Beschneidung wegen sexueller Probleme durch zu lange Vorhaut?

    • Beschneidung wegen sexueller Probleme durch zu lange Vorhaut?

      Hallo,

      bei meinem Sohn wurde im Alter von 4 Jahren eine Vorhautverengung festgestellt, die der Kinderarzt durch Beschneidung beseitigen wollte. Außerdem störte ihn, dass die Vorhaut sehr lang war und vorn einen Rüssel bildete. Weil ich grundsätzlich gegen möglicherweise unnötige/schädliche Eingriffe bin, die nicht umkehrbar sind, habe ich mich damals im Internet informiert. Ich habe meinen Sohn dann täglich unter der Dusche angeleitet, seine Vorhaut so weit zurückzuschieben bis es schmerzt und bereits nach 2 Wochen war ein Zurückziehen über die Eichel möglich, wenn sie anfangs auch sehr eingeschnürt war. Bei späteren Kinderarztbesuchen wurde nie wieder eine Beschneidung empfohlen. Mein Sohn hatte während der Pubertät aber öfter eine entzündete Vorhaut, die er dann mit Zinkcreme zu lindern versuchte.

      Jetzt ist mein Sohn 18 und wünscht sich eine Beschneidung. Der Hauptgrund ist wahrscheinlich, dass er Probleme beim Sex hatte. Laut seiner Schilderung hatte er während der mehr als halbjährigen Beziehung mit seiner Freundin nur einmal einen Orgasmus und es hätte sehr lang gedauert. Auch bei vollständiger Versteifung läge die Vorhaut über der Eichel und beim Zurückschieben würde sie beim Eindringen jedes Mal wieder über die Eichel zurückgeschoben, weshalb er nichts spüre. Er ist 100% überzeugt, alle Probleme kämen nur von seiner langen Vorhaut und wenn Beschneidung bzw. deren Folgen so schlimm wären, gäbe es nicht eine Milliarde Beschnittene. Mein Sohn lässt keinerlei Bedenken über Risiken zu, die meisten seiner Freunde sind übrigens Ausländer und wahrscheinlich beschnitten. Außerdem findet er seinen Penis wegen der langen Vorhaut hässlich. Von mir wünscht er sich, dass ich ihm einen guten Arzt empfehle, ansonsten ist er wenig gesprächsbereit, da ich als Frau ja sowieso keine Ahnung habe, was natürlich auch teilweise stimmt.

      Mein Mann hat ebenfalls eine sehr lange Vorhaut mit Rüssel, die Eichel ist auch im steifen Zustand noch bedeckt. Ob die Vorhaut meines Sohnes noch länger ist, kann ich natürlich nicht beurteilen, mit meinem Mann spricht er noch weniger gern über Sex etc. Mein Mann hatte nie sexuelle Probleme wegen seiner Vorhaut, weshalb ich mir nicht vorstellen kann, dass das die Ursache ist. Psychische Probleme weist mein Sohn strikt von sich.

      zwerg5
    • Hallo und Willkommen hier im Forum (welcome)

      ich kann mir schwer vorstellen, das eine lange Vorhaut irgendwie hinderlich ist, allerdings sind Menschen recht verschieden. Wenn er jetzt 18 Jahre ist, kann er natürlich tun was ihn beliebt, nur sollte er sich über die Konsequenzen im klaren sein. Wenn mein Sohn mit solchen Ansinnen zu mir käme würde ich ihm das Buch von Clemens Bergner "Enthüllt - Die Beschneidung von Jungen. Nur ein kleiner Schnitt" - kaufen und ihn dieses lesen lassen. Wenn er dann immer noch der Ansicht ist, das eine Beschneidung für ihn der richtige Weg ist, dann muss er das wohl tun.

      Das Frauen keine Ahnung davon haben stimmt so nicht, denn ohne Vorhaut fehlt manchen das Gleitende Gefühl und der Sex ist schmerzhaft.

