Sexuelle Empfindlichkeit nach Frenulotomie verändert

    • Sexuelle Empfindlichkeit nach Frenulotomie verändert

      Hallo alle miteinander,

      ich bin auf dieses Forum gestoßen da ich vor 5 Wochen eine Frenulotomie hatte (Durchtrennung und vernähen des Vorhautbändchens).
      Kurz ein paar Worte wie es dazu kam: Ich hatte soweit ich denken kann ein einwandfreies Sexleben mit viel Spaß dabei. Vor einiger Zeit habe ich eine Frau kennengelernt mit der ich dann Sex hatte, nach dem Sex habe ich festgestellt das alles voller Blut war welches aus meinem Vorhautbändchen kam. Ich habe bereits gehört das es möglich ist das Bändchen bei zu "harten" Sex einzureißen, aber ich habe dem ganzen nicht weiter Beachtung geschenkt. Seither war es jedoch so das ich immer beim Sex ein schmerzhaftes ziehen hatte und nachdem ich dann 2 Wochen später erneut Blut am Bändchen festgestellt habe ging ich zum Urologen.
      Dieser war relativ unbeeindruckt und gab mir einen OP-Termin für eine Prozedur namens "Frenulotomie". Da ich weiterhin unbeschwerten Sex haben wollte willigte ich ein.
      3 Wochen nach der OP begann ich sexuelle Aktivitäten und bemerkte das sich etwas "anders" anfühlte. Irgendwie war es weniger intensiv und mehr "störend". Sichtlich irritiert ging ich 4 Wochen später zu 2 weiteren Urologen um mir verschiedene Meinungen einzuholen woran das liegt, die mir sagten das die OP gut verlaufen sei und ich dem Ganzen noch mehr Zeit geben soll bis es sich normalisiert. Zum Verlust bzw. zur Veränderung der Empfindlichkeit konnte niemand etwas sagen, sie halten es jedoch für nicht wahrscheinlich.
      Seither habe ich mentale Probleme mit der ganzen Geschichte und wünschte es wäre nie dazu gekommen da ich die Befürchtung habe meine sexuelle Empfindlichkeit verloren zu haben.
      Ich möchte betonen das ich glaube ich ein zu kurzes Bändchen hatte (frenulum breve) und das die Indikation vermutlich gegeben war, aber was mich dabei so verwundert ist, das es die Zeit zuvor immer ohne Probleme funktionierte. Des Weiteren weiß ich nicht ob vielleicht mein Kopf eine größere Rolle bei der ganzen Sache spielt als tatsächlicher Verlust der Empfindlichkeit.

      Ich frage mich ob jemand ähnliche Erfahrungen mit der Empfindlichkeit nach einer Frenulotomie gemacht hat, das ganze Thema belastet mich wirklich ungemein. Auch die junge Beziehung die ich mit der Frau eingegangen bin wird zusätzlich dadurch belastet, da ich mich merklich vom Thema Sex zurückziehe (aus Angst vor der Wahrheit das ich sexuelle Empfindlichkeit verloren hab).
      Vielen Dank,
      Lars
    • Hallo Lars,

      Deine Erfahrungen kann ich so leider(?) nicht bestätigen.

      Bei mir war das Bändchen lt. meinem Urologen auch zu kurz (ich war jung, ich war Privatpatient, vielleicht muss ich sogar von Glück sagen, daß er mir nicht gleich noch mehr abschneiden wollte) und wurde einmal durchtrennt und vernäht.

      Der Effekt für die Retrahierbarkeit der Vorhaut war allerdings signifikant. Das Gefühl hatte sich dadurch verändert, daß die Haut nicht mehr am Frenulum spannte ("hängen blieb") sondern vollständig vor- und zurückgleiten konnte.

      Ich kann mich allerdings auch nicht daran erinnern, daß das Dreieck vor der OP empfindlicher gewesen wäre.

      Den ersten Sex hatte ich, wenn ich mich richtig erinnere, erst nach 6 oder 8 Wochen (und glaube mir, wir hatten es schon etwas früher versucht...).

      Von daher würde ich an Deiner Stelle versuchen dich von dem "störenden" Gefühl für einen Moment nicht irritieren zu lassen, sondern mal nachzuspüren, wie Dein Penis jetzt reagiert und wie er "arbeitet". Das klingt jetzt ein bisschen wie "lern dich selbst (neu) kennen", aber darauf läuft es wohl hinaus. Wenn ich ganz direkt sein wollte, würde ich sogar sagen "Entwickele wieder einen gewissen Stolz auf Dein Teil". :P
      Gruß
      Hickhack
    • Hi Hackhack,

      erst einmal vielen Dank für deine Antwort und die netten Worte. Ich habe mittlerweile herausgefunden das ein enger Bekannter die gleiche Prozedur hatte und er meinte auch es hätte sich nichts an seiner Empfindung geändert. Gerade deshalb bin ich so irritiert.

      Ist es denn bei dir so das de facto kein "ersichtliches" Frenulum mehr vorhanden ist? Bei mir sehe ich nämlich nicht mehr viel außer die vertikale Narbe entlanglaufen. Ich spüre jedoch wenn ich die Vorhaut zurück ziehe das da noch was "nachgibt", also es nicht gänzlich glatt ist.
      Es fällt mir unglaublich schwer meinen Kopf und die tatsächliche Empfindung auseinander zu halten, aber nach so langer Zeit müsste man eigentlich meinen das ich leicht erregbar bin. Das bin ich jedoch garnicht, null Interesse am Sex oder daran mich selbst "neu zu erkunden".

