Lebenslänglich physikalisch behindert, täglich emotional belastet. Wie befreie ich meine Gedanken?

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    • Lebenslänglich physikalisch behindert, täglich emotional belastet. Wie befreie ich meine Gedanken?

      Eine vermeidbare Vergewaltigung entführt meine Gedanken und Emtionen täglich in den Ruin.
      Trockenheit, tägliche Schmerzen, Schmerzen bei Reibungen und beim Sport, Impotenz in naher Zukunft, von intellektuell gesunden Frauen lebenslänglich abgelehnt oder bestenfalls mühsam toleriert werden, das sind ekelhafte Gedanken, welche mich manchmal nicht loslassen.

      Akzeptanz ist für mich keine Lösung, denn lebenslängliche kzeptanz ist der Zwilling von lebenslänglicher Unerfülltheit, woran ein fremder Mensch €500 profitiert hat, welchem meine Miserie und Leiden egal ist.
      Manche beschnittene Männer kennen das Konzept von Sex aus reinem Genuss nicht, und Ärzte vermarkten es als unverdientes Vergnügen.

      Wenn Julian Claßen beschnitten wäre, wäre seine Beziehung bereits vor Jahren gescheitert.
      twitter.com/CircumCrippled/status/995776062968778758

      Beschneidung saugt chronisch meine Motivation im Alltag, und lässt mich über dem Lebenszweck nachdenken, wenn man die ekelhaften Spuren eines Gewaltverbrechens lebenslänglich am eigenen Körper trägt, selbst wenn man auf dem Mond wäre.

      Alles, was ich zunächst erreichen möchte, ist es, meine Gedanken von der Tatsache, dass potenziell der Rest meines Lebens von einem Parasiten fremdbestimmt ist, und meine Lebensfreude rauben wird, zu befreien, damit ich mich beim Lernen konzentrieren kann.

      Wie ist es realisierbar, nicht mehr Mental von der lebenslänglichen körperlichen Behinderung belastet zu werden?
    • Moin,

      da geht eben jeder anders mit um.... Ich habe mich entschieden, das zu akzeptieren, was ich nicht ändern kann (die Vorhaut ist eben wech), aber ich kann immer noch restoren, und meine Frau streichelt meine Eichel jetzt so erregend, wie ich es mir immer gewünscht habe.

      Wenn man nur mit dem Ruf "Alles Scheiße!!" durchs Leben läuft, dann wird auch sehr viel entsprechend scheiße laufen (die selbsterfüllende Prophezeihung!), anders rum geht es ebenso: ich gehe möglichst positiv an das Thema ran, genieße den anderen Sex, restore bald, und ansonsten genieße ich mein Leben so hut ich kann!

      mfg
      Schnippi
    • CCrippled schrieb:

      Wie ist es realisierbar, nicht mehr Mental von der lebenslänglichen körperlichen Behinderung belastet zu werden?

      Die Antwort auf Deine Frage steckt bereits in Deiner Frage. Suche Dir jemand, der Dir dabei hilft Deine mentalen Scheuklappen los zu werden. Ich will nichts schönreden, aber schon der Gedanke, dass Dich Frauen nur aufgrund Deiner Beschneidung bereits ablehnen könnten, ist reine Kopfsache.

      BTW, glaubst Du tatsächlich, dass alle unbeschnittenen Männer ohne Ausnahme immer und jederzeit ein absolut erfülltes Sexualleben genießen? Die meisten sprechen über ihre Sexualität, wenn es toll läuft und wenn dem nicht so ist, wird es zum Tabu, über welches man gerne schweigt.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Schnippi schrieb:

      das zu akzeptieren, was ich nicht ändern kann
      Es wäre schön, wenn es einfach wäre, die bittere Aussicht auf ein Leben voller Impotenz und Prägungen durch Gewaltstraftaten mit dauerhafter negativer Auswirkungen auf Lebensqualität, wie Selbstbestimmung, hemmungslos hinnehmen könnte.
      Zunächst möchte ich einfach meine Gedanken davon befreien, in einer Weise wie ich keine Behinderung mehr beim Lernen habe.

