TU Berlin: Kritik an Beschneidung ist Antisemitismus

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Danke für den Link auf diese "Studie", ich hatte gerade den Artikel in der FAZ gelesen, da stand nichts von BGM, aber mir war schon klar - so sicher wie das Amen in der Kirche...

      Dieser Crawler ist ein für die Suche im Internet entwickeltes Computer-
      programm, mit dem Artikel auf den Webseiten faz.net, spiegel.de, tagesspiegel.de,
      focus.de, taz.de mitsamt der dazugehörigen User_innen-Kommentare anhand ausge-
      wählter Schlagworte (israel*, juden*, nahost*, antisemit*) gesucht und automatisch
      gespeichert wurden.
      Ach so, man hat also nicht nach "Beschneidung", "Vorhaut" o.ä. gesucht.
      Heißt das, man hat schon nur rosinengepickte Beiträge betrachtet? Und alle Kommentare, der einfach nur "Beschneidung von Jungen" kritisieren, aber nicht "israel*, juden*, nahost*, antisemit*" enthalten sind einfach durchs Raster gefallen?

      Und dann kommt man nach Gurkenkriterien auf 23,3% "antisemitische" Kommentare? TÄTÄ, TÄTÄ!

      Und so etwas wird von der DFG gefördert? Mei, als ich in mal Mitarbeiter in einem DFG-Projekt war wurden da noch andere Maßstäbe an die "Wissenschaftlichkeit" gelegt!
      Während dieser Debatte wurden verschiedene Gerichtsurteile, sowie Debatten und
      Beschlüsse des Bundestags kontrovers diskutiert. Das Gesamtkorpus umfasst 6.430
      Kommentare aus 59 Dokumenten (insgesamt 37.060 Types und 586.883 Token) aus
      den Jahren 2012-2013 und besteht aus Kommentaren zu Online-Artikeln der Quali-
      tätspresse (ZEIT, Spiegel, Fokus, FAZ, FR, SZ, Handelsblatt sowie Einträgen auf der Fa-
      cebook-Seite des ZJD).
      Das ausführlich mit MAXQDA analysierte Subkorpus umfasste 1.119 Kommentare.
      261 Kommentare wurden als antisemitisch klassifiziert. Das entspricht einem Wert
      von 23,32%.

      Also aus den rosinengepickten Kommentaren wurde noch mal rosinengepickt?
      Zwischentöne sind Krampf
      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Es war ja abzusehen: schon entstehen Fake News:

      Die Leiterin des linguistischen Forschungsteams der TU, Monika Schwarz-Friesel, meint: nein. Denn erstens war er nie weg, und zweitens ist es nicht die politische Rechte, die den Antisemitismus im Netz dominiert – er kommt aus der gesamten Gesellschaft. Untersucht wurden verschiedene große Debatten, darunter die über Beschneidung im Jahr 2012 (23 Prozent antisemitische Kommentare),...
      Was aus den genannten Gründen völliger Blödsinn ist. Aber immerhin, dort kann man kommentieren.

      So würde Israel als Staat auch da kritisiert, wo er gar keine Rolle spiele, etwa in der Debatte über Beschneidung in Deutschland, in der auffällig häufig der Verweis auf den israelischen Staat gefunden wurde.
      Israel spielte gar keine Rolle? LOL! Als im Bundestag nachgefragt wurde, wie man auf die sechs-Monatsfrist gekommen wäre wurde auf die Gesetze Israels verwiesen.
      Und gab es da nicht einen Brief des israelischen Innenministers Jischai an Merkel?
      Und einen Brief des israelischen Staatspräsidenten Peres an Bundespfarrer Gauck?

      freitag.de/autoren/elsa-koeste…isten-ihr-comeback-feiern
      Zwischentöne sind Krampf
      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Niemand analysiert den (leider vermutlich sehr hohen!) Anteil an rassistischen und islamfeindlichen Hasskommentaren zu Frauenrechtsthemen - und zöge aus solchen Zahlen dann Schlüsse für die Legitimation der Diskussion über solche Themen an sich.
      Diese Kriterien gelten immer nur auf einmal beim Thema MGM.
      Dieses offen selektive und damit unwissenschaftliche Vorgehen wird seine Gründe haben.
    • 23% antisemitische Kommentare in der "Beschneidungsdebatte", das stimmt einfach nicht. Das weiß auch jeder, der die Debatte verfolgt hat.
      Das steht in der Studie auch überhaupt nicht drin. Die Gesamtheit der Leserkommentare zur "Beschneidungsdebatte" hat die Studie nämlich listigerweise gar nicht untersucht.

