Soll mal jemand sagen, die Intimrasur habe nichts mit der Beschneidung zu tun.

    • Soll mal jemand sagen, die Intimrasur habe nichts mit der Beschneidung zu tun.

      Bitte erst lesen, dann urteilen.

      editionf.com/Weibliche-Schamhaare-Komplettrasur-bedenklich


      Viele Frauen und Männer machen das nicht aus freien Stücken.“ Und weiter: „Frauen, die sich enthaaren, entfernen gewissermaßen ihre sekundären Geschlechtsmerkmale. Sie verwandeln sich rein optisch in präpubertäre Körper. Damit signalisieren sie vor allem eines: Reinheit und Ungefährlichkeit. Das hat heute eine große Anziehungskraft (...) Die Sexualität soll vom Triebhaften gereinigt werden. Mit Haaren assoziiert man Tierisches: Schmutz, Geruch, Unreinheit.“...
      [...]
      Pro Familia zum Beispiel warnt bereits davor, dass junge Menschen überhaupt keine Alternative zur Rasur mehr kennen würden, das Gefühl hätten, bei der Komplettenthaarung handle es sich um eine gesellschaftliche Erwartung und sich unter Druck fühlen würden, einem angeblichen Ideal zu entsprechen.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Als ich jung war, war das total normal, dass Mann und Frau nicht nur komplette Scham- sondern auch Achselbehaarung hatten. Meine Freundin hatte auch Haare unter den Achseln, das hat mich überhaupt nicht gestört - so war das eben "bei Menschens".

      Es erinnert irgendwie schon an das Schicksal der Vorhaut. Alles hat eine Funktion, in der Natur gibt es keinen Luxus.

      Nur der Mensch in seiner Selbstüberschätzung meint oft es besser zu wissen.
      BTW, früher galt ein Mann wie Burt Reynolds, mit üppiger Brustbehaarung als Sex-Symbol. Heute gilt das als "peinlich".
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      An dem Kahlschlag verdienen viele, Hersteller wie Dienstleistungsanbieter "Damenrasiergeräte" Enthharungscremes, Brasilian Waxing Studios, Laserverödung... wer verdient will, dass das weiter so geht. Ganz wie bei der VA.

      Der Rückgang der Schambehaarung geht Hand mit dem Rückgang der einst (besonders in der DDR, aber nicht nur dort) beliebten "Freikörperkultur". Ob manche Frauen sich unten ohne dann zu nackt fühlen? Wenn man(n) so alle Feinheiten sieht?

      Ein "peer pressure" ist sicherlich vorhanden. Die Dämonisierung der Schambehaarung als "unhygienisch" und "bah!" erinnert stark an die Dämonisierung der Vorhaut.
      Ich sehe da auch eine Parallele zu Süd-Korea, wo die VA meistens im jugendlichen Alter und ohne jeden religiösen Hintergrund stattfindet. Und durch die GIs dort importiert wurde. Eine Art "Hype".

      Der Kreis schließt sich in dem Moment vollständig, wo Eltern Kindern die Schamhaarwurzeln dauerhaft veröden lassen, damit sie später ja nicht auf die Idee kommen ihre natürliche Behaarung wachsen zu lassen.
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Was ich so bizarr an der Sache finde: das man sich gewissermaßen künstlich zum Kind macht. Kinder sind aber eigentlich nur für Pädophile sexuell attraktiv.
      Mann, ich war stolz wie Bolle, als bei mir die ersten Härchen da unten sprießten. Endlich! Ich wurde zum Mann - und bald konnte man das auch an den Armen, den Beinen und auf der Brust sehen. Toll!

      Was mir bei dem Artikel auffällt. Es geht mal wieder nur um Frauen. Frauen sind die Opfer von Druck!!!

      Dabei ist es in diesem Fall total symmetrisch - der Druck lastet genauso auf männlichen Jugendlichen und Männern. Schamhaare, Achselhaare, Haare auf der Brust - igitt! Das geht gar nicht! So scheint es heute zu sein. Allerdings - Rasieren ist reversibel, man lässt sich die Option zurück, man bricht nicht die Brücken hinter sich ab.

      Vorhaut ab ist für immer. Eine Einbahnstraße. War nicht gut? Dumm gelaufen!
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    • aspect schrieb:

      Ich finde wenn man jetzt anfängt Intimrasur zu verteufeln
      Ich weiß nicht, wer jetzt Intimrasur "verteufelt" hat - ich jedenfalls nicht. Hier "verteufelt" auch niemand das Recht auf eine selbstbestimmte Genitaloperation bei Erwachsenen.

      Ich habe auch klar auf einen wichtigen Unterschied hingewiesen - eine Rasur ist etwas reversibles!