      NoCut schrieb:

      aber schon der Gedanke, dass Dich Frauen nur aufgrund Deiner Beschneidung bereits ablehnen könnten, ist reine Kopfsache.
      Es ist bereits im Frühjahr 2016 geschehen.

      NoCut schrieb:

      ……dass alle unbeschnittenen Männer ohne Ausnahme immer und jederzeit ein absolut erfülltes Sexualleben genießen?
      Nicht unbedingt jederzeit, aber zumindest deutlich besser als Männer mit Genitalbehinderung und 90% weniger Nervenzellen am Glied.

      Trivia: In manchen muslimischen Ländern ist es Männern gesetzlich zulässig, jederzeit nach Bedürfnis Sex mit der Ehefrau haben zu dürfen. Gerade in diesen Ländern kennen Frauen den natürlichen Sex ohne behinderten Partner nicht. (Falls das bereits gegen Forenregeln verstößt, bitte entfernen. Ich fand es lediglich erwähnenswert.)
    • Hast du mal in Erwägung gezogen eine Psychotherapie zu beginnen?


      CCrippled schrieb:

      Akzeptanz ist für mich keine Lösung, denn lebenslängliche kzeptanz ist der Zwilling von lebenslänglicher Unerfülltheit, woran ein fremder Mensch €500 profitiert hat, welchem meine Miserie und Leiden egal ist.
      Dir wird nichts anderen übrig bleiben, als es zu akzeptieren. Die Haut wurde abgeschnitten, die Nervenenden sind weg. Selbst ein Restoring bringt die Nervenende nicht wieder. Selbst wenn der Arzt dir eine Milliarde Euro Schmerzensgeld zahlen würde, wären die Nervenende trotzdem weg. Wie du siehst, bleibt dir nichts anderen übrig, als die Situation zu akzeptieren.

      Wie NoCut schon sagte, ist es eine reine Kopfsache. Da kommt es auch auf die jeweilige Frau an. Wenn eine Frau wegrennt, nur weil der Penis beschnitten ist, kannst du im Grunde froh sein, dass die weggerannt ist. Eine solche Frau kannst du nämlich schlichtweg in der Pfeife rauchen. Eine richtige Frau stört das nicht, sondern geht mit der Situation entsprechend um und übt keinen Druck auf den Partner aus.
    • Ich kann nachvollziehen, wie du dich fühlst. Ich bin noch schlimmer dran als, du ich wurde von einem Chirurgen mir Migrationsintergrund verstümmelt, regelrecht verstümmelt, weil fehlerhaft ausgeführt. Ich bin 45 Jahre alt und hatte bisher nie ein erfülltes Sexleben, vor allen Dingen dashalb nicht, weil meine Glans verstümmelt ist. Nur beschnitten zu sein, ist zwar nicht schön, aber machbar, man hat noch einige Möglichkeitem z. B. restoring.
      Ich weiss nicht, ob ich diese Möglichkeit noch habe. Ich habe mich jetzt nochmal zu eine OP entschieden, bei einem plast. Chirugen ( danke Weguer dür den Tipp ). Der sagt zwar auch, das das kein einfacher Start ist, da noch was zu retten, aber ich will es noch einmal versuchen. Vielleicht wird besser, oder auch nicht.

      Trotzdem hatte ich in meinem Leben schon einen Dreier und auch eine Freundin.

      Trotzdem gibt es Tage, da möchte ich nur heulen. Weil ich meine Sexualität immer gebremst leben musste bisher, weil ich mein verstümmeltes Glied nicht einfach geil jemandem entgegen recken kann, wie andere es können. Das tut weh, natürlich gibt es andere Sexmethoden, aber trotzdem tut es einfach nur seelisch weh, und macht einen unendlich traurig, das man nicht mitmachen kann, was die anderen können.
      ich kann z.B. nicht eindringen, geht einfach nicht, so sehr ich auch möchte. Weil ich dann einreisse und höllisch Schmerzen habe. ich habe mein Leben lang bis jetzt nur Selbst befriedigt und somit sehr große Not mich anderen nackt zu zeigen, wenn ich erigiert bin.

      Ein Beschneidung allein hindert aber niemanden seine Sexualität auszuleben. Ich versuche mein Leben nicht davon bestimmen zu lassen. Habe Hobbys und Freunde. Das alles ist kein Ersatz, aber es hilft.

