), kannst Du daran gehen, das umzustoßen und zu ändern, was zu ändern ist: Deine seelischen Schmerzen, Deine Depression.

      Ich weiß genau, dass Du in diesem Moment den Kopf schüttelst, Dir sofort Argumente zurecht legst, mir widersprichst. Zu sehr bist Du in Deinem Muster gefangen, Deinen Schmerz zu präsentieren, ihn allen Menschen zu zeigen. Denn nur so - denkst Du - könntest Du der Welt zeigen, wie weh sie Dir getan hat.

      Was Du aber verstehen musst, ist folgendes:
      Es geht um Dich, nicht die Welt.
      Es geht um Deine Seele, nicht um die von irgendjemand anderem.

      Stell Dir vor, Dein seelischer Schmerz könnte eines Tages verschwinden, Du könntest wieder gut schlafen, Deine Gedanken würden nicht immerfort um diesen einen Gedanken kreisen, Du könntest lächeln, ohne im selben Moment ein schlechtes Gewissen vor Dir selbst zu haben.
      Stell es Dir mal vor. Kannst Du das? Wie würde Deine Umwelt auf Dich reagieren? Würden sich Deine Freunde für Dich freuen? Könnte eine Frau in Dir den fröhlichen und angenehmen Menschen sehen, sich in Dich verlieben?
      Ich bin mir ziemlich sicher, dass es so wäre.

      Hielte eine derartige Heilung Dich davon ab, weiterhin gegen den Wahnsinn der Kinderverstümmelung zu kämpfen? Nein, im Gegenteil, Du könntest Energie in dieses Vorhaben, in diese Aufgabe hineinstecken. Energie, die Du momentan nicht hast.

      Der Knackpunkt ist, dass DU allein, niemand sonst, dafür verantwortlich bist, aus dieser Scheiße, in der Du steckst, herauszukommen.
      Bitte versteh mich richtig, denn das ist einer der allerwichtigsten Punkte:
      Wenn ich sage, Du bist für Dein Leben verantwortlich und dafür, dass es Dir gut geht, bedeutet das nicht, dass Du dafür verantwortlich bist, in diese Situation geraten zu sein. Dafür sind andere verantwortlich. Aber es liegt an Dir, CCrippled, Dich da raus zu kämpfen. Du musst das wollen und vor allem zulassen. Du musst den Gedanken zulassen, dass es Dir gut gehen darf. Das ist viel, viel schwerer, als es im ersten Moment scheint.
      Ich bin mir ziemlich sicher, dass Dein Kopf Dir sagt "Ich kann nicht glücklich sein, ich darf nicht glücklich sein, ich habe es nicht verdient". Habe ich recht? Ja, habe ich.

      Deshalb musst Du bei Dir selbst anfangen. An Dir arbeiten. Dich als wertvoll erkennen.
      Jetzt in diesem Moment kann ich regelrecht sehen, wie es in Dir arbeitet: Nein, Du bist nicht wertvoll, denn Du bist verkrüppelt, wertlos.
      Diese Schleife musst Du durchbrechen, denn sie wird Dich zerstören. Das sage ich in aller Deutlichkeit. DU allein hast es in der Hand, das Ruder rum zu reißen. Indem Du Dich akzeptierst, Dich erkennst, Dich gut findest. Dich wertvoll findest.
      Das ist verdammt schwer und könnte Jahre brauchen. Aber nur so wird es funktionieren. Es liegt einzig und allein an Dir, das zu schaffen.

      Um diesen Weg zu gehen, kannst Du Dir Begleitung suchen. Ein guter Psychotherapeut ist so eine Begleitung. Auch hier gleich vorweg: Ein Therapeut wird Dich nicht heilen. Er kann Dich nur begleiten, Dich stützen und Dir helfen. Aber heilen kannst Du Dich nur selbst. Du bist der Schlüssel zu Deinem seelischen Unglück - oder Glück.

