Lauren Notini and Brian D. Earp: "Should Iceland Ban Circumcision?"

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    • Lauren Notini and Brian D. Earp: "Should Iceland Ban Circumcision?"

      This question about the moral significance of parents’ reasons highlights an important limitation of Iceland’s bill. While the bill concerns circumcisions not performed for “health reasons,” it does not define the term ‘health.’ This is an oversight, as the term is not self-evident. Rather, this term is value-laden and invokes complex ideas about the proper goals of healthcare.
      If pivotal terms such as ‘health’ are not clearly defined in legislation, too much remains open to interpretation. Parents and practitioners are left to apply their own discretion about whether a circumcision is requested for ‘health reasons,’ effectively rendering even the most well-intentioned legislation moot.
      Man beachte auch den Kommentar von Robert Darby

      blog.practicalethics.ox.ac.uk/…gal-and-ethical-analysis/

      pursuit.unimelb.edu.au/article…proposed-circumcision-ban
      Zwischentöne sind Krampf
      im Anti-Verstümmelungskampf
    • Right now I want only to emphasise the point that Brian and Lauren make in their last two paragraphs – that if the Iceland legislators allows circumcision “for health reasons” they are installing a loophole that can be exploited by any parent who wants to get a boy (or girl) circumcised for any reason;

      Das stimmt.


      To ensure that abuses of this kind do not occur, the bill should specify that genital cutting of children is illegal unless necessary for therapeutic reasons – i.e. that it is necessary to treat a pathological condition that has not responded to medical (non-surgical) treatment after reasonable efforts.
      Selbst mit solch einer Formulierung würde aber auch wieder ein 'Loophole' geschaffen, wie gerade wir wissen sollten. Eltern und willige Ärzte könnten einfach einen pathologischen Zustand erfinden, und dannach eine konservativen Therapieversuch entweder vortäuschen (wenn's keiner kontrolliert) oder halbhertzig und unsachgemäß durchführen, dass ein Erfolg unwahrscheinlich ist.

      Um wirklich "dicht" zu sein, um wirklich alle medizinisch nicht-notwendigen Beschneidungen an Kindern effektiv zu verbieten, müsste dieses Gesetz spezifieren, was eine "medizinisch notwendige Beschneidung" ausmacht.

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    • "Um wirklich "dicht" zu sein, um wirklich alle medizinisch nicht-notwendigen Beschneidungen an Kindern effektiv zu verbieten, müsste dieses Gesetz spezifieren, was eine "medizinisch notwendige Beschneidung" ausmacht."


      Wann eine Operation in welchem Umfang notwendig ist, ist Sache der Medizin und der Wissenschaft und nicht der Politik. Das ist auch gut so! Wissenschaft ist nämlich stets im Wandel. Stellt Euch mal vor, die deutsche Politik hätte 2012 gleich noch per Gesetz festgelegt, eine Vorhautamputation sei "bei Phimose" indiziert.

      Nein, das ist zum Glück nicht möglich.

      Was von Earp/Notini vorgeschlagen wird, ist meines Wissens eh eigentlich ärztliche Ethik, also, dass man erstmal konservativ behandelt und nicht sofort zu radikalsten Therapieformen greift.

      Die Gefahr, dass man gesundheitliche Aspekte missbraucht, um Jungen weiter zu verstümmeln, begegnet man am effektivsten mit Aufklärung. In Deutschland ist das mit der neuen Leitlinie doch sehr gut gelungen.
      Damit steht jede Vorhautamputation an Minderjährigen, die nicht strengstens medizinisch indiziert ist, auf rechtlich wackeligsten Füßen.

      Ich finde nichtsdestrotrotz um Missverständnissen vorzubeugen den Vorschlag sehr gut, "health reasons" durch "therapeutic reasons" zu ersetzen.


    • Wann eine Operation in welchem Umfang notwendig ist, ist Sache der

      Medizin und der Wissenschaft und nicht der Politik. Das ist auch gut so!
      Wissenschaft ist nämlich stets im Wandel. Stellt Euch mal vor, die
      deutsche Politik hätte 2012 gleich noch per Gesetz festgelegt, eine
      Vorhautamputation sei "bei Phimose" indiziert.


      Ja, ich verstehe dein Argument. Tatsächlich ist es problematisch, wenn die Politik sich allzu sehr in medizinische Sachfragen einmischt.

      Die Beschneidung - das ist das faszinierende und zugleich entsetzliche an diesem Eingriff - ist zugleich ein uraltes religiöses Ritual, eine präventiv-gesundheitliche medizinische Massnahme (die zumindest als solche gerechtfertigt wurde), und eine therapeutische medizinische Massnahme. Ganz anders als etwa bei den verschiedenen Form der weiblichen Beschneidung, die keinen Platz in der westlichen Medizin haben. Da genügt es, einfach die Beschneidung von Mädchen zu verbieten.

      Darüber hinaus gehe ich natürlich immer vom Idealfall aus, dass der Gesetzgeber aus dem Motiv heraus handelt, alle medizinisch unnötigen Eingriffe zu verhindern, was ja auch das Motiv der Verantwortlichen hinter dem isländischen Gesetzentwurf zu sein scheint.