HPV Impfung jetzt auch für Jungs

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    • HPV Impfung jetzt auch für Jungs

      news.doccheck.com/de/blog/post…a2574&nl=4698&block=32618

      Damit entfällt ein weiteres Scheinargument der Vorhautamputation zur Prophylaxe. Eine Impfung schützt zuverlässig gegen die HPV-Erreger, verteilt die Aufgabe der Prophylaxe gerecht auf beide Geschlechter und erspart zudem lebenslange, negative Folgen für die Jungen und Männer.
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Hat schon jemand den Kommentar von Herrn Licht, dem der Name "Finsternis" ehr zu Gesicht stehen würde, gelesen. So kann man dies dann natürlich auch bei allem und jedem sehen und sich darauf berufen, dass vor tausenden von Jahren alles besser war. Schön wäre es nur, wenn diese ewig Vorgestrigen dann auch die Medien dieser Zeit nutzen würden, die sie propagieren, statt hier im Internet ihren Blödsinn zu verbreiten.

      Aber wie Weguer schon schreibt, ist HPV nur eines der Scheinargumente, um sich mit allen Mitteln gegen jede Form der Weiterentwicklung zu stemmen. Wäre die Evolution genauso stur gewesen wie die Haltung von orthodoxen Glaubensanhängern, hätte es wohl nie eine Beschneidung gegeben bzw. würden wir dann wohl noch alle brav auf den Bäumen sitzen und Blätter kauen, statt uns um Menschenrechte Gedanken zu machen.

      Scheinargumente sind ja im Grunde nur der Beweis dafür, dass etwas verteidigt wird, von dem man selbst bereits weiß, dass es Unsinn bzw. Unrecht ist.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Weguer schrieb:

      ein weiteres Scheinargument
      Eben. Ein Schein-Argument. Es war nie wirklich ein Argument.

      Und deswegen ist diese Impfung eigentlich auch OT.

      Trotzdem, ich habe das mal überschlagen: Knapp 800.000 Geburten im Jahr 2016 in Deutschland. Wenn diese Kinder alle HPV-Geimpft werden, 3x2x150 Euro + sagen wir mal 100€ Artzkosten für die 6 Impfungen - das macht pro Jahr 800 Millionen Euro. Da geht es um sehr viel Geld!
      Das ist mehr als das Volumen des ebenfalls fragwürdigen Mammographie-Screenings. Wo es allerdings um erwachsenen Frauen geht.
      Und wenn es um so viel Geld geht, dann muss man grundsätzlich kritisch hinterfragen ob Nutzen und Risiken objektiv gegeneinander abgewogen wurden. Wir kennen das doch mit den interessengesteuerten medizinischen Studien zur Genüge.

      Eine solche Impfung bietet keinen sicheren Schutz vor einem Zervixkarzinom, andererseits lehnt der Staat die Finanzierung wichtiger Früherkennungsmaßnahmen ab:

      WP schrieb:

      Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt unter Berücksichtigung neuer Studien in ihrer aktuellen Leitlinie zum Zervixkarzinom, bei Frauen ab 30 Jahren auch bei unauffälligem Pap-Test routinemäßig einen Nachweistest für Papillomviren durchzuführen. Während der Pap-Test bei einmaliger Durchführung etwa die Hälfte der Krebsfälle oder direkten Krebsvorstufen übersieht, können mit der Kombination aus Pap-Test und Virusnachweis fast alle Krebsvorstufen erkannt werden
      Die Erstimpfung wir empfohlen für das 9.-14. Lebensjahr, es geht also um Kinder, die nicht selbst entscheiden können, weil sie sich von Risiken und Nutzen noch kein Bild machen können.
      Das kann man nur bei Krankheiten, die bereits im Kindesalter eine ernste Bedrohung für das Kind darstellen vertreten. Denn auch jede Impfung trägt das Risiko einer Komplikation in sich.
      Where have all the foreskins gone
      long time passing
      where have all the foreskins gone
      long time ago
      where have all the foreskins gone
      doctors cut them one by one