      Es gibt noch ein zweites Buch aus dem Amerikanischen Raum von Lindsay R. Watson "Unaussprechliche Verstümmelungen: Beschnittene Männer sprechen darüber"

      LG
      "Those who cannot remember the past are condemned to repeat it"

      "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."


      George Santayana (1863-1952)
    • Hallo Zwerg 5, willkommen :) ,

      also , natürlich kann Dein Sohn als Volljähriger machen was ihm beliebt. Er sollte sich aber über die langfristigen Folgen einer Beschneidung im Klaren sein, und sich gut informieren. Ich, als Beschnittener, würde ihm nicht unbedingt zuraten, da die negativen Langzeitwirkungen einer Beschneidung oft unterschätzt werden. Meines Erachtens ist es unvermeidlich, dass die dauerhaft freigelegte Eichel mit der Zeit nach und nach abstumpft und stark an Sensibilität verliert. Zudem ist die Innenseite der Vorhaut selbst eine extrem sensible Schleimhaut, deren Verlust sich nachhaltig negativ auf das sexuelle Empfinden auswirkt.

      Wenn ihn dennoch die überlange Vorhaut denn so sehr stört, dass er weiterhin eine OP will, dann würde ich allenfalls eine Teilbeschneidung in Betracht ziehen, so dass die Eichel nur im erigierten Zustand unbedeckt ist, und ansonsten noch bedeckt bleibt, und dabei auch genug bewegliche Haut als natürliches " Gleitmittel" erhalten bleibt.
    • Da fällt es ganz schwer, die richtigen Ratschläge zu geben, da des Menschen Wille ja auch bekanntlich sein Himmelreich ist.
      Ich kann mir evtl. schon vorstellen, dass eine lange Vorhaut gerade bei Verwendung von Kondomen lästig sein kann. Sie deswegen aber ganz zu entfernen, ist mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Schließlich ist das der einzige Nachteil einer langen Vorhaut.

      Wenn er es sich wirklich nicht ausreden lässt, dass seine lange Vorhaut schuld ist, dass er beim Sex nicht zum Orgasmus kommt, sollte er sich eher Gedanken über eine Kürzung der Vorhaut machen. Ich wurde mit 14 teilweise beschnitten. Meine Vorhaut war zu eng und auch relativ lang, was mich aber nicht störte. Nach der OP war die Eichel noch fast völlig bedeckt, gerade mal die Spitze der Eichel war von vorne zu sehen. Sex hatte ich damals noch nicht, aber bei der Selbstbefriedigung habe ich gar keine Veränderung bemerkt. Außer halt, dass sie sich nun vollständig über die Eichel ziehen ließ.

      Trotzdem bin ich auch eher davon überzeugt, dass der Grund in der Psyche zu suchen ist. Entweder das "Ideal des Beschnittenen Penisses", das er vielleicht aus seinem persönlichen Umfeld mitbekommt oder er empfindet seine lange Vorhaut als Makel, weil sie so nicht seinem Schönheitsideal entspricht.

      Auf jeden Fall drücke ich ihm die Daumen, dass er die Entscheidung, wie auch immer sie ausfällt, nicht bereuen wird. Abgeschnitten ist schnell...
    • Aspect schreibt:

      °Werden bei der Japanischen Beschneidung nicht irgendwie die Nervenbahnen beschädigt, sozusagen eventuell "unterbrochen"?°

      Ich kopiere hier nur etwas:

