4 Jahre danach geht nichts mehr

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    • 4 Jahre danach geht nichts mehr

      Hallo,
      ich bin neu im Forum. Kurz zu meiner Situation. Ich habe mich Ende 2012 auf Anraten des Urologen beschneiden lassen. Grund waren Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Ich war schon 58, er meinte, das wird mit dem Alter nicht besser. Zu 50 % würde die OP also irgendwann sowieso notwendig sein. Ich hatte schon früher manchmal Schwierigkeiten beim Zurückziehen der Vorhaut gehabt, auch beim GV, so dass ich ihm seine Begründung abnahm. Er würde nur soviel wie nötig schneiden, ich solle aber unterschreiben, dass er die 'Vorhaut notfalls auch vollständig entfernen könne. ich habe, naiv wie ich war, zugestimmt.
      Ergebnis: die Vorhaut wurde vollständig entfernt. Nach der OP sagte der Urologe, dass eine Entzündung vorgelegen hätte, welche die Schmerzen verursacht hätte.
      Der letzte GV war vor knapp zwei Jahren. Ein letzter missglückter Versuch. Erst in der letzten halben Minute spürte ich etwas. Davor nur "Arbeit", um das Ziel, den Orgasmus zu erreichen. Absolut frustrierend, kein Vergleich mit früheren schönen gemeinsamen Erlebnissen.
      Inzwischen geht garnichts mehr. Es gibt keine sexuelle Empfindung mehr, nur noch schmerzhafte Emfindungen in der Eichel. Wie eine Überreizung. Absolut frustrierend: wenn es schön und nah ist in der Beziehung, stehe ich vor einer Wand. Ich wache dann nachts auf, habe sexuelle Träume, aber keine Lustgefühle, nur Druck. Onanieren geht nicht mehr. ich kann wegen dem inneren Druck nicht mehr schlafen. Eine Weile halfen noch Pornos zum Abreagieren des Drucks, aber es wird mühsamer.
      Eigentlich wollte ich nach einem Rat für einen geeigneten Arzt für eine Beratung fragen. Ich wohne in Potsdam, Berlin wäre auch möglich.
      Allerdings habe ich hier im Forum nichts gefunden, was man bei einer vollständigen Entfernung der Vorhaut machen könnte. Was soll da verlängert werden können, wenn nichts mehr da ist?

      Zusatz zum Schluss: ich habe das Problem eine Weile verdängt, jetzt kommt es langsam hoch. Als totaler Frust und Wut. Am liebsten würde ich den Urologen verklagen. Auf der Grundlage der nicht vorhandenen Beratung. Nichts stand in dem zweiseitigen Aufklärungsblatt. Und dieses Nicht-Aufklären geht jeden Tag weiter. So dumm wie ich war, werden jeden Tag andere Männer in die Frustration getrieben.
      Dummerweise habe ich keine Rechtsschutzversicherung, die mir solch eine Klage finanzieren würde. Hat das schon jemnd versucht?

      Soweit erstmal.
      Koala
    • Hallo Koala,
      willkommen bei uns im Forum! (welcome)
      Immer wieder dasselbe, es ist zum Haareraufen!
      Natürlich können wir hier die medizinische Seite nicht beurteilen und einschätzen, ob die Vorhautamputation bei Dir tatsächlich nötig war, oder nicht. Die Tatsache, dass Du so schlecht aufgeklärt worden bist, spricht aber für sich. Leider.

      Einen geeigneten Arzt in Deiner Nähe kann ich Dir bedauerlicheweise nicht nennen, da wirst Du wohl selber suchen müssen.
      Wo ich Dir (zum Glück) widersprechen kann, ist dieser Punkt:

      Koala schrieb:

      Allerdings habe ich hier im Forum nichts gefunden, was man bei einer vollständigen Entfernung der Vorhaut machen könnte. Was soll da verlängert werden können, wenn nichts mehr da ist?
      Es ist ja nicht "nichts" mehr da, sondern Du hast ja noch Schafthaut. Und diese Haut kannst Du verlängern und für Eichelbedeckung sorgen. Denn Deine Eichel dürfte nach gut 4 Jahren ziemlich trocken sein, rauh und unempfindlicher. Stimmts?
      Diesen Zustand kannst Du verbessern. Das ist doch schon einmal was, oder?
      Deine innere Vorhaut mit ihrer Empfindlichkeit ist und bleibt jedoch weg, da hast Du recht.

