Ärzte operieren ohne medizinischen Grund

    • Ärzte operieren ohne medizinischen Grund

      In diesem Artikel geht es nicht explizit um Vorhautamputationen, doch es ist offensichtlich, dass das angesprochene Problem den gesamten medizinischen Bereich betrifft. Und die Erfahrungen vieler Betroffener können die Ergebnisse dieser kleinen Studie nur zu deutlich bestätigen :

      Spiegel online schrieb:



      Der Analyse zufolge werden ärztliche Entscheidungen durch betriebswirtschaftliche Vorgaben beeinflusst. In Interviews und Diskussionen gaben Ärzte und Geschäftsführer an, dass Entscheidungen über Aufnahme, Behandlungsart und Entlassung eines Patienten ohne Kostendruck häufig anders ausfallen würden.

      Demnach bieten Ärzte zum Beispiel eher gewinnbringende Behandlungsverfahren an. Auch würden Patienten in Krankenhäuser aufgenommen, obwohl keine medizinische Notwendigkeit dafür bestehe. Der Studie zufolge werden Patienten zudem nicht selten aus rein wirtschaftlichen Gründen operiert. Weil jede Operation auch mit Risiken verbunden ist, gefährden Ärzte deshalb unter Umständen die Gesundheit ihrer Patienten.
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
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    • Mein alter Hausarzt ist inzwischen 85 Jahre alt und natürlich schon in Rente. Manchmal trifft man ihn noch in der Stadt. Er läßt zuweilen kein gutes Haar an seine Kollegen. Als er damals studierte, stand der Patient und die Heilung im Vordergrund. Heute ist das nur noch zweitrangig. Heute steht die Wirtschaftlichkeit an erster Stelle. Was wirtschaftlich ist und was nicht, bestimmen immer weniger Ärzte, sondern immer mehr Kaufleute die dann der Ärztschaft oderntlich Druck machen. Heraus kommt dann u.a. das, wie in dem Artikel beschrieben.
    • seppel schrieb:

      Was wirtschaftlich ist und was nicht, bestimmen immer weniger Ärzte, sondern immer mehr Kaufleute die dann der Ärztschaft oderntlich Druck machen
      Da fällt mir ein...vor einer Weile war ich bei Dr. Eckhard von Hirschhausen...dazu meinte er als er anfing zu studieren: "Die den Numerus clausus schafften, studierten Medizin...die anderen halt BWL. Und jetzt raten Sie mal, wer heute das Sagen in den Kliniken hat..."

      Und einmal las ich von einem Chefarzt, der über unser Gesundheitssystem, die Bezahlung, abkotzte, auch mit dem Blich auf unnötige, aber für die Kliniken rentable, Eingriffe. Gesundheit dürfe nicht als Kostenfaktor gesehen werden, sondern unsere Gesundheit müsse uns etwas Wert sein...

      Auch Eingriffe an der Prostata, auch oft unnötig gemacht, die Betroffenen leiden oft hinterher für den Rest ihrer Tage an Inkontinenz und/oder Impotenz...aber keiner redet, ein Tabu: Sexualität, Probleme und Mann...

      Und Beschneidung...auch ein Tabu...und andere halten da noch ihr schützendes Händchen drüber...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Den Beitrag kann ich nur um die Praktiken der 60er und 70er Jahre an unserem hiesigen Spital ergänzen - bleiben wir beim Beispiel "Phimose":

      Die Einlieferung des Patienten erfolgte am Montagnachmittag; die eigentliche Operation wurde am Dienstag durchgeführt und am Sonnabend stand die Entlassung an.
      Bei den sch damals häufenden Diagnosen über die "absolut medizinisch notwendige und alternativlose" Beschneidung wurde die Phimose zur "Gelddruckmaschine" und bescherte dem Herrn Chefarzt gewiss den einen oder anderen Winterurlaub in alpenländischen Metropolen. Ich muss dann unweigerlich an das Zitat von Max Liebermann denken.
    • sause18 schrieb:

      Die Einlieferung des Patienten erfolgte am Montagnachmittag; die

      eigentliche Operation wurde am Dienstag durchgeführt und am Sonnabend
      stand die Entlassung an.
      Bei den sch damals häufenden Diagnosen über die "absolut medizinisch
      notwendige und alternativlose" Beschneidung wurde die Phimose zur
      "Gelddruckmaschine" und bescherte dem Herrn Chefarzt gewiss den einen
      oder anderen Winterurlaub in alpenländischen Metropolen. Ich muss dann
      unweigerlich an das Zitat von Max Liebermann denken.