      * Ergänzende Anmerkung von Ken McGrath laut uns vorliegender E-Mail vom 04.11.2012 (ins Deutsche übersetzt):
      „... ich wollte sagen: „... nicht an der Basis, wo es geringere Auswirkung hat“, oder vielleicht „... nicht an der Basis, wo es weniger schadet.“ [...] Es gibt zwei Gründe, warum ich glaube, dass die Hautentfernung an der Basis des Penis weniger schadet:
      Erstens, weil es mir sicher erscheint, dass die Nervversorgung der hochsensiblen Zone der inneren Vorhaut retrograd ist (d.h. die ventralen Nervenstränge treten in die Schleimhaut vom distalen Ende der schlauchförmigen Haut ein, nicht vom proximalen Ende – sonst würde die Beschneidung die Haut distal vom Schnitt gänzlich taub machen) denn jede bleibende Schleimhaut distal von der Beschneidungsnarbe bleibt sensibel; und
      zweitens haben die Japaner lange Zeit eine Manschettenhautbeschneidung an der Penisbasis angewandt, und keine Vorhautbeschneidung, und zwar um die Haut zur Verhinderung der Vorhautbedeckung der Eichel zu kürzen, aber ohne jeglichen Gefühlsverlust oder sichtbare Vernarbung.
      *Als Wachstumskegel bezeichnet man das spezialisierte Vorderende eines Axons (den langen Ausläufer einer Nervenzelle), mit dessen Hilfe letzteres den Weg in sein Zielgebiet sucht.
      ........................
      beschneidung-von-jungen.de/hom…orhaut-und-des-penis.html
      ...........................
      Ich empfehle natürlich gar keine Beschneidung, aber ich finde die "japanische Beschneidung" besser wie teilweise Bechneidung, ich finde als schlimmste radikale Beschneidung mit Frenulotomy.

      Ich hatte selbs diese Problem, ich habe lange Vorhaut, daan ich hatte eine Idee sich beschnitten lassen. Jetzt ich bin gern, dass ich die Blödelei nicht gemacht habe.
    • Hallo Zwerg5,
      Willkommen in der Gruppe und Glückwunsch, daß Du den Weg VOR dem Eingriff gefunden hast.
      Ich hatte nie Probleme mit meiner, nach Meinung anderer, zu langen Vorhaut.
      Ich sah das immer als Unterscheidungsmerkmal.
      In Zeiten des Konformismus, wo alle und alles gleich Aussehen soll/muss,
      kann ich mir vorstellen, daß Dein Sohn ziemlichen Druck, bis hin zu Mobbing, ertragen muss.
      Viele seiner "Freunde" die im Kindesalter auf diese Weise zum "Mann" gemacht wurden vermitteln ihm,
      daß das alles kein Problem sei, nur für die gibt es kein Vorher/Nachher.

      Da Dein Sohn kein Kind - Jugendlicher mehr ist, werden Deutsche Urologen ihm eine Vollständige Beschneidung empfehlen.
      Für Deutsche Urologen ist dieses Stückchen Haut unnütz und überflüßig.
      Ich habe gerade 4 Monate damit zugebracht und viele Nerven verbraucht, meine Vorhaut zu behalten.

      Der Schritt von der Selbstbefriedigung zum Geschlechtsverkehr mit Frauen, wird häufig so verklärt dargestellt, gerade beim schauen von Pornos im I-Net,
      daß viele eine sehr große "Verbesserung" erwarten. Nur auch beim GV bedarf es einer gewissen Übung und Erfahrung um alles richtig geniesen zu Können.

      Ich denke auch, besorge ihm dieses Buch, lade ihn ein, im Beschneidungsforum zu lesen, wenn Dein Sohn erfährt, daß die Beschneidung kein Allheilmittel ist, dass damit auch große Gefahren und Spätfolgen verknüpft sind und dann immer noch meint, er wolle das haben kannst Du eh nichts ändern.

      Ich möchte Dich aber bitten, egal wie sich Dein Sohn entscheidet, hinter ihm zu stehen und ihn wissen zu lassen, daß er für Dich perfekt ist komme was wolle.


      Ab ist ab und dranflicken ist nicht
    • Mein intaktivischer Anfang war erst vor vier Jahre, wenn ich Falle der Männer in eine Internetdiskusion gelesen habe, die als frische Erwachsene wegen einer beschneidungsfetischistische Propaganda sich freiwillig beschnitten gellasen und dann sie haben bitter bereuet. Ich hatte ein schwerer Schock. Ich habe frühe selbst der dummen beschneidungsfetischistische Propaganda geglauben.