      Hast Du schon mal darüber nachgedacht, eine Psychotherapie zu machen?
      Damit meine ich nicht, dass Du Dir Deine Probleme nur einbildest, sondern ich könnte mir vorstellen, dass Dir so eine Therapie helfen kann, mit Deiner Situation besser umzugehen.
      Was denkst Du darüber?
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Koala schrieb:

      Ich wache dann nachts auf, habe sexuelle Träume, aber keine Lustgefühle, nur Druck.
      Auch von mir herzlich Willkommen im Forum.

      Dass Du keine "Lust" bzw. Libido mehr hast, klingt nachvollziehbar. Weguer hat Dir ja bereits die Möglichkeiten aufgezeigt, was man hier vielleicht noch "physisch" retten kann.

      Leider gilt in der Sexualität auch der Satz "Use it or lose it" (Zitat: Prof. Schnarch). In Deinem Fall ergibt sich hier aber gegenwärtig eine Abwärtsspirale, die es in eine Aufwärtsspirale zu ändern gilt. Der Vorschlag von Weguer bezüglich einem Therapeuten halte ich daher auch für sinnvoll.

      Normalerweise kann aber ein Urologe am besten beurteilen, wie Dir geholfen werden kann. Nach dieser Negativerfahrung wird es für Dich aber schwer sein hier wieder bei jemanden Vertrauen zu fassen und schlicht und ergreifend findet man ja auch nicht einfach auf die Schnelle einen guten Urologen. Hast Du übrigens gewusst, dass es auch niedergelassene Urologinnen gibt. Je nachdem wie man gestrickt ist, tut man sich hier mit "so einem Problem" leichter.

      Davon abgesehen wäre aber auch der Hausarzt ein passender Ansprechpartner, sofern man diesen gut kennt und ihm absolut vertraut.

      Deine Überlegungen diesen Urologen zu verklagen, der Dir das angetan hat, kann ich gut nachvollziehen. Ob eine Rechtschutzversicherung bei den geringen Erfolgsaussichten einspringen würde, wage ich zu bezweifeln (Einwilligung). Die andere Frage ist aber, was es Dir bringt bzw. was es mit Dir anrichtet, wenn Du Dich zu sehr mit dieser Frage beschäftigst. Dein Blick muss ja schließlich nach vorne gehen, wenn es wieder aufwärts gehen soll.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Weguer schrieb:

      Es ist ja nicht "nichts" mehr da, sondern Du hast ja noch Schafthaut. Und diese Haut kannst Du verlängern und für Eichelbedeckung sorgen. Denn Deine Eichel dürfte nach gut 4 Jahren ziemlich trocken sein, rauh und unempfindlicher. Stimmts?
      Danke, das war mir nicht klar. Besser als nichts und der jetzige Zustand allemal.

      Weguer schrieb:

      Einen geeigneten Arzt in Deiner Nähe kann ich Dir bedauerlicheweise nicht nennen, da wirst Du wohl selber suchen müssen.
      Bevor ich die Nadel im Heuhaufen suche, wollte ich doch mal fragen, ob nicht Betroffene aus Berlin mir raten können. Gibt es da jemand draußen im All?

      Weguer schrieb:

      Hast Du schon mal darüber nachgedacht, eine Psychotherapie zu machen?
      Damit meine ich nicht, dass Du Dir Deine Probleme nur einbildest, sondern ich könnte mir vorstellen, dass Dir so eine Therapie helfen kann, mit Deiner Situation besser umzugehen.
      Was denkst Du darüber?
      Habe ich auch vor. Anfangs hatte ich sogar gehofft, es ist vielleicht vorrangig ein psychosomatisches Problem, weil ja so viele Beschnittene - scheinbar - keine Probleme damit haben. Ich hatte auch die Vermutung, dass durch die Amputation so etwas wie ein Phantomschmerz vorliegt, der sich meldet, wenn sich erotische Gefühle melden. Was man ja vielleicht beheben könnten irgendwie...