      Noch ein letzter Rat von mir CCrippled: Bitte unterdrücke Deinen Reflex, sofort auf meinen Text zu antworten. Lies ihn Dir durch und denk darüber nach. Und wenn Du dann antworten willst, lass es nochmal bleiben. Denk nochmal darüber nach. Lass alle Gedanken zu. Und ich meine alle. Sowohl die, in denen Du jeden meiner Argumente zerpflückst und zu widerlegen versuchst, als auch die, in denen Du langsam nicken musst. Lass die Tränen zu. Lass sie zu und denk darüber nach. Ohne zu antworten.
      Und dann fang an, aus dem destruktiven Tal herauszufinden.
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Neu

      Weguer schrieb:

      Um diesen Weg zu gehen, kannst Du Dir Begleitung suchen. Ein guter Psychotherapeut ist so eine Begleitung. Auch hier gleich vorweg: Ein Therapeut wird Dich nicht heilen. Er kann Dich nur begleiten, Dich stützen und Dir helfen. Aber heilen kannst Du Dich nur selbst. Du bist der Schlüssel zu Deinem seelischen Unglück - oder Glück.

      Den Ausführungen von Weguer ist nichts hinzuzufügen.

      @Ccrippeld
      Ich hoffe vorallem, dass Du dem Rat hinsichtlich eines Therapeuten folgen wirst. Wenn Du den Weg alleine gehst, ist das ähnlich wie wenn ein Alkoholiker im Alleingang eine kalten Entzug versucht. Du wirst einen Teil des Traumas bereits verdrängt / scheinbar verarbeitet haben und sobald Du Dich dem ganzen im vollen Umfang stellst, kann es auch erst mal mehr weh tun, um dann aber am Ende wirklich und langfristig besser zu werden. Daher nochmals meine eindringliche Bitte, lass Dir von einem Therapeuten helfen, der Dich vorallem in der Anfangszeit begleitet.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Neu

      Vielleicht kannst Du damit was anfangen, @CCrippled
      Dateien
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
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      Zipfelmuetze schrieb:

      Deren Verkaufszahlen haben sich in den letzten 10 Jahren übrigens verelffacht.
      Nostalgie ist schön, ich weiß. Daher ist meine Analogie nicht ideal. Aber man Versteht meine Idee.




      NoCut schrieb:

      Ok., jetzt verstehe ich Dich ein kleines Stück besser.
      Das freut mich.

      NoCut schrieb:

      Ändere die Dinge, die Du ändern kannst, akzeptiere die Dinge, die Du nicht ändern kannst und lerne das eine vom anderen zu unterscheiden.

      Solange Du nicht akzeptierst,
      Unzählige Male hat man mir das erzählt, dennoch geht der Gedanke einer lebenslänglichen Behinderung welche die allermeißten nicht erleiden müssen, nicht in meinen Schädel.

      Zipfelmuetze schrieb:

      geplante Obsoleszenz,
      Apple Boykottieren.


      Zipfelmuetze schrieb:

      wegen eingebauter Auslöseverzögerung.
      Absichtlich langsamer? Wie kommt man auf solche Ideen?




      NoCut schrieb:

      strafe damit auch indirekt die, die Dir das angetan haben.
      Die sollen es so richtig zu spüren kriegen.



      Weguer schrieb:

      Akzeptanz ist nicht gleichbedeutend mit Aufgabe oder Niederlage.
      Nun gut. Wie rede es ich mir aber im Alter von 85 Jahren schön, dass mein einziges Leben im Universum eben nicht das Leben meiner Wünsche gewesen ist, da ein einziger Mensch da draußen mich mit einem Messer angegriffen hat?
      Gleiches würde gelten, wenn ich Down-Syndrom, Diabetes, Blindheit Rheuma o.Ä. hätte. Aber die Zirkumzision wäre zu 101% vermeidbar gewesen.


      Weguer schrieb:

      Betrachten wir dieses Bild mal indem wir es auf Dich ummünzen:
      Du wurdest als Kind verstümmelt. Dein Schmerz ist allgegenwärtig, doch Du willst und kannst ihn nicht wirklich akzeptieren.
      Es geht noch tiefer: Ich habe jeden Tag Minderwertigkeitskomplexe, da mein häufig arroganter Bruder nicht beschnitten ist. Ausgerechnet dieses Hochnäsige, Arrogante _________ wird mit einem Leben gefüttert von dem ich lediglich aus der Ferne träumen kann. Alles was in seinem Schädel vorgeht: „Ein Glück, dass ich nicht in seinem Fleisch stecke.”
      Eigentlich mag ich seine freundliche Seite, aber ich ver-ab-scheue seine arrogante Seite.

      Weguer schrieb:

      Ein Teil Deines Lebens.
      Dabei wäre es SO LEICHT vermeidbar gewesen.

