Journalist sucht Beschnittenen, der in Reportage über seine Leidensgeschichte spricht ("funk" von ARD/ZDF)

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    • Journalist sucht Beschnittenen, der in Reportage über seine Leidensgeschichte spricht ("funk" von ARD/ZDF)

      Hallo liebe Forenmitglieder,

      ich heiße Noah Sari und bin Reporter beim Y-Kollektiv, einem YouTube-Format von "funk", dem jungen Angebot von ARD und ZDF. Aktuell arbeite ich an einer Reportage über die religiöse Beschneidung von Jungen in Deutschland und versuche dazu einen Einblick in die rituelle jüdische und muslimische Beschneidung zu bekommen.

      Gleichzeitig suche ich einen jungen Mann (wir sind ein Format mit junger Zielgruppe), der in Deutschland aus religiösen/kulturellen Gründen beschnitten wurde und jetzt darunter leidet. Ich würde mit ihm gerne in der Reportage, also vor der Kamera, über seine Beschneidung und die Probleme reden, die ihm dadurch entstanden sind. Ich selbst bin 20, seit meinem zweiten Lebensjahr beschnitten und komme aus einem Kulturkreis, in dem die Beschneidung von Jungen gang und gäbe ist. Der Beschneidung aus nicht-medizinischen Gründen stehe ich kritisch gegenüber.

      Hätte jemand von Euch grundsätzlich Interesse an der Reportage mitzuwirken oder kennt jemanden, der es vielleicht hätte?

      Ich freue mich über Zuschriften von Euch!

      Mit besten Grüßen,

      Noah

      Unser YouTube-Kanal: youtube.com/y-kollektiv

      Meine letzten drei Reportagen:

      youtu.be/L9713Le4tTc (Oh my God - Mormonen für Gott in Deutschland)


      youtu.be/-NM5P2jaR2k (Jung und kriminell - Drei Tage Jugendknast)


      youtu.be/NOaz1J2ziP0 (Studentenverbindungen: Rituale und Traditionen)
    • Ist der Phimose-Aberglaube auch eine Religion?

      Lieber Noah,

      ich möchte Deine Arbeit in keiner Weise diskreditieren. Im Gegenteil: die Tatsache, dass Du Dich hier "rumtreibst", zeigt, dass du ein guter Reporter bist, der recherchiert und Betroffene ernst nimmt und zu Wort kommen lässt. Das ist leider eine Ausnahme. Vielen Dank für Deine Arbeit!