      Das hört sich sehr interessant an. Woher wissen Sie das? Haben Sie zu dieser Zeit in den Krankenhäusern gearbeitet? Da würde ich gerne mehr erfahren.

      Der Begriff "Spital" ist besonders in der Schweiz gebräuchlich? Kommen Sie daher`?
    • Neu

      Noch was zu den Betriebswirtschaftlern in Kliniken...in meiner Klinik hab ich mich angefangen zu beschweren...eigentlich mehr nachzufragen, warum mir weniger invasive Methoden wie dehnen schlechtgeredet oder weniger invasiv wie Erweiterungsplastik oder sparsame Teilbeschneidung und mögliche neg. Folgen einer Beschneidung gänzlich vorenthalten wurde. Von den Ärzten bekam ich keine Antworten dazu, genauso wie von der Beschwerdestelle...
      Dann hab ich an die Klinikleitung geschrieben, denn der einzige Zweck einer Klinik ist doch eigentlich Menschen zu helfen? Einer von der Geschäftsführung meldete sich dann...er rief mich an, und er hat echt recherchiert, er hätte sogar ein Forum mit neg. betroffenen Männern gefunden :D , er sei überrascht, aber auch geschockt gewesen, was das für neg. Folgen haben könne. Er hat auch mit den Ärzten gesprochen...die haben den abgespeist, halt Standard wie das bei mir gemacht wurde...
      Ich fragte ihn dann, ob er bei 'Vorhautproblemen, bei sich oder seinen Kindern, er in seine Klinik gehen würde...ein eindeutiges nein...aber ändern könne er auch nichts, den in med. Sachen, med. Behandlungen hätten sie keinerlei Mitspracherecht, sei allein Ärztesache...

      Kontakt habe ich noch zu der Klinik...aber nur über meinen Anwalt ^^
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    • Neu

      Urolüge schrieb:

      Dann hab ich an die Klinikleitung geschrieben, denn der einzige Zweck einer Klinik ist doch eigentlich Menschen zu helfen? Einer von der Geschäftsführung meldete sich dann

      Vielleicht noch...der von der Geschäftsleitung fragte mich damals, ob ich den zu einem Gespräch mit den Urologen der Klinik bereit wäre...was ich bejahte...
      Als er sich informiert hatte und mich dann zurückrief, sagte er, dass die Ärzte keinen Sinn in einem erneuten Gespräch sehen, da ihnen klar sei, dass es durch Beschneidung zu solchen Problemen wie ich sie habe kommen könne...und das diese Probleme nicht mehr behebbar seien...aber dies hätte die Ärztin die mich 2013 untersuchte mir damals schon gesagt...

      Im Arztbrief aus der besagten Untersuchung 2013:
      "Bei dem Patienten konnte keine anatomische oder funktionelle Ursache für seine Beschwerden gefunden werden. Dies wurde auch mit dem Patienten diskutiert. Die Möglichkeit zur Psychotherapie wurde vorgestellt."

      Wer da mehr therapiebedürftig ist, ich...oder eine ganze Gruppe von Ärzten...alles nur eine Frage des Standpunktes?
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    • Neu

      faz.net/aktuell/politik/gesund…beschnitten-12624967.html

      Zwar schon 4 Jahre alt aber was mich wirklich stutzig macht ist dieser Satz:


      So wird die teurere Vorhautplastik, bei der die Vorhaut erhalten bleibt, im ambulanten Bereich bis zu 20 Mal häufiger abgerechnet als die vollständige Entfernung der Vorhaut.
      Vorhautplastik hört sich nach Triple Incision an. Aber einen Arzt zu finden der diese beherrscht ist doch so schwierig? Das gleiche gilt doch auch für eine Teilbeschneidung.
    • Neu

      Genau das ist ja das Wundersame: Die teure Operationsvariante wird abgerechnet, wenn Kinderärzte die kleinen Patienten dann vorgestellt bekommen, sehen sie fast nur radikale Zirkumzisionen.
      Entweder war jemand in der Zwischenzeit mit dem Zauberstab dran und hat das Operationsergebnis nachträglich geändert oder die Jungen wurden von Haus aus radikal beschnitten. Die Gewinnspanne daraus ist ja nicht unerheblich.
      Teuer abrechnen - günstig operieren = fetter Reibach.
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