      Weguer schrieb:

      Du nimmst die Tatsache lediglich an. Ist für Dich damit verständlich, was Aktzeptanz bedeutet?
      Na dann hoffen wir mal, dass ich noch vor meinem 60.Geburtstag eine Frau finde, welche dazu bereit ist, sich für einen Verkrüppelten Mann zu opfern.


      Weguer schrieb:

      Doch indem Du so vorgehst, verstärkst Du nur Deine eigene Qual, Du bestrafst Dich selber, verletzt Deine Seele Tag für Tag mehr.
      Eigentlich will ich es einfach vergessen und nie wieder mehr an die Schmerzen denken.

      Dennoch meckern manche Volltrottel da draußen über schlechtes Wetter oder 2 Tage ohne Sex. 48 Stunden. Nichts im Vergleich zu 600000 Stunden.

      Und dann kommt wieder sowas auf YouTube in den Vorschlägen:
      “The hardest choices ever. Option A: Would you never have Sex”
      Ach, und plötzlich sei es so wichtig? Ich dachte es sei ein Tabuthema! Guess what... diese Entscheidung wurde schon für mich zu 90% getroffen. Diese Gesellschaft.... (würg) :FP01

      Ich fühle mich Versklavt.

      Dann auch noch diese FIAT-Werbung, welche sich lustig macht über etwas was bei Zirkumzisionsbehafteten an der Tagesordnung steht:
      Hahaha, sehr witzig :wacko:


      Weguer schrieb:

      Mit Deiner Verstümmelung hat man Dir eine große Bürde aufgetragen. Und niemand wird sie Dir abnehmen. Auch das ist ungerecht, dass Du als Opfer nun auch noch dafür verantwortlich bist, den Schmerz zu besiegen. Ja, es ist ungerecht und tut weh. Aber es ist nicht zu ändern. Und auch das musst Du verstehen und akzeptieren. Ich weiß, es gibt ziemlich viel, was Du "musst". Das ist hart und tut weh. Aber damit tust Du gleichzeitig die ersten Schritte auf dem Weg, der Dich zur Heilung führt.

      Wie würde man sowas eigentlich einem Diabetiker erzählen?



      Weguer schrieb:

      Stell Dir vor, Dein seelischer Schmerz könnte eines Tages verschwinden, Du könntest wieder gut schlafen, Deine Gedanken würden nicht immerfort um diesen einen Gedanken kreisen, Du könntest lächeln, ohne im selben Moment ein schlechtes Gewissen vor Dir selbst zu haben.
      Das wäre schön. Am liebsten nie wieder mehr an dieser Zirkumz___on zu denken.

      Weguer schrieb:

      Noch ein letzter Rat von mir CCrippled: Bitte unterdrücke Deinen Reflex, sofort auf meinen Text zu antworten.
      Ich habe jedes Wort gelesen und bin sehr Dankbar. Aber ich werde noch einen Post machen, nachdem ich darüber nachgedacht habe. :|


      Weguer schrieb:

      Vielleicht kannst Du damit was anfangen, @CCrippled

      Ich werde es mir jetzt anschauen.
    • Neu

      Weguer schrieb:

      Vielleicht kannst Du damit was anfangen, @CCrippled
      Das geht wirklich sehr tief.
      Dafür bin ich Dankbar.

      Ach ja, ich habe bereits den GEDANKENtanken-Vortrag von Katja Kerschgens gesehen:
      Ich bin u.A. Dankbar dafür, dass ich nicht Katja Kerschgens bin. Ich kann noch gehen. Ich kann noch Farben sehen. Ich bin kein Diabetiker.

      Aber diese Frage steht noch: Wenn ich denn 85 Jahre Alt bin, wie komme ich mit dem Gedanken zurecht, dass mein undankbarer, arroganter A____l___sbruder sich auf den Luxus seiner physikalische Integrität ausruhen konnte, während ich versklavt wurde?

      (Heute ist mein Bruder nicht mehr so Arrogant wie damals, aber wenn ich ihn erzählen würde, dass meine Beschneidung für mich Problematisch ist, dann würde er nicht Mitleid, sondern Schadenfreude im Überfluss empfinden.)


      Wie beende ich meine Minderwertigkeitskomplexe im Vergleich zu unbeschnittenen Männern? (also die allermeisten.)
    • Neu

      CCrippled schrieb:

      Zipfelmuetze schrieb:
      geplante Obsoleszenz,
      [/quote]Apple Boykottieren.
      [/quote]
      Lieber CCrippled, deine Antwort zeigt, dass einfache Betrachtungsweisen oft wenig zielführend sind.
      Während z. B. mein 18 Jahre alter IMac noch funktioniert, haben sind zahlreiche neuere Elektronikgeräte verschiedenster Marken schon lautlos und irreparabel verabschiedet, oft kurz nach Ablauf der Gewährleistungsfrist.