      Wenn eine Frau nur wegen eines beschnitten Penis dich ablehnt, dan hat Sie auch ein Problem. Denn eine fehlende Vorhaut an sich stellt kein Hinterungsgrund für Liebe da.

      Grüße
      Torben
    • torben12 schrieb:

      ...Ein Beschneidung allein hindert aber niemanden seine Sexualität auszuleben. Ich versuche mein Leben nicht davon bestimmen zu lassen. Habe Hobbys und Freunde. Das alles ist kein Ersatz, aber es hilft...
      Ich sehe das auch so: diese scheiß Beschneidung wird mir nicht meinLeben kaputt machen!!!! Ich habe keine Lust, den Rest meines Lebens in schlechter Laune zu verbringen!!!

      Das ist nicht einfach. Und meinst Du, ich würde meinem regelmäßigen Sex mit meiner Frau (langweilig, aber 1-2 Mal die Woche GV) nicht wehmütig hinterhertrauern?? Dem, was mich das Leben mit meiner Frau überhaupt noch aushalten liess? Ich hatte 1 Monat lang tierisch schlimme Laune, Frust bis zum Anschlag (was Kollegen schon merkten).

      Aber will ich so weiterleben? NEIN! Also die Ratschläge hier zu Sex befolgt, die Eichel gepflegt (Creme in Frischhaltefolie, so bleiben auch Eicheln länger frisch :) ). Ich mit 61 WILL NICHT DEN REST MEINES LEBENS IN FRUST VERBRINGEN !

      Und deshalb konzentriere ich mich darauf, wie ich mir das Leben (und meinen Sex) verbessern kann. Heute beginnt der Rest meines Lebens, und davon will ich noch was haben!

      Ich habe mit 25 gelernt, dass ich mich durch Probleme durchkämpfen kann (wenn auch mit Anlauf und auf Umwegen), aber ich habe damit ein Gefühl des Ur-Vertrauens in mir, dass ich es immer irgendwie schaffen werde. Das macht es mir einfacher, ich glaube an mich.

      Wie kann ich Dir helfen??? Mein Beispiel scheint keine Hilfe für Dich zu sein... Richte Deine Wut vielleicht darauf, was Du AUCH JETZT noch tun kannst, um Dein Leben besser zu machen, trotz der Beschneidung.

      Bist Du missbraucht worden, oder betrachtest Du Deine Beschneidung als Gewaltverbrechen? Scheu Dir vielleicht mal an, wie Juden auf die KZ-Zeit reagiert haben. Die einen haben sich in Hass gegrämt, andere haben nach einiger Zeit es geschafft, ihren Peinigern zu vergeben. Und damit haben sie es erreicht, einen Frieden mit den sehr belastenden Ereignissen zu erreichen.

      Aber ganz klar, das alles ist Denk-Arbeit, das bekommt man nicht geschenkt! Und es geht auch nicht in 5 Minuten... Aber es wäre einer von mehreren Auswegen aus Deiner Lage. Mach Dir doch mal in einer ruhigen Minute ein paar Gedanken dazu...

      Schnippi
    • CCrippled schrieb:

      Nicht unbedingt jederzeit, aber zumindest deutlich besser als Männer mit Genitalbehinderung und 90% weniger Nervenzellen am Glied.

      Ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber ich habe das Gefühl, dass Dir da vieles im Kopf rumschwirrt, was in der Realität manchmal ganz anders aussehen kann. Z.B. gab es mal eine Zeit, wo ich selbst mit dem Gedanken gespielt habe, mich beschneiden zu lassen. Damals war ich jünger und hatte das Problem, dass es oft viel zu schnell ging. Hätte es das Internet nicht gegeben, wäre ich heute vermutlich auch beschnitten.

      Oder bedenke, dass ein Medikament wie Viagra nicht zufällig so ein Erfolg werden konnte. Der Wunsch nach Sexualität ist oft viel größer als das, was viele am Ende bekommen. Schau Dir in diesem Zusammenhang auch mal die Umfragen an, wie häufig Menschen laut eigener Aussage Sex haben bzw. wie vieles dieser Aussagen eher Wunschdenken ist.