      When will we ever learn, when will we ever learn?
    • Die Impfung macht aber nur vor dem ersten GV Sinn. Und mit 13-14 kann man sehr wohl verstehen um was es da geht. Das Risiko gibt es immer, bei jeder Impfung. Aber bei einem Gesunden Kind praktisch nicht wirklich relevant. Meine Frau ist vom Verdacht Zervixkarzinom betroffen mit entsprechendem Eingriff schon hinter sich und das ist für die ganze Familie belastbar da es praktisch das ganze Leben über einem schwebt mit dem Bangen bei der Kontrolle jedes halbe Jahr. Wenn durch Impfungen das ganz stark eingedämmt werden kann ist Nutzen/Risiko Verhältnis sicher vertretbar.
    • Selbstbestimmung schrieb:

      Trotzdem, ich habe das mal überschlagen: Knapp 800.000 Geburten im Jahr 2016 in Deutschland. Wenn diese Kinder alle HPV-Geimpft werden, 3x2x150 Euro + sagen wir mal 100€ Artzkosten für die 6 Impfungen - das macht pro Jahr 800 Millionen Euro. Da geht es um sehr viel Geld!



      Das kann man nur bei Krankheiten, die bereits im Kindesalter eine ernste Bedrohung für das Kind darstellen vertreten. Denn auch jede Impfung trägt das Risiko einer Komplikation in sich.

      Ich kann mir denken, worauf Du hinaus willst. Eine Impfung bzw. die Injektion eines Fremdstoffes mit einer Hohlnadel stellt natürlich eine Körperverletzung dar. Noch dazu vor dem Hintergrund, dass dieser Fremdstoff in sehr seltenen Fällen massive Nebenwirkungen verursachen kann.

      Hier willigen die Eltern aber in eine Körperverletzung ein und diese Einwilligung wird nicht durch die moralische Weltsicht der Eltern beeinflusst. Es mag selbst zu Thema Impfen verschiedene Sichtweisen geben, aber diese sind weder durch sexualisierte Religonsdogmen oder andere Ideologien geprägt.

      Hinsichtlich der Kosten dürfte es übrigens eine entscheidende Rolle spielen, in welcher Menge dieser Impfstoff hergestellt wird. Jedenfalls kostet der Impfstoff z.B. in den USA nur die Hälfte. Auch müsste z.B. für Cervarix in weniger als 10 Jahren der Patentschutz auslaufen, was hier die Kosten nochmals deutlich senken würde. Am Rande sei bemerkt, dass es einen zweifach-, vierfach- und fünffachwirksamen Impfstoff gibt und hier dürfte dann mittel- bzw. langfristig ein Preiskampf entstehen, obwohl bereits der einfachste Impfstoff eine großen Teil abdeckt.

      Davon abgesehen muss man aber wohl auch betrachten, welche Kosten für eine entsprechende Krebsbehandlung entstehen. Und zusätzlich darf man nicht vergessen, dass wohl auch heute noch Jungen mit dem Argument beschnitten werden, dass man hierdurch Gebärmutterhalskrebs verhindern könnte. Die Zwangsbeschneidung als Vorsorge gegen Krebserkrankungen ist zwar rational betrachte reiner Schwachsinn, aber Leute wie Alice Schwarzer verbreiten wohl auch heute noch solche Märchen.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Natürlich kann man nun jedem der mit "aber HPV kann man durch Beschneidung eindämmen" den Wind aus dem Segel nehmen...

      Aber dem Risiko einer HPV Infektion setzt man sich doch nur aus, wenn man ungeschützten GV hat? Der kann sich genauso gut HIV einfangen?
      HPV impfen, damit man ungeschützten GV haben kann, und sich damit dem Risiko einer HIV Infektion aussetzen?

      Meine Kinder werde ich sicher nicht dagegen impfen lassen, sondern ihnen erklären, wie wichtig Safer Sex wegen Geschlechtskrankheiten ist, und das dies auch vor ungewollten Schwangerschaften schützt.

