Wenn Beschnittene zu (falschen) Missionaren werden

    • Wenn Beschnittene zu (falschen) Missionaren werden

      Gestern Abend hatte ich ein Erlebnis, über das ich eigentlich nur sagen kann: "Echt jetzt?"
      Nach einem feuchtfröhlichen Abend lief ich mit einem meiner Kumpels nach Hause. Durch den Alkohol etwas mutiger, packte ich die Gelegenheit beim Schopf, um ihn auf seine Prahlerei wegen seiner Beschneidung anzusprechen.

      Mich nervt nämlich schon seit einiger Zeit, dass er immer wieder Sprüche loslässt, wie toll es sich anfühlt, wie "ausdauernd er ohne Vorhaut sei" und "wie sehr Frauen auf beschnittene Schwänze stehen" und anderen Mist, den ihr euch vorstellen könnt.

      Ich sagte ihm, dass ich das nicht so toll finde, wie er eine OP unter der manche ihr Leben lang zu leiden haben, so glorifiziert und teilweise sogar Werbung dafür macht, sich doch freiwillig beschneiden zu lassen, "für besseren Sex danach...".
      Nach dem zu erwartenden hin und her "Du weißt doch von was ich rede", "findest du es nicht auch geiler als mit Pelle?" wurde er still, als ich sagte, dass ich schon gerne meine Vorhaut noch hätte. Ich erzählte ihm so ein bisschen von meinem eigenen Bündel, das ich noch immer zu tragen habe. Als er von einem Moment zum anderen fast depressiv wurde und mir unter Tränen seine wahre Geschichte erzählte. Kein Wunder, auch er leidet darunter. Auch er versteht nicht, wieso ihm das passierte und findet keine Antwort auf das "Warum gerade er".

      Seine Vorhaut wurde Opfer seiner hygienebesessenen, alleinerziehenden Mutter, die ihn so sehr bearbeitete, dass er mit 12 seiner Beschneidung zustimmte. Gefolgt von negativen Erlebnissen mit Schulkameraden und später auch Mädchen, ist es bei ihm gar nicht so rosig, wie er tut.
      Er tat mir fürchterlich Leid und gleichzeitig war ich ein bisschen entsetzt und auch sauer auf ihn. Auf die Frage, warum er dann nicht einfach "die Klappe hält", wenn es um das Thema geht, antwortete er mir nur "Das ist mein Selbstschutz. So lass ich keinen ran"

      Wir haben dann noch ewig diskutiert und wollen heute Abend auch noch mal reden (hoffentlich ist er dann nüchtern noch genauso offen), aber ich kann nach wie vor nicht verstehen, was ihn dazu antreibt. Er sagt auch, dass er es oft falsch findet, aber er könne dazu einfach nichts anderes sagen.

      Habt ihr so was oder ähnliches schon einmal erlebt? Tipps was ich ihm sagen könnte?
    • Danke, ich will ihm klar helfen.
      War gestern halt nur eine saublöde Situation weil wir beide nicht mehr so sehr nüchtern waren. Ich hoffe, dass es mir heute Abend gelingt, sein Vertrauen zu gewinnen. Er ist ein Pfundskerl und sonst eigentlich eher "grad raus", deswegen war ich so erschrocken, als die Fassade bröckelte. Ich muss ihn wirklich erst wieder neu verstehen, weil mein Bild von ihm etwas verrutscht ist. Dies ist nicht als Vorwurf gemeint, aber ich muss das auch erst mal verdauen, weil ich das so auch noch nicht erlebt habe und es ist ja nicht so, dass ich mich selten mit anderen über das Thema unterhalte.
    • Das erscheint mir tatsächlich eine recht übliche Verarbeitungsstrategie zu sein:

      1. Hilfe, was wurde da gemacht... alle anderen haben gesagt "nur ein kleiner Schnitt"
      2. Jetzt fehlt da wirklich etwas
      3. für irgendwas muss das ja gut gewesen sein... die Pseudoargumente pro Beschneidung sind ja hinreichend bekannt. Aus diesem Katalog sucht sich jeder etwas aus, weswegen es dann "doch gut war, sich beschneiden zu lassen". - Der einzige meiner Klassenkameraden, der beschnitten war, meinte auch sowas wie: jetzt kann ich keinen Peniskrebs mehr bekommen. Mit 12 oder so ?

      Das echte Nachdenken kommt erst später. Und vielleicht auch der innere Frieden mit der Situation.