      Vielleicht ist es Dir bereits aufgefallen, dass ich in den beiden vorherigen Abschnitten Probleme angesprochen habe, die jetzt nichts direkt mit Beschneidung bzw. dem Verlust von Nervenzellen oder dem Empfinden des Orgasmus nach einer Beschneidung zu tun hätten. Wir reden hier bei der Beschneidung über einen Faktor, der das Sexualleben beeinträchtigt. Zugegebenermaßen ein unnötiger bzw. vermeidbarer Faktor, der sich zu alle dem auch noch auf die Qualität wie man Sexualität erlebt auswirkt.

      Wenn wir aber über die Qualität sprechen, dann reden wir bereits von mehr als Nichts. Wer unter einer unbehandelten ED leidet, aus persönlichen Gründen keinen Partner findet oder aus andere Gründen gar keinen Sex haben kann, hat es dann unter Umständen noch schwerer. Wie schon zuvor geschrieben, möchte ich aber nichts schönreden und verstehe sehr wohl Dein Problem.

      Bitte lass aber nicht zu, dass die physische Einschränkung Dich so sehr mental einschränkt, dass Du am Ende den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr siehst. Und stelle Dich notfalls darauf ein, dass Du heute mit einem Problem kämpfst, welches im Laufe des Lebens nicht das letzte gewesen sein wird, wenn Du zumindest überwiegend ein erfülltes Sexualleben führen möchtest.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • seppel schrieb:

      Hast du mal in Erwägung gezogen eine Psychotherapie zu beginnen?


      CCrippled schrieb:

      Akzeptanz ist für mich keine Lösung, denn lebenslängliche kzeptanz ist der Zwilling von lebenslänglicher Unerfülltheit, woran ein fremder Mensch €500 profitiert hat, welchem meine Miserie und Leiden egal ist.
      Dir wird nichts anderen übrig bleiben, als es zu akzeptieren.
      Tut mir leid, ich habe nur ein Leben.
      Akzeptanz wäre eine mögliche Lösung, falls ich ein zweites Leben in einem anderen Körper hätte.
      Foregen.org ist die letzte Hoffnung.

      Und Schmerzensgeld könnte es auf jeden Fall weniger schlimm machen, da ich wenigstens etwas gewonnen hätte. Besser als nichts.
    • seppel schrieb:

      Hast du mal in Erwägung gezogen eine Psychotherapie zu beginnen?


      CCrippled schrieb:

      Akzeptanz ist für mich keine Lösung, denn lebenslängliche kzeptanz ist der Zwilling von lebenslänglicher Unerfülltheit, woran ein fremder Mensch €500 profitiert hat, welchem meine Miserie und Leiden egal ist.
      Dir wird nichts anderen übrig bleiben, als es zu akzeptieren. Die Haut wurde abgeschnitten, die Nervenenden sind weg. Selbst ein Restoring bringt die Nervenende nicht wieder. Selbst wenn der Arzt dir eine Milliarde Euro Schmerzensgeld zahlen würde, wären die Nervenende trotzdem weg. Wie du siehst, bleibt dir nichts anderen übrig, als die Situation zu akzeptieren.
      Wie NoCut schon sagte, ist es eine reine Kopfsache. Da kommt es auch auf die jeweilige Frau an. Wenn eine Frau wegrennt, nur weil der Penis beschnitten ist, kannst du im Grunde froh sein, dass die weggerannt ist. Eine solche Frau kannst du nämlich schlichtweg in der Pfeife rauchen. Eine richtige Frau stört das nicht, sondern geht mit der Situation entsprechend um und übt keinen Druck auf den Partner aus.
      Für eine Milliarde Euro hätte ich mich im Alter von etwa 50 vielleicht beschneiden lassen. Das wäre es vielleicht wert.
      Dann wären nur 2000 Menschen reicher.
    • NoCut schrieb:

      CCrippled schrieb:

      Nicht unbedingt jederzeit, aber zumindest deutlich besser als Männer mit Genitalbehinderung und 90% weniger Nervenzellen am Glied.
      Ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber ich habe das Gefühl, dass Dir da vieles im Kopf rumschwirrt, was in der Realität manchmal ganz anders aussehen kann. Z.B. gab es mal eine Zeit, wo ich selbst mit dem Gedanken gespielt habe, mich beschneiden zu lassen. Damals war ich jünger und hatte das Problem, dass es oft viel zu schnell ging. Hätte es das Internet nicht gegeben, wäre ich heute vermutlich auch beschnitten.