      NoCut schrieb:

      Deine Überlegungen diesen Urologen zu verklagen, der Dir das angetan hat, kann ich gut nachvollziehen. Ob eine Rechtschutzversicherung bei den geringen Erfolgsaussichten einspringen würde, wage ich zu bezweifeln (Einwilligung). Die andere Frage ist aber, was es Dir bringt bzw. was es mit Dir anrichtet, wenn Du Dich zu sehr mit dieser Frage beschäftigst. Dein Blick muss ja schließlich nach vorne gehen, wenn es wieder aufwärts gehen soll.
      Der erste Teil meiner Frage ist nur theoretisch, weil ich nicht die Voraussetzungen habe dafür, sprich das Geld. Allerdings ist es nicht nur ein Frustgedanke. Insofern war meine Frage real, ob es schon jemand versucht hat. Weil: es geht ja nicht um den einzelnen Arzt, sondern um die in der Branche (Urologenverband o.ä.) üblichen Beratungsformulare, die nichts von diesen "Nebenwirkungen" bzw. Funktionen der Vorhaut darlegen. Eine Klage wäre m.E. sinnvoll und notwendig, um sich stellvertretend für zukünftige Männer und Jungen gegen diese Praxis zu wehren und dort praktische Änderungen zu fordern. Ich hatte ja auch gegoogelt beim Urologenverband o.ä., da war ebenfalls nichts zu finden an Hinweisen. Es wäre auch ein Schritt, das Thema wieder in die öffentliche Diskussion zu bringen. In der Öffentlichkeit ist ja dieses Thema überhaupt nicht bekannt. Von dem Kölner Urteil hatte ich sogar gelesen, ein halbes Jahr vor meiner Beschneidung, das hat bei mir aber nicht ein Wissen über die Funktion der Vorhaut gebracht. Selektive Wahrnehmung eben, als damals Nichtbetroffener nur die politische Ebene gelesen...

      Danke, Weguer und NoCut, für Eure ersten Anregungen. :)

      Gruß Koala
    • Ich habe gleich nochmal nachgesehen, wo ich mich damals im Internet informiert hatte: urologenportal.de/patienten/pa…atgeber/beschneidung.html.
      Zwei wesentliche "Informationen" dort:
      "...Im Erwachsenenalter wird eher eine komplette Beschneidung empfohlen, da eine unvollständige Beschneidung das Risiko birgt, dass es an der Nahtstelle der OP durch Narbenbildung erneut zu einer Engstelle kommt. Es besteht somit das Risiko, das eine weitere OP, diesmal mit vollständiger Entfernung der Vorhaut notwendig ist.

      Hat die Beschneidung Auswirkungen auf das Liebesleben?
      Manche
      Männer berichten über verstärkte Höhepunkte beim Geschlechtsverkehr
      (Orgasmen). Auch vermehrte Ausdauer beim Geschlechtsverkehr wird
      angegeben.
      Verantwortlich: Deutsche Gesellschaft für Urologie, Berufsverband der Deutschen Urologen.

      Oder netdoktor.de/krankheiten/phimose/op/:
      Die Gefahr der Narbenbildung besteht besonders bei nicht vollständiger Beschneidung und bei Erweiterungsplastik – also bei operativen Eingriffen, bei denen die Vorhaut zumindest teilweise erhalten bleibt. Die Narbenbildung kann zu funktionellen Störungen führen und den Betroffenen psychisch stark belasten. Die Vernarbungen können auch im Rahmen des Wachstums auftreten, wenn die narbige Vorhaut nicht entsprechend mitwächst. Dann kann eine sekundäre Phimose entstehen. Dies macht eventuell eine weitere Phimose-OP notwendig. Bei einer kompletten Entfernung der Vorhaut besteht dieses Risiko praktisch nicht.


      Diese Quellen werden als erste bei Google genannt. Für die Dummern Nichtbetroffenen die übliche Falle. Macht das nicht Sinn, dagegen mal vorzugehen?