      So empfinde ich die Gespräche dazu... ich hatte davon schon einige. Als erstes sind die Jungs / Männer stolz darauf "korrekt beschnitten" zu sein. Ich kann das nachvollziehen, da das einmal ein hartes Stück Arbeit in ihrem Leben war. Manchmal werden die intakten Jungs auch als Weicheier verunglimpft, weil sie eben genau das nicht durchmachen mussten.

      Die Suche nach Rechtfertigungen erleben wir doch immer. Wenn der Wecker schuld ist, daß man zu spät kommt, tut es nicht so weh, weil man sich nicht eingestehen muss, daß man selbst gebummelt hat. So ist es durchaus menschlich, daß man sich Situationen schön redet. Diese Schere zwischen länger können und länger müssen ist ja schon oft hier in anderen Gesprächsfäden thematisiert worden. Ich glaube, Frauen stehen eher auf gepflegte, aber nicht unbedingt auf beschnittene Penen. Ja, die Männer ohne Vorhaut haben da einen kleinen Vorteil, den von ca. 15 sek. Zeitersparnis pro Tag.

      Mein Tipp aus der Ferne und ohne die Person zu kennen wäre: zeig ihm, daß du für ihn da bist, ein offenes Ohr hast, dränge ihn aber nicht zum Gespräch. Wenn Du möchtest, kannst Du ihm auch voraussagen, daß Du ihn demnächst auslachen wirst, wenn er nochmal so eine Protzrede vor großem Publikum hält. Anscheinend war genau das dir ja so unangenehm, daß es zu dem Gespräch von gestern geführt hat. Alles andere wird die Zeit zeigen.
    • ....hygienebesessenen, alleinerziehenden Mutter,
      Frauen, die hygienebesessen sind sollen sich halt meinetwegen 10x am Tag waschen, oder bei sich allerlei Genitalfalten abschneiden lassen. Solange sie keinen Inzest treiben brauchen sie nicht am Schniedel des Sohnes zu schnüffeln, andernfalls gehören sie in den Knast.
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Selbstbestimmung schrieb:

      ....hygienebesessenen, alleinerziehenden Mutter,
      Frauen, die hygienebesessen sind sollen sich halt meinetwegen 10x am Tag waschen, oder bei sich allerlei Genitalfalten abschneiden lassen. Solange sie keinen Inzest treiben brauchen sie nicht am Schniedel des Sohnes zu schnüffeln, andernfalls gehören sie in den Knast.
      Aber hilft ihm das, wenn ich es ihm so sage?
      Klar ist seine Mutter krankhaft in dieser Beziehung. Auch meine Mutter war krankhaft übergriffig. Aber sowohl seine Mutter als auch meine, waren auch für uns da. Es gibt auch sehr, sehr schöne Momente, die man ihnen zu verdanken hat. Und genau das ist der Punkt für mich, der es so schwer macht, damit klarzukommen.
      Natürlich hat man das Recht als Kind von seinen Eltern beschützt und geachtet zu werden. Aber sind wir nicht alle Menschen. Mit Fehlern und Unzulänglichkeiten?
      Eins ist sicher, keiner von uns kann das Geschehene rückgängig machen. Wir können nur versuchen, zu akzeptieren und unseren Frieden damit zu finden und Antworten auf Fragen zu bekommen. Wut führt weder zu Frieden noch zu Antworten.
    • Ich hab genau dieses Verhalten wie bei deinem Kumpel auch bei einem guten Freund in der Kindheit erlebt.
      Das genaue Alter damals kann ich gar nicht mehr sagen, aber es war definitiv noch in der Grundschulzeit. Er hat da auch einige male zu hören bekommen er sei doch nur ein halber Mann. Ich bin mir ziemlich sicher das dies auch dazu beigetragen hat, dass er recht früh offensiv mit seiner Beschneidung umging, weil er sich in die Ecke gedrängt fühlte.

      Ich hatte ehrlich gesagt zu Beginn auch oft den Gedanken bei dem Thema auf Angriff zu gehen um nichts an mich ran zulassen, wie man es nur zu oft erlebt.
      Ich wusste aber recht schnell das da etwas nicht passte, was allgemein propagiert wird.
      Ich weiss welches Leid die Beschneidung auslösen kann und könnte es nie jemandem aufdrängen, auch wenn ich es manchmal am liebsten getan hätte um mich hinter einem dicken Panzer zu verstecken.