      Und wenn sie alt genug sind, sollen sie selber entscheiden, was, wie und ob sie sich impfen lassen...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Urolüge schrieb:

      Meine Kinder werde ich sicher nicht dagegen impfen lassen, sondern ihnen erklären, wie wichtig Safer Sex wegen Geschlechtskrankheiten ist, und das dies auch vor ungewollten Schwangerschaften schützt.

      Safer Sex reduziert das HPV-Risiko um ca. 50%.

      frauenaerzte-im-netz.de/de_hum…gung-verbreitung_913.html

      ___________________________________________________________________________________________________

      Ich denke man sieht hier mal wieder deutlich, dass eine Beschneidung auch hier ähnlich "gut" hilft wie bei der Eindämmung einer HIV-Infektion, nämlich so gut wie gar nicht. Nur Idioten sind daher so blöd, dass sie eine Beschneidung als "gesundheitlichen Benefit" anpreisen. Urologen, die solche Argumente vortragen, sollte man die Zulassung entziehen, Leute wie dem Ehepaar Gates, solle man Nachhilfeunterricht erteilen und Religionsangehörige, die solchen Quatsch verbreiten, sollte man mitleidig begegnen, aber in keinem Fall ernst nehmen.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Ich werde meine Kinder unter Garantie gegen HPV impfen lassen.

      Das Sexleben meiner Kinder beschränkt sich hoffentlich nicht auf die "wilden Jahre" bis Mitte 20 sondern endet in einer guten, monogamen Beziehung mit Kindern (wir sind katholisch, also nix mit Laborbabies oder häufig wechselnden Sexpartnern). Und da ist ungeschützter Sex ein Grundbestandteil (ja, ich hatte eine Vasektomie genau aus diesem Grund).

      Das ich meine Kinder auf Kondome einnorde, solange sie in der Findungsphase sind bzw. "Risikosex" haben wollen, ändert ja nichts daran, daß wir die Weichen auch für alternative Beziehungsformen rechtzeitig stellen müssen.
      Gruß
      Hickhack
    • Hickhack schrieb:

      Ich werde meine Kinder unter Garantie gegen HPV impfen lassen.

      Wir sind hier einen etwas anderen Weg gegangen. Auch wenn Kinder natürlich keine Erwachsenen sind (Autofahren ist ja z.B. auch erst ab 18 erlaubt) und daher die Tragweite von solchen Entscheidungen noch nicht im vollen Umfang erkennen können, halte ich es für absolut wichtig, dass Kinder entsprechend ihrem Reifegrad in solche Entscheidungen einbezogen oder zumindest angehört werden.

      Unsere Tochter war von der Idee einer Impfung naturgemäß nicht sonderlich begeistert. Als wir bei Recherchen herausfanden, dass man die Impfung zwischenzeitlich auf zwei Impfdosen beschränken kann, kam bereits etwas Erleichterung auf. Wir haben aber auch das Thema angesprochen, dass eine solche Impfung in sehr seltenen Fällen zur lebenslangen Unfruchtbarkeit führen kann.

      Mein Argument für die Impfung war die Tatsache, dass ich mehrere Frauen kenne, die Gebärmutterhalskrebs bekommen haben und deshalb kein Kind bzw. kein weiteres Kind mehr bekommen konnten. Aber ich war natürlich auch so ehrlich und habe darauf hingewiesen, dass eine solche Impfung nie einen hundertprozentigen Schutz bieten kann.

      Warum reite ich jetzt aber so auf diesen Details herum. Wenn es ums Thema Zwangsbeschneidung geht, werfen wir den starrköpfigen Eltern vor, dass sie blind aus ihrer religiösen Überzeugung heraus handeln und damit sämtliche Nachteile ihres Kindes ausblenden. Die Kinder werden nicht in diese Entscheidung einbezogen bzw. ist es auch eher unwahrscheinlich, dass Eltern, wo der Mann selbst aus religiösen Gründen beschnitten ist, die sexuellen Nachteile einer Beschneidung thematisieren. Davon abgesehen werden es vermutlich noch viele Eltern den Schulen überlassen, ihre Kinder überhaupt aufzuklären, was ja die erste Voraussetzung für ein Gespräch wäre, dass auch nur annähernd auf Augenhöhe stattfinden könnte.