      Natürlich bringt mich das persönlich jetzt nicht weiter.... *Kotz*
    • Koala schrieb:

      Bevor ich die Nadel im Heuhaufen suche, wollte ich doch mal fragen, ob nicht Betroffene aus Berlin mir raten können. Gibt es da jemand draußen im All?
      Ich kenne zwei Betroffene aus Berlin. Ich kann die gerne fragen, möcht aber nichts versprechen.

      Koala schrieb:

      Insofern war meine Frage real, ob es schon jemand versucht hat.
      Ich kenne da jemanden. Ich kann ihn gerne mal fragen... ;)

      Koala schrieb:

      Diese Quellen werden als erste bei Google genannt. Für die Dummern Nichtbetroffenen die übliche Falle. Macht das nicht Sinn, dagegen mal vorzugehen?
      Ja, die qualitativ hochwertige Aufklärung der Urologen... *Brech*
      Nun ja, ich denke, das wird zumindest schwierig. Denn diese Texte sind ja zumindest geschickt formuliert. Dir wird ja nichts versprochen oder garantiert, es heißt ja nur, dass "beschnittene" Männer (damit) angeben, sie hätten besseren Sex.
      Bzw. es wird nur ein Teil der Wahrheit gesagt, nämlich dass sich die Narben zusammenziehen und erneute Probleme verursachen können. Dass es aber eine sehr gute Alternative gibt (Vorhautplastik, Dorsal Inzision, Triple Inzision) wird einfach verschwiegen. Und das ist ja nicht gelogen.
      Hier hilft nur, aufzuklären. Immer und immer wieder.
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Ich denke, die Aussagen sind einfach zu allgemein gehalten. Natürlich ist es naheliegend, dass jemand, der vorher eine starke Phimose hatte nach einer am besten noch high-Beschneidung "stärkere Orgasmen" hat, oder? Blöd halt, wenn die Ausgangslage eine andere ist und die Beschneidungsart noch dazu.
      Und dass "länger können" auch "nicht kürzer können" inkludieren kann, versteht sich irgendwie von selbst, oder? :>


      Was mir in deinem Posting - mal ganz abgesehen von den körperlichen EInbußen - auffällt, ist die "Arbeit" mit Ziel Orgasmus. Vielleicht hilft es, da mal vom zielgerichteten Gerammel (sorry) wegzukommen und mehr den Weg als Ziel zu sehen. Also nicht mal das Gefühl am Penis selbst, sondern das ganze Drumrum. "Anleitungen" dazu, das irgendwie gedanklich/emotional hinzukriegen, kannst du vermutlich effizienter bei postpartalen Frauen finden als in Männerforen. ;)
      Ich selbst hatte jetzt nicht grade das Problem so stark, aber ein Dammschnitt mit 2 Scheidenrissen und natürlich erst mal üblicher Beckenbodenbelastung sind jetzt auch nicht grade der Burner, was die Orgasmusleichtigkeit angeht. Und genug, um zu wissen, dass "Orgasmusjagd" der Frustbringer schlechthin sein kann.
    • Weguer schrieb:

      Natürlich können wir hier die medizinische Seite nicht beurteilen und einschätzen, ob die Vorhautamputation bei Dir tatsächlich nötig war, oder nicht.
      Im Nachhinein ist mir erst klar geworden, dass die Ursache ganz woanders lag: die Beziehung war durch äußere Umstände seit längerem belastet, was sich natürlich auch sexuell bemerkbar machte. Der Körper reagierte mit Abwehr. Was für fast jede Krankheit zutrifft, dass es einen seelischen Anteil gibt, trifft natürlich auch hier zu. Was von den Urologen natürlich völlig unbeachtet bleibt.

      schluppi schrieb:

      Was mir in deinem Posting - mal ganz abgesehen von den körperlichen EInbußen - auffällt, ist die "Arbeit" mit Ziel Orgasmus. Vielleicht hilft es, da mal vom zielgerichteten Gerammel (sorry) wegzukommen und mehr den Weg als Ziel zu sehen. Also nicht mal das Gefühl am Penis selbst, sondern das ganze Drumrum. "Anleitungen" dazu, das irgendwie gedanklich/emotional hinzukriegen, kannst du vermutlich effizienter bei postpartalen Frauen finden als in Männerforen.
      Wenn die Eichel wehtut, macht es einfach keinen Spass. Da ist nichts mit "der Weg ist das Ziel". Ziel nur deshalb, um wenigstens einen positiven Abschluss hinzukriegen. Dummerweise ist der Mann viel stärker von seiner einzigen wirklich erogenen Zone abhängig als die Frau. Bei mir ist es jedenfalls so...