      Ich habe auch nichts mit Pädophilie verglichen. Pädophilie ist etwas anderes, als sich zu rasieren, wo auch immer. Es ist lediglich für mich verwunderlich, dass heute Körperlichkeiten, die eigentlich Attribute der Geschlechtsreife und somit der sexuellen Attraktivität sind - wie es auch im Tierreich zahlreiche gibt - entfernt werden.

      Aber jeder nach seinem Belieben! (aber bitte ohne "peer pressure").
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    • Eins vorab, ich rasiere "dort" nicht mehr ;)

      Ich finde es lustig, wenn hier Leute von Modetrends sprechen, die man ja aber im Alltag gar nicht sehen kann. Mit Ausnahme vom Duschen nach dem Sport, bei Arzt oder in der Sauna bekommt doch kein Fremder mit, ob man untenrum ohne oder mit Behaarung ist.

      Und wer dieses Thema nicht nur vom Hörensagen kennt, dem dürfte auch aufgefallen sein, dass nicht nur im Gesicht von Männern wieder vermehrt Haare sprießen. Die deutliche Mehrheit ist zwar noch immer unbehaart (mich eingeschlossen), aber ich habe den Eindruck, dass es hier "liberaler" wurde und jeder wieder so rumläuft, wie es ihm gefällt.

      Ich mag die Entfernung der Intimbehaarung nur aus sexuellen Gründen. Wenn beide Partner unbehaart sind, fühlt sich dies nach meinem persönlichen Empfinden einfach schöner an. Und genau hier sehe ich den wesentlichen Unterschied zur Beschneidung. Die Entfernung der Intimbehaarung bringt bei den meisten wohl einen Lustgewinn, wohingegen die Beschneidung das Gefühlserlebnis vermindert.

      Das Argument, dass Intimrasuren gerne zu Schnittverletzungen führen, kenne ich leider aus eigener Erfahrung. Die Alternative tut zwar etwas mehr weh und man(n) muss hier auch erst eine Schamgrenze überwinden, aber sie macht auch mehr Sinn, weil dann die Haare nicht so "scharfkantig" nachwachsen bzw. weicher und dünner werden. Geht es nur um die Optik, ist die Rasur wohl die billigere Alternative.

      Ich stelle also fest, dass eine Studie, die Intimrasur und Waxing (oder Sugaring) nicht unterscheidet bzw. den Vorteil beim Sex nur darin wahrnimmt, dass man keine Haare im Mund hat, nicht wirklich als substantiell eingestuft werden kann. Davon abgesehen finde ich es geradezu sexistisch, wenn dieses Thema nur auf das weibliche Geschlecht reduziert betrachtet wird.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Ich hab es mal ausprobiert und bin die letzten 8 Jahre dabei geblieben. Ich Fühle mich wohler so. Ich lasse oben einen Teil zum Bauch stehen. Der rest wird alle 2 Tage unter der Dusche Nass rasiert. Wiederspenstige Stoppel entferne ich mit der Pinzette.
      Aber halt nur im Schambereich.

      Wenn man wirklich scharf aufeinander ist schreckt mich Schambehaarung aber auch nicht ab. Ich habe aber auch festgestellt das wenn beide rasiert sind die Verbindung beim Sex irgendwie intensiver sind.

      Ein grund für mich zumindest den Schaft zu enthaaren ist auch das wenn man Kondome benutzt sich beim abziehen da Haare drin verfangen können. Nicht gerade Angenehm.

      Man hat außerdem den Eindruck das "Er" größer ist.

      Meine jetzige Partnerin zieht es auch vor keine Haare im Mund zu haben wie sie mir sagte. Ich kann ihr da auch zustimmen.
    • Neu

      Ich wollte jetzt keine Umfrage starten, wer sich nun rasiert, oder nicht. ;)

      Interessant ist dieses "es fühlt sich hygienischer an".
      Ist es eben nicht, im Gegenteil.

      Und ja, der große Unterschied ist, dass hier mündige Menschen etwas an ihrem eigenem Körper machen. Und das ist in Ordnung.

      Aber das Gemeinsame ist doch, wie hier sachlich unzutreffende Behauptungen sich verbreiten und zu einem gesellschaftlichen Ideal werden.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Neu

      Wenn man es nur aus dem Aspekt der Hygiene sieht ist es natürlich Blödsinn. Aber ich, meine Frau und ich denke auch die meisten anderen die sich intim rasieren tun es aus anderen Gründen: Optik und Gefühl. Das bei der Umfrage Hygiene so hoch im Kurs liegt ist vielleicht auch etwas der Scham geschuldet. Ein "ist hygienischer" hört sich doch für viele sicher wohler an als ein sexuell motivierter Grund.