Nur ein kleiner Schnitt - habt ihr gewusst,was gemacht wird?

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    • Nur ein kleiner Schnitt - habt ihr gewusst,was gemacht wird?

      Guten Tag,
      mich würde mal interessieren, ob ihr als Kind gewusst habt, was da bei der OP gemacht werden soll, bzw muss?

      Ich war einer der wenigen Kinder, die wirklich Phimose hatten: Grob kann ich mich noch erinnern, dass ich als Kind eigentlich nie wirklich interessiert war da unten rumzuspielen, weil es kaum ging und weh getan hat. Irgendwann später war ich doch bei Doktorspielen dabei und habe da das erste mal bei anderen gesehen, dass man die Vorhaut zumindest bisschen zurückziehen kann. Ein älterer Junge war dann der erste, der gesagt hat, dass das viele Jungen haben und es bei manchen dann operiert werden muss, mehr hat er aber auch nicht gewusst.
      Ich habe dann natürlich versucht die Vorhaut trotzdem zurückzuziehen, um nicht operiert werden zu müssen, was es nicht besser gemacht hat: es hat geblutet, ich hatte starke Schmerzen und anschließend dann auch noch Probleme beim Pinkeln.

      Lange Zeit ist dann nichts mehr passiert und der Zustand war mehr oder weniger normal für mich, bis ich dann einen stationären Krankenhausaufenthalt hatte: Ich musste zeitweise in eine Flasche pinkeln und dabei ist einer Krankenschwester aufgefallen, dass ich recht lange brauche und einen sehr dünnen Strahl habe. Sie hat mich darauf angesprochen, aber ich habe mir dabei nicht viel dabei gedacht. Am nächsten Tag wurde dann bei mir auch "unten" kurz daraufgeschaut und Fragen dazu gestellt und am Ende hieß es dann: "Da werden wir einen kleinen Schnitt machen müssen, ist aber nicht schlimm". Ich habe in dem Moment garnicht so bewusst wahrgenommen, was damit eigentlich gemeint ist.

      Da ich am nächsten Tag sowieso eine OP hatte, wurde dazu dann auch nichts mehr zu dem Thema gesagt und am nächsten Tag wurde ich beschnitten. Bemerkt und realisiert habe ich das dann erst, als ich zum ersten mal Pinkeln musste: Ein dicker Verband um meinen Penis und vorne hat so ein "rosa Ding" herausgeschaut. Ich konnte das erste mal wieder normal Pinkeln, was zwar schön war aber schon da plagten mich die Gedanken, was da genau gemacht wurde und wie das wohl aussieht, irgendwie war mir das unangenehm.
      Traurige gewissheit hatte ich dann, als das erste mal der Verband gewechelt wurde und ich meine komplett freie Eichel sehen konnte ... .
    • Ich wusste auch nichts, nur dass ich ins Krankenhaus muss. Ich war 4 oder 5. Mir wurden auch gleichzeitig die Mandeln raus genommen, das wusste ich und das stand auch klar im Vordergrund für alle. Ich erinnere mich noch an einen Arzt Besuch mit meiner Mutter. Ich kannte den Arzt nicht. Nach dem Warteraum ging es in einen kleineren Warteraum der zwischen zwei Türen lag, das war winzig und ich hab mich unter einer Bank versteckt, was meine Mutter nervte. Ich war ein sehr ruhiges Kind, hab nie große Aufstände gemacht, aber als der Arzt anfing zu versuchen meine Vorhaut zurück zu ziehe, hab ich ganzschön losgelegt, für meine Verhältnisse zumindest. Dann haben sie gesehen, dass das anscheinend weh tut. Von da an muss es wohl ein klarer Fall gewesen sein, die Vorhaut muss ab, komplett. Die Art der Beschneidung war "normal" oder "high and tight", ich bin mir da nicht sicher. Mein Großvater meinte danach einmal ganz besorgt in einem Gespräch mit einer Bekannten, dass "zu viel abgeschnitten" wurde. Sonst hat darüber niemals jemand ein Wort verloren. Der Anblick und die Schmerzen danach haben mir überhaupt nicht gefallen. Zuhause gab's dann noch sehr unangenehme Verbandswechsel. Ich bin mir sicher, dass das ganze ganz schön was mit mir gemacht hat. Meine ersten Erfahrungen mit meinem Penis basieren darauf, dass "etwas nicht stimmte", das etwas "gemacht" werden musste. "Etwas", das Schmerzen, Scham und Unwohlsein hervorgerufen hat. Mein Penis war pathologisch "nicht in Ordnung". Ich denke, dass dies die Wurzel meiner späteren, und noch klar existenten, sexuellen Probleme ist.
    • Da ich mich als Erwachsener freiwillig beschneiden lies, wusste ich zumindest grob was gemacht wird. Mangels Internet konnte ich mich aber nicht wirklich informieren und mir war nur die Mär von der angeblich besseren Hygiene, Optik... bekannt.
      Mangels richtiger Aufklärung durch den Urologen über die Folgen und die Art der Beschneidung (Frenulum wurde komplett entfernt, ohne mein Einverständnis), könnte man aber schon davon sprechen das ich nicht wusste was gemacht wird.
      Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen, bleibt es trotzdem eine Dummheit. (Anatole France)
    • Nein, habe ich nicht gewusst.
      Ich wusste nichtmal das ich Operiert werde, schon garnicht wo und warum.
      Ich glaubte, soweit ich mich erinnere, an eine normale Untersuchung bis zur Vollnarkose.
      Als ich aus der Narkose aufwachte kann ich mich daran erinnern, das ich auf Toilette musste.
      Da bekam ich aber gesagt, das ginge jetzt nicht und ich müsste warten. Da ich aber nicht warten wollte hieß es, ich darf ausnahmsweise in die Hose machen. Ich bin heute selbst noch überrascht, dass ich mich an dies alles erinnern kann. Ich war ja erst 6 Jahre alt.
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      Ich wurde erst mit 14 teilbeschnitten. Ich wusste aufgrund des Alters schon, was auf mich zukam. Bzw. habe ich mir meine eigenen Vorstellungen gemacht, wie es wohl wird.
      Seitens meiner Eltern wurde der Eingriff eher bagatellisiert, weil es ihnen genauso wie mir peinlich war darüber zu sprechen.
      "Es wird ja nicht alles weggemacht", "dann hast du wenigstens keine Probleme mehr" waren so die Standard-Tröstungen, wenn ich das Gespräch gesucht habe.
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      Hallo onka92,
      wie geht es Dir denn heute damit? Wie fühlst Du Dich?
      Bitte fühl Dich nicht gedrängt und antworte nur, wenn Du magst!
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
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      Ich hätte meine Vorhaut natürlich noch gerne, habe aber heute keine Probleme damit.
      Heute bin ich meinen Eltern sogar fast dankbar, dass sie sich als ich klein war, nicht weiter gekümmert haben. Klar, war ich sauer, als ich operiert wurde, weil ich dachte, das hätte ich alles schon hinter mir haben können. In dem Alter ist das schon kein Zuckerschlecken gewesen.
      Dennoch kann ich von mir sagen, dass ich jeden Schritt selber entscheiden konnte und ich weder von Ärzten noch Eltern gedrängt wurde, etwas zuzulassen, was ich nicht wollte.
      Das wird mir umso mehr bewusst, wenn ich lese, wie manche wirklich darunter leiden, wenn sie sehr früh beschnitten wurden.