Ö1: "Nur ein Stück Haut?"

    • Ö1: "Nur ein Stück Haut?"

      Dimensionen - die Welt der Wissenschaft

      Nur ein Stück Haut?
      Von Gabriele Anderl

      Im Judentum und im Islam gilt die Beschneidung von Buben als zentraler Bestandteil der religiösen Pflichten. Auch in vielen nicht islamisch geprägten Gesellschaften Afrikas ist dieser Brauch weit verbreitet. Meist als Initiationsritus, der die Aufnahme des Jugendlichen in die Gemeinschaft der erwachsenen Männer symbolisiert.
      Für Juden besiegelt die Zirkumzision, "Brit Mila", den Bund mit Gott. Sie wird am achten Tag nach der Geburt von einer speziell ausgebildeten Person, dem Mohel, der oft gleichzeitig Arzt ist, durchgeführt. Muslimische Buben werden vielfach erst später, jedenfalls aber vor Vollendung des 14. Lebensjahres beschnitten, mit oder ohne Betäubung. Sie werden mit festlichen Kostümen bekleidet, das Kinderzimmer wird für die Feier aufwendig geschmückt. - Vor allem in europäischen Ländern wird die religiös motivierte Beschneidung Minderjähriger in den letzten Jahren kontrovers diskutiert.
      Ein konkreter Vorfall in Österreich zeigt, dass bei Komplikationen rasch der Vorwurf laut wird, ein Kind werde einem medizinisch nicht notwendigen Eingriff und damit vermeidbaren Gefahren ausgesetzt. Die Beschneidung sei eine Verletzung fundamentaler Kinderrechte. Andererseits steht der Verdacht im Raum, dass dieses Argument gerade in Ländern mit einer langen Geschichte des Antisemitismus und anderer Formen religiöser Intoleranz besonders lautstark artikuliert wird.
      "Andererseits steht der Verdacht im Raum, dass dieses Argument gerade in Ländern mit einer langen Geschichte des Antisemitismus und anderer Formen religiöser Intoleranz besonders lautstark artikuliert wird."

      Ja, nee ist klar. Die lauteste Kritik kommt ja aus dem Iran und von der Hamas und der Hisbollah... :thumbsup:

      Verletzung fundamentaler Kinderrechte - andererseits - Antisemitismus.
      Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen!

      oe1.orf.at/player/20170903/485437
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Im Judentum und im Islam gilt die Beschneidung von Buben als zentraler Bestandteil der religiösen Pflichten.
      Und das in der Reihe:
      Dimensionen - die Welt der Wissenschaft
      Was haben religiöse Pflichten mit Wissenschaft zu tun? Bei Religiösen Pflichten geht es nicht um Wissen- sondern um Glaubenschaft!

      Oder ist wissenschaftlich bewiesen, dass sich ein gewisser Herr Abraham im greisen Alter von 99 Jahren ohne Brille selbst die Vorhaut amputiert hat und anschließend seine gerade mal 90 Jahre junge Frau geschwängert hat, die bis dato unfruchtbar war und dann im Alter von 175 Jahren verstorben ist?
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Boah, das war ja noch schlimmer als ich befürchtet hatte, noch schlimmer als unsere deutschen ÖR - ich habe es gleich mal verschoben - einseitiger geht kaum noch. 8o =O <X :S :rolleyes: *Brech* :wacko: :FP01 *Kotz*

      Müssen die Ösis auch Zwangsabgaben für solchen billigen Propagandaschrott bezahlen?

      Aber offenbar ging es um eine andere, beinahe tödlich verlaufene Komplikation bei einem Jungen der Bluter ist.
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Man hat ja auch nur Jungenverstümmelungs-Fans zu Wort kommen lassen und keinen einzigen Kritiker.
      Ausgewogenheit? Können wir nicht - wir können nur Meinungsmache!

      R2D2 schrieb:

      Was für ein Scheiss.