      "Untersucht wurden verschiedene große Debatten, darunter die über Beschneidung im Jahr 2012 (23 Prozent antisemitische Kommentare),..."

      Das ist eine totale Verzerrung der Realität, das ist Journalismus aus der untersten Kiste.
      Zwischentöne sind Krampf
      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Selbstbestimmung schrieb:

      23% antisemitische Kommentare in der "Beschneidungsdebatte", das stimmt einfach nicht.
      Das Ergebnis 23% kann man auch anders deuten:

      "Trotz dieses sehr heiklen Themas sind fast 80% der Kommentare frei von jeglichem Antisemitismus. Rechnet man hier noch den Bodensatz von unsachlichen und beleidigenden Äußerungen heraus, den man bei jedem politischen Thema finden wird, kann man feststellen, dass die Diskussion um die Jungenbeschneidung in Deutschland erstaunlich sachlich geführt wurde und der Vorwurf, die Ablehnung der Jungenbeschneidung sei nur ein Vehikel des Antisemitismus, falsch ist."
    • Selbstbestimmung schrieb:

      Lies dir bitte die Studie von Anfang bis Ende durch, dann wirst du das verstehen!
      Das kannst Du nicht verlangen! Wofür willst Du mich bestrafen, dass ich mir den ganzen Kubus und den Subkubus reinziehen muss. Dass im Internet ein Haufen Müll abgeladen wird, wusste ich übrigens schon vor diesen schlauen Linguisten, kann mich darüber aber nur bedingt aufregen. Wenn ich neben meiner Haustür eine weiße Tafel anbringe und mache ein Schild dran, dass jeder was draufschreiben darf, darf ich mich nicht wundern, wenn auch andere Sachen als "Ich liebe Dich!" draufstehen.

      Aber so richtig hast Du noch nicht erklärt, warum meine Deutung der Prozentzahl so falsch sein soll.
    • Ich bin ja immer hilfsbereit, besonders Mitstreitern im Kampf gegen Genitalverstümmelung gegenüber! ^^

      Ich hatte ja bereits versucht, das zu erklären:

      TU Berlin: Kritik an Beschneidung ist Antisemitismus

      Aber es war vielleicht nicht verständlich genug.

      Wenn man eine Prozentzahl angibt, setzt man zwei Größen n und m ins Verhältnis, in dem man den Quotienten bildet. Dividend n dividiert durch Divisor m. Und dann noch mal 100, damit es eben "pro cent" ist, auf 100 bezogen.

      Wenn man nun sagt in der "Beschneidungsdebatte" 2012 hätte es Z% antisemitische Kommentare gegeben, dann würde das bedeuten: Sei m die Zahl der Kommentare zur Beschneidungsdebatte insgesamt und n die Zahl der antisemitischen darunter, dann würde sich Z=n/m *100 % berechnen.

      Wenn man aber m gar nicht kennt, oder gar nicht erfasst, dann kann man Z gar nicht berechnen. Und genau das war der Fall. Man hat die Zahl Zahl der Kommentare zur Beschneidungsdebatte insgesamt überhaupt nicht erfasst, oder zumindest ist sie in die Berechnung der 23% nicht eingeflossen. Und damit ist die Aussage bei Elsa Köster entweder absichtliche Irreführung, oder Irreführung aus Doofheit, ihr könnt es auch aussuchen.

      Z.B.

      Ein Kommentar: "Ich finde Eltern sollten selbstverständlich ein Recht auf Beschneidung ihrer Söhne haben" - ist was? Ein Kommentar zur "Beschneidungsdebatte"!


      Ist aber nicht in die Bezugsgröße eingeflossen!

      Ein Kommentar "Kinder haben auch Rechte, und auch die Genitalien von Jungen sollten vor Verletzungen geschützt werden" ist was? Ein Kommentar zur "Beschneidungsdebatte"!

      Ist aber nicht in die Bezugsgröße eingeflossen!

      D.h. einen großen Anteil von Kommentaren zur Debatte hat man einfach unter den Tisch fallen lassen!

      Dadurch hat man den Divisor verkleinert und in Folge die Prozentzahl in die Höhe gejubelt.