      Mein Frenulum war sehr kurz, wie in meinem ersten Post schon angedeutet, ich konnte die Vorhaut nicht ansatzweise so zurück ziehen wie ich es jetzt kann, vll war das besonders intensive Reibung die mir jetzt fehlt.
    • Servus Lars,

      bei dir wurde nichts entfernt, sondern "nur" durchtrennt und vernäht?

      Das sich bei solchen Eingriffen auch was an der Empfindlichkeit ändern kann, auch da Nerven verletzt werden können, die eine bestimmte Zeit dann brauchen um sich zu regenerieren und man KEINEN Eingriff bzw. das sensorische Ergebnis hinterher miteinander vergleichen kann, vielleicht einleuchtend?

      Dein Eingriff...war in Lokalanästhesie? Wurde ein Elektrokauter eingesetzt'? (so eine Art Lötkolben mit dem Blutungen gestillt werden...es riecht nach angekokeltem Fleisch...)

      Im Bereich des Frenulums laufen die ganzen Nerven zusammen...ein Arzt meinte mal als er Bilder von meinem Penis bei Erektion sah "wer hat denn da gewütet, gerade im Bereich des ehemaligen Frenulums" (alle anderen Ärzte sagten entweder nicht viel zu diesen Bildern oder meinten das optische Ergebnis sei doch wunderbar...)
      Er erklärte mir, das bei zu massiven und falschem Einsatz dieses Kauters es auch zu Nervenschäden kommen kann (wie ich es verstand, nicht mal direkt draufhalten nötig, sondern auch wenn man den Nerven mit dem Ding sehr nahe kommt), die sich massiv aufs Empfinden auswirken könnten...steht auch in manchen Aufklärungsbögen zu Vorhautops, dass es durch Kauterisation zu Missempfindungen/Nervenschäden kommen könne...

      Ist aber nur Spekulation, solche Nervenschäden kannst du nicht beweisen, muss auch nicht sein bei dir...

      Hickhack schrieb:

      Das klingt jetzt ein bisschen wie "lern dich selbst (neu) kennen", aber darauf läuft es wohl hinaus. Wenn ich ganz direkt sein wollte, würde ich sogar sagen "Entwickele wieder einen gewissen Stolz auf Dein Teil".
      In der Tat...würde ich dir auch so raten...

      LarsCool schrieb:

      Auch die junge Beziehung die ich mit der Frau eingegangen bin wird zusätzlich dadurch belastet, da ich mich merklich vom Thema Sex zurückziehe (aus Angst vor der Wahrheit das ich sexuelle Empfindlichkeit verloren hab).
      Das dich das mental wahnsinnig belastet...ich glaub jedem Mann klar. Das da Libido, Lust, ich glaub einfach allesruntergezogen wird, sich die Gedanken nur noch um diese Sache drehen...sicher auch...

      Aber red mit deiner Freundin...Frauen sind da wahnsinnig sensibel...aber oft beziehen sie mangelndes Interesse ihres Partners, (deinen Rückzug, vielleicht auch gedanklich oft abwesend, nicht mehr "präsent"?) auf sich, suchen die Schuld bei sich (er findet mich nicht mehr attraktiv, ich genüge ihm nicht, ich bin nicht liebens/begehrenswert...usw.)

      Sie weiß von deinem Eingriff? Ich weiß, wir Männer reden nicht gern über sexuelle Probleme (die haben wir nämlich nicht!!! :D ) aber über sowas nicht zu reden mit dem Partner...der absolute Beziehungskiller? Kannst du ihr vielleicht ein wenig Einblick geben, was dich so belastet, den Grund für deine Veränderung?
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • @Lars: Sichtbares Frenulum ist schwer zu sagen. Es ist definitiv noch Frenulum vorhanden, wobei ich Dir nicht sagen kann, ob man vorher mehr Substanz hätte erkennen können.

      Ich war in der ersten Zeit nachdem alles abgeheilt war, etwas irritiert, weil der Schmerz, der sonst zum Sex dazuzugehören schien nicht mehr da war. Die Schmerzfreiheit führte dazu, daß ich mein Verhältnis zum Sex dann doch etwas korrigieren konnte. Aber wie gesagt, ich war erst 19 - jetzt bin ich 20 Jahre und drei Kinder weiter.

      @Urolüge: Bei mir ist der Zug mit dem Stolz bereits abgefahren...
      Gruß
      Hickhack
    • Hi Urolüge,

      vielen Dank für deine Antwort. Bei mir wurde, eine Frenulotomie mit Skalpell durchgeführt, dh quer eingeschnitten und dann längs vernäht. Das Ganze unter lokaler Betäubung und ich glaube es waren nicht einmal 10min da war der Spuk vorbei.
      Soweit ich weiß wurde nichts entfernt, trotzdem sehe ich kein Bändchen mehr im klassischen Sinne sondern nur eine längs laufende Narbe (vom unteren Teil der Eichel rübergehend auf die Vorhaut).

      Bezüglich der Nerven, kann ich also davon ausgehen das wenn tatsächlich Nerven betroffen wären, das sie sich auch wieder erholen können? Komisch da mir eine Urologin gesagt hat das keine besonderen Nerven im Frenulum seien...