      Der Normalfall (siehe "Beschneidungsdebatte") ist eine inszenierte Scheindebatte zwischen Rassisten/Antisemiten und Theokraten. Bei Maischberger z.B. war kein einziger Betroffener eingeladen außer dem jüdischen Gemeindevorsteher, der beschnitten und natürlich pro Beschneidung war, der klassische "Alibijude" eben, den jeder Antisemit vorzeigt, um zu beweisen, dass er angeblich keiner sei. Intaktivismus geht aber nur antirassistisch, sonst ist es keiner, sondern getarnter Rassismus. (Wenn ein (ex-)muslimischer Beschnittener die muslimischen Beschneider mehr hasst als die biodeutschen Ärzte, ist das selbstverständlich nicht rassistisch; bei einem, der über den Phimose-Aberglauben selbst nicht aufgeklärt ist, auch nicht; bei einem Arzt, ARD-Programmdirektor oder AfD-Agitator hingegen schon.) Der Fokus liegt auf dem Bestrafen (von Muslimen und Juden); Betroffene werden systematisch übergangen und am meisten kotzt mich die Feigheit der biodeutschen Ärzte an. Das ist für mich die übelste Verbrecherbande (für Dich sind es vielleicht die Beschneider Deines Kulturkreises). Die meisten Vorhäute werden in Deutschland dem Phimose-Aberglauben geopfert, mehr als dem muslimischen und jüdischen Aberglauben zusammen. Dieser Aberglaube aber wird zur "medizinischen Indikation" umgelogen und dieser feige Kinderarzt auf Maischbergers Sofa hatte nichts anderes im Sinn, als diesen Phimose-Aberglauben zu stützen und seine muslimischen und jüdischen Kollegen zu denunzieren (auch wenn er inhaltlich mit Vielem Recht hatte). Das gleiche Pack, dessen Großväter 1933 ihre jüdischen Kollegen denunziert und später hunderttausend Menschen ermordet haben. Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies kroch. Die Ursachen, die die Euthanasiemorde, Zwangssterilisierungen und andere Ärzteverbrechen möglich gemacht haben und immer noch möglich machen, sind bis heute nicht beseitigt. Die Kontunuität sehe ich u.a. darin, dass die Nazi-Ärzte in der BRD weiter Ärzte sein und die nächste Generation Ärzte ausbilden konnten; dass die BRD-Justiz einen jahrzehntelangen Kleinkrieg gegen Euthanasiegeschädigte, Zwangssterilisierte und andere NS-Opfer sowie Antifaschist*innen geführt hat und führt; dass eine echte Aufarbeitung im Sinne einer Beseitigung der Ursachen bis heute nicht stattgefunden hat; dass viele Ärzte ihre Patienten immer noch wie Objekte und nicht wie selbstbestimmte Menschen behandeln; dass viele Ärzte Krankheit immer noch als Normabweichung und nicht als subjektives Leiden begreifen; dass unnötige und schädliche Operationen ein lukratives Geschäft und dem Kapitalismus systeminhärent sind; die Stigmatisierung von Kranken und Behinderten immer noch normal ist (bei uns Beschnittenen eine mehrfache Stigmatiserung); Unterdrückung und Tabuisierung von Sexualität und sexueller Aufklärung; im wortwörtlich antiquierten Hippokratischen Eid, der auf eine unabhängige Kontrolle ärztlichen Handelns verzichtet und die Kontrolle der Ärzte den Ärzten selbst und ihrem oftmals korrumpierten Gewissen und Korpsgeist überlässt (so wie bei der Auto- und Atomindustrie). Kein Wunder also, dass der Phimose-Aberglaube nach wie vor fröhliche Urstände feiert. Viele Ärzte wissen tatsächlich nicht, was eine Vorhaut ist, dass eine Phimose beim Knaben physiologisch ist und dass eine pathologische Phimose beim jungen Erwachsenen sich durch Dehnen beseitigen lässt. Bei Eltern ist das eine Entschuldigung, bei Ärzten hingegen nicht.

      Es wundert mich in dem Kontext also nicht, dass ARD/ZDF eine Reportage über religiöse Beschneidungen produzieren (was gut ist), aber eine Aufklärung über den Phimose-Aberglauben aber bis heute nicht stattfindet.

      Meine Frage und Bitte an Dich: Plant ARD/ZDF auch eine Reportage über den als "medizinische Indikation" verbrämten Phimose-Kult? Wenn nein, kannst Du darauf hinwirken? Oder kannst Du einen kurzen Exkurs/Zitat/Hinweis daruf in Deiner Reportage unterbringen? Das wäre eine wichtige und wertvolle Geste der Solidarität gegenüber uns "medizinisch indiziert" Verstümmelten.

      Gruß
      Charlie Mike
    • Bevor wir auf jemanden einprügeln sollte man erst mal ein offenes Ohr haben.

      Mit der neuen Leitlinie der Kinderärzte sind wir auf einem guten Weg.

      Ich denke das man Beschneidungen aus Medizinischen Gründen von der Diagnose abhängig machen sollte.

      Zwischen einer verklebten Vorhaut bei einem bis 14 Jährigen oder einem akuten Harnverhalt bei einem 1 Jährigen sehe ich einen ziemlichen Unterschied.

      Fakt ist es gibt jetzt operative wie nicht operative Möglichkeiten bei einer Gesundheitsgefährdung durch eine verengte Vorhaut einzugreifen ohne das eine Beschneidung durchgeführt wird.

      Wir kämpfen an zwei Fronten.
      An der Religiösen hätten wir jetzt einen verbündeten.
      Seien wir offen zu ihm. Informieren ihn. Und er wird auch an unserer Seite sein wenn es um den Medizinischen Bereich geht.