      Weguer schrieb:

      Nun ja, ich denke, das wird zumindest schwierig. Denn diese Texte sind ja zumindest geschickt formuliert. Dir wird ja nichts versprochen oder garantiert, es heißt ja nur, dass "beschnittene" Männer (damit) angeben, sie hätten besseren Sex.
      Bzw. es wird nur ein Teil der Wahrheit gesagt, (...) Und das ist ja nicht gelogen.
      Hier hilft nur, aufzuklären. Immer und immer wieder.
      Sorry, warum so vorsichtig? Auch das Unterschlagen von Fakten wäre für mich als Irreführung der Patienten und insofern unverantwortlich zu werten, oder? Ein Forum wie dieses oder Dein Buch erreicht eben die Betroffenen erst, wenn es zu spät ist. Ich denke, ohne aktiven Widerstand, sprich Klagen gegen diese massive Fehlinformation durch Betroffene wird sich nichts tun.

      Gruß Koala
    • Um Missverständnissen vorzubeugen:
      Ich habe in meinem letzten Posting das vorweg genommen, was "die Verteidigung" sagen würde oder wird.
      Inhaltlich bin ich exakt auf Deiner Linie. Ohne empfindlichen Schuss vor den Bug - und da sprechen wir zuallererst vom Geldbeutel der Herren und Damen Kurpfuscher - passiert so schnell nichts Gravierendes. Aber dieser Schuss wird verdammt schwierig, weil der Gegner stark und gewappnet ist. Und deshalb setze ich vornehmlich auf Aufklärung.
      Aber wie gesagt, ich würde mir nichts sehnlicher wünschen, als dass ein Betroffener seinen Metzger von hier bis nach Timbuktu und zurück verklagt, dem eine empfindliche Strafe verpasst wird und daraufhin eine Flut ähnlich erfolgreicher Klagen folgt.
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    • Uff, jetzt musste ich aber erst mal schlucken. Also ein Mangel an Schmerzhaftigkeit ist sicher nichtvdie Basis meiner Antwort gewesen bei einem Dammschnitt, also 3-4cm Schnitt durch Haut UND Muskelschicht, genäht, und zwei Rissen in der Scheide, einer links, einer rechts, ebenfalls genäht.

      Das mit der Abhängigkeit von der erogenen Zone raffe ich nicht. Also "meine Männer " fanden den Rest jetzt nicht überflüssig oder nutzlos. ;)

      Arbeitskollegen haben allerdings neulich auch mal gesagt, dass bei Schmerz direkt tote Hose sei. Da wäre man als Frau ja echt angeschmiert. :> Andererseits berichten Phimosebetroffene oder Männer mit kurzem Bändchen oder natürlich auch von Beschneidung negativ betroffene Männer durchaus von - ich sag mal - dennoch lohnenswertem Liebesleben. Also kann es ja nicht so absolut sein.



      Für Klagen müssen sich halt Betroffene zum Klagen durchringen.
    • Kann mir jemand helfen, einen Einstieg in die praktische Umsetzung zu machen? Die Links bei den FAQs führen zu lauter englischsprachigen Angeboten, mit denen ich wenig anfangen kann. Ich habe so schon Schwierigkeiten mit all den kleingedruckten Produktinformationen, und dann noch auf Englisch. Gibt es keinen deutschen Führer durch den Dschungel oder ist das das Eintrittsgeld in den Club?
      Ich bin immer noch der Meinung, dass es ein (deutsches) Recht auf ärztliche Beratung und Begleitung gibt. Auch in diesen Fällen. Hab erstmal die urologische Gesellschaft von Brandenburg und Berlin angeschrieben. Neben einzelnen Ärzten in Potsdam. Wenigstens will ich es versuchen. Vielleicht merke ich bald, dass ich da auf einem Irrweg bin.
      Absurde Welt...
    • Hallo Koala, auch von mir noch ein herzliches Willkommen hier...leider...

      ein wenig kann ich dir vielleicht versuchen zu helfen gegen diesen Sumpf zu klagen oder wenigstens versuchen vorzugehen...bin aber leider momentan in absoluter Zeitnot, darum nur in Kürze...