      Oder bedenke, dass ein Medikament wie Viagra nicht zufällig so ein Erfolg werden konnte. Der Wunsch nach Sexualität ist oft viel größer als das, was viele am Ende bekommen. Schau Dir in diesem Zusammenhang auch mal die Umfragen an, wie häufig Menschen laut eigener Aussage Sex haben bzw. wie vieles dieser Aussagen eher Wunschdenken ist.

      Vielleicht ist es Dir bereits aufgefallen, dass ich in den beiden vorherigen Abschnitten Probleme angesprochen habe, die jetzt nichts direkt mit Beschneidung bzw. dem Verlust von Nervenzellen oder dem Empfinden des Orgasmus nach einer Beschneidung zu tun hätten. Wir reden hier bei der Beschneidung über einen Faktor, der das Sexualleben beeinträchtigt. Zugegebenermaßen ein unnötiger bzw. vermeidbarer Faktor, der sich zu alle dem auch noch auf die Qualität wie man Sexualität erlebt auswirkt.

      Wenn wir aber über die Qualität sprechen, dann reden wir bereits von mehr als Nichts. Wer unter einer unbehandelten ED leidet, aus persönlichen Gründen keinen Partner findet oder aus andere Gründen gar keinen Sex haben kann, hat es dann unter Umständen noch schwerer. Wie schon zuvor geschrieben, möchte ich aber nichts schönreden und verstehe sehr wohl Dein Problem.

      Bitte lass aber nicht zu, dass die physische Einschränkung Dich so sehr mental einschränkt, dass Du am Ende den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr siehst. Und stelle Dich notfalls darauf ein, dass Du heute mit einem Problem kämpfst, welches im Laufe des Lebens nicht das letzte gewesen sein wird, wenn Du zumindest überwiegend ein erfülltes Sexualleben führen möchtest.
      Ich wollte nur ein einziges Mal erfahren, als Referenz, wie sich ein unbegrenztes und nicht fremd beeinflusstes Sexualleben für Julian Pawel Claßen anfühlt.
      Mit 65 ist es sowieso nichts mehr wert.
      65... ein schreckliches Alter.

      Ich bin erst 16, aber sexuell eher 70.
    • CCrippled schrieb:

      Ich bin erst 16, aber sexuell eher 70.

      Irgendwo scheinst Du nach meinem Eindruck stark in Schubladen zu denken. Es gibt Menschen, die erste spät ihre sexuelle Erfüllung finden und andere finde diese sogar nie. Dies alles hat aber wenig bzw. meist nichts damit zu tun, ob sie beschnitten sind oder nicht.

      Erotik ist im besten Fall die geistige und körperliche Vereinigung zweier Menschen. Wenn man sich dies mal völlig bewusst macht, tritt der Höhepunkt bzw. der Orgasmus ein Stück weit in den Hintergrund. Der Weg wird zum Ziel und das Gefühl sowie das Erlebnis kann selbst einen bombastischen Höhepunkt ohne Liebe problemlos in den Schatten stellen.

      Versau Dir nicht Deine Jugend, sondern such Dir besser gleich Hilfe, die Dir dabei hilft den richtigen Weg für Dich zu finden. Ich würde übrigens tendenziell eher zu einer "Sexualberatung" statt einem "normalen" Psychologen oder Psychiater gehen. Es geht ja nicht darum Dir zu erklären, warum Du Dich mit Deiner Situation abfinden sollst, sondern darum, wie Du es schaffen kannst, Deine Sexualität dennoch möglichst uneingeschränkt ausleben zu können.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • @CCrippled
      Ich kann verstehen, dass du es nicht akzeptieren willst was mit dir angestellt wurde und ich denke das musst du auch nicht.