      Bezüglich meiner Partnerin ist es so das sie das alles mitbekommen hat und ich auch von Anfang an offen mit ihr darüber sprach, nur das sich meine Empfindung seither geändert hat habe ich noch nicht erläutert. Vielleicht werde ich das aber bald tun.
    • LarsCool schrieb:

      Bei mir wurde, eine Frenulotomie mit Skalpell durchgeführt,
      Mein Eingriff wurde auch mit einem Skalpell gemacht...Elektrokauter werden während solchen Eingriffen genommen um Blutungen zu stillen, Blutgefäße zu veröden...gerochen hast du nichts?

      LarsCool schrieb:

      Bezüglich der Nerven, kann ich also davon ausgehen das wenn tatsächlich Nerven betroffen wären, das sie sich auch wieder erholen können?
      Ja, absolut. aber das kann noch dauern, da musst du dir Zeit geben...6 Monate mind. Wenn sich bis dahin nichts geändert oder auch nur ein wenig verbessert hat...aber ich bin mir sicher da tut sich noch was, 5 Wochen ist es her? Nach der Zeit ist das noch nicht das Endergebnis...

      LarsCool schrieb:

      Komisch da mir eine Urologin gesagt hat das keine besonderen Nerven im Frenulum seien...
      Weiß nicht ob ich jetzt lachen oder heulen soll...aufgrund soviel Unkenntnis, Mist, Schwachsinn. Die gehört wahrscheinlich zur Riege "Vorhaut, Frenulum, alles unnötiges, krankmachendes Gedöns das man ruhig entfernen kann, auch ohne med. Indikation bei Kindern, da sind keine besonderen Nerven, und wer hinterher Probleme hat, von sensorischen Einschränkungen erzählt, leidet nur an einer psychopathologischen Fehlverarbeitung..."
      Zu den Nerven...streichel mal deinen Handrücken, mach das ruhig länger, spür genau hin was du wahrnimmst...und dann streichel deine Handinnenseite, auch länger...fühl genau hin...Unterschied? Was ist intensiver, feinfühliger, wo meinst du sind besondere Nerven?
      Rate mal was bei einer radikalen Beschneidung entfernt wird, was dir bleibt, die besonderen oder die "normalen" Nerven?

      Zu mir sagte mal eine Urologin auf meine Frage ob bei mir Nerven verletzt worden sein könnten, dass dies bei mir unmöglich sei, da ich sonst zu keiner Erektion mehr fähig sein würde. Einem Sexualtherapeuten dem ich dies erzählte fing zu lachen an und fragte ob dies echt eine Fachärztin für Urologie zu mir sagte...denn die Nerven dort "oben" hätten keinerlei direkte Auswirkung auf die Erektionsfähigkeit...

      Selbe Ärztin schrieb mir in den Arztbrief, da es bei mir zur Zeugung von 4 Kindern kam, es quasi lächerlich sei, das ich über sexuelle Einschränkungen durch meine Beschneidung klage, meine sexuelle Funktion sei keineswegs eingeschränkt...

      Darauf schrieb ich ihr, ob die Funktion des Penis nur auf Miktion, Erektion, Ejakulation definiert sei, nicht auch zum Fühlen und Spüren...und bei ihr als Frau würde eine Entfernung von Klitoriseichel und Vorhaut samt inneren Schamlippen auch keinerlei Auswirkung auf ihre sexuelle Funktion zur Zeugung von Kindern haben...ich glaub keinem Arzt mehr was unhinterfragt...und wer auf meine Fragen nicht eingeht, mich nicht ernst und wahrnimmt... ist kein guter Arzt...

      Also abwarten bei dir... deine Freundin einweihen und aufklären...und dann mit ihr zusammen nicht Tee trinken...sondern dich neu kennenlernen ^^
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Hey Urolüge,

      danke erneut für deine Antwort. Nein gerochen hab ich nichts und der Arzt hat mir bestätigt das es mit Skalpell gemacht wurde. Ich habe nächste Woche einen erneuten Termin bei ihm wo ich dann nochmal ein paar Fragen stellen werde.
      Ich hatte die letzte Woche arg mit der psychischen Belastung zu kämpfen. Meine Freundin ist zum Glück sehr verständnisvoll, wir hatten dann auch wieder Sex zum ersten Mal seit dem Eingriff. Ich konnte lange durchhalten (war vorher nie so) und habe definitiv gemerkt das weniger Gefühl unten war als vorher.

      Ich hoffe einfach das sich alles wieder normalisiert. Jeder Arzt, ob Urologe oder Hausarzt hat mir gesagt "Es ist 'NUR' ein Bändchen, bei anderen reißt das auch mal von allein und die haben es dann nicht mehr". Aber es scheint als wär genau dieses Bändchen bei mir die Lustquelle Nummer 1 gewesen und ich hoffe das sich noch alles "normalisiert".

      Wünscht mir Glück!
    • LarsCool schrieb:

      Nein gerochen hab ich nichts und der Arzt hat mir bestätigt das es mit Skalpell gemacht wurde.
      Geschnitten wird immer mit dem Skalpell (außer Laser Op)...aber zum Blutungen stillen, Gefäße veröden kommt normalerweise ein Kauter zum Einsatz...

      LarsCool schrieb:

      und habe definitiv gemerkt das weniger Gefühl unten war als vorher.
      hört sich vielleicht flapsig an...aber sich nicht auf die neg. Sachen konzentrieren...sondern auf das was noch da ist, gut, schön und angenehm ist?