      CCrippled schrieb:

      Zipfelmuetze schrieb:

      wegen eingebauter Auslöseverzögerung.
      [/quote]Absichtlich langsamer? Wie kommt man auf solche Ideen?
      [/quote]
      Weil Digital-Kompaktkameras, auch ziemlich teure Modelle, mit nicht abschaltbarem, für echte Schnappschüsse viel zu lahmem, Autofocus versehen sind und eine manuelle Entfernungseinstellmöglichkeit fehlt.
    • Neu

      Folgendes ist mir eingefallen:

      Weguer schrieb:

      Nehmen wir an, ein Vater verliert sein Kind. Es wird bei einem Autounfall getötet, der Fahrer des Autos begeht Fahrerflucht, man weiß nicht, wer es war und warum der Unfall geschah.

      Man könnte eigentlich ein neues Kind zur Welt bringen, aber es stimmt: das eigene Kind zu verlieren ist unaussprechlich grausam. Ich möchte es auch nicht verleugnen.
    • Neu

      Weiterer Gedanke:

      Als ich als Kind von der Existenz von Krebs erfahren habe, und wie Menschen es akzeptieren, klang es so absurd, dass sich das Klischee des Menschen mit der suboptimalen Lebensqualität jedoch mit Akzeptanz (Musik dazu: XX - The Intro) bereits negativ in mir festgesetzt hat.

      Ich reagiere sozusagen allergisch auf das Klischee der Akzeptanz. "Nicht das beste Leben, aber nun ja, YOLO, irgendwann sterbe ich sowieso. Bis dahin sehe ich Massen von Menschen welche in einer Utopie ohne gesundheitliche Einschränkungen leben können."

      Am liebsten würde ich nie wieder mehr an die Besch******g und dessen Auswirkungen denken.
    • Neuer Gedanke

      Neu

      Korrektur: Eigentlich mag ich meinen kleinen Bruder, aber ohne seinen Egoismus und seine persönliche, soziopathische Schattenseite.


      Noch ein Gedanke:

      Eigentlich ist mir Egal, was andere über mich denken, aber ich weiß, dass die meißten nicht gerne in meinem Fleisch stecken würden, wenn sie wüssten, was Besch****ung mit jemandem macht.

      Es ist auch schwer zu glauben, dass Volltr___el da draußen, welche massiv Rauchen und Alkohol trinken, evtl. Drogen konsumieren, sogar kriminell sind, meißtens dennoch über eine bessere physikalische Integrität als ich verfügen. Denn selbst von denen wurden die meißten nicht B*s*hn*t**n.

      Was für mansche Selbstverständlich ist, ist für andere ein Traum fernab der Realität, weil der Arzt „nunmal” an letzterem profitiert hat.

      Diabetes akzeptieren ist nicht annähnernd so schön wie kein Diabetes haben. Ich würde nie im Leben mit einem Diabetiker tauschen wollen. Niemals. Wirklich.



      Weguer schrieb:

      Aber nur so wird es funktionieren.

      Ich versuche die Akzeptanz langsam und langsam zu absorbieren. Und das Gefühl, ein minderwertiges Lebewesen zu sein, welches von anfang an nicht dazu bestimmt war, angenehm zu lebenn, muss ich ebenfalls sobald wie möglich vergessen.
      Manche Menschen meckern über rote Ampeln oder schlechte Mitschüler/-innen, anstatt dankbar dafür zu sein, nie beschnitten worden zu sein.
      Und nein, ich bin nicht Sexsüchtig. Gleiches würde ich empfinden, wenn man meine Hand usw. amputiert hätte.


      Warum hassen Menschen alt werden? Es gibt unzählige Gründe. Einer davon ist Impotenz.
      Aber für beschnittenen Männern wird das nicht erst mit 75, sondern schon mit 30 zum Problem (auch davor stark sexuell eingeschränkt), neben täglichen Schmerzen.
      Für einen Skandinavier klingt das absurd. Für einen Beschnittenen ist es die Realität.
      Wenn Beschneidung heute erfunden wäre, würde man meinen: es sei eine Dystopie aus einem Horrorfilm. (würg) *Kotz*