      Ich denke das man Noah Sari mit Fakten überzeugen kann.

      Ich würde Ali Utlu als Ansprechpartner empfehlen. Er ist zwar schon über 40 aber hat vielleicht einige Kontakte.
    • Hallo Noah,

      Erstmal: Herzlich Willkommen hier im Forum!


      brokendream schrieb:

      Ich würde Ali Utlu als Ansprechpartner empfehlen. Er ist zwar schon über 40 aber hat vielleicht einige Kontakte.
      Ja, diesem Vorschlag stimme ich zu.

      Neben Herrn Utlu fiele mir spontan noch Herr Önder Özgeday ein. Ich kenne ihn zwar nicht persönlich aber er Özgeday ist Mitglied von "Mogis.eV."

      Er hat auch ein Facebook-Profil, das man aber nur angemeldet einsehen kann.

      Der Kontakt kann über Mogis hergestellt werden:
      mogis.info/kontakt/

      Es muss auch Foren-Mitglieder geben, die ihn persönlich kennen, die aber zur Zeit nicht online sind.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sokrates ()

    • Ich "prügele" auf niemanden ein (zumindest nicht zu Unrecht). Vielleicht war der besagte Kinderarzt wirklich nur naiv und sich nicht bewusst, welche Rolle er in dieser theokratisch-rassistischen Scheindebatte erfüllt. Aber wenn er als Experte öffentlich auftritt, darf ich ihn selbstverständlich (auch polemisch) in seiner Rolle angreifen und kritisieren für das was er sagt bzw. verschweigt. Auch dann, wenn er fachlich ein Experte ist und viele Jungen davon profitieren. Ich hielte es für eine merkwürdige Häufung von Zufällen, wenn er nur traumatisierte muslimische und jüdische beschnittene Jungen behandelt, aber keinen biodeutschen und nie von von den Phimose-Pseudodiagnosen gehört hätte. Es ist zumindest fahrlässig, dass er bei seinem Auftritt seine biodeutschen Ärztekollegen (selbstverständlich nicht alle, nur die abergläubischen) nicht für ihren Phimose-Aberglauben kritisert. Und grob fahrlässig, dass Maischberger keine Recherche diesbezüglich anstellt und keinen Betroffenen zu Wort kommen lässt. Niemand hat die Frage nach dem Nutzen, muslimische Scharlatane einzusperren, nachdem es bereits zu spät und die Vorhaut abgeschnitten ist, aufgeworfen.

      Ich habe wirklich medizinisch notwendige Beschneidungen bei akuter Gefahr und mit Aufklärung und Einwilligung der Betroffenen bzw. Eltern (das sind vielleicht ein Prozent der in D durchgeführten) gar nicht in Frage gestellt. Nur die Phimose-Lüge. War mein Text etwa missverständlich?
    • Ich bitte Dich, @Charlie Mike, beim Thema zu bleiben. Es geht hier um eine Reportage zum Thema der rituell begründeten Vorhautamputationen. Um nichts anderes.

      Und zu Deinen etwas kruden Thesen:
      Selbstverständlich gab und gibt es rassistische und antisemitische Wirrköpfe, die die Beschneidungsdebatte als willkommenes Vehikel genutzt haben, ihr Gift zu verspritzen. Aber Du bezeichnest hier

      Charlie Mike schrieb:

      Der Normalfall (siehe "Beschneidungsdebatte") ist eine inszenierte Scheindebatte zwischen Rassisten/Antisemiten und Theokraten.
      ALLE Teilnehmer dieser Debatte als Rassisten und Antisemiten, und dagegen verwehre ich mich vehement!
      Deshalb bitte ich Dich dringend, derlei Ausfälle in Zukunft zu unterlassen.
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • @Charlie Mike:

      Charlie Mike schrieb:

      War mein Text etwa missverständlich?

