Folgen von Beschneidung auf die gefühlsmäßige Beziehung

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    • Folgen von Beschneidung auf die gefühlsmäßige Beziehung

      Ich beobachte bei mir, dass sich mit der Beschneidung (Ende 2012) schleichend auch die gefühlsmäßige Beziehung zu meiner Frau verändert hat. Ich spüre kaum noch die bis dahin vorhandene Anziehung zu ihr. Die Beziehung ist schlicht und einfach sachlicher geworden. Ich habe bei Peter Levine (Traumaforscher) über den Zusammenhang von körperlichen Empfindungen und Gefühlen gelesen. Sinngemäß nach meiner Erinnerung: Empfindungen sind zuerst da. Sexuelle Erregung ist eine körperliche Empfindung, die (in einer Beziehung) Gefühle auslösen können wie Zärtlichkeit, Liebe...
      Zur Ergänzung: der letzte Sex mit meiner Frau war vor 3 Jahren. (sie ist eine schöne Frau, der Sex war echt schön mit ihr). Gedanken an Sex lösen inzwischen nur Frust aus, die Eichel meldet sich schmerzhaft. Auch Selbstbefriedigung funktioniert nicht mehr. Zärtlichkeit als körperliches Bedürfnis ist auch kaum noch zu spüren. Selbst das Kuschelbedürfnis ist kaum noch vorhanden. Ich vergleiche es mit dem Kuscheln mit Männern (ich war eine längere zeit in einer Männergruppe): mal ganz nett, aber kein wirkliches Nähebedürfnis, ganz anders als mit einer Frau (früher).
      Mich würde interessieren, ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt. Und ob das mit einem erfolgreichen Restoring eventuell "geheilt" werden kann.
    • Hi Koala,

      deine Geschichte hab ich jetzt leider nicht mehr auf dem Schirm...warum hast du dich beschneiden lassen, und wie invasiv wurdest du beschnitten (noch Teile innere vorhaut und Frenulum vorhanden)? Wie war der Sex, dein sexuelles erleben unmittelbar nach deiner Beschneidung, deine ersten Erfahrungen?

      Was du beschreibst...ja, kenne ich auch so ähnlich, alles hat sich verschoben, mein Bedürfnis nach Sex, Nähe, Zärtlichkeit...es hat nicht nur direkt mein körperliches empfinden abgenommen...auch mein Selbstwert, fühle mich anderen (hört sich vielleicht blöd an) "unterlegen", nicht mehr auf Augenhöhe...

      Wie geht es dir sonst, beruflich, privat, haben sich da auch Sachen "verschoben"?

      Was bei mir nun auch festgestellt wurde, Testosteronmangel. Zusammenhänge mit der Beschneidung??? Aber vielleicht lässt du auch mal bei dir kontrollieren? (aber vergiss die meisten Normwerte, sollte sich im hochnormalen Bereich befinden...)

      Koala schrieb:

      ob das mit einem erfolgreichen Restoring eventuell "geheilt" werden kann.
      Heilen kann das nicht...aber der Zustand unmittelbar nach der Beschneidung wiederhergestellt werden. Falls es damals für dich einigermaßen in Ordnung war...das ist sicher wieder machbar. Und würde vielleicht die anderen Sachen wieder ein wenig gerader rücken?
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Urolüge schrieb:

      ...warum hast du dich beschneiden lassen, und wie invasiv wurdest du beschnitten (noch Teile innere vorhaut und Frenulum vorhanden)? Wie war der Sex, dein sexuelles erleben unmittelbar nach deiner Beschneidung, deine ersten Erfahrungen?
      Der Urologe hatte es mir empfohlen wegen Schmerzen beim GV, würde nicht besser werden mit dem Alter, nur schlechter (war damals 58). Eigentlich Totalbeschneidung, aber ein Stück innere Vorhaut mit Frenulum ist übrig geblieben. Leider habe ich keine richtige Erinnerung mehr an den Sex danach. War vorher schwierig, gerade Beziehungsschwierigkeiten, dann die Schmerzen (hinterher stellte sich heraus, dass es eine Entzündung gab, welche die Schmerzen verusrachte. Ursache offensichtlich psychosomatisch, Probleme in der Partnerschaft, die sich so ausgewirkt hatten). Insofern gibt es kein "vorher gut, hinterher alles schlecht". Da es vorher schon problematisch war, merkte ich die Veränderung nicht gleich. Zumindest gabe es da noch sexuelle Bedürfnisse. Erst später, nach einiger Zeit, fiel es mir auf. Wie dann bei unserem letzten Sex vor etwa drei jahren. Es war nur "Arbeit", ich fühlte nichts, erst auf den letzten Metern vor dem Orgasmus.


      Urolüge schrieb:

      Wie geht es dir sonst, beruflich, privat, haben sich da auch Sachen "verschoben"?
      Verschoben hat sich insofern einiges, seitdem die Intimität und Nähe der Beziehung fehlt. Und damit eine wichtige Kraftquelle...
    • Koala schrieb:

      Verschoben hat sich insofern einiges, seitdem die Intimität und Nähe der Beziehung fehlt
      Wie geht es deiner Frau damit? Fehlt ihr die Intimität und Nähe nicht auch? Weiß sie, wie sehr du mit den Folgen dieses (sehr wahrscheinlich unnötigen) Eingriffes leidest? Hast du mit ihr da geredet, konntest ihr Einblick geben?

      Hast du noch morgendliche Spontanerektionen?

      Insgesamt würde ich sagen, dass da mehr zusammenkam. Und um das alles aufzudröseln würde ich dir raten professionelle Hilfe bei einem Therapeuten zu suchen, um damit besser umgehen zu können.

      Restoring...ich bin mir sehr sicher, dass du davon profitieren würdest (aber alles wird es nicht heilen können, da musst du glaub von mehr Seiten drangehen ;) )
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Urolüge schrieb:

      Wie geht es deiner Frau damit? Fehlt ihr die Intimität und Nähe nicht auch? Weiß sie, wie sehr du mit den Folgen dieses (sehr wahrscheinlich unnötigen) Eingriffes leidest? Hast du mit ihr da geredet, konntest ihr Einblick geben?
      Natürlich fehlt ihr das alles. Und wir können auch offen darüber reden. Sie hat auf jeden Fall Verständnis, aber - das Defizit bleibt natürlich. Wenn sie jünger wäre, würde es wahrscheinlich kaum funktionieren. So arrangieren wir uns halbweg...

      urolüge schrieb:

      Hast du noch morgendliche Spontanerektionen?
      Nix mehr. Ich hoffe, dass das Restoring auf Dauer wieder positive Wirkungen zeigt, aber im Moment ist erstmal alles tot.

      urolüge schrieb:

      Insgesamt würde ich sagen, dass da mehr zusammenkam. Und um das alles aufzudröseln würde ich dir raten professionelle Hilfe bei einem Therapeuten zu suchen, um damit besser umgehen zu können.
      Jein. Ich habe ganz gute Freunde, mit denen ich darüber reden kann. Therapie habe ich versucht, hatte ich früher auch schon, scheint aber im Moment nicht dran zu sein. vielleicht später.
      Danke trotzdem für Deine offene Antworten und interessierte Fragen.