      LarsCool schrieb:

      Jeder Arzt, ob Urologe oder Hausarzt hat mir gesagt "Es ist 'NUR' ein Bändchen
      ...nur Bändchen...nur Vorhaut...nur Sex...alles nicht wichtig? Alles ist wichtig, wenn ein Mensch mit etwas ein gravierendes Problem hat, nicht damit klarkommt. Da gehört nichts "relativiert", klein und schöngeredet, sondern hingeschaut...

      LarsCool schrieb:

      ich hoffe das sich noch alles "normalisiert".
      Hoffe ich auch für dich...vielleicht noch versuchen, sich ein wenig zu entspannen, versuchen zu schauen was noch kommt, sich bessert? Ich weiß, leicht gesagt, wenn man nicht in der Sache drin steckt...aber momentan, so kurz nach dem Eingriff, kann man nur abwarten...und hoffen...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)

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    • Hi Urolüge,

      vielen Dank für deine Tips. Nein die Gefäße wurden nicht verödet sondern mit Nadel und Faden genäht.

      Nun verging knapp eine Woche zu meinem letzten Post und ich möchte ein paar Gedanken zusammenfassen:
      Leider hat sich meine psychische Verfassung nur minimal gebessert, muss aber dabei sagen das ich generell sehr empfindlich auf Veränderung reagiere (und wenn es dann noch das beste Stück ist :/ ). Hinzu kommt das ein Stück weiße Narbe sich bildet die mitunter sehr empfindlich ist und schmerzt. Die creme ich jetzt regelmäßig mit einer Creme namens "Contractubex" ein, dies soll wohl helfen die Narbe geschmeidig zu machen.

      Ich habe auch gemerkt wie meine Libido langsam zurück kommt und ich wieder "geil" werden kann und dabei ist mir etwas aufgefallen:
      Das veränderte Empfinden und die damit einhergehende Lustlosigkeit, bzw fast schon Angst, liegt zu einem großen Teil daran das es "nicht mehr zieht". Ich bin 30 Jahre alt, wenn man bedenkt das sich für mich seit ich denken kann ein Druck/Zug aufgebaut hat der Entstand weil das Bändchen an der Eichel gezogen hat (es waren nie Schmerzen sondern immer nur eine Art Druck) und plötzlich ist dieser Druck nicht mehr da dann kann das schon erheblich verwirrend sein. Anhand dieses Druckes konnte ich auch immer feststellen wie hart er ist, es war für mich eine Art "Penismeter", das mir Signale gibt wie erregt ich bin.

      Die andere Komponente die zum subjektiven Empfindungsverlust geführt hat ist die Anatomie meines Bändchens. Das Bändchen war bei mir zu kurz, das ist mir durch meine Recherche Post-op klar geworden. Es war zudem sehr breitläufig, dh selbst wenn ich die Vorhaut knapp unter die Eichel gezogen bekam so war dennoch ein betrachtlicher Anteil der Eichel mit Frenulum bedeckt. (Stellt euch das vor wie ein Breites umgedrehtes V welches die halbe Eichel bedeckte [nicht zu verwechseln mit dem frenularem Delta was am Schaft ist!]). Wenn dieses feinfühlige V-Frenulum nun durch meine Erektion angespannt wird und zudem die Eichel noch durchs hin und her gleiten streichelt, dann könnt ihr euch denken was das für ein Gefühl war.
      Ich erinnere mich das bei bestimmten Stellungen wenn diese Stelle zuviel Reibung bekam bei mir nach 5-6 Stößen Schluss war, so empfindlich war ich.

      Dieses Gefühl ist verschwunden, ausgelöscht, entfernt. Das restliche Frenulum spüre ich nicht wirklich (außer die sehr empfindliche Stelle der Narbe). Vielleicht wäre das Frenulum nie gerissen und vielleicht hätte ich es einfach von selber heilen lassen sollen, aber ich hatte eine neue Partnerin und wollte dementsprechend so schnell wie möglich wieder ran an die Braut. Das ich dafür mit kostbaren Gefühlen bezahlen musste, das hat mir keiner gesagt.

      Zudem ist es auch nicht sehr verbreitet das Männer nach Frenulotomie/Frenuloplastik Gefühlseinbußen haben, ich habe viel recherchiert und keinen Fall wie den diesen gelesen. Die meisten sprechen immer nur von der tollen neuen Penisfreiheit.
      Ich habe in 2 Tagen einen erneuten Termin bei dem Urologen der mich operiert hat und ich werde ihm ein paar Fragen stellen. Wenn es irgendwas gibt was ich Fragen soll wo ich vielleicht gerade nicht dran denke dann gern sagt mir eure Meinungen.

      Ich drücke euch!
      Lars
    • Hallo Lars,

      ich glaube, daß genau das eine Funktion des Bändchens ist, was Du beschreibst. Man spürt als Mann eben, wie steif man ist. Daran hat Du Dich jetzt über Jahre gewöhnt und jetzt ist dieser Gradmesser der Erregung verändert, da musst Du Dich erstmal neu kennenlernen.