      1. Wir sind hier bestimmt alle gegen Faschismus, aber das ist hier kein "Antifa"-Forum
      2. Das ist hier kein Antikapitalismus-Forum
      3. Bei Maischberger war kein einziger "Kinderarzt". Zumindest nicht in dieser Sendung
      4. Wir sind hier für genitale Autonomie. Das bedeutet - keine pseudomedizinisch indizierten und keine traditionsbedingten Genitalverstümmelungen von Kindern. Und keine "geschlechtsangleichenden" OPs.
      Dass es - selten - medizinisch notwendige Eingriffe an den Genitalien von Kindern gibt, ist aber unbestreitbar

      Charlie Mike schrieb:

      ..und dieser feige Kinderarzt auf Maischbergers Sofa hatte nichts anderes im Sinn, als diesen Phimose-Aberglauben zu stützen und seine muslimischen und jüdischen Kollegen zu denunzieren .... Das gleiche Pack, dessen Großväter 1933 ihre jüdischen Kollegen denunziert und später hunderttausend Menschen ermordet haben.
      Meinst du Wolfgang Bühmann? Der soll "Pack" sein? Und dessen Großväter haben Juden ermordet? Sag mal, geht es dir noch gut?

      Bühmann hat sich entschieden, keinen nicht-indizierten VAs bei Jungen mehr durchzuführen. Dafür Bravo!.
      Bühmann hat auch klargestellt:

      ..die Vorhaut hat selbstverständlich eine Funktion
      Was leider immer noch nicht jedem klar ist, zum Beispiel 434 Abgeordneten des Bundestages 2012.

      Bühmann hat den "Jungenbeschneidungsspezialisten" Isik auch nicht "diffamiert":""wenig Komplikationen, wenn man das so macht wie Herr Isik das gemacht hat, tausende gemacht hat ist die Technik natürlich so ausgefeilt"

      Isik hat jede Menge Blödsinn geredet, z.B. dass man die Vorhaut nicht mehr bräuchte, weil man nicht mehr auf Bäume klettert, u.v.a.m.

      Charlie Mike schrieb:

      .und am meisten kotzt mich die Feigheit der biodeutschen Ärzte an
      Du scheinst ein spezielles Problem mit "Biodeutschen" zu haben. Und ausgerechnet du prangerst Rassismus an!

      Falls du mal richtig schlimm krank sein solltest - was ich dir auf keinen Fall wünsche! - und dringend einen Arzt brauchst, sag ihm bloß nicht wie du über "viele Ärzte" denkst.

      Bei allem, was schlecht läuft - vielleicht sollten wir uns auch mal alle vor Augen halten, was Ärzte und Medizin heute leisten, wie sie immer wieder Wunder vollbringen. Zu 99% tot, Herz und Atemstillstand, Multiorganversagen - zwei Monate später wieder springlebendig und fit wie ein Turnschuh. Ohne ein Team von Ärzten und stundenlange Notoperation - 100% tot. Nur ein Beispiel, aus eigener Anschauung.

      Ich finde, man soll auch nicht alles an Maischberger festmachen. Dies Sendung war nicht glücklich besetzt und verlief z.T. sehr unsachlich. Es gab aber noch viel schlimmere Sendungen im öffentlich-rechtlichen TV, z.B. "Tahsins Beschneidungsfest" und etliche andere.

      Wenn da jetzt mal etwas Kritisches kommen sollte kann man nur sagen: "Höchste Zeit!", aber besser spät als nie. Ich hoffe auf viel Unterstützung.

      Falls du eine andere Sendung meinst, sag es bitte - dann reden wir an einander vorbei.
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    • Toll, dass man sich beim Öffentlich-Rechtlichen TV mal endlich der Thematik annimmt, wenn auch in einem "Format", das nicht für die breite Masse gedacht ist. Bin gespannt, ob da wirklich etwas daraus wird, oder ob das plötzlich wieder in der Versenkung verschwindet ohne, dass man den Grund erfährt...

      Ich kann weitgehend nachvollziehen, was Charlie Mike dazu sagt, auch, wenn das etwas zu drastisch rüber kommt. Er ist wohl sauer wegen dem, was ihm widerfahren ist.
      Die Radikalbehandlung der pösen Phimose hat schon pseudoreligiöse Züge angenommen, ist das Hauptproblem hierzulande und sollte in einem solchen Beitrag daher nicht unerwähnt bleiben. Ansonsten wäre das natürlich ein wichtiges Thema für einen weiteren Beitrag!