      Richtig, und um den Scheiß nachträglich zu hören soll man auch noch 39 Euro abdrücken, die haben ja einen Knall :rolleyes: :

      oe1.orf.at/programm/20170904/485495

      Garniert mit einem Bild von lehmverkrusteten schwarzen Jungen in Afrika, und dann geht es nur um Judentum und Islam.
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Andererseits steht der Verdacht im Raum, dass dieses Argument gerade in Ländern mit einer langen Geschichte des Antisemitismus und anderer Formen religiöser Intoleranz besonders lautstark artikuliert wird.
      Das beste Beispiel sind ja die USA mit Intact America, Bloodstained Men, Foreskin Pride Paraden, Jews against Circumcision, der 2011er Initiative in San Francisco.... Die USA, das Land mit einer langen Geschichte des Antisemitismus und anderer Formen religiöser Intoleranz... :rolleyes:
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Bei der Autorin scheint es sich um die Historikerin Gabriele Anderl zu handeln.
      Dieser wurde im Vorjahr der Leon Zelman Preis verliehen.
      Zelman war langjähriger Leiter des Jewish Welcome Service in Wien:

      Ihr Engagement und ihre Empathie spiegeln sich nicht nur in ihrer wissenschaftlichen Arbeit wider sondern auch in ihrem zivilgesellschaftlichen Engagement für die Menschenrechte“, so die Begründung der Jury.
      Dass Kinder auch Menschen sind und auch Rechte haben, so weit reicht ihre Empathie offenbar nicht.

      Die Auszeichnung...
      Sie ergeht an Personen, Projekte und Organisationen, die sich für Dialog, Erinnern und das Engagement gegen Rassismus und Antisemitismus verdient gemacht haben.
      Na, dann muss man natürlich auch ganz doll mit Antisemitismus!!!!einself-täterä!!! kommen, und damit kommt Anderl auch prompt.

      ots.at/presseaussendung/OTS_20…6-geht-an-gabriele-anderl

      Kritiker oder unter ihrem Verlust leidende Männer kamen nicht zu Wort, und so konnten sich Gabriele Anderl, der Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde in Wien Schlomo Hofmeister, Carla Amina Baghajati (Medienreferentin der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Religionsinspektorin, Mitglied des obersten Rates der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich) und der Kinderarzt Timothy Smolka (Gründer des jüdischen Chors in Wien - in der Sendung sangen dann auch alle wunderschön im Chor :D ) elegant und ungestört gegenseitig die Bälle zuwerfen.
      Journalismus wia in Saudi-Arabien.
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Noch ein paar Ergänzungen zu dieser Propagandasendung:


      Beide [Hofmeister und Baghajati] betonen die fundamentale Bedeutung der Beschneidung von Jungen in ihrer jeweiligen Religion zukommt.
      Und doch flammen immer wieder heftige Debatten rund um das kleine Stück Haut auf....
      Ja seltsam, über dieses "kleine Stück" bei Mädchen auch.
      Hier wird schon klar, dass die Titelfrage "Nur ein Stück Haut?" rhetorisch gemeint war. Im Sinne von Anderl & Co. ist es sogar nur ein kleines Stück Haut.
      Keine Rede von den vielfältigen Funktionen der Vor-Haut (die nicht einmal auch nur bei ihrem Namen genannt wird, keine Rede vom Frenulum, keine Rede davon, dass es sich bei dem angeblich kleinen Stück um rd. 50% der erogenen Oberfläche des Penis handelt.


      Das folgende Posting in einer Wiener Tageszeitung ist noch vergleichsweise dezent formuliert:
      "Rechtslage hin oder her - für mich ist das brutale Verstümmelung eines kleinen und völlig wehrlosen Wesens ohne jede medizinische Notwendigkeit - und so etwas wird in einer "humanen" Gesellschaft geduldet - wirklich abstoßend".
      An dieser Stelle soll sich der Zuhörer wohl wieder mal gefälligst empören - natürlich nicht über die Genitalverstümmelung von Jungen, sondern über das Posting.
      Allerdings handelt es sich objektiv um ein "kleines und völlig wehrlosen Wesen" es geschieht objektiv "ohne jede medizinische Notwendigkeit", es handelt sich bei der Amputation von sensiblem, funktionalen und gesunden Gewebe von der Genitalien von Kindern logischerweise um eine "Verstümmelung", wie "brutal" das passiert hängt von den Umständen ab.
      "Abstoßend" ist eine solche Kindesmisshandlung für alle, die Empathie für Kinder haben und die kein kulturelles Brett vor dem Kopf haben.
      Für die Vorhaut ist sie auf alle Fälle "abstoßend", für immer.

      Und dann gleich der nächste Satz, der das Postings vermtl. der Absurdität überführen soll:


      Manche Schätzungen gehen davon aus, dass fast ein Drittel der männlichen Weltbevölkerung beschnitten sei.