      Aber. Die Beschneidung ist auserdem auch ein Fetisch und jeder Fetischist hat seine rationale Denken abgechaltet. Ich weiss nicht, wie ist das mit dem Sohn von Gründerin dieses Thema. Vielleicht verden bei ihm rationale Argumente funktionieren, wenn er wird hier Falle von betroffenen Männern lesen.
    • Hallo zwerg5,
      dein Sohn ist volljährig, und kann mit seinem Körper machen was er will...

      Folgende Aussage umreißt glaub das größte Problem:

      zwerg5 schrieb:

      Außerdem findet er seinen Penis wegen der langen Vorhaut hässlich
      Wer so über sich denkt, seinen vollkommen gesunden und natürlichen Körper als hässlich, unästhetisch und vielleicht auch noch unhygienisch findet, insbesondere sein Genital...der kann sich doch beim Sex gar nicht fallenlassen, gehenlassen und spüren?

      Ich kann mir durchaus vorstellen, dass er sich radikalst beschneiden lässt und hinterher verkünden wird, dass er nun mehr spüre (obwohl ihm die Sensorik zum Spüren beschnitten wurde...)
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Hallo zwerg5,

      zwerg5 schrieb:

      bei meinem Sohn wurde im Alter von 4 Jahren eine Vorhautverengung festgestellt
      Die ist normal und kein Grund, in irgendeiner Art und Weise zu intervenieren.

      zwerg5 schrieb:

      Außerdem störte ihn, dass die Vorhaut sehr lang war und vorn einen Rüssel bildete
      Das ästhetische Empfinden eines Mediziners sollte ebenfalls nie Basis von Entscheidungen sein. Schon gar nicht ungefragt.

      zwerg5 schrieb:

      Ich habe meinen Sohn dann täglich unter der Dusche angeleitet, seine Vorhaut so weit zurückzuschieben bis es schmerzt
      Ich wage mich nun in den Bereich des Spekulation. Vor allem will ich Dir nichts vorwerfen. Jedoch kann ich mir gut vorstellen, dass diese Dehnversuche - die nach meiner Einschätzung unnötig waren, da der Junge ja lediglich eine lange Vorhaut hatte, jedoch keine Beschwerden - damals Mikrorisse davon getragen hat. Zwar hat sich die Vorhaut so weit geweitet, dass er sie als Kind ohne Probleme zurück ziehen konnte. Später im Lauf der Pubertät jedoch machten ihm diese Mikrorisse bzw. Vernarbungen dann Probleme:

      zwerg5 schrieb:

      Mein Sohn hatte während der Pubertät aber öfter eine entzündete Vorhaut, die er dann mit Zinkcreme zu lindern versuchte.
      Ich vermute, durch das frühe Pathologisieren seiner völlig gesunden Vorhaut zu einem zunächst eingebildelten ("zu lang") und dann tatsächlichen Beschwerdebild ("öfters entzündet") wurde der Grundstein gelegt zum gestörten Körperbild Deines Sohnes. Er lehnt nun das ab, was ihm schon in früher Kindheit als krankmachend und problematisch eingeredet wurde.

      zwerg5 schrieb:

      Der Hauptgrund ist wahrscheinlich, dass er Probleme beim Sex hatte
      Ich spekuliere hier ebenfalls wieder und vermute mal, dass die Vernarbungen seiner Vorhaut zwar nicht das Zurückschieben der Vorhaut im schlaffen Zustand verhinderten, wohl aber das problemlose Zurückgleiten im erigierten Zustand. Und dies erlebt Dein Sohn nun als problematisch - was ich gut verstehen kann.

      zwerg5 schrieb:

      alle Probleme kämen nur von seiner langen Vorhaut und wenn Beschneidung bzw. deren Folgen so schlimm wären, gäbe es nicht eine Milliarde Beschnittene.
      Eine ziemlich fadenscheinige Behauptung. Wenn er denkt, "ALLE Probleme" kämen von seiner langen Vorhaut, dann ist dies nichts weiter als ein Versuch, die Argumentation seines Kinderarztes zu wiederholen. Und der Hinweis auf die große Zahl von Beschnittenen entlockt mir nur ein müdes Lächeln. Mit ähnlich sinniger Argumentation könnte man auch Alkoholismus, Umweltzerstörung, Prügelstrafe und Vergewaltigung rechtfertigen. All das kommt täglich millionenfach vor. Harmlosigkeit kann ich dadurch erstmal nicht ableiten.