      Ali Utlu ist sicher ein geeigneter Kandidat, allerdings ist der bereits deutlich präsent. Wäre gut, wenn hauptsächlich ein (oder besser mehrere) andere(r) zu Wort kommt / kommen, damit nicht der falsche Eindruck entsteht, es würde sich um Spinnereien eines Einzelnen handeln.
    • Servus Noah,

      hab in deine Reportagen mal reingeschaut, die fand ich echt gut.

      Wie soll deine Reportage heißen, um was soll es genau gehen, wer soll, darf alles zu Wort kommen? Auch Ärzte und Psychologen?

      Vielleicht wäre Prof: Mathias Franz von der Uni Düsseldorf auch ein Ansprechpartner?

      Ein Vortrag von ihm:


      Sein Bild der Beschneidung...vielleicht auch ein Teil der Antwort auf deine Frage in "Drei Tage Jugendknast", warum so viele "Schwarzköpfe" einsitzen? (Komplexe Sache, ich weiß, da müsse mehrere Faktoren zusammentreffen, aber vielleicht gibt es bei beschneidenden Kulturen noch einen ungünstigen mehr...)

      Oder vielleicht der Berliner Psychologe W. Albrecht, seine Einschätzung was für Folgen Beschneidung haben kann auf psychosexuelle Entwicklung und Autonomieentwicklung finde ich auch interessant:


      "Bei der Beschneidung bzw. Genitalverstümmelung werden entweder zeitnah nach der Geburt oder zu einem späteren Zeitpunkt Operationen am Genital des Kindes bzw. der/des Jugendlichen ohne der/dessen vollgültiges Einverständnis vorgenommen. Die Gründe dafür werden teilweise religiös ummäntelt, fußen aber in der Regel auf Traditionen aus vorhistorischer Zeit und haben zum Ziel, die sexuelle Erregbarkeit und die Ausbildung von erotischen Phantasien zu hemmen oder ganz zu unterdrücken. Die psychosexuelle Entwicklung wird auf diese Weise nicht nur gestört, sondern teilweise ganz unterbunden, sodass eine Autonomieentwicklung der Betroffenen nur eingeschränkt oder kaum möglich ist.
      Die Beschneidung bzw. Genitalverstümmelung stammt also aus vorhistorischer Zeit und hatte zum Ziel, mit steinzeitlichen Methoden, die Unterwerfung der einzelnen Mitglieder einer Ethnie unter den Zwang des Kollektivs zu erleichtern. In manchen Ethnien war und ist nur die Beschneidung des männlichen Gliedes durch die Abtrennung der Vorhaut (Zirkumzision) üblich, in anderen Ethnien werden die weiblichen Genitalien (Klitoris und Schamlippen) ganz oder teilweise entfernt."

      Kann dein Protagonist auch eine Maske aufziehen wie in "Drei Tage Jugendknast"? Würde es für die Betroffenen sicher leichter machen, über die Probleme ganz offen reden zu können?

      Auf jeden Fall wünsch ich dir gutes gelingen!!!
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Lieber Weguer,

      ich bin beim Thema geblieben. Die hervorgehobene Bitte in meinem ersten Beitrag war ernst gemeint, themenbezogen und angemessen, wenn auch nicht direkt der erbetene (Haupt-)Gefallen. Der zweite Beitrag war eine Klarstellung.