      Ach so, ist klar, wenn das mit einem Drittel der Jungen gemacht wird kann das ja gar nicht eine brutale Verstümmelung eines kleinen und völlig wehrlosen Wesens ohne jede medizinische Notwendigkeit sein, ist ja logisch.

      google.de/search?q=circumcisio…source=lnms&tbm=isch&sa=X

      ulwaluko.co.za/Photos.html

      Weil eine eine brutale Verstümmelung ja nur mit 1/15 der kleinen und völlig wehrlosen weiblichen Wesen gemacht wird.


      ....oder einfach auch hygienischen Gründen.
      Was die Seife für dieses "kleine Stück Haut" kostet! Und das Wasser! Sollte man die Ohren nicht auch gleich..? Und bei Mädchen, all diese Hautfalten da unten, was sich da alles ansammeln kann!
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Ich denke, es ist deutlich geworden, dass es sich hier um eine gezielt tendenziöse Sendung handelt.
      Eine faktenbasierte und Empathie für die Opfer empfindene Sichtweise soll verhindert und generell delegitimiert werden.

      Das ist reaktionär und klingt als sei die Welt irgendwann im letzten Jahrhundert stillgestanden.

      Über so etwas Hilfloses kann man nur den Kopf schütteln.

      Informationen lassen sich nicht aufhalten.
    • Ob dem Kind mit dem Eingriff Schmerz zugefügt wird Schlomo Hofmeister, Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde in Wien sieht gerade bei der frühen Beschneidung, wie sie im Judetum üblich ist keinen Grund zur Sorge.
      "Wenn es korrekt durchgeführt wird - das ist immer die Voraussetzung, dass die Beschneidung korrekt durchgeführt wird und auch die Bandage korrekt gelegt wird, hat da Kind bereits wenn die Bandage gelegt wird meistens keine Schmerzen mehr und schläft ein oder trinkt bei der Mutter und ist ruhig.

      Kein Wort von Betäubung, kein Wort, dass dem Jungen Alkohol verabreicht wird.
      Kein Wort von hochrotem, schmerzverzerrten Gesicht und minutenlangem fortissimo-Gebrüll.


      Schlomo Hofmeister geht davon aus, dass mehr als 99% aller jüdischen Männer beschnitten sind.
      Noch mehr? So 99,99%?

      Seltsam Michael Brenner, der sich auf dem Gebiet eigentlich auskennen sollte schätzte, "dass die Mehrheit der Juden in Deutschland nicht beschnitten ist"


      Abraham... der Gemäß der Überlieferung im Alter von 80 Jahren...
      Mal 80 Jahre, mal 99 Jahre, ach, was weiß man schon genau... Hauptsache, kaputt machen!

      Hofmeister schrieb:

      Der Mohel...hat..ausgebildet zu sein... um die Beschneidung sowohl entsprechend den medizinischen Standards als auch gemäß der jüdischen Vorschriften korrekt durchführen zu können"
      Et voilà, die Quadratur des Kreises!
      Zumal die "jüdischen Vorschriften" auch noch je nach Fraktion unterschiedlich gesehen werden. Z.B. "natürlich ohne Betäubung!" oder mit "oral suction"....

      Der Wiener Politikwissenschaftler und Islamexperte Thomas Schmiedinger...übte in einem Kommentar in der Wiener Zeitung heftige Kritik an dem, was er atheistischen Fundamentalismus nennt.
      So kann man Dinge auch auf den Kopf stellen!
      Wenn etwas "fundamentalistisch" ist, dann die bronzezeitliche Tradition, gesunden Kindern die Genitalien zu verstümmeln in der heutigen Zeit noch durchzuführen.

      Die "männliche" Beschneidung werde von den neuen Atheisten dazu missbraucht, Juden und Muslime zu diabolisieren.
      Atheisten? Wenn 70% der Deutschen BGM verboten sehen wollen und ca. 2/3 der Deutschen religiös sind braucht man keine höhere Mathematik um zu kapieren, dass die Jungenverstümmelung auch von der Mehrheit der religiösen Deutschen abgelehnt wird.

      Wenn etwas "diabolisiert" wird, dann die Vorhaut. Mit allen Mitteln.