      Wir können nicht einfach die anderen ändern, aber wir können uns ändern und damit unseren Kindern das Selbstverständnis mitgeben, dass sie über Dinge, welche sie unmittelbar betreffen ein Mitspracherecht besitzen. Und wenn unsere Kinder dann mit Kindern zusammen kommen, deren Eltern eine Zwangsbeschneidung planen, können diese Kinder vielleicht ein Stück von den unsrigen lernen bzw. besser formulieren, dass sie dies nicht wollen. Wahrscheinlich wird dies nicht sofort in der ersten Generation dazu führen, dass Zwangsbeschneidungen ein Ende nehmen, aber der Widerstand innerhalb der Familien kann sich so von Generation zu Generation verstärken, bis irgendwann auch die verbohrtesten und orthodoxen Eltern kapieren, was sie da eigentlich anrichten.

      @Hickhack
      Ich respektiere Deine Religionszugehörigkeit. Bedeutet aber Deine persönliche religiöse Einstellung auch automatisch, dass Deine Kinder diese zwangsläufig übernehmen müssen bzw. dass diese auch Deine Sexualmoral für sich als richtig empfinden müssen. Im Grundgesetz ist sowohl die sexuelle Selbstbestimmung wie auch die Religionsfreiheit verbrieft. Eltern haben zwar grundsätzlich 18 Jahre lang durch ihr Erziehungsrecht die Möglichkeit hier Einfluss zu nehmen, aber mehr auch nicht. Am Ende ist es doch vorallem wichtig, dass alle Kinder glücklich werden und wenn man an einen gütigen Schöpfer glaubt, wird auch der sich nichts anderes wünschen ;)
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Und ich werde meine Kinder nicht impfen lassen...sondern sie aufklären darüber, und dann sollen sie selber machen...

      (off topic)

      Hickhack schrieb:

      Und da ist ungeschützter Sex ein Grundbestandteil (ja, ich hatte eine Vasektomie genau aus diesem Grund).
      Beißt sich das nicht irgendwie? Verhütung Tabu...aber eine Vasektomie?

      Mein Opa soll immer gesagt haben "Wenn man mit seiner Frau schläft, ist das keine Sünde...nur wenn man hinterher denkt: Hoffentlich ist nix passiert" ;)
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Urolüge schrieb:

      Und ich werde meine Kinder nicht impfen lassen...sondern sie aufklären darüber, und dann sollen sie selber machen...

      (off topic)

      Hickhack schrieb:

      Und da ist ungeschützter Sex ein Grundbestandteil (ja, ich hatte eine Vasektomie genau aus diesem Grund).
      Beißt sich das nicht irgendwie? Verhütung Tabu...aber eine Vasektomie?
      Mein Opa soll immer gesagt haben "Wenn man mit seiner Frau schläft, ist das keine Sünde...nur wenn man hinterher denkt: Hoffentlich ist nix passiert" ;)
      Im Prinzip ja, aber in diesem Fall kann es für eine Impfung sehr schnell zu spät sein. Deine Aufklärung in Ehren, aber hier halte ich das nicht für sinnvoll.

      Zum anderen: Dieses Märchen vom Tabu ist anscheinend nicht tot zu kriegen. In der Praxis muss man sich jeden Einzelfall anschauen, um zu einer verantwortbaren Entscheidung zu kommen. Nach drei Kindern und bei bestehendem erhöhten Mehrlingsrisiko, war die Entscheidung für mich ziemlich einfach.
      Gruß
      Hickhack
    • Urolüge schrieb:

      Und ich werde meine Kinder nicht impfen lassen...sondern sie aufklären darüber, und dann sollen sie selber machen...
      Über was möchtest Du Deine Kinder aufklären? Sollen sie jeden möglichen Partner immer vorher fragen, ob er/sie sich neben HIV auch auf HPV hat testen lassen? Davon abgesehen kann man sich HPV sogar im Dampfbad, der Sauna oder sogar im Schwimmbad einfangen. Sobald man sich angesteckt hat, ist eine Impfung ausgeschlossen.