      Als erstes, geh zu deinem Operateur, lass dir deine kompletten Unterlagen, Op Berichte, Befunde, Einwilligung, Aufklärung geben. Dabei vielleicht noch einen Termin machen, bei dem du ihm von deinen Problemen durch diesen Eingriff erzählst, so sachlich wie möglich und ihn um Abhilfe bittest? Wahrscheinlich wird er dir durch die Blume sagen, dass du nur Probleme im Oberstübchen hast...

      Für eine Bewertung deines Falles bezüglich Aufklärungsfehler kannst du dich an deine Krankenkasse oder an den MDK deines Bundeslandes wenden. Wobei ich dir da nicht viel Hoffnung auf ein sofortiges pos. Ergebnis für dich machen kann. Aber es ist ein Anfang...und ein Kampf gegen Windmühlen...ich hab grad so ein Gutachten bekommen...so was schlechtes, sachlich wichtige Informationen fanden keine Berücksichtigung, fachlich nicht belegbare Behauptungen wurden aufgestellt...aber da will ich noch eine Stellungnahme, denen tret ich auf die Füße für diese Frechheit von Gutachten...

      Koala schrieb:

      Hab erstmal die urologische Gesellschaft von Brandenburg und Berlin angeschrieben
      Schreib unbedingt die Antwort hier rein...meine vorsichtige Einschätzung...eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus?

      Koala schrieb:

      Vielleicht merke ich bald, dass ich da auf einem Irrweg bin.
      Das werden dir die auch versuchen einzureden...beharrlich bleiben, nie Vorwürfe machen sondern Fragen stellen. Fragen die dich beschäftigen und auf die du Antworten suchst...

      Koala schrieb:

      die Vorhaut wurde vollständig entfernt. Nach der OP sagte der Urologe, dass eine Entzündung vorgelegen hätte
      Da hab ich gleich Pickel bekommen als ich das las. Der hat dich operiert, OBWOHL eine Entzündung vorlag, und diese "angebliche" Entzündung war für ihn Grund für die vollständige Entfernung? Der Eingriff bei dir war 2012?

      FRAGE AN ALLE, seit wann gibt es die Dokumentationspflicht mit Foto oder Histologie?
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Koala schrieb:

      Kann mir jemand helfen, einen Einstieg in die praktische Umsetzung zu machen? Die Links bei den FAQs führen zu lauter englischsprachigen Angeboten, mit denen ich wenig anfangen kann.
      Du meinst deutschsprachige Hilfe beim Restoring?
      Ja ich weiß, da sind wir hier noch Entwicklungsland. Am besten, Du stellst konkrete Fragen, sonst muss ich ein zweites Buch schreiben... ;)
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
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    • Dokupflicht mit Foto etc habe ich keine Ahnung, aber die Rechte des Patienten auf Einsicht und Kopie der vollständigen Akte wurde 2013 ins BGB aufgenommen. Ich meine, da sei auch Dokupflicht verschärft worden, bin aber nicht sicher.
      Ärztekammer Berlin hat dazu aber einen Artikel online. (Hab ich grade vorgestern ausgedruckt, weil ein Arzt meinte, dass ich keine Kopie meiner Akte zu erhalten habe, nur Einsicht. Was ja irgendwie ziemlich sinnfrei ist, wenn ich doch komplett einsehen darf.)
    • Urolüge schrieb:

      FRAGE AN ALLE, seit wann gibt es die Dokumentationspflicht mit Foto oder Histologie?
      Ich meine ungefähr seit 2005
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Weguer schrieb:

      Du meinst deutschsprachige Hilfe beim Restoring?
      Ja ich weiß, da sind wir hier noch Entwicklungsland. Am besten, Du stellst konkrete Fragen, sonst muss ich ein zweites Buch schreiben..
      Sorry, aber gibt es nicht einen Überblick über die Hilfsmittel auf Deutsch? mein Englisch ist noch aus Ostzeiten, also ziemlich rudimentär. Ich trau mir nicht zu, die Vielzahl der methoden per Wörterbuch zu übersetzen. Natürlich - wenn es sein muss, müsste es gehen. Aber wäre es nicht möglich, für den deutschsprachigen Raum wenigstens eine Art Methodenüberblick zu machen? Sprachliche Kompetenz scheint ja vorhanden zu sein, nur sehr unterschiedlich verteilt... Ich spreche da bestimmt für viele anderer Betroffene... Ich wüsste jetzt garnicht, was ich fragen sollte. Noch kann ich nicht mal genau einschätzen, ob das, was ich noch habe, auch ein Stück innere Vorhaut ist oder nur Schafthaut genutzt werden kann.


      Urolüge schrieb:

      Da hab ich gleich Pickel bekommen als ich das las. Der hat dich operiert, OBWOHL eine Entzündung vorlag, und diese "angebliche" Entzündung war für ihn Grund für die vollständige Entfernung?
      Danke für Deinen Hinweis. Das hatte ich völlig ausgeblendet, hatte dem Urologen damals noch Recht gegeben: es war also tatsächlich notwendig. Wie blind kann man nur sein. Dabei ist das ein klares Indiz für eine Fehlentscheidung. ich muss nochmal hin und mir die entsprechenden Unterlagen geben lassen.

      Urolüge schrieb:

      Als erstes, geh zu deinem Operateur, lass dir deine kompletten Unterlagen, Op Berichte, Befunde, Einwilligung, Aufklärung geben. Dabei vielleicht noch einen Termin machen, bei dem du ihm von deinen Problemen durch diesen Eingriff erzählst, so sachlich wie möglich und ihn um Abhilfe bittest?

      Habe bisher nur den unterschriebenen Frage- und Aufklärungsbogenbekommen. Vielleicht hatte ich aber auch nur danach gefragt, weil ich wissen wollte, was ich damals unterschrieben hatte.Ein sachliches Gespräch ist vermutlich nicht mehr möglich. ich hatte vor etwas zwei jahren ein paar kritische Fragen gestellt per Email und er hat daraufhin eine gestörte Arzt-Patienten-Beziehung festgestellt und daraufhin die weitere Behandlung abgelehnt. Mal sehen, was er jetzt rausrückt. ob er den Befund "Entzündung" noch findet oder ihn unterschlägt in weiser Voraussicht.
    • Koala schrieb:

      Ich wüsste jetzt garnicht, was ich fragen sollte. Noch kann ich nicht mal genau einschätzen, ob das, was ich noch habe, auch ein Stück innere Vorhaut ist oder nur Schafthaut genutzt werden kann.
      zur Ergänzung:Ich habe von einem Urologen aus Potsdam positive Antwort bekommen. Er sagt zwar, dass er keine Erfahrungen hat, aber nach seiner Einschätzung gibt es da auch kaum Ärzte mit Erfahrung. Aber er will es sich ansehen, was mir zumindestens bei der Einschätzung des Status Quo helfen würde. Vielleicht kann ich dann eher die nötigen Fragen stellen.
    • Koala, im Moment herrscht wegen des WWDOGA und der Fachtagung hier Ausnahmezustand. Wenn wieder Ruhe eingekehrt ist, stell ich die unterschiedlichen Methoden hier vor. Gute Initiative, manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.
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    • Hat dein Urologe dich auch über Behandlungsalternativen zur Beschneidung informiert? Sehr wahrscheinlich nicht. Das ist aber eine juristisch entscheidende Frage:


      Die Aufklärung über Behandlungsalternativen schrieb:

      Grundsätzlich muss Der Arzt dem Patienten nicht ungefragt erläutern, welche Behandlungsmethoden theoretisch in Betracht kommen und was für oder gegen die eine oder die andere dieser Methoden spricht. Vielmehr ist die Wahl der Behandlungsmethode Sache des Arztes. Er kann die Methode wählen, die er für die geeignetste hält und in welcher er am besten geübt ist solange er eine Methode anwendet, die dem medizinischen Standard entspricht. Es gilt der Grundsatz der Therapiefreiheit. Notwendige Weiterentwicklung ärztlicher Therapien wird allein durch die Vielseitigkeit und Autonomie in der Methodenauswahl gewährleistet.