      Sie würden dabei an Jahrhundertealte antisemtische Stereotype von angeblich blutrünstigen und archaischen Praktiken dieser Religionen anknüpfen.
      Ja freili, diese "hochaktuelle" alte Klamotte von den geschlachteten Christenkindern (blood libel) darf nimmermehr fehlen!

      Und natürlich muss der auch von Juden kritisierte Holocaust-Vergleich von Ariel Muzicant wieder aufgewärmt werden, man ist sich für nichts zu schade bei Ö1:

      Ein Beschneidungsverbot wäre der Versuch einer neuerlichen Schoa, einer Vernichtung des jüdischen Volkes gleichzusetzen, nur dies mal mit geistigen Mitteln.
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Man kommt aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus ob so viel Ignoranz und bewussten Falschaussagen.
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Naja man kennt das doch.
      Dieses bewusste Wegschauen und im eigenen "Toleranz"-Gefühl masturbieren.
      Dabei die Stirn runzeln und sich als Bewahrer von Werten aufspielen. Und ausblenden, auf welchem Rücken das alles ausgetragen wird.

      Damit meine ich die zuständige Redaktion.

      Dass religiöse Lobbyisten ihre Thesen aufstellen und dabei vor keiner (Selbst-)Manipulation zurückschrecken, ist nichts Neues.
    • Es war noch viel unterirdischer als ihr euch vorstellen könnt!

      Nach meinem Empfinden ging es in der Sendung darum, die Jungenverstümmelung als "unabdingbar" hinzustellen (alles was mit der jüdischen oder muslimischen BGM zu tun hat, wird mit einer beschwingten, fröhlichen, geradezu euphorischen Stimme vorgetragen), ganz besonders aber darum, die Befürworter kindlicher genitaler Autonomie in möglichst drastischer Weise zu diffamieren.

      Allerdings haben die mir mit ihrem Javashit mitten drin den Browser weggeschossen, und da ich immer einige tausend Tabs geöffnet habe ^^ dauerte es lange, bis der wieder hoch kam. So konnte ich einen Teil der Unterstellungen gar nicht aufzeichnen.

      "...und Schächten. In beiden Fällen"..."Heute ist es auch nicht mehr so modern, sich als Antisemit zu geben, weil man kann sich dann als Anti-Moslem ausgeben und das kommt viel besser an in der Öffentlichkeit."
      2012 war die Debatte von Deutschland auch auf Österreich übergeschwappt, wo sie ebenso polarisierte.
      Seht her, das kommt alles von den Piefkes! Und polarisieren ist doch schlecht, böse, oder?

      Carla Amina Baghajati vom obersten Rat der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich meint dazu:

      Baghajati schrieb:

      Ich würde mir wünschen, dass gerade auch in Europa, wo man stolz auf den Wert der Aufklärung ist man erkennt, dass zum Aufgeklärtsein auch gehört, dass es keinen Aufklärungsfundamentalismus geben darf im Sinne von "Religion ist am besten in der Mistkübel der Geschichte"

      Ebenso hat vermutlich vor 400 Jahren die Kurie reagiert, als Galileo Galilei keck behauptete, die Erde bewege sich um die Sonne. Und später, als Darwin mit der Evolutionstheorie kam...

      Das reale Leben ist kein Wunschkonzert, aber wenn Baghajati sich was wünscht kann ich mir ja auch was wünschen:
      Ich würde mir wünschen, dass Baghajati aufhörte Feindbilder an die Wand zu projizieren, die es so gar nicht gibt. Dass sie es schaffte zu differenzieren zwischen Schutz von Kindern vor Schmerz, Angst, Trauma, Verletzung auf der einen und Atheismus auf der anderen Seite.
      Und dass sie begriffe, dass Aufklärung das genaue Gegenteil von Fundamentalismus ist. "Aufklärungsfundamentalismus" ist wie " Dunkel war’s, der Mond schien helle", ein Oxymoron.