      Ich bin jetzt 29 Jahre alt und akzeptiere es nicht verstümmelt worden zu sein.
      Ich akzeptiere es auch nicht mehr die Konsequenzen dieser Verstümmelung tragen zu müssen und einfach "meinen Frieden" damit zu machen.
      Im Gegenteil, ich finde das absolut und zu 100% scheiße.

      WEIL ich das nicht akzeptiere, habe ich damit begonnen meinen Penis zu schützen, besonders zu pflegen und meine Vorhaut wieder herzustellen. (Du findest hier im Forum alles was du dazu wissen musst.)
      Das ist Ausdruck davon, dass ich es nicht dulde mein Leben lang diese Probleme mit mir herum zu tragen, Zweifel, Angst, Wut und Trauer zu meinen ständigen Begleitern zu machen. Nein. Das ist Rattenscheiße.

      Wenn ich älter bin werde ich mich nie hinsetzen und sagen "ach, wisst ihr, früher hab ich ja viel rumgeheult wegen dieser Beschneidung, aber inzwischen kann ich sagen, dass ich dankbar dafür bin."
      Das werde ich nie tun.
      Andererseits möchte ich aber auch nicht in fünfzig Jahren rumsitzen und mich immernoch mit den selben Problemen herumschlagen wie in meiner Jugend, völlig verbittert und mit schüttelnder Faust da sitzen und schreien "Diese verfluchte Verstümmelung hat mein ganzes Leben versaut! Zur Hölle mit den Ärzten, meinen Eltern und allen Frauen!!!"
      Das würde nämlich bedeuten, dass diese Verstümmelung mein Leben beherrscht hätte und ich mein Leben der Sache gewidmet hätte, die ich hasse.
      Verstehst du?
      Wie viele hier im Forum habe ich mich dazu aufgerafft etwas zu unternehmen, und das kann ich jedem mit ähnlichen Problemen absolut empfehlen, auch dir.

      Du scheinst ziemlich viel Feuer in der Brust zu haben mein Freund. Das kann ich gut nachvollziehen. Ich war teilweise so down, dass ich begonnen habe Sexualität im allgemeinen abzulehnen und mir zu denken, "leckt mich alle am Arsch mit eurem ach soooo tollen und "supergeilen" Sex-scheiß ihr dummen Affen".
      (Eigentlich habe ich das nicht nur gedacht sondern auch gesagt, in Gesprächen zu meinen Freunden. Meine Wortwahl war zugegeben auch etwas gröber.)
      Ich habe wegen dieser Probleme geweint und mich teilweise wie der letzte Penner gefühlt.
      Auch ich wurde von Mädchen/Frauen im Zusammenhang mit meiner Verstümmelung verletzt und das tut (eine Zeitlang) sehr weh und ist demütigend, egal wie man es auch dreht oder wendet. Ich hatte in meinem Leben bislang drei feste Freundinnen. In allen drei Beziehungen hatte meine UNSICHERHEIT die durch die Verstümmelung ausgelöst wurde, wesentlich zum Ende dieser Beziehungen beigetragen.
      Diesem ganzen Zeug, der Unsicherheit, der Angst und den vielen Sorgen habe ich aber den Kampf angesagt.

      Es hilft wirklich darüber zu reden, auch wenn dieser Ratschlag so unheimlich oft gegeben wird, dass man manchmal vielleicht vergisst ihn zu beachten. Wenn du jemanden hast mit dem du reden kannst, dann tu es.

      Gegen deine Schmerzen kann es sehr helfen den Penis zu schützen, Stichwörter sind hier Frischhaltefolie, manhood, senslip. Das gilt allerdings nur wenn die Schmerzen dadurch entstehen, dass deine Eichel überreizt ist.
      Die Eichel immer zu schützen gehört unter den Männern die etwas gegen die Abstumpfung ihres Penis unternehmen zu den wichtigsten Maßnahmen.

      Gegen Trockenheit hilft Creme. Nimm nur Cremes die parfümfrei sind. Im Forum findest du auch konkrete Namen von Produkten.

      Impotenz in naher Zukunft?
      Nicht durch die"Beschneidung". Das wird nicht passieren. Manche Männer stellen sich den Problemen die ihre Verstümmelung verursacht hat viel später als du, sie leben also schon um Jahrzehnte länger damit als du Jahre alt bist, und diese Männer sind nicht "impotent", im Gegenteil.