      Wer sich schonmal einen Zahn ziehen lassen musste, wird das kennen.... es vergeht schonmal ein Jahr, bis man sich wirklich in allen Situationen an das neue Gefühl im Mund gewöhnt hat.... so in der Art wird es Dir jetzt auch gehen.

      p.s. ja, es sind im Gegensatz zu der Meinung einiger Urologen, SEHR viele Nerven im Vorhautrand und auch gerade am Frenulum. Alle behaupten immer, die Eichel wäre sehr empfindlich.... ist sie auch, aber nicht für sanfte Berührungen. Kann man ja mal ausprobieren mit einer Feder oder so :)
    • Hallo zusammen,

      ich wollte euch mal ein kurzes Update von meiner Verfassung geben. Ihr wart damals alle sehr nett und ich will den Thread mal updaten.
      Meine Verfassung ist, nunja, miserabel. Meine Partnerin hat mich vor 3 Wochen verlassen weil sie glaube ich nicht damit klar wie sehr ich mit dieser ganzen Sache zu kämpfen hab. Aber ich sehe das positiv, so weiß man wer wirklich an seiner Seite ist.

      Nachdem ich wieder beim Urologen war sagte er "das ganze sei sehr bedauerlich, aber wir können Ihnen Viagra verschreiben". Eine Unverschämtheit dachte ich mir, aber was soll ich mit diesem Urologen jetzt noch kämpfen. Ich überlege tatsächlich gerichtlich irgendwie vorzugehen, aber das bringt mir mein Frenulum auch nicht wieder zurück. Er meinte zudem ich soll noch mal 3 Monate abwarten da sich die Hautnerven wieder finden und habe somit einen erneuten Termin im Januar.

      Da ich das aber jetzt nicht so einfach abwarten möchte habe ich nochmal einen anderen Urologen zu rat genommen und bei dem fühle mich mich einigermaßen "geborgen". Er meinte das er es am liebsten hätte das Leute ihre Frenulum Risse selbst ausheilen oder ggf. selbst beim Sex durchreißt denn dann würde die Natur Ihren weg gehen. Er meinte eine Frenulotomie würde er nur machen wenn es zu immer erneuten Problemen käme (was bei mir nur halb gegeben war).

      Komisch das auch niemand von denen mir sagte das es die Möglichkeit gibt mit Cortison ggf. nachzuhelfen das das Frenulum mittelfristig lang wird. Naja.

      Da ich nach wie vor mit dieser Veränderung zu kämpfen habe entschied ich mich auf anraten meines Hausarztes eine Verhaltenstherapie zu machen. Ich weiß nicht wo mir der Kopf steht und was jetzt alles psychisch oder aufgrund eines echten Gewebeverlustes des Frenulum zurück zu führen ist

      Ich habe auch mal ein Bild angehangen vom Ergebnis nun 10 Wochen später, Vorsicht NSFW Penis ich weiß nicht ob es üblich ist sowas zu posten aber ich dachte es kann ja nicht schaden wenn ich eine Meinung von euch bekomme.

      Danke euch!

      Edit: Karlii ach übrigens bin ich ein paar deiner Beitrage hier durchgegangen und bei dem was du sagst kann ich mit Sicherheit sagen das es zutreffend ist. Ich vermisse diesen ziehen das ich hatte, das mir das Gehirn sagt "Oh ja du bist so erregt".

      Edit2: Ach und sollte irgendjemand hier zufällig vorbeikommen und fragen haben was Frenulotomie etc. angeht so bin ich gern bereit Fragen zu beantworten. Ich möchte nicht das jemand anderes meinen Weg nochmal gehen muss.

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    • Hi Leute,

      ich möchte mich noch einmal zu diesem Thema äußern da ich dem letzt einen weiteren Termin bei dem Urologen hatte der die Prozedur durchgeführt hat. Zunächst wurde ich abgewiesen und er wollte sich nicht mehr zu dem Thema äußern aber nachdem ich hartnäckig blieb und sogar damit gedroht habe zur Kassenärztlichen Vereinigung gehe haben wir gesprochen. (Unfassbar wie man die Verantwortung auf einmal abgeben möchte)

      Im Laufe des Gesprächs ist herausgekommen das er bei der Frenulotomie ca 6mm Gewebe entnommen hat um es zur Pathologie zu schicken. Er hat mir gesagt das die Kassenärztliche Vereinigung das so "möchte" auch wenn er das als sinnlos erachtet. Ich habe im nachhinein erfahren das das aber nicht stimmt da ich zur Überprüfung dort angerufen hab. Vermutlich wollte er einfach nur checken ob es vll noch etwas gibt woran er Geld machen kann, aber das ist jetzt einfach ne Unterstellung. Es sieht es für mich als eine klare Verletzung der Aufklärungspflicht aus da er ja nicht einfach Gewebe entnehmen kann ohne das abzusprechen. Ich sage nicht das das vll der ausschlaggebende Punkt für die Gefühlseinbußen ist aber allein das man mir das nicht gesagt hat macht mich wütend.

      Ich frage mich ob ich dagegen vorgehen soll. Es würde nichts am Zustand ändern aber ich finde man kann auch nicht einfach sowas ohne Einstimmung tun. Was meint ihr dazu? Leider bin ich auch etwas laut geworden in der Praxis weshalb ich ein wenig Angst habe das er zurückfeuert wenn ich jetzt bei der KV dagegen vorgehe.. habt ihr einen Rat?

      Bezüglich der Gefühlseinbußen so hat sich leider bisher nichts geändert. Sex klappt, Ejakulation klappt, Gefühl: Fehlanzeige.