      Wie eng das Thema Beschneidung mit Vorurteilen gegen bestimmte religiöse Gruppen verflochten ist zeigen Beobachtungen des Wiener Kinderarztes Timothy Smolka im Zusammenhang mit mediziisch indizierten Beschneidungen bei Phimose also Vorhautverengungen:

      "wenn der Urologe sich das angeschaut hat und gesagt hat: "da bleibt nur noch eine Zirkumzision" bei manchen Eltern dann gehandelt wurde um jeden Millimeter, es wurde nicht ausgesprochen, aber es war ganz klar, dass sie Angst gehabt haben, dass das Kind wie ein Jude oder ein Moslem ausschaut.
      Ach, es wurde nicht ausgesprochen? Herr Smolka ventiliert hier seine anti-antisemitischen Phantasien?
      Auf die Idee, dass es den intakten Vätern klar sein könnte, dass die Vorhaut Sinn und Funktionen hat kommt der Gründer des jüdischen Chors in Wien erst gar nicht?
      Vielleicht sollte die Eltern besser eine zweite Meinung einholen bei einer angeblichen Phimose?

      Dabei werde mit ganz unverdächtigen Vokabeln wie dem Kindeswohl, Kinder- und Menschenrechten OPERIERT, doch gleichzeitig die Frage aufgeworfen, ob die Beschneidung überhaupt mit den europäischen Grundwerten vereinbar sei.

      Äh, operiert? Wer bitteschön operiert? Bzw. amputiert?
      "Doch gleichzeitig" - wo ist denn der Gegensatz?
      Sind Kindeswohl, Kinder- und Menschenrechte jetzt keine europäischen Grundwerte mehr?
      Und dass die Frage nach der Vereinbarkeit aufgeworfen wird ist "verdächtig"?

      Baghajati schrieb:

      Es gibt Vokabeln, die mir persönlich auch sehr, sehr wichtig sind, z.B. die Vokabel "Kindeswohl". Ich bin selbst im Bildungsbereich tätig und das Kindeswohl und die Kinderrechtskonvention sind mir ganz, ganz wichtige Texte nach denen ich handle und deren Rechte ich auch gesichert sehen möchte.
      Aber wenn im Diskurs die Vokabel dann in einer Weise gebraucht wird, dass sie doch eher darauf abzielt Religionsfreiheit für bestimmte Gruppen ein Stück abzugraben, dann wird es ungemütlich.

      Was mir hier verdächtig vorkommt ist das "sehr, sehr" und das "ganz, ganz" - das ist mir verdächtig dicke. Das zeugt von Unsicherheit. Wie das Pfeifen im dunklen Keller.

      Stehen einzelne Religionsgemeinschaften über dem Gesetz? Hat man nicht von der Religionsfreiheit der Zwölf Stämme ein Stück abgegraben? Ungemütlich, dass der Staat da eingegriffen hat?

      Dann wird es ungemütlich? Ungemütlich wird es für Babys, wenn das Messer durchs Fleisch gezogen wird. Das stelle ich mir sehr ungemütlich vor.
      Ungemütlich ist auch die Angst von kleinen Jungen vor der GM, sind die unvermeidbaren Schmerzen, die hypersensible Eichel, UNGEMÜTLICH! Recht ungemütlich können auch Komplikationen und Spätfolgen sein.
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Baghajati schrieb:

      ...dann wird es ungemütlich

      Wäre es nicht viel gemütlicher, wenn die Genitalien von Kindern einfach in Frieden gelassen würden?
      So wie bei annähernd 100% der Mädchen und ca. 98% der Jungen in Dänemark?
      Gelten die Dänen nicht als die glücklichsten Menschen auf der Welt?


      Genieße die kleinen Dinge im Leben
      Z.B. dieses "kleine Stück Haut"

      "Gemütlichkeit der Seele", „Abwesenheit jeglicher Störfaktoren“
      Störfaktoren wie z.B. kindliche Traumata?

      welt.de/kmpkt/article158449701…ammt-gluecklich-sind.html
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Ich musste Ö1 meine Meinung zu dieser "Wissenschaftssendung???" kund tun:

      Sehr geehrter Herr XXX,
      vielen Dank für Ihr E-Mail.
      Ihre Rückmeldung zum Thema Beschneidung haben wir gerne an die Redaktion der „Dimensionen“ weitergereicht und danken Ihnen für Ihren ausführlichen Kommentar.
      Freundliche Grüße
      Konrad Steiner

      Ö1 Service
      E-Mail: oe1.service@orf.at
      Tel.: +43/(0)1/501 70/371
      Fax: +43/(0)1/501 01/18595
      http://oe1.ORF.at


      Gesendet: Donnerstag, 07. September 2017 01:12
      An: Ö1 Service - ORF-K
      Betreff: Dimensionen Die Welt der Wissenschaft 4.9. 2017

      Bitte an Redaktion Dimensionen Welt der Wissenschaft weiterleiten Sendung vom 4. 9.