      zwerg5 schrieb:

      die meisten seiner Freunde sind übrigens Ausländer und wahrscheinlich beschnitten. Außerdem findet er seinen Penis wegen der langen Vorhaut hässlich.
      Hier scheinen wir langsam zum Kern des Problems vorzudringen. Soziales Umfeld, gesellschaftliche Indoktrination und erworbene oder eigene ästhetische Präferenzen sind nicht die besten Ratgeber, vor allem nicht dann, wenn es um Operationen am eigenen Körper geht.

      Es ist nun natürlich einfach für mich als Außenstehenden, mir ein Urteil zu bilden und Ratschläge zu erteilen.
      Dein Sohn wird sein Leben lang mit den Folgen der Operation umgehen müssen, er wird (zwangsläufig) viel seiner Sensorik verlieren, er wird ein gewisses Operationsrisiko eingehen müssen, er muss mit Komplikationen und Spätfolgen rechnen müssen, niemand kann ihm garantieren, wie das Ergebnis nachher sein wird.
      Dennoch ist er nun volljährig und er muss selber wissen, was er tut. Und ebenso richtig ist, dass der Verlust dieser Sensorik nicht zwangsläufig massiv sein muss, die Operation kann gut und problemlos verlaufen, es kann ohne Komplikationen ablaufen und möglicherweise wird er durch das Ergebnis der OP glücklicher sein als zuvor. Das sei ihm zu wünschen, von Herzen.

      Ich kann nur raten, nicht vorschnell zu handeln, sich das Für und Wider gut zu überlegen und alle Argumente gut abzuwägen. Der Schritt ist unumkehrbar und kaum etwas ist so endgültig wie eine Amputation. Ich wünsche Deinem Sohn eine weise und glücklich machende Entscheidung.
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • zwerg5 schrieb:

      deren Folgen so schlimm wären, gäbe es nicht eine Milliarde Beschnittene
      Und wie viele davon haben sich freiwillig und selbstbestimmt beschneiden lassen, kennen Sex mit und ohne Vorhaut? Irgendwo im Nullkomma Promillebereich?

      Männer die sich als Erwachsene beschneiden lassen haben immer Leidensdruck...entweder medizinisch oder psychisch...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Hallo zwerg5,

      Gib ihm doch mal das da zum Lesen... beschneidung-von-jungen.de/hom…-geschlechtsverkehrs.html
      Deine Vermutung könnte hinhauen, mit dem Umgang und dem sozialen Druck.
      So ist das eben leider mit dem informierten und freien Entschluss. Beides scheint bei ihm nicht zuzutreffen.

      Wenn er wissen will, wie das denn wäre, sollte er sich sowas wie einen kockring anlegen, der die Vorhaut permanent zurückhält (etwa ein Gummi), beim Sex. Dann wird er eine Simulation davon haben, wie das denn ohne Vorhaut wäre.

      Nur dass ihm bei der Beschneidung das hochsensible gefurchte Band, Teile oder die Gesamtheit der inneren Vorhaut und sehr wahrscheinlich sein Frenulum, oder jedenfalls Teile davon, abhanden kommen.

      Er könnte auch mal Sorrells lesen, über die sensiblen Stellen am beschnittenen Penis: beschneidung-von-jungen.de/hom…/die-sorrells-studie.html. Das sollte ihn beruhigen.

      Er kann sich einbilden, dass das besser wird. Wird es auch, aber nur ein Jahr, vielleicht 3-4 Jahre, bis seine Eichel keratinisert. Und dann wird sein Sex so richtig übel. Lebenslänglich.

      Traurige Sache!
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Hallo Weguer,

      Jedoch kann ich mir gut vorstellen, dass diese Dehnversuche - die nach meiner Einschätzung unnötig waren, da der Junge ja lediglich eine lange Vorhaut hatte, jedoch keine Beschwerden.