      Schwäche zeigen ist ja in unserer Gesellschaft gerade als Mann nicht erwünscht, von dem her ist diese Reaktion auf ein Trauma auch irgendwie verständlich.
      Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen, bleibt es trotzdem eine Dummheit. (Anatole France)
    • onka92 schrieb:

      aber ich kann nach wie vor nicht verstehen, was ihn dazu antreibt. Er sagt auch, dass er es oft falsch findet, aber er könne dazu einfach nichts anderes sagen.
      Was ihn genau antreibt, wird nur er sagen können...aber verstehen kann ich ihn schon, sogar sehr gut...weil wie Franke87 schrieb

      Franke87 schrieb:

      Schwäche zeigen ist ja in unserer Gesellschaft gerade als Mann nicht erwünscht
      Schwäche ein Tabu...und als Mann schon 2mal...und ein in seiner Sexualität verletzter und schwächelnder Mann, das geht schon 3mal nicht...

      Er wurde geradezu gedrängt es machen zu lassen...von seiner alleinerziehenden Mutter...mit erst 12? Was bleibt einem da anderes übrig, als es zu glorifizieren? Oder die Schuld bei sich suchen, bei der Mutter, in der man in dem Alter noch in absoluten Abhängigkeitsverhältnis ist...?

      Wo hätte er sich Hilfe holen können...es verarbeiten? Selbst Psychologen spielen das oft (aus absoluter Unwissenheit) herab, nehmen solche Jungen/Männer in ihrer Verletztheit nicht wahr...

      Erst als du "die Hosen runterließt" ist die Fassade zusammengefallen, konnte er das erste mal auf etwas wie Empathie und Verständnis hoffen/sich sicher sein?

      Hoffentlich wächst eure Freundschaft...und zerbricht nicht an diesem Mist
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • onka92 schrieb:

      Klar ist seine Mutter krankhaft in dieser Beziehung. Auch meine Mutter war krankhaft übergriffig. Aber sowohl seine Mutter als auch meine, waren auch für uns da.

      Diese drei Sätze sagen aus meiner Sicht alles, was hier relevant ist. Eure Mütter haben gravierende Fehler begangen, aber sie lieben Euch von Herzen. Nur schützt diese Liebe eben nicht davor, dass Mütter (oder auch Väter) ihre Kinder dennoch immer wieder mit ihrem Handeln verletzen können.

      Bezüglich der "Fassade" Deines Kumpels möchte ich mal ein anderes Beispiel nennen, um den "Mechanismus" zu verdeutlichen. Viele kennen den Ausspruch: "Geld verdirbt den Charakter." Oder das Dogma, dass reiche Menschen auch nicht glücklicher sind. Dies ist aber nur die Sicht von solchen Menschen, die kein oder wenig Geld besitzen. Und es gibt auch reiche Menschen, die mit ihrem Geld Gutes leisten oder sogar über ihren Reichtum sehr glücklich sind und ihn in vollen Zügen genießen.

      Dein Kumpel leidet offensichtlich sehr massiv unter seiner Beschneidung. Daher fällt es ihm sehr schwer die Wahrheit zu akzeptieren, weshalb er sich dadurch schützt, dass er seine Beschneidung mit Scheinargumenten schön redet.

      Ich finde es gut, dass Du ihn in seinen falschen missionarischen Bemühungen ausgebremst hast. Allerdings stellt sich jetzt die Frage, was dies in ihm auslösen wird. Du zwingst ihn ja quasi, sich der Realität zu stellen, der er sich mit seiner Fassade ständig entzogen hat. Aus Deinen Postings vermute ich jedoch, dass Du der Aufgabe gewachsen sein wirst, um hier mit ihm behutsam das Thema durchzudiskutieren. Wundere Dich aber notfalls nicht, wenn er im nüchternen Zustand wieder komplett dicht macht.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • NoCut schrieb:

      Wundere Dich aber notfalls nicht, wenn er im nüchternen Zustand wieder komplett dicht macht.
      Kannst du hellsehen? :D

      Spaß beiseite, es war nicht leicht - nicht nur weil wir beide nüchtern waren...

      Nach dem Gespräch war ich enttäuscht. Ich hatte mir mehr erhofft und war ehrlich auch ein bisschen sauer auf ihn, weil er schon auch mich hinterfragt hat...