      Dann zu sagen "23% der Kommentare in der Beschneidungsdebatte waren antisemitisch" grenzt an Rosstäuscherei. Unter alle Kanone.
      Zwischentöne sind Krampf
      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Um das noch mal zu verdeutlichen, was die in der Studie für einen Kokolores verzapft haben:


      Dabei wurde zunächst die Beschneidungsdebatte aus dem Jahr 2012 berücksichtigt.
      Während dieser Debatte wurden verschiedene Gerichtsurteile, sowie Debatten und
      Beschlüsse des Bundestags kontrovers diskutiert. Das Gesamtkorpus umfasst 6.430
      Kommentare aus 59 Dokumenten (insgesamt 37.060 Types und 586.883 Token) aus
      den Jahren 2012-2013 und besteht aus Kommentaren zu Online-Artikeln der Quali-
      tätspresse (ZEIT, Spiegel, Fokus, FAZ, FR, SZ, Handelsblatt sowie Einträgen auf der Fa-
      cebook-Seite des ZJD).
      Das ausführlich mit MAXQDA analysierte Subkorpus umfasste 1.119 Kommentare.
      261 Kommentare wurden als antisemitisch klassifiziert. Das entspricht einem Wert
      von 23,32%.
      BTW, die FB-Seite des ZJD ist "Qualitätspresse", was BGM angeht? Also, darauf muss man erst mal kommen! :thumbsup:

      SPON; Focus sind "Qualitätspresse"? Und man konnte noch nicht mal recherchieren, wie man "Focus" (dieses "Presseerzeugnis") schreibt? :S

      Eine Schwachstelle dieser Studie, die ihre Wissenschaftlichkeit in Frage stellt ist, dass sie vieles im Nebulösen lässt. Da fehlen viele Anhänge, zur Parametrierung.

      Vor allem fehlt der Anhang mit den 261 angeblich antisemitischen Kommentaren (komplett und mit Quellangabe), da möchte man sich gerne selbst von überzeugen, ansonsten könnte die wenigen Beispiele ja auch "rosingengepickt" sein.

      Es gab also bei den genannte Publikationsplatformen 2012/13 nur 1.119 Kommentare zum Thema BGM?

      Ich hätte da jetzt einen Crawler drauf loslassen können, aber wozu der Aufwand?
      Der humanoide Crawler "Selbstbestimmung" hat innerhalb von 2,3 Minuten alleine bei zeit.de
      mehr als 6.060 Kommentare zum Thema gefunden, alleine auf den ersten zwei Seiten der Google-Suche,
      danach verließ ihn der Eifer bei dieser Bullenhitze, aber es sind mit Sicherheit noch viel mehr, und das war nur die ZEIT.

      google.com/search?q=beschneidung+2012+site:zeit.de

      Das kommt halt dabei raus, wenn man einen großen Teil der Kommentare wegschmeißt, weil sie einem nicht in den Kram passen.

      Schätzen wir mal konservativ, dass es bei den genannten Publikationen im genannten Zeitraum 25.000 Kommentare dazu gab, dann sind 261 "antisemitische" (wovon man sich gerne noch überzeugen möchte) z.B. 1% in Worten: EIN PROZENT. Auf alle Fälle ist 23% irreführender Blödsinn.

      Aber wenn man erst mal nach "israel*, juden*, nahost*, antisemit*" sucht, und dann erst nach "Beschneidung" .o.ä. kriegt man halt solchen Murks raus.

      Anscheinend geht es bei dieser Studie darum, eine möglichst dramatische Situation zu diagnostizieren, damit die Gelder weiter schön fließen. Menschlich sogar verständlich. Ich beziehe mich dabei allerdings allein auf das Feld "BGM", denn Rest habe ich mir nicht angetan.
      Zwischentöne sind Krampf
      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Die Studie führt ja ein paar handgepickte "Paradebeispiele" für schrecklichsten Antisemitismus auf. z.B.:

      „Traurig genug, dass Körperverletzung an nicht zustimmungsfähigen Kindern
      bei uns unter dem Deckmantel bronzezeitlicher und mittelalterlicher Reli-
      gion so lange erlaubt war.“ [BS_2012_06_27_YouTube_12]
      Ist das eine Körperverletzung, oder nicht?
      Sind die Kinder zustimmungsfähig, oder nicht?

      Ist "Unter dem Deckmantel" antisemitisch? Was ist dann:

      Ludwig Greven schrieb:

      Unter dem Deckmantel des Säkularismus
      ?

      Stimmt es nicht, dass BGM und GGM in der Bronzezeit entstanden sind?

      Steht da was von Juden oder Semitismus? Das Geschriebene kann ebenso auf Muslime, Yesiden, Aleviten, usw. bezogen werden.