      Was mir aber davon abgesehen an Deiner Einstellung sehr gefällt, ist die Überlegung, dass man nicht einfach über die Kinder hinweg entscheidet bzw. versucht Entscheidungen, die man aufschieben kann, ihnen nach Möglichkeit selbst zu überlassen. Ob eine Impfung besser ist als keine Impfung, ist hier tatsächlich OT, aber der Kern, dass man sich ernsthaft am Kindeswohl zu orientieren versucht und dabei die eigne Einstellung möglichst stark zu objektivieren versucht, ist die gleich Problematik wie bei der Zwangsbeschneidung.

      Hickhack schrieb:

      Ich denke wir reden etwas aneinander vorbei. Natürlich kann ich meine Kinder nicht zwingen meine moralischen Vorstellungen weiterzuleben. Allerdings, WENN sie sich dazu entschließen sollten, sollten sie auch entsprechend darauf vorbereitet sein. Und z.B. die für diesen Lebensstil hilfreichen Impfungen intus haben.

      Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, verstehe ich nicht, was Du unter "moralischen Vorstellungen" verstehst. Du findest es in Ordnung in jüngeren Jahren "wild rumzuvögeln", später Kinder zu zeugen und im Anschluss entgegen den Verlautbarungen der katholischen Kirche eine Vasektomie durchführen zu lassen (siehe Papst Pius XII).

      Ich persönlich habe es ja nicht so mit der Moral, weil diese eben nach meiner Auffassung irgendwo eine durch Religion "verhurte" Ethik darstellt. Und weil Moral oft "verhurt" ist, sollte die Ethik als Richtschnur dienen und Kindern ihre uneingeschränkte (sexuelle) Freiheit wie auch körperliche Unversehrtheit bewahren.

      In dem Punkt, dass Du eine HPV-Impfung als sinnvolle Prävention gegen eine Infektion betrachtest, sind wir uns dagegen vollkommen einig. Und genau hier unterscheiden wir uns wohl von denen, die beispielsweise mit einer Zwangsbeschneidung die Sexualität ihrer Kinder grundlos "beschneiden" wollen.

      @All
      Wie man jetzt praktisch sieht, ist es leichter über Themen zu diskutieren, die einen persönlich nicht so direkt betreffen als wenn es um die Frage der eigenen Kinder geht. So gesehen irgendwo auch für mich eine interessante Erkenntnis, weil ich jetzt etwas besser nachempfinden kann, welche Abwägungen wohl bei den Eltern stattfinden, welche ihre Kinder zwangsbeschneiden lassen. Der Grad zwischen richtig und falsch ist schmal bzw. wer sich hier zu sehr in der Moral einer Religion oder einer Tradition verhaftet sieht, trifft fast unweigerlich ein fatale und falsche Entscheidung.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • aspect schrieb:

      Eine Impfung schützt und eine Bescheinigung nicht.
      Genau deshalb habe ich diesen Thread eröffnet.
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
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    • aspect schrieb:

      Eine Beschneidung schadet immer, eine Impfung nicht
      Kann man das so pauschalisieren? Gibt es nicht ganz seltene Ausnahmen, wo Beschneidung tatsächlich das kleinere Übel ist, und der Betroffene von diesem Eingriff profitiert?

      Und eine Impfung schadet nie? Mein Bruder ist nach einer Pockenimpfung schier draufgegangen...zur selben Zeit wurde ein Mädchen in der Nähe nach derselben Impfung auch schwer krank und blieb behindert, bis sie als junge Erwachsene verstarb.

      Narkolepsie nach der Schweinegrippeimpfung?