      Sehr geehrte Frau Anderl!

      Wie eine derartige Sendung in Welt der Wissenschaft landen kann ist mir schleierhaft. Die Sendung wäre für „Religion aktuell“ vielleicht mit dem Untertitel „leidvolle alte Bräuche müssen erhalten werden“ passender gewesen.

      Schon Giordano Bruno und Galileo Galilei mussten bitter erfahren, dass religiöse Weisheiten mit naturwissenschaftlichen Tatsachen wenig zu tun haben.
      Die Vorhaut ist nicht irgendein kleines Häutchen sondern der empfindsamste Teil des Penis. Die innere Vorhaut hat die größte Nervendichte der Haut des männlichen Körpers und enthält 75% der Empfindungsnerven des Penis, oder anders ausgedrückt wird durch die Entfernung der Vorhaut die sexuelle Empfindsamkeit um ¾ reduziert. So etwas ist aber nur bei Mädchen schlimm, Männer können dann einfach länger. Daher ist es ja bei Mädchen etwas ganz ganz anderes. Die haben ja schließlich das Recht auf körperliche Unversehrtheit, und Buben sind dazu da die Religionszugehörigkeit durch Genitalverstümmelung zu bekunden. Ja man kann auch mit ¼ der Empfindungsfähigkeit noch einen Orgasmus bekommen. Und als Kinder beschnittene Männer kennen es nicht anders. Das Problem ist aber, dass nun die Eichel ursprünglich inneres Organ nun zum äußeren Organ geworden ist, und die Eichelhaut individuell verschieden schnell verhornt. So werden aus 2-3 Hautschichten bis zu 16. So kommt es, dass aus länger können länger müssen wird, und dann für so manchen gar nicht mehr können folgt. Glücklicherweise halten aber Männer die nicht mehr können den Mund.

      Aber nach Ihrer Sendung wissen wir ja, das wäre nur für Frauen schlimm, weil überhaupt nicht vergleichbar. Auch wenn dieser Satz von den Beschneidungsliebhabern ständig wiederholt wird, bleibt es eine Schutzbehauptung.

      Wenn Eltern nun verlangen, dass möglichst wenig von der Vorhaut amputiert wird, so ist es nicht damit der Junge nicht wie ein Jude oder Moslem ausschaut sondern diese Eltern wissen über die Sensibilität der Vorhaut bescheid, wovon der in der Sendung zu Wort gekommene Arzt keine Ahnung hat!

      Schon der jüdische Gelehrte und Philosoph Moses Maimonides wusste bereits im 12. Jahrhundert, dass die Beschneidung der Lusteindämmung dient.
      Und es wurde auch die Routinebeschneidung in den anglophonen Ländern erwähnt, der Grund deren Einführung aber verschwiegen: Es ging darum um das Masturbieren zu unterbinden oder zumindest einzuschränken, weil das angeblich für fast alle tödlichen Krankheiten verantwortlich war. Als dieser Unsinn nicht mehr aufrecht erhalten werden konnte, machte man die Vorhaut selbst für alle tödlichen Krankheiten verantwortlich.

      Deren Amputation schützte nun fortan vor Geschlechtskrankheiten, einschließlich Aids und Beschneidungsbefürworter wollen gar nicht zur Kenntnis nehmen, dass gerade diese Krankheiten in den USA bei viel höherer Beschneidungsrate größere Inzidenz aufweisen als in Europa. Wie Sie wenigstens in diesem Fall richtig sagen, sind die diesbezüglichen Studien höchst umstritten. Nicht umstritten werden kann aber die Tatsache, dass in Sambia nach Abschluss der WHO-Beschneidungskampagne Beschnittene zu 60% mehr Neuinfektionen aufweisen als nicht Beschnittene. Die zu dieser Kampagne führende Studie vom Beschneidungsbefürworter Bertran Auvert wurde nämlich vorzeitig abgebrochen. Abgebrochene Studien gelten generell zwar nicht, aber wenn es sich um Gefälligkeitsstudie zur Beschneidung handelt ….