      Am nächsten Morgen war ich mir aber dann sicher, dass es ein erster Schritt in die richtige Richtung war. Und er auch in manchen Dingen Recht hat (zumindest ein bisschen ;))

      Was ihm super gut getan hat, dass ich ihn mit seinem Mutter-Sohn Verhältnis so gut verstanden habe, ich konnte ihn wirklich so auffangen, wie er es gebraucht hat. Mir hat das "in Worte fassen" auch sehr gut getan und wir konnten beide auch ohne Scham miteinander weinen. Ich bat ihn, zu versuchen, seine Beschneidung und sein Verhältnis zu seiner Mutter getrennt voneinander zu betrachten, um Klarheit zu sehen. Die Übergriffigkeit meiner Mutter war ja auch nicht nur bei meiner Beschneidung präsent. Klar habe ich sie natürlich zu der Zeit ganz besonders wahrgenommen. So war es bei ihm eigentlich auch.
      Der Hygienewahn seiner Mutter hatte ihm sein Leben schon im Kindergartenalter schwer gemacht. So durfte er Freunde nie mit nach Hause nehmen, da sie ja immer alles schmutzig gemacht haben. Sie hat ihn dadurch regelrecht isoliert. Unterwäsche wurde früh frisch angezogen und nach dem Mittagessen gewechselt. Bettwäsche wurde 2mal die Woche überzogen. Solange er sich erinnern konnte, wurde er früh geduscht und abends gebadet. Tagtäglich!!! Wenn er schmutzig von der Schule oder vom Spielen zurückkam nochmal zusätzlich. Dabei hat immer seine Mutter ihn gewaschen. Komplett von oben bis unten. Seinen Penis "durfte" er dann mit 9 oder 10 selbst waschen, aber natürlich wurde beaufsichtigt, dass er es richtig macht. Für ihn war das auf der anderen Seite aber so normal, dass er es nie hinterfragt hat. Es war ja schon immer so. Er sagte, dass er sogar oft genossen hat, dass es bei ihnen zu Hause so viel frischer roch als bei anderen. Das "perfekte zu Hause" ließ ihn sogar lange denken, dass er es so viel besser hat als andere.
      Vorhaut hat er schon als kleines Kind als "igitt" in Erinnerung, weil sich da "ganz viel Bäh sammelt" wenn man sich nicht oft wäscht. Für ihn war es also nur logisch, dass ihm seine Mutter eines Tages "die Lösung" des Problems lieferter. Er sagt selbst, dass er gar nicht dazu überredet werden musste und spielte das unschöne Spiel sogar mit.
      Ihm wurde das Ausmaß erst bewusst, als er dann mit 13, 14 mit anderen darüber sprach und die ihn mehr oder weniger auslachten, wegen der Argumente, die er für seine Beschneidung anführte. Das führte dann auch zu Hänseleien unter den gleichaltrigen. Als er älter war, hatte er zwei sehr unschöne Erlebnisse mit Mädchen, die sehr entwürdigend gewesen sein müssen.
      Natürlich ist mir jetzt auch sonnenklar, warum er heute so darüber redet. Er sagt ja selbst über Frauen: "Ich plär lieber raus, dass ich beschnitten bin, dann hauen sie entweder gleich ab oder ihnen ist es wurscht." So etwas macht mich traurig, aber auch dankbar, dass ich so etwas nie erleben musste.
      Aber, er ist nun bereit, seiner Mutter entgegenzutreten. Sich mit ihr auseinanderzusetzen und ihr Verhältnis aufzuarbeiten. Es ist zwischen den beiden überraschenderweise nie zu einem echten Bruch wie z.B. bei mir und meinen Eltern gekommen. Seine Mutter ist ihm sehr, sehr wichtig sogar. So kam es auch, dass sie für ihn da war als er mit 15/16 in ein paar krumme Dinge verwickelt war. Aus den Kreisen wäre er ohne sie nicht wieder herausgekommen, sagt er. Ich drück ihm die Daumen, dass die beiden es schaffen.

      Auf der anderen Seite haben wir über die Beschneidung, das beschnitten sein und die allgemeine Meinung darüber diskutiert. Sehr interessant, verdammt ehrlich und teilweise recht krass, was er da so losgelassen hat.
      Hier ein Zitat, dass mich ein bisschen nachdenklich gemacht hat:
      "Sei ehrlich, du hast auch keinen Sex vor deiner Beschneidung gehabt, woher willst du wissen, dass er mit Vorhaut besser wäre"

      Auf der anderen Seite, war mir aber wichtig, dass er meiner Argumentation folgen konnte und auch wollte, warum er es unterlassen sollte, weiter Propaganda zu machen. Nämlich genau wegen des oben genannten Zitates... :D

      Danke euch allen für die Unterstützung!
    • Zum Thema der übergriffigen Mutter mit Hygienewahn fällt mir dieser Thread wieder ein.
      Verzeihen
      Gustav erzählt seine Geschichte auch in Ent-hüllt!
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Sehr starke Parallelen, in der Tat!