      Es gibt keine Schäden durch Impfung, genauso wie Kinder nicht durch Beschneidung sterben, sondern weil sie danach verbluten, Narkoseprobleme hatten oder Entzündungen, halt konstitutionelle Probleme...aber nicht durch Beschneidung.

      Schäden durch Impfung... kann man die nicht auch genauso wenig beweisen wie Schäden durch Beschneidung? Ich versuche vor Gericht zu klagen, weil ich seither keine sexuelle Befriedigung mehr spüre, keinen Orgasmus erleben kann und Schmerzen an meiner Beschneidungsnarbe habe...aber beweisen oder nachweisen kann ich davon nichts...

      Meine Frau und ich haben abgewogen und entschieden, für uns ist der mögliche Schaden durch Impfung höher, als der mögliche Nutzen...und wir impfen keines unserer Kinder mehr...wenn die das mal wollen, sollen sie es selber machen.
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • brokendream schrieb:

      Das es bei der Pockenimpfung erhebliche Nebenwirkungen gab ist bekannt.
      Das es bei einer Beschneidung zu erheblichen Nebenwirkungen kommen kann ist eigentlich auch bekannt...trotzdem gab es eine staatliche "Genehmigung"...und wird immer noch von vielen Ärzten als harmlos dargestellt, genauso wie diese Ärzte Männer die unter den Folgen ihrer Beschneidung leiden, als Spinner hinstellen, die nur nicht mehr alle Latten am Zaun haben...

      Denn beweisbar sind meine neg. Folgen nicht...genauso wenig wie eventuelle neg. Veränderungen bei meinem Kind nach einer Impfung?
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    • (zurück zum Thema)
      Leute, es ging mir in diesem Thread nicht um die Grundsatzfrage "Impfen oder nicht?". Dieses Thema gehört auch gar nicht hierher.
      Mir gings einzig und allein darum, dass ein vermeintliches Argument von Verstümmelungsverharmlosern, nämlich, dass die VA vor HPV-Infektionen schützen würde, noch weiter geschwächt wird, als es bisher eh schon war.

      Gesunden Jungen die Vorhaut abzuschneiden, um damit vor HPV zu schützen, ist Bullshit. Das geht mit ausreichender Hygiene, Kondomen und nun dieser Impfung deutlich besser.
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    • Weguer schrieb:

      Gesunden Jungen die Vorhaut abzuschneiden, um damit vor HPV zu schützen, ist Bullshit. Das geht mit ausreichender Hygiene, Kondomen und nun dieser Impfung deutlich besser.
      Und diese Argumente werde ich auch jedem Verstümmelungsverharmloser der mit so einem Bullshit daher kommt, unter die Nase reiben...(auch wenn ich Impfung kritisch sehe und meine Kinder nicht mehr impfen lasse, aber das brauch ich dem ja auch nicht unter die Nase reiben ;) )

      Aber was diese OT Diskussion ums impfen gezeigt hat...ein schmaler Grat, und alle wollen nur das Beste für ihre Kinder, ihnen nicht Schaden? Genauso wie Eltern, die ihre Kinder beschneiden lassen?
      Weil es halt Tradition ist, dem Papa auch nicht geschadet hat, und es genügend Ärzte gibt, die diesen Eingriff als nur vorteilhaft "verkaufen"?
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Wieder wird Impfung mit Beschneidung gleich gesetzt?! Ich habe schon ein Problem damit auf eine Stufe mit Eltern gestellt zu werden die ihre Kinder aus Tradition beschneiden lassen nur weil ich meinen Sohn impfen lasse. Außerdem mal daran gedacht das die "Nicht-Impfer" so gut davon kommen weil um sie 99% der Menschen geimpft sind? Könnte man somit auch ziemlich egoistisch nennen.
    • aspect schrieb:

      auf eine Stufe mit Eltern gestellt zu werden die ihre Kinder aus Tradition beschneiden lassen nur weil ich meinen Sohn impfen lasse.
      Das wollte ich nicht, sorry, habe ich mich schlecht ausgedrückt. Was ich damit sagen wollte: Wer sein Kind impft oder auch nicht impft, will ihm nicht schaden. Ob ich mit meinem nichtimpfen meinen Kindern mehr schade, als wenn ich sie impfen ließe??? Genauso würde ich nie behaupten, dass jemand der seine Kinder impft, ihnen schadet!!! Ich habe mir die Fakten angeschaut und entschieden...genau wie du. Was die "Wahrheit" ist??? Das ist für mich der schmale Grat...