      ....


      ABER:


      Von diesem Ausgangspunkt abweichend ist eine Aufklärung über eine Behandlungsalternative aber dann erforderlich, wenn es

      1. mehrere gleichermaßen medizinische indizierte, sinnvolle Therapien gibt und

      2. sich die beiden Behandlungsmöglichkeiten den möglichen Risiken und
      Komplikationen und/oder in ihrer Belastung für den Patienten wesentlich
      unterscheiden.



      Das ist bei dir der Fall gewesen. In deinem Fall hätte es – mehrere – konservative Behandlungen gegeben, durch die eine Operation hätte vermieden werden können oder erst nach deren erfolgloser Vorschaltung
      indiziert ist.





      Koala schrieb:

      Kann mir jemand helfen, einen Einstieg in die praktische Umsetzung zu machen? Die Links bei den FAQs führen zu lauter englischsprachigen Angeboten, mit denen ich wenig anfangen kann. Ich habe so schon Schwierigkeiten mit all den kleingedruckten Produktinformationen, und dann noch auf Englisch. Gibt es keinen deutschen Führer durch den Dschungel oder ist das das Eintrittsgeld in den Club?

      Vielleicht hilft dir in dieser Angelenheit diese Seite fürs erste weiter:

      circumstitions.com/restoration-deutsch.html

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sokrates ()

    • Koala schrieb:

      Ich bin immer noch der Meinung, dass es ein (deutsches) Recht auf ärztliche Beratung und Begleitung gibt. Auch in diesen Fällen. Hab erstmal die urologische Gesellschaft von Brandenburg und Berlin angeschrieben. Neben einzelnen Ärzten in Potsdam. Wenigstens will ich es versuchen. Vielleicht merke ich bald, dass ich da auf einem Irrweg bin.


      Ja, dieser Meinung bin ich auch. Es ist auch so. Siehe die oben verlinkten Text. Aber wie so oft im Leben gilt: Wo kein Kläger, da auch kein Richter. Und wenn sich niemand gegen diese Praktiken wehrt, niemand das geltende Recht geltend macht, dann wird sich auch niemand, kein Arzt und kein Urologe darum kümmern, sofern er es nicht selbst unbedingt will.
    • Sokrates schrieb:

      Vielleicht hilft dir in dieser Angelenheit diese Seite fürs erste weiter:

      circumstitions.com/restoration-deutsch.html
      Ich hab mir diese Seite mal durchgelesen und auch die Links zu den kommerzionellen Angebote. Die Vielzahl der möglichen Hilfsmitel verwirrt mich eher. Vor allem, weil ich selbst nicht mal einschätzen kann, was für mich zutreffend wäre. Üblicherweise würde ich mich an einen Arzt wenden, der mir Vor- und Nachteile erläutern und mir konkret einen Vorschlag machen könnte. Da diese keine Ahnung haben, wollte ich fragen: gibt es hier im forum die Möglichkeit einer Ferndiagnose? Dass ich jemand, der genügend Erfahrungen mit sowas hat, per Foto den aktuellen Zustand darstellen kann und dieser mir einen Rat geben könnte? Habt Ihr so eine Art Sprechstunde im Forum?
    • Koala schrieb:

      Habt Ihr so eine Art Sprechstunde im Forum?
      Hm, interessanter Gedanke. Nö, bisher nicht. Aber ist nicht das gesamte Forum so eine Art "Sprechstunde"?
      Wir können aber gerne versuchen, was Du meinst. Dann mal her mit Deinen Fragen!
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Einfach über eine Konversation und dann als Anhang
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
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