      Mit "Normalfall" meinte ich die öffentlich inszenierte "Beschneidungsdebatte" und bezog mich dabei explizit auf Maischberger und den in den öffentlich-rechtlichen und Mainstream-Medien veröffentlichten Teil (auch da gab es löbliche Ausnahmen). Das bei Maischberger und ebenso die Anhörung von Experten und Theokraten im Bundestag war tatsächlich eine inszenierte Scheindebatte, bei der kein Betroffener eingeladen worden war und genau das ist im Nachhinein zu Recht öffentlich kritisiert worden. Auch ich habe die Debatte damals verfolgt. Selbstverständlich haben an dieser Debatte auch viele kluge Menschen, Betroffene und solidarische Verbündete sich beteiligt. An dieser Stelle noch mal einen herzlichen Dank dafür! Nur diese Stimmen wurden eben marginalisiert. Ich habe sie kaum wahrgenommen, schon gar nicht in den Mainstream-Medien. Erst Jahre später ist mir überhaupt bewusst geworden, was mir abgeschnitten wurde und dass die meisten Beschneidungen in D keiner religiösen Tradition, sondern einer medizinischen Fakediagnose, die System hat, geschuldet sind. Erst Jahre später habe ich von Vorhautwiederherstellung erfahren. Und da habe ich mir die Frage gestellt, warum das in der Öffentlichkeit marginalisiert wird und ob es wirklich allen, die behaupten, religiöse Beschneidungen abzulehnen, aber zum systematischen Ärztepfusch schweigen, um das Wohl der Beschnittenen geht. Ich habe mich von Maischberger und von der Politik verraten gefühlt (von den Phimose-Lügnern sowieso).

      Beschneidungsforum, Mogis, beschneidung-von-jungen.de, Betroffenenverbände, Anti-Beschneidungskampagnen usw. sind eben leider nicht der Normalfall und eben leider nicht Teil der öffentlich inszenierten Scheindebatte und waren damit natürlich nicht gemeint.

      Ich habe niemals ALLE Teilnehmer der Debatte als Rassisten und Antisemiten bezeichnet, schon gar nicht uns Betroffene und unsere solidarischen Verbündeten (an die alle nochmal einen herzlichen Dank dafür und dafür, dass es dieses Forum gibt!) sondern sogar durch eine explizite Klarstellung davon ausgenommen. Sonst würde ich mich ja gar nicht in diesem Forum tummeln.

      Wenn es weiteren Diskussionsbedarf gibt, schlage ich vor, die Beschneidungsdebatte-Debatte in einem neuen Thread unter "Politik allgemein" weiterzuführen.

      Ich habe mich missverständlich ausgedrückt und Falsches geschrieben. Mir ist die Sendung nicht mehr präsent, ich habe sie vor mehreren Jahren gesehen. Ich hätte sie mir vorher noch einmal anschauen müssen. Das war ein Fehler von mir. Dass ich Wolfgang Bühmann als "feigen Kinderarzt" bezeichnet habe, habe ich bereits relativiert und ich nehme es zurück. Es tut mir Leid und ich bedanke mich für Eure Antworten.

      Mit "Pack" und den "biodeutschen Ärzten" meine ich die deutschen Ärzte, die grob fahrlässig oder vorsätzlich mit der Phimose-Fakediagnose Vorhäute abschneiden (darunter meine). "Biodeutsch" ist eine Abgrenzung zu den muslimischen und jüdischen deutschen Beschneidern/Ärzten. Der Kampf gegen die muslimische Vorhautbeschneidung sollte federführend von (ex-)muslimischen Betroffenen geführt werden, gegen die jüdische ebenso. Ich möchte solidarisch sein, aber mich nicht als Vormund (ex-)religiöser Beschnittener aufspielen. Deswegen richte ich meine Polemik explizit gegen die nichtjüdischen, nichtmuslimischen Scharlatane, um mir falsche Freunde vom Hals zu halten. Ich möchte für Arschlöcher für Deutschland unzitierbar sein. "Biodeutsch" ist eine gängige Bezeichnung für Menschen, die nicht aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion, Name o.dgl. als "undeutsch" oder "nicht deutsch genug" wahrgenommen und diskriminiert werden. Das geht auch so aus dem Kontext hervor. Das war nicht rassistisch, sondern antirassistisch. Ich bin übrigens selbst biodeutsch. Mit "Großvätern" meinte ich die Ärztegeneration vor 80 Jahren. Inhaltlich bleibe ich bei meiner Kontinuitäts-Aussage, obwohl sich selbstverständlich vieles erheblich gebessert hat, manches 1945 durch die Zerschlagung der Massenmordlogistik, maches erst ab den 70er Jahren, manches bis heute noch nicht. Selbstverständlich werden sich der "Euthanasie"-Massenmord und Zwangssterilisationen und Menschenversuche in KZs in der Form nicht wiederholen. Aber viele der Ursachen bestehen weiterhin. So sehe ich auch den praktizierten Phimose-Aberglauben nicht als ein isoliertes, ursachenloses Phänomen.