      brokendream schrieb:

      die Religionslehrerin erwähnte das ihr Sohn durch die Windpocken eine Vorhautverengung bekam und deshalb beschnitten wurde.
      Sicher möglich...wäre interessant, ob das eine wirklich indizierte Beschneidung war...oder nur eine beschwerdefreie Enge, die wahrscheinlich auch mit salben und dehnen beizukommen gewesen wäre?

      Manche Männer bekommen durch Antibiotika Pilzinfektionen an der Vorhaut...und in der Folge eine Enge. Ärzte empfehlen da natürlich...Aber die Männer, die es mit Salben und dehnen versuchten, haben es auch wieder hinbekommen.
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Das ganze ist schon einige Jahre her und man weiß ja das man damals schnell mit dem Skalpell dabei war. Ob es nach heutigem Stand der Dinge Notwendig war kann ich nicht beurteilen.

      Fakt ist aber auch das man diese Pocken überall hat. Das Wasser lassen war echt unangenehm. Und wenn man einmal gekratzt könnten sich da echt Narben bilden.
      Trotz meiner Neurodermitis bin ich mit einer kleinen Macke am Bauch davongekommen die heute noch sichtbar ist.

      Ich bin froh das es meinen Sohn erspart bleibt. Das gleiche gilt auch für Masern.

      Edit:
      Würde man mir die HPV Impfung bezahlen würde ich mir sie auch als Erwachsener geben lassen.
    • Neu

      Urolüge schrieb:

      Aber was diese OT Diskussion ums impfen gezeigt hat...ein schmaler Grat, und alle wollen nur das Beste für ihre Kinder, ihnen nicht Schaden? Genauso wie Eltern, die ihre Kinder beschneiden lassen?

      Genau dieser schmale Grat ist es auch, warum ich diesen Thread als eine Art "Selbsterfahrungsthread" für uns alle betrachten würde. Impfen ist wie die Beschneidung ein invasiver Eingriff, der unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen kann. Und so wie Menschen ihre Kinder aus vermeintlichen gesundheitlichen Gründen oder zur Erlangung des eigenen egoistischen Seelenheils zwangsbeschneiden lassen, gibt es auf für oder gegen Impfungen Argumente.

      @Urolüge
      Die Geschichte mit Deinem Bruder hat Dich sicherlich geprägt. Was wäre aber wohl passiert, wenn es keine Pokenimpfung gäbe und Dein Bruder keine extrem heftige Abwehrreaktion durch eine Impfung, sondern eine tatsächliche Erkrankung durch Poken bekommen hätte! Ohne Pokenimpfungen wäre der Passivschutz durch andere ja ebenfalls gleich Null gewesen. Bei mir war es mal die Impfung gegen Keuchhusten, die nicht so toll verlaufen ist. Natürlich gibt es auch bei Impfungen leider seltene Fälle, die bleibende Schäden hinterlassen oder eben auch in äußerst seltenen Fällen tödlich verlaufen. Dennoch retten Impfungen i.d.R. statistisch gesehen mehr Leben als diese kosten.