      Da möchte man dann schon gerne die anderen 261 "schlimmen" Kommentare sehen.
      Zwischentöne sind Krampf
      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Selbstbestimmung schrieb:

      Ein Kommentar: "Ich finde Eltern sollten selbstverständlich ein Recht auf Beschneidung ihrer Söhne haben" - ist was? Ein Kommentar zur "Beschneidungsdebatte"!


      Ist aber nicht in die Bezugsgröße eingeflossen!

      Ein Kommentar "Kinder haben auch Rechte, und auch die Genitalien von Jungen sollten vor Verletzungen geschützt werden" ist was? Ein Kommentar zur "Beschneidungsdebatte"!

      Ist aber nicht in die Bezugsgröße eingeflossen!
      Vielen Dank für Deine ausführlichen Kommentare! Ich finde in der Studie nicht, wie die sog. "Kodierung" vorgenommen wurde. Kannst Du sagen, wo das steht. Welche Kommentare wurden in die Anzahl der "kodierten Komm. aufgenommen?
    • Ich habe die Studie überflogen, nicht so ganz verstanden und das Thema bzw. das Fazit wirkt auf mich ziemlich realitätsfremd.

      Da ich nicht weiß, wie andere ticken oder denken, kann ich nur analysieren wie es mir beim Thema Judentum und Beschneidung geht. Einerseits habe ich gegenüber dem Judentum einen großen Respekt, weil ich den Eindruck habe, dass hier viele ihren Glauben noch wirklich leben. Und dann kommt für mich der bittere Nachgeschmack, der alles verdirbt.

      Bin ich jetzt ein Antisemit, weil für mich Menschenrechte wichtiger sind als Religion bzw. weil ich Religionsfreiheit als Teil der Menschenrechte begreife und ich umgekehrt nicht die Menschenrechte auf das Minimum reduziert sehen möchte, welche Religionen diesen teilweise maximal zugestehen wollen.

      Davon abgesehen hätte ich mich mehr darüber gefreut, wenn die Linguisten sich mal dem Wort "Beschneidung" angenommen hätten. Das Wort "schneiden" kaschiert ein Stück weit, dass wir es hier mit einer Amputation zu tun haben. Im übertragenen Sinne bedeutet beschneiden einen Teil wegnehmen, was hier physisch, sensorisch, sexuell und psychisch geschieht. Ich bin aber kein Linguist und kann dieses Wort daher nicht so schön filetieren, wie es dieser Berufsstand können sollte.

      Nachtrag:
      Die Herausgeberin der Studie, Frau Monika Schwarz-Friesel, ist übrigens mit Herrn Evyatar Friesel verheiratet, was die Subjektivität ihrer Studie nicht gleich völlig in Frage stellt, aber familiäre Einflüsse könnten hier auch ihren Niederschlag gefunden haben:
      de.wikipedia.org/wiki/Evyatar_Friesel
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von NoCut ()

    • NoCut schrieb:

      aber familiäre Einflüsse könnten hier auch ihren Niederschlag gefunden haben
      Das kann wirklich nichts damit zu tun haben.
      Es gibt zwar auffällig viele Studien, die mit BGM zu tun haben von Machern sind, die irgendwie familiär mit "beschneidenden" Familientraditionen zu tun haben, aber das sind doch wissenschaftliche Studien, solche sind sind immer objektiv und niemals interessengesteuert! ;)
      Zwischentöne sind Krampf
      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Selbstbestimmung schrieb:

      Es gibt zwar auffällig viele Studien, die mit BGM zu tun haben von Machern sind, die irgendwie familiär mit "beschneidenden" Familientraditionen zu tun haben, aber das sind doch wissenschaftliche Studien, solche sind sind immer objektiv und niemals interessengesteuert! ;)

      Ich denke auch, dass Frau Monika Schwarz-Friese bei der Abfassung ihrer Studienergebnisse völlig unvoreingenommen und objektiv vorging. Warum hätte sie sich hier auch irgendwo durch ein familiäres Umfeld beeinflussen lassen sollen.

      Und die Tätigkeit ihres Ehemannes hat ja nur rein zufällig eine "gewisse" Schnittmenge mit ihrem Studienergebnis:

      ... Friesels Forschungsschwerpunkte sind ideologische Trends des modernen Judentums, jüdisch-amerikanische Geschichte, deutsch-jüdische Geschichte, die Geschichte des Zionismus, demographische Entwicklungen, europäische Zeitgeschichte und aktuelle Judenfeindlichkeit. ...

      (siehe Wikipedia)
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)