      Du hast recht, "von intellektuell gesunden Frauen lebenslänglich abgelehnt oder bestenfalls mühsam toleriert" zu werden ist ein ekelhafter Gedanke.
      Ich rate dir dringend, es jetzt einfach mal kritiklos hinzunehmen wenn ich dir sage, dass das absoluter Quatsch ist.
      Es ist Bullshit. Nicht wahr. Blödsinn. Merk dir das.
      Auf solche Ideen kommen Gehirne die verletzt worden sind und dadurch noch viel Frust und Zorn in sich tragen. Ich dachte sowas auch mal, alle meine Kumpels dachten es, wahrscheinlich denkt das jeder mal wenn er verletzt, verlassen oder abgelehnt wurde, ganz egal ob mit Vorhaut oder ohne. Ich schreib das nicht aus Mitleid oder um dich aufzubauen, ich schreibs dir weil es wahr ist.
      Es ist umso bitterer wenn man genau damit verletzt wird, was einen sowieso verunsichert und beschäftigt. Dieses Mädchen hat Salz in deine Wunde gestreut und sich außerdem als totales Arschloch geoutet.
      Solche Erfahrungen sind die Ausnahme. Ich weiß ja nicht wie lange das her ist, aber nach einer gewissen Zeit hilft eine gehörige Portion "scheiß drauf".
      Mir hat das zumindest schon geholfen...
    • NoCut schrieb:

      Dies alles hat aber wenig bzw. meist nichts damit zu tun, ob sie beschnitten sind oder nicht.
      TinyURL.com/sexwithoutforeskin


      Lupo schrieb:

      meine Vorhaut wieder herzustellen.
      Dauert fünf Jahre. Foregen ist meine einzige Hoffnung.

      Lupo schrieb:

      Ich war teilweise so down, dass ich begonnen habe Sexualität im allgemeinen abzulehnen und mir zu denken, "leckt mich alle am Arsch mit eurem ach soooo tollen und "supergeilen" Sex-scheiß ihr dummen Affen".
      (Eigentlich habe ich das nicht nur gedacht sondern auch gesagt, in Gesprächen zu meinen Freunden. Meine Wortwahl war zugegeben auch etwas gröber.)
      Ich habe wegen dieser Probleme geweint und mich teilweise wie der letzte Penner gefühlt.
      Du sprichst mir aus der Seele herraus.
    • Hi CCrippled,

      was du schreibst...ich kann es sehr gut nachvollziehen und verstehen, denn bei mir ging das damals in eine Gedankenspirale, bis ich nichts mehr fertigbrachte, meine Arbeit, mein Privatleben. Das schlimmste aber war, dass ich von Ärzten, Urologen und Therapeuten nicht ernstgenommen wurde, man mir sagte, dass ich das Problem sei und nicht meine Beschneidung...das gipfelte schließlich in Suizidversuchen...

      Erst als ich merkte, dass ich nicht allein mit Problemen durch Beschneidung bin und ein guter Therapeut, konnte ich aus dieser Gedankenspirale aussteigen.

      Meine Probleme sind nicht weg...aber der Blick darauf ist ein anderer, es ist entkoppelt von meinem restlichen Leben, ich kann das nun trennen, es bestimmt nicht mehr alles..

      CCrippled schrieb:

      Und Schmerzensgeld könnte es auf jeden Fall weniger schlimm machen, da ich wenigstens etwas gewonnen hätte.
      Ich versuche auch auf Schmerzensgeld...aber nicht wegen des Geldes, sondern es geht mir rein um die Anerkennung meines Schadens. Ob mir das gelingen wird, bei unseren Gerichten und Urologen als Gutachter, sehr fraglich...aber wer nicht kämpft hat schon verloren?
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • CCrippled schrieb:

      Eine vermeidbare Vergewaltigung entführt meine Gedanken und Emtionen täglich in den Ruin.
      Den Vergleich einer nicht selbstbestimmten Beschneidung mit einer Vergewaltigung finde ich sehr treffend...