      Bei einer Beschneidung rettet diese aber kein einziges Leben (Kondome als einziger ernstzunehmender Schutz gegen HIV sind ja bereits erfunden) und kosten dennoch immer wieder Menschenleben oder führen sinnlos zu extremen Einschränkungen. Sobald man natürlich religiös mit dem Seelenheil argumentiert und dabei auch die Frage, wie viele Engel auf eine Nadelspitze passen nicht als Bullshit ausblendet, kommt man natürlich zu anderen Ergebnissen. Menschen sind unterschiedlich und auch scheinbar gebildete Menschen reiben hin und wieder beispielsweise Geldstücke an Münzautomaten. Mit anderen Worten laufen auch in unserer scheinbar modernen Welt noch Menschen herum, die zwar schon etwas von Wissenschaft, Aufklärung und Menschenrechten gehört haben, aber sich dennoch hin und wieder mal auf Glatteis führen lassen. Gerade bei der Zwangsbeschneidung ist dies jedoch doppelt schlimm, weil hier die Kinder für die Dummheit ihrer Eltern bezahlen müssen.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Neu

      NoCut schrieb:

      Die Geschichte mit Deinem Bruder hat Dich sicherlich geprägt
      Nö, die hat mich nicht geprägt, ist nur ein kleines Puzzleteil. Was mich geprägt hat, ist das ich keinem Arzt ehr unhinterfragt was glauben kann, weil die mich so angelogen haben. Was mich auch geprägt hat, ist die Erkenntnis, dass dir ein Arzt, selbst wenn ihm absolut klar ist, dass er bei dir absoluten Bockmist gebaut hat, er daneben, zutief geschnitten hat, dir Nerven durchtrennt hat die man bei einer Beschneidung absolut nicht machen sollte,er es dir nicht sagen darf...
      Zu Impfungen will ich sonst nichts mehr sagen, nennt mich Impfschmarotzer, ich finde diese Entscheidung sollte Eltern freigestellt sein.

      NoCut schrieb:

      die Kinder für die Dummheit ihrer Eltern
      Finde ich ehrlich gesagt beleidigend!!!

      Eltern die ihre Kinder beschneiden lassen (egal aus welchen Gründen!!!) sind bestimmt nicht dumm oder wollen ihrem Kind schaden!!!

      Diese Eltern sind schlecht beraten, wissen es nicht anders.

      Dumm sind für mich Ärzte, die nicht einsichts- und einwilligungsfähige Menschen entgegen allen Regeln der ärztlichen Kunst beschneiden, Eltern nicht richtig aufklären, weil sie genau wie die Eltern von "kognitiver Dissonanz" betroffen sind.

      Dumm sind für mich Politiker, die mit Scheuklappen rumlaufen und so Gesetze erlassen.

      Dumm sind für mich auch Journalisten oder Medien, die vor lauter "political correctness" nur einseitig berichten.

      Dumm sind für mich viele...aber bestimmt nicht Eltern, die im Glauben ihrem nicht zu schaden, dieses beschneiden lassen...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Neu

      Urolüge schrieb:

      Dumm sind für mich Ärzte, die nicht einsichts- und einwilligungsfähige Menschen entgegen allen Regeln der ärztlichen Kunst beschneiden, Eltern nicht richtig aufklären, weil sie genau wie die Eltern von "kognitiver Dissonanz" betroffen sind.

      Dumm sind für mich Politiker, die mit Scheuklappen rumlaufen und so Gesetze erlassen.

      Dumm sind für mich auch Journalisten oder Medien, die vor lauter "political correctness" nur einseitig berichten.

      Dumm sind für mich viele...
      Andere als dumm zu bezeichnen...war dumm von mir, sorry.

      Ich kann keine anderen Menschen ändern...niemand kann das. Jeder kann sich nur selber ändern. Aber ich kann versuchen andere aufzuklären, ihnen eine andere Sichtweise, meine Einstellung zu etwas erklären. Versuchen mit Offenheit auf Augenhöhe zu kommunizieren, damit sich andere Menschen auch auf eine andere Einstellung einlassen können...

      Wenn ich aber andere als dumm bezeichne, dann stelle ich mich über sie, bezeichne mich als klüger, bin nicht auf Augenhöhe.

      Damit kann ich andere nicht öffnen, die blocken nur ab...und nichts ändert sich...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)