      Nun wurde noch behauptet dass Babys nach der Beschneidung sofort keine Schmerzen mehr haben und friedlich einschlafen. Ja manche Babys werden dabei ohnmächtig, das kann man dann als friedlichen Schlaf deuten. Schließlich passiert es ja ohne jede Betäubung und die Vorhaut ist mit der Eichelhaut verwachsen. Diese muss daher von der Eichel abgerissen werden und dann abgetrennt. Sie können das mit Fingernagelziehen vergleichen, wenn sie sich eine Vorstellung der Schmerzen machen wollen. Amerikanische Forscher haben festgestellt, dass Babys bei der Beschneidung genau so viel Stresshormon ausstoßen wie Folteropfer und schmerzempfindlicher bleiben als unbeschnittene Kinder. Amerikaner haben ja schließlich mit beidem Erfahrung. Mütter von Beschnittenen Babys berichten ganz im Gegenteil zur Behauptung in ihrem Beitrag, dass nach der Beschneidung Babys lange Trinkprobleme haben.
      Moderne Juden haben daher die Brit Shalom erfunden, eine symbolische Beschneidung.

      Andere leugnen eben die oben geschilderten Tatsachen. Jude ist man mit Geburt durch eine jüdische Mutter und nicht durch Beschneidung. Auch sind nicht 99% der Juden beschnitten, (nicht einmal in Israel!) sondern in Deutschland sind es zum Beispiel 20 %, denn in deren ursprünglichen Heimat Russland war es verboten und es wollten dann eben doch die meisten nicht nachholen.

      Im Koran steht überhaupt nichts von Bescheidung es ist ganz einfach ein vorislamischer Brauch der auf Grund mündlicher Überlieferung ausgeübt wird. Und je nach Auffassung im Gegensatz zu Ihrer Darstellung werden im Islam auch Mädchen beschnitten. In Indonesien, sind 90% der Mädchen beschnitten. Die muslimische Geistlichkeit hat dort durchgesetzt, dass Krankenhäuser auf Wunsch der Eltern Mädchen beschneiden müssen. Dabei werden Klitorisvorhaut und Klitorisspitze abgetrennt.
      Ähnliches haben in Deutschland die sich durch ein Beschneidungsverbot bedroht fühlenden Juden für Jungen in Deutschland durchgesetzt. Aber nicht wie Sie behaupten nur für gläubige Juden und Muslime sondern jeder darf seine männlichen Kinder Genitalverstümmeln lassen.
      Auch ganz straff. Dass keine Haut mehr bewegt werden kann. Man braucht dann nur behaupten es war nicht zum Unterbinden der Masturbation sondern aus gesundheitlichen Gründen. Eigene Gesetze für Religionsangehörige verstoßen gegen den Gleichheitsgrundsatz.
      In Österreich schreibt man das einfach in die Religionsgesetze.

      Und dann gibt es noch einen langen Bericht über den Beschneidungszwischenfall von einem tschetschenischen Jungen. Ganz klar, der Junge war schuld er hatte ja Hämophilie, aber die Beschneidung war in Ordnung. Ja in solchen Fällen sind nun einmal die Opfer schuld und nicht die Täter, die eine mehr als unnötige lebenslang wirkende Operation einem wehrlosen Jungen aufzwingen. Beim letzten Todesfall in Israel war übrigens auch der Junge schuld und nicht die Beschneidung.
      Also wie sie sehen, es geht nicht um das Verunglimpfen von Juden und Muslimen. Sondern es geht darum erst einmal die Wahrheit über die Beschneidung zu postulieren. Eine Änderung jüdischer Traditionen kann nur aus dem Judentum selbst kommen. Dazu ist es aber nötig die Dinge nicht einfach schön zu reden. Das gleiche gilt für Muslime.

      Mit freundlichen Grüßen
      Name
      Adresse

    • Manfred schrieb:

      mit „Ö1-7 Tage nachhören“ im Internet angehört
      Schade, der Tip kam ein paar Stunden zu spät für mich, ich hätte sie sonst noch mal komplett angehört und aufgezeichnet.
      Von der Möglichkeit wusste ich nichts, ich hatte nur das Archiv gefunden, wo man diesen Mist auch noch mit 39 € unterstützen sollte.
      Für mich gehört diese Sendung zur Dokumentation der infamen Hetze gegen Kinderrechtler in den 10er Jahren des 21. Jahrhunderts (also rund 30 Jahrhunderte nach der Bronzezeit)

      Man wird es irgendwann nämlich nicht mehr glauben wollen, dass es solche schlimmen Sendungen wirklich gegeben hat.
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)