      LG
    • Dazu fällt mir nix mehr ein. Ist ja unglaublich.
      Du solltest dich auf jeden Fall über diese Vorgehensweise beschweren, schon allein, um zu klären, ob an der abstrusen Behauptung, "die kassenärztliche Vereinigung will das so", etwas dran ist. Falls ja (glaube ich aber eher nicht), wäre das allein skandalträchtig.
      Und wenn das nicht auf dem Aufklärungsbogen stand, würde ich auch dagegen vor Gericht ziehen. Das gibt dir leider deine Empfindlichkeit nicht zurück - dabei kannst du nur hoffen, dass evtl. die Nerven wieder durchwachsen - , aber dir steht zumindest Schadenersatz zu. Das wichtigste aber ist, dass der damit aufhört, sonst passiert das noch vielen Anderen!

      Lass mich raten: Hat er dir eine Beschneidung empfohlen und du hast das "unüblicherweise" abgelehnt? War er insgeheim deswegen sauer und meinte deshalb, trotzdem unbedingt was amputieren zu müssen?
    • Hey Zipfelmütze,

      danke für deine Antwort. Glaubst du das er mir auch etwas ankreiden kann, ich bin einfach in seinen Behandlungsraum durchgegangen als er sagte ich behandel Sie nicht mehr und habe Befürchtung das er mit einem Belästigungsvorwurf kontert. Und sowas kann ich nun wirklich gerade nicht gebrauchen.

      Nein er hat mir keine Beschneidung empfohlen jedoch einen Beschneidungs-zettel unterschreiben lassen wo er dann dick Frenulutomie als Überschrift drüber geschrieben hat. Eigentlich dumm das ich sowas unterschrieben hab aber er meinte "Ist nur ne Formalität", und man vertraut den Ärzten ja. Allein das finde ich auch eine komische Art.
    • Hallo Larscool,
      das sind Deutsch Urologen,
      man will schnell und umfassend schneiden.
      Eine gelungene OP ist abgeschnitten und zugenäht.
      Was an Folgen auf den Patienten zukommt ist nicht Sache des Operateurs.
      Ein Schuldbewustsein wird nicht gelehrt und man lässt sich JEGLICHE erforderliche Maßnahme, im Vorraus, vom Patienten (Opfer) absegnen.

      Man hat Dich nicht über Alternative Behandlungen aufgeklärt.
      Man hat Dir das Bändchen nicht durchschnitten sondern entfernt.
      Man hat optimalen Gewinn aus Deinem Problem gezogen.
      Jedes weitere Gespräch über Folgen wird abgelehnt, da solche Folgegespräche nicht bezahlt werden.

      Für eine gerichtliche Auseinandersetzung brauchst Du einen Arzt, der Deine Sicht bestätigt.
      Findest Du einen verliert Dein Urologe viel Geld.
      Nur eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

      Ich wünsche Dir alles Gute mit Deinen Problemen
    • Hey Jupidu,

      auch Dir danke für deine Worte. Ich glaube in deinen Worten steckt viel Wahrheit auch wenn ich das ganze noch nicht für wahr glauben möchte.
      Ich glaube das mir nicht das ganze Frenulum entfernt wurde da ich noch eine dünne Frenulumlinie habe (wie du im vorherigen Post am Foto sehen kannst). Ich glaube das er einfach die 6mm Gewebe entnommen hat um eine Weiterbehandlung machen zu können für den Fall das sie was entdeckt hätten (das gibt natürlich Geld). Nichtsdestotrotz legitimiert das nicht Ansatzweise das Verhalten was an den Tag gelegt wurde.

      Ich habe Ärzten wirklich vertraut und hatte nie schlechte Erfahrungen. Würdest du/ihr sagen das das eine Urologen typische Sache ist? Ich hatte einfach Pech bei dem Urologen, denn die weiteren die ich gesehen habe meinten "Ja also ich hätte Salbe drauf getan und beobachtet nicht direkt geschnitten". Und das obwohl der Urologe um den es geht sehr gute Bewertungen bei Jameda hat... :(

      Ich glaube ich entscheide mich dazu die KV über den Fall zu informieren und würde euch sicherlich nochmal Bericht erstatten.
    • Hallo Larscool,
      hinterher ist jeder schlauer und hinterher kann jeder behaupten es so nicht gemacht zu haben.
      Ich stand vor der Beschneidung und alle Urologen die ich aufgesucht haben wollten Radikal Beschneiden, ohne Ausnahme.
      Allein meine Sturheit hat mich davor bewahrt.
      Erst als ich den Termin schon vereinbart, alle Untersuchungen erledigt, alle Formulare unterschrieben hatte, am Tag vor der OP,
      habe ich einen Urologen gefunden der nicht abschneiden wollte.
      Das war letzten Montag 22.01.2018

      Ich habe eine schlechte Meinung von deutschen Urologen, deshalb versuche ich nicht so negativ rüber zu kommen.
      Aber was ich in den letzten 4 Monaten erlebt habe will ich niemandem zumuten.
      alles Gute
      jupdidu
    • Wenn ich dich da kurz korrigieren darf. Das man nur eine Narbe sieht ist kein Indikator ob was abgeschnitten wurde und wieviel. Wenn man die Hautbrücke des Frenulums quer durchschneidet und dann längs vernäht kann durchaus alles glatt und nur eine schmale Narbe zu sehen sein und dennoch hat man kein Gewebe verloren weil es eben auseinander gezogen wird. Das Gewebe was vorher die Brücke war ist quasi glatt geworden.