      Vergewaltigungsopfer bekommen aber Verständnis, Empathie und Hilfe. Männer, die sich durch einen nicht selbstbestimmten Eingriff als vergewaltigt sehen...was bekommen die? Hohn, Spott, Gelächter?

      Mich jetzt bitte nicht falsch verstehen, Vergewaltigung ist ein Trauma, ein schlimmes, aber meist "nur" ein seelisches. Beschneidungsopfer haben ein seelisches und ein unumkehrbares körperliches Trauma. Seelische Traumen kann man verarbeiten und integrieren...aber körperliche Defizite, die kann man nur annehmen und versuchen das beste draus zu machen, es so "integrieren"?

      Nur so kann man, glaube ich, der Ruine der eigenen Gedanken und Emotionen entkommen...anerkennen was ist...und versuchen das beste draus zu machen...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Neu

      CCrippled schrieb:

      Wie ist es realisierbar, nicht mehr Mental von der lebenslänglichen körperlichen Behinderung belastet zu werden?
      Das ist realisierbar. Diese "körperliche Behinderung" wird bleiben, aber mental kann man das "entkoppeln". Aber das schafft man nicht alleine, dafür braucht man Hilfe. Wobei es da nur wenige Menschen gibt, die fähig sind da einem zu helfen.

      Die "körperliche Behinderung" wird bleiben, aber auch da gibt es Verbesserungsmöglichkeiten, Restoring, verbesserte Wahrnehmung des Restempfindens, das kann man üben und lernen...

      Wie wir Sexualität wahrnehmen und empfinden hängt nicht nur von unserer Sensorik, unserem Körper ab, sondern auch von unserer Wahrnehmung im Gehirn. Nicht nur eine Beschneidung kann unsere Wahrnehmung einschränken, sondern auch eine verkorkste Erziehung in Sachen Körper und Sexualität kann unser Wahrnehmung einschränken und blockieren, sie auch beschneiden...

      Ich bin mir sicher, wenn du das was dir an deiner Sexualität geblieben ist, versuchst besser wahrzunehmen, sich deine Gedanken nicht mehr nur um Zorn und Wut darüber kreisen, was dir genommen wurde, sondern du versuchst, dich auf das zu konzentrieren was du noch hast und dies auszubauen, wirst du sexuell mehr wahrnehmen und erleben können, als manch mental "beschnittener", der nie anfängt Fragen zu stellen und alles so hinnimmt und meint das sei normal...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Neu

      CCrippled schrieb:

      Oder Foregen.org. Aber das ist nur ein Hoffnungsschaum.
      Zum einen glaube ich nicht, dass dies funktionieren wird. Zum anderen sollte man differenzieren zwischen dem körperlichen Verlust und dem Übergriff, dem Verlust der Selbstbestimmung über seinen Körper und sein Leben...selbst wenn man den körperlichen Verlust, wie Foregen es meint eines Tages zu können...der Übergriff, die seelische Verletzung, kann das je geheilt werden dadurch? Was ist schlimmer für dich...Verlust oder Übergriff?

      Beispiel...ein Mann lässt sich einen fuß amputieren, weil er nur noch Entzündungen, Problem und Schmerzen hat...ein anderer wird von Männern überwältigt, festgehalten und man hackt im einen gesunden fuß ab...wer wird besser damit klarkommen?

      Wir Menschen sind keine Computer...sondern wir sind Körper, Geist und Seele. Wir fügen nur ein neues, fehlendes Hardwareteil ein...und alles ist wieder gut? Die bis dato problematische psychosexuelle Entwicklung/Autonomieentwicklung...alles auf einen Schlag gut?

      CCrippled schrieb:

      „Rest” klingt schon traurig.
      Das Glas ist noch halb voll...oder schon halb leer. Es ist leider unabänderliche Tatsache...aber wenn ich alles nur noch negativ sehe, dann wird folgendes sicher schneller eintreten, als erst im Alter:
      Verstehe mich bitte nicht falsch, es ist eine absolute Schweinerei, was dir angetan wurde, da darfst du wütend, sauer, was weiß ich noch alles sein, musst es sogar sein, um damit klarzukommen...aber wenn du nicht anfängst das positive zu sehen...wo glaubst du, wird das enden???
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)