      Mein Freund hat seine Mutter noch nie darauf angesprochen, dass er unter der von ihr "verordneten" Beschneidung leidet.
      Sie glaubt auch bis heute, dass ein gemeinsamer Freund von uns, dessen Vater ihn beschneiden lies, weil er es als Amerikaner nicht anders kannte, damit überglücklich ist, weil es seine Mutter ihr erzählt hat!!!

      Auch hier wieder der "Erfahrungsaustausch unter Müttern", den ich so sehr schätze.

      Er plant, sie bei dem Besuch morgen darauf anzusprechen. Hoffentlich geht das gut!
    • Ein kleiner Beitrag von mir:
      Ich war einige Zeit aus Interesse bei einem Forum für glücklich freiwillig Beschnittene Männer.
      Ich war entsetzt was dort Männer Storries über: wie toll Mann ist wenn man beschnitten ist und alle Männer sollten beschnitten werden. ()
      Ich konnte nicht länger den Tweets folgen. Ich lag oft Nachts wach im Schlaf und habe mir immer überlegt ob sie Geld dafür bekommen so einen Müll über das Internet zu verbreiten. Ich hab einige direkt darauf angeschrieben ob sie den Vergleich kennen und ihre Beiträge ernst meinen oder nur Aufmerksamkeit und Beachtung wollen. Mir wurde daraufhin mehrfach vom Admin mit Rauswurf gedroht und ich bekam Drohungen ich solle aufhören eine Beschneidung sogar Nachbeschneidung kritisch zu hinterfragen sonst....?
      Eine Beschneidung sei das Beste was einem Mann passieren kann!

      Hallo???? hatten die Herren noch nie guten Sex oder hat Mutti ihnen das nach der Beschneidung immer vorgesagt dass sie danach ein besserer Liebhaber sind und ihre Ehefrauen haben sie im Glauben dessen gelassen um ihnen nicht die Männlichkeit zu nehmen?
      Ich möchte jetzt nicht sagen dass alle beschnittenenen Männer keinen guten Sex haben; aber wir alle Betroffenen die mittlerweile erfolgreich restorieren wissen wovon ich rede.
      Deshalb auch nie aufgeben und die die darüber auch nur im Ansatz nachdenken einer Beschneidung sich freiwillig zu unterziehen über die wirklichen Nachteile aufzuklären und die Mär des besseren Liebhabers sofort im Keim zu ersticken.

      Funktioniert leider bei den übersensiblen Gluckenmütter die es nicht kennen können was es heisst beschnitten zu sein leider nicht.
      ( Habe ich im Kollegenkreis 2 die offen das Nischen Haut belächeln; was haben die für Ehemänner?)

      Vielleicht wäre es gegen Unterschrift- Pflicht einen betroffenen Psychologen vor so einem gravierenden Eingriff aufsuchen zu müssen, der ihnen Bilder von verstümmelten Penisen zeigt.
      Ausserdem Interfiews mit Betroffenen die ihr Leben unter solchen Müttern leiden müssen.
      Ich glaube keine Gluckenmutter möchte ihrem Baby Leid zufügen.

      Seit 48 Jahren suche ich nach etwas das ich nur ein halbes Jahr besitzen durfte.


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    • Wer kennt diesen "exklusiven" Club nicht.
      Ich wäre auch fast rausgeflogen.

      Ich habe nur folgende These in den Raum gestellt:

      Es gibt drei "Arten" von beschnittenen Männern und keine taugt für den Beleg, dass Sex ohne Vorhaut besser ist.

      Als kleines Kind beschnittene
      Als Jugendliche beschnittene
      Freiwillig beschnittene

      Als Kind beschnittene kennen es nicht anders. Ihnen fällt es leicht, zu sagen, dass alles toll ist. Außer, wenn oder bis sie körperliche Probleme deswegen verspüren. Aber die werden dann nicht erwähnt, weil es "halt sein musste" oder man sich deswegen schämt und "dass man länger kann" ja auch was Gutes hat.