      Mit "viele Ärzte" meine ich noch nicht einmal "die meisten". Aber jeder einzelne ist einer zu viel. Unnötige VAs (darunter meine) sind eben keine isolierten, ursachenlosen Einzelfälle, sondern ein gesellschaftliches Problem. Sonst würde man vielleicht alle zehn Jahre in der Zeitung lesen, dass ein Arzt in Deutschland zu Unrecht eine Phimose beim Knaben attestiert, dessen Eltern belogen, die Vorhaut amputiert hat, angezeigt, ange- und verklagt wurde, seine Approbation verloren hat, drei Jahre in den Knast wandert und 70000 Euro Schmerzensgeld zahlen muss. Dieser Phimose-Betrug funktioniert eben nicht, wenn man einmal eine Krankenkasse um 300 Euro und einen Jungen um seine Vorhaut betrügt und dafür seine Karriere aufs Spiel setzt, sondern nur, weil Ärzte regelmäßig unnötig Vorhäute amputieren können, ohne dabei um ihre Karriere fürchten zu müssen. Warum ist das möglich? Ein Roter Brief* könnte genügen, um dem Spuk ein Ende zu bereiten.

      Sorry Noah, für das, was ich angerichtet habe. Bitte lass Dich nicht davon beirren und mach eine tolle Reportage!

      *Mit Roten Briefen werden alle Ärzte über einschlägige Behandlungsfehler mit Wiederholungsgefahr informiert. Die muss jeder Arzt lesen. Wenn er dann den gleichen Fehler wiederholt, sei es, weil er den Brief nicht gelesen oder gelesen und ignoriert hat, hat er vor Gericht und bei der Abrechnung mit der Krankenkasse ein gewaltiges Problem.
    • Danke für diese Klarstellung. Dass in der medialen Debatte - 2012 wie heute - in erster Linie die Täter zu Wort kommen und nicht die Opfer, kritisieren wir ja auch laufend. Missverständlich war in erster Linie Deine Wortwahl, die sehr verallgemeinernd war. Aber Schwamm drüber. Mir ist wichtig, diesen Diskussionsstrang so zu belassen, wie er sein sollte: Ein Aufruf an Betroffene, sich für eine Reportage zu melden.
      Alles andere kann und sollte an anderer Stelle - gerne hier im Forum - diskutiert werden.
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Weguer schrieb:

      Aber Schwamm drüber.
      Meinetwegen. Dieser Hickhack lenkt nur von dem wichtigen und unterstützenswerten Vorhaben von Noah Sari ab.

      Ich möchte aber nicht, dass hier ausgerechnet die Kinderärzte als die Buhmänner im Raum stehen bleiben. Gerade von Kinderärzten kam die Kritik an unnötigen Zirkumzisionen.

      Dr. Ulrich Fegeler, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte:

      Die Vorhaut ist ein Teil des Hautorgans und erfüllt wichtige Funktionen im Bereich des männlichen Geschlechtsorgans. So ist sie bei Jungen noch mehr oder minder stark mit der Eichel verwachsen und schützt sie vor Schadstoffen, Reibung, Austrocknung und Verletzungen. „Sie hat sogar eine antibakterielle und antivirale Wirkung“, erläutert Fegeler. Die Spitze der Vorhaut wird durch wichtige Gefäßstrukturen reichhaltig mit Blut versorgt. Und dient als Verbindungskanal für zahlreiche bedeutende Venen.
      Die Entfernung ist dauerhaft und kann das weitere Leben Betroffener erheblich benachteiligen, sogar zur erektilen Dysfunktion beitragen, indem sie diese Blutleitungen zerstören kann. Für Kinder ist sie zudem sicherlich traumatisch, da sind sich beide Experten einig.
      gesund-durch.de/das-kleine-stueckchen-haut/
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