      Bereits im ersten Satz hatte ich geschrieben, dass der Arzt eine Vorhautverengung festgestellt hatte, die Öffnung der Vorhaut war stecknadelkopfgroß, wenn beim Pinkeln blähte sich die Vorhaut immer auf. Dass sich der Arzt am Rüssel störte, erwähnte er dann in einem Nebensatz, vorangig ging es um die Beseitigung der Verengung.


      Ich vermute, durch das frühe Pathologisieren seiner völlig gesunden
      Vorhaut zu einem zunächst eingebildelten ("zu lang") und dann
      tatsächlichen Beschwerdebild ("öfters entzündet") wurde der Grundstein
      gelegt zum gestörten Körperbild Deines Sohnes. Er lehnt nun das ab, was
      ihm schon in früher Kindheit als krankmachend und problematisch
      eingeredet wurde.


      Auch dem muss ich widersprechen, mein Sohn hatte kein pathologisches Verhältnis zu seinem Penis, er hat keinerlei Erinnerung an die damalige Verengung, Weitung etc. Er wurde nie von irgendjemandem auf seine lange Vorhaut angesprochen, so dass er sich nie darüber Gedanken gemacht hat.
      In der Pubertät wird sich das sicherlich verändert haben, durch Freunde, Pornografiekonsum etc. Ein gestörtes Körperbild haben heutzutage leider sehr viele Jugendliche, auch durch die ständige Schönheitsoperations-Propaganda im TV.

      Sein Hauptargument ist, dass die beim Eindringen zurückgeschobene Vorhaut sich beim "Raus" wieder über die Eichel legt und er deshalb nichts spürt. Ich würde gern wissen, ob das möglich ist, oder ob er da was falsch macht. Denn dann wäre das Problem ja tatsächlich ein technisches oder organisches und keine psychisches.
    • Hallo zwerg5,
      Danke, dass Du Dich nochmal meldest.
      Ich habe sehr wohl gelesen, dass bei Deinem Sohn eine Vorhautverengung festgestellt wurde. Und nach wie vor bleibe ich dabei, dass das noch kein Grund für eine Intervention ist. Auch das Ballonieren beim Wasserlassen ist an sich kein Grund, tätig zu werden. Erst, wenn es zu Schmerzen und anderen Beschwerden wie Restharnbildung und wiederkehrende Vorhaut- oder Eichel Entzündungen kommt, ist eine Behandlung angezeigt.
      Die neue Leitlinie Phimose und Paraphimose sagt hier eindeutig:

      "Eine Therapie der primären oder sekundären Phimose sollte nur dann erfolgen, wenn die Patienten Beschwerden haben oder solche unmittelbar zu erwarten sind, beispielsweise Miktionsbeschwerden".

      Dabei ist festzuhalten, dass das reine Ballonieren noch nicht als Beschwerden gilt. Die reine Enge an sich sowieso nicht. Und von Schmerzen schreibst Du bei Deinem Sohn nichts.

      Dass Dein Sohn die damaligen Untersuchungen als nicht problematisch empfunden hat, ist natürlich gut, das wünsche ich ihm auch von Herzen!

      Mit Deiner Vermutung was seine Freunde bzw Pornokonsum anbelangt könntest Du wohl recht haben. Da kann einiges schief gehen.
      Was ich gar nicht verstehe ist sein Argument, dass die zurück gestreifte Vorhaut bei der Rausbewegung wieder nach vorne geschoben wird und er dadurch nichts fühlt. Hier spreche ich von Dingen, die ich nicht kenne, da müssen mich die intakten User hier unterstützen. Aber meines Wissens reicht diese indirekte Stimulation Vorhaut- Eichel aus, allein die innere Vorhaut sehr empfindlich ist. Insofern kann ich dieses Argument nicht recht nachvollziehen.

      Ob sich durch eine Amputation hier dauerhaft was verbessert, ist möglich, aber fraglich.
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/