      Als jugendlich Beschnittene hatten Probleme mit Phimose und können sich deswegen gut daran erinnern, so wie ich. Vorhaut ist zwar auch mit Spaß verbunden, aber in erster Linie mit Schmerzen und Problemen. Also war auch der Sex, wenn sie denn schon welchen mit Vorhaut hatten, dementsprechend geprägt. Ergo: Sex ohne Vorhaut ist besser, weil keine Schmerzen. Aber taugt die Aussage was?

      Freiwillig beschnittene finden es sowieso toll. Da gibt es welche, die sich sogar damit rühmen, dass sie so tolle Hechte sind. Warum sollen die dann als Beleg taugen, wenn sie ihre Vorhaut sowieso gehasst haben.

      Der Beitrag war sofort gelöscht und auch ich durfte den Admin mal kennenlernen, weil "haltlose Anfeindungen und die Verbreitung von Unwahrheiten hier nicht erwünscht sind"

      Gerne habe ich mich dort wieder abgemeldet :D
    • Ein Beispiel
      Einer meiner besten Freunde erkrankte vor ca 3Jahren am Leukämie.
      Durch einen unglücklichen Zufall klemmte er sich seine überdurchschnittliche Vorhaut im Reißverschluss ein.
      Da er aufgrund der Chemo kein Abwehrsystem hatte entwickelte sich das zum Subergau.
      Ihm drohte die Penis Teilamputation.
      Nächte lang sass ich bei ihm am Bett.Ich zeigte ihm dann meine damaligen Anfänge von meiner Wiederherstellung. Das tröstete nicht wirklich. Er wollte seine Vorhaut nicht verlieren.
      Am nächsten Tag war es soweit. Ich wartete bis er wach wurde ( ich dachte zu wissen was mich erwartet) und war über das Ergebnis entsetzt.
      Gefühlt gesehen geschätzt fehlen def. einige Zentimeter zu vorher aber das habe ich bis heute verschwiegen.

      Die Ärztin meinte ach, das ist eh nur unnötige Haut.( man bedenke 10 cm innere und äußere Haut incl. wichtiger Nerven )
      Mein ganzes Erklären was ich erlebe und es ihm ersparen möchte wurde als bagatelle abgetan.
      Entweder die Vorhaut oder der ganze Penis.. .Ok was für eine Wahl?
      Wir reden heute sehr viel darüber.
      Ich helfe ihm zu zeigen dass er deshalb kein halber Mann ist und wir alle froh sind, dass er die Leukämie überstanden hat.

      Sexuell war er 1 Jahr tot.

      Mittlerweile restoriert wir gemeinsam und tauschen Erfolg und Misserfolg aus; ich kenne vorher nachher.
      Vorher war es mehr als high.
      Er wusste nicht damit umzugehen.
      Er will seine Vorhaut....mein Veto: denke an den Satz der Frau Doktor.....wir sind im Austausch und reden sehr offen und oft darüber.
      Eigentlich ist er dankbar dass ich gleich da war; er wäre sonst nicht mehr zur Chemo gegangen.
      Ein kleiner lapidarer Unfall mit verherenden Folgen und eine nicht gerade einfühlsame Ärztin und ein allein gelassener Patient. Unglaublich im aufgeklärten Ärzte Jungel.
    • Auf dieser besagten Seite war ich auch angemeldet, hab aber nie einen Beitrag verfasst. Es ist schon zum Teil krank welche Ansichten dort vertreten werden.
      Man sollte aber auch nicht verallgemeinern, denn der kleine Prozentsatz der dort sein Unwesen treibt, hat sicher wohl leider einen fehlgeleiteten Fetisch.
      Wenn man sich voll aufgeklärt und freiwillig dafür entscheidet ist das was anderes, aber darum geht es in diesem unsäglichen Forum nicht.

      Ich zähle mich mal zu den freiwillig beschnittenen (mit 18) aufgrund von Phimose. Ich hab die Vorhaut nie nur annähernd über die Eichel bekommen, ob erigiert oder nicht. Probleme hatte ich aber dadurch ehrlich gesagt nicht wirklich, außer eben das die Vorhaut nicht zurück ging. Sex hatte ich bis zu dem Zeitpunkt nicht und kann auch nicht sagen ob es möglich gewesen wäre, aber nach heutigem Kenntnisstand, hätte sicherlich dehnen auch zum Erfolg und zu einer weitung der Vorhaut geführt.

      Als Erwachsener sollte man sich diesen Schritt, da es sich eben nicht nur um "ein Stück Haut" handelt genau überlegen.
      Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen, bleibt es trotzdem eine Dummheit. (Anatole France)