      Das ist ein häufiges Missverständnis was ich bei meiner Recherche um das ganze Thema mitbekommen habe. Viele Reden dann von einer Frenulektomie, aber das ist de facto nicht nachweisbar es sei denn der Arzt sagt es einem.
    • Servus LarsCool, schön wieder von dir zu hören...wenn auch das was du schreibst eher ärgerlich ist, da kann ich dich sehr gut verstehen...

      LarsCool schrieb:

      Im Laufe des Gesprächs ist herausgekommen das er bei der Frenulotomie ca 6mm Gewebe entnommen hat um es zur Pathologie zu schicken. Er hat mir gesagt das die Kassenärztliche Vereinigung das so "möchte"
      Andere mögen mich korrigieren falls ich mit meiner Sicht danebenliege...aber was der dir erzählte ist doch absoluter Bullshit. Eine histologische Untersuchung oder eine Fotodokumentation wird doch nur bei Beschneidungen verlangt, aber bei keiner Erweiterungsplastik oder Frenulumverlängerung, also eingriffen bei denen NICHTS entfernt werden muss. Mit diesen Nachweisen sollte doch eigentlich verhindert werden, dass es "Gefälligkeitsbeschneidungen" bei Kindern gibt, deren Eltern eine Beschneidung ihres Kindes ohne med. Indikation auf Kassenkosten möchten?

      Eine Gewebeentnahme war nicht ausgemacht!!! Und auch med. nicht notwendig!!! (so wie du den Fall schilderst...)

      Ich an deiner Stelle würde als erstes in diese Praxis und eine Kopie meiner Akte verlangen (müssen die dir geben, können aber einen Unkostenbeitrag für die Kopie verlangen...) Da müsste auch eine Kopie des histologischen Befundes drin sein...auch der Op-Bericht, was da genau gemacht wurde...

      Dann würde ich mich an meine Krankenkasse und an die zuständige Kassenärztliche Vereinigung wenden...und nachfragen...ist das tatsächlich so, dass in dem bei dir gemachten Eingriff eine Gewebeentnahme und Untersuchung derselbigen erforderlich ist? Und dann weiterschauen und weiterbohren...

      LarsCool schrieb:

      Ich frage mich ob ich dagegen vorgehen soll. Es würde nichts am Zustand ändern aber ich finde man kann auch nicht einfach sowas ohne Einstimmung tun
      Hab ich mich auch lange gefragt, ob ich dagegen vorgehen soll in meinem Fall...und ich mache es. Es wird nichts an meinem Zustand ändern...aber ich finde es eine bodenlose Sauerei von Ärzten, eigenmächtig an Patienten nach eigenem Gutdünken rumzuschneiden, OHNE Patienten vollumfänglich über ihr tun und die möglichen daraus resultierenden Folgen aufzuklären...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Hi Urolüge,

      gern komm ich immer mal wieder zurück um Dinge zu aktualisieren. Ich möchte meine Erfahrung und mein Wissen teilen damit es andere davor bewahrt.

      Urolüge schrieb:

      Andere mögen mich korrigieren falls ich mit meiner Sicht danebenliege...aber was der dir erzählte ist doch absoluter Bullshit.
      Das ist korrekt. Andere Urologen haben mir das bestätigt, dass die KV nichts dergleichen verlangt. Auch das die Frenulotomie eben deshalb nicht so invasiv ist weil kein Gewebe entnommen wird.

      Urolüge schrieb:

      Ich an deiner Stelle würde als erstes in diese Praxis und eine Kopie meiner Akte verlangen
      Habe ich bereits. Diagnose: Frenulum breve; OP Bericht besagt: Inzision erfolgreich durchgeführt und mit selbstauflösenden Fäden xy vernäht. Kein Hinweis auf Gewebeentnahme. Er hat mir jedoch unter mein beharrliches Fragen dann einen Zettel gezeigt wo die Pathologie bestätigt hat das sie Gewebe von mir bekamen.

      Urolüge schrieb:

      Dann würde ich mich an meine Krankenkasse und an die zuständige Kassenärztliche Vereinigung wenden
      Da bin ich momentan noch hin und hergerissen, da ich Sorge habe das er mit Belästigungsvorwürfen zurück feuert, da ich sein "Ich behandele Sie nicht weiter" nicht akzeptiert habe. Und seine Arzthelferinnen werden Ihm sicher den Rücken stärken.

      Also ganz klar stimmt hinten und vorne etwas nicht. Fakt ist jedoch das ich mich entscheiden muss das ganze weiter Nachzugehen oder meinen inneren Frieden mit der Situation abschließe.
    • Ich fürchte, das mit dem inneren Frieden klappt nicht, so lange du immer wieder daran erinnert wirst, dass dir jetzt unnötigerweise etwas fehlt.

      Den Wisch von der Pathologie solltest du unbedingt (am Besten schriftlich) einfordern. Dass er den "vergessen" hat, zeigt ja m. E. schon, dass er ein schlechtes Gewissen hat. Wenn er den nicht rausrückt, macht er sich schon mal strafbar. Dann kannst du den aber direkt von der Pathologie anfordern. Wo das ist, sollte herauszufinden sein.
    • Hi Zipfelmütze,

      ich finds großartig das du bei dem Thema so leidenschaftlich mit diskutierst. Es ist ein doppelschneidiges Schwert, da ich natürlich froh bin nun die gesamte Wahrheit zu kennen, aber unglücklicher das jetzt der Gedanke "Mir wurde unnötig was entfernt, auch wenn es nur 6mm sind" mir zu schaffen macht. Fakt ist jedoch das ob ich dagegen vorgehe oder nicht dies nicht mehr zu ändern ist. Ich überlege jetzt halt ob ich vll eher mit der Sache abschließen kann das ich die Energie jetzt in mögliche professionelle Hilfe suche (Psychologen) oder eben KV informiere und den Arzt vor den Pranger stelle.

      Recht haben ist definitiv eine Sache, ob diese sinniger ist als möglichst schnell mit dem Verarbeitungsprozess zu beginnen eine andere.
    • LarsCool schrieb:

      die Energie jetzt in mögliche professionelle Hilfe suche (Psychologen
      Das würde ich dir auf jeden Fall empfehlen...einen guten Psychologen, der dir helfen kann das ganze was geschehen ist, zu verarbeiten und in dein Leben zu integrieren. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: umso früher umso besser, da kann sich sonst was verselbständigen...mich hat das bis zu Suizidversuchen gebracht...mitunter weil mir nicht nur Urologen, sondern auch alle Psychologen und Therapeuten die Möglichkeit das meine sexuellen Probleme durch meine Beschneidung kommen könnten abgesprochen, seien alles nur Verlust- und Kastrationsängste...

      LarsCool schrieb:

      KV informiere und den Arzt vor den Pranger stelle.

      Recht haben ist definitiv eine Sache,
      Da musst du hinspüren und für dich entscheiden: kann ich das so stehen lassen und damit abschließen...oder will ich den Arzt anprangern?

      Ich für mich habe entschieden...ich will und werde anprangern bzw. bin ich schon dabei, ich kann und will das so nicht stehen lassen. Ich will gesehen werden von den Ärzten, die mir das antaten, sie sollen sehen, was sie mir damit angetan haben!!! Wird wohl auf eine Klage rauslaufen...meine Chancen? Und Recht und Gerechtigkeit...in diesem Land eh so eine Sache???

      LarsCool schrieb:

      KV informiere und den Arzt vor den Pranger stelle.
      Das habe ich schon gemacht...die KV hat beim MDK ein Gutachten auf Behandlungsfehler in Auftrag gegeben...der Gutachter (ein Urologe) kam zu dem eindeutigen Ergebnis, dass bei mir KEIN Behandlungsfehler vorliege (obwohl ich ein Gegengutachten auf eigene Kosten machen ließ, dass dieseS MDK Gutachten in allen Punkten, alle Behauptungen sachlich und fachlich widerlegte)

      Der MDK Gutachter hat Erweiterungsplastiken und Teilbeschneidungen quasi als gleichwertig dargestellt, da es in beiden Fällen zu einer Verkürzung der Vorhaut komme... Er hat alle sensorischen Einschränkungen, Schmerzen und andere Probleme unter denen ich leide als "psychopathologische Fehlverarbeitung" hingestellt, obwohl in Aufklärungsbögen zur Beschneidung unter den möglichen Folgen und Komplikationen z.T. steht:

      „-Haut-/Gewebe-/Nervenschäden durch die Lagerung undeingriffsbegleitende Maßnahmen (z.B. Einspritzungen, Desinfektionen, Laser,elektrischer Strom) sind selten. Mögliche, unter Umständen dauerhafte F Folgen:Schmerzen, Entzündungen, Absterben von Gewebe, Narben, sowie Empfindungs-,Funktionsstörungen, Lähmungen (z.B. der Gliedmaßen)
      -Verbrennungen an der Eichel durch elektrischen Strom sindmöglich. In der Folge kann es zu störenden/schmerzhaften Narben kommen.“

      „Keine Komplikation, sondern die notwendige Folge einerkompletten Beschneidung ist die bleibende Beeinträchtigung derGefühlsempfindung beim Geschlechtsverkehr, die jedoch selten als wirklichstörend empfunden wird“

      Wenn du es versuchst, den Arzt an den Pranger zu stellen...dann sei dir bewusst, dass da die Böcke zu Gärtnern gemacht werden, und eine Krähe der anderen kein Auge aushackt...

      Aber ich bin mir sicher, dass dir alle hier im Forum nach Möglichkeit helfen werden so einen selbstgefälligen Ar... an den Pranger zu stellen...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Hi Urolüge,

      danke für deine offenen Einsichten. Es tut mir leid was Dir geschehen ist und auch wenn ich glaube das die Psyche eine gewisse Rolle bei der Verarbeitung spielt, glaube ich Dir dennoch alles was du sagst.
      Das Problem ist, dass wir ein Problem haben das eben auf medizinischer Ebene kein Problem ist. Ich habe oft versucht den Ärzten zu erklären das natürlich im Grunde "alles funktioniert", aber eben ohne Lust oder vorheriger Empfindung. Aus medizinischer Sicht versteht man das aber nicht, weil in den Lehrbüchern nunmal steht "Ah der Mann kann eine Erektion bekommen und ejakulieren, na dann ist ja alles in Ordnung".

      Das ist für mich einer der Punkte wo die Medizin versagt, da es einen Unterschied gibt zwischen Funktion und Gefühl.