Charta des Forums

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    • Charta des Forums

      Beschneidungsforum.de - Wer wir sind - was wir wollen - Unsere "Charta"


      In einer schwierigen und sehr kontroversen gesellschaftlichen Debatte über die Beschneidung von Knaben treten wir für das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit von nicht einwilligungsfähigen Jungen ein.

      Unser Ziel ist ein strafbewehrtes Verbot der Beschneidung von Knaben, ebenso wie es für die Beschneidung von Mädchen gilt. Um dies zu erreichen, setzen wir auf Information und Aufklärung auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschungsergebnisse über die medizinischen, psychologischen, sozialen und rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit der Beschneidung von Kindern. Auch geben wir der ethischen Diskussion ihren Raum.

      Wir fühlen uns in unserem Anliegen den Menschenrechten und dem Grundgesetz verpflichtet und sind politisch und religiös unabhängig.

      Wir bejahen den Wertepluralismus unserer Gesellschaft und achten deshalb die ethischen Entscheidungen von jedem der bei uns mitmacht, gleichgültig ob diese Entscheidungen aus einem religösen Glauben oder aus einem säkularen humanistischen Weltverständnis heraus getroffen werden.

      Dieser Wertepluralismus findet seine Grundlage und seine Grenzen in der verfassungsmäßigen Ordnung und den allgemeinen Menschenrechten. Extremistische Gruppierungen wie etwa rechts- und linksradikale Vereinigungen, die sich ebenfalls beschneidungskritisch äußern, finden in unserem Forum keine Stimme.

      So vermeiden wir eine einseitige dogmatische Fixierung. Eine fundamentale Kritik an Religionen und Weltanschauungen oder eine Voreingenommenheit gegenüber ihren Angehörigen haben deshalb bei uns keinen Platz, genauso wenig wie eine Feindseligkeit gegen Mitbürger/Innen, die aus anderen Kulturkreisen nach Deutschland gekommen sind. Damit bieten wir allen denen ein Forum, die - aus welchen persönlichen Gründen auch immer - der Beschneidung von Knaben kritisch gegenüberstehen. Wir bleiben auch dann in unserer Argumentation sachlich, wenn wir wegen unseres Eintretens gegen die Beschneidung von Knaben in unfairer Weise diffamiert oder unlauterer Motive verdächtigt werden.

      Wir wollen gleichzeitig denjenigen, in deren Familien aus traditionellen Gründen die Beschneidung von Jungen ausgeführt wird und die an der Richtigkeit dieser Handlung Zweifel haben, ermutigen einen neuen Weg zu gehen. Wir wissen, dass sie wegen des sozialen Drucks in ihren Familien und in ihren Religionsgemeinschaften besonderen Belastungen ausgesetzt sind.
      Wir wollen aber auch diejenigen, die glauben, in ihren Familien die Tradition der Beschneidung fortführen zu müssen, über die große Tragweite ihrer Entscheidung für ihre Söhne aufklären.
      Nicht zuletzt bieten wir den von einer Beschneidung negativ Betroffenen ein Forum, in dem sie sich über ihre persönliche Geschichte und ihre Erfahrungen im Umgang mit den möglichen körperlichen und seelischen Verletzungen austauschen können.



      "Beschneidung" in Deutschland - eine grundsätzliche Information für unsere User

      Die folgenden Informationen sollen dazu beitragen, dass sich unsere User ein besseres Bild über die Situation verschaffen können, mit der wir als Menschenrechtler in Deutschland konfrontiert sind. Wir würden uns sehr freuen, wenn unsere Schwerpunkte von möglichst vielen Usern geteilt werden würden.

      Obwohl jährlich mindestens 40.000 Jungen in Deutschland die unnötige Amputation ihrer Vorhaut erleiden müssen, werden in der öffentlichen Debatte hauptsächlich das Judentum und seine Bräuche sowie die muslimische Beschneidungspraxis diskutiert. Dabei finden nur etwa 1/4 der medizinisch nicht notwenigen "Beschneidungen" überhaupt in einem religiösen oder traditionellen Kontext statt. In Deutschland werden fast 15% ALLER Jungen genitalverstümmelt, meistens aufgrund von wissenschaftlich nicht begründbaren Scheindiagnosen oder mangelnder Aufklärung über alternative Therapien.

      Sicherlich gibt es immer mal wieder Anlass dafür, das Thema "Judentum, Islam und Vorhautamputation" aufzugreifen - zum Beispiel, wenn gerade aktuell in der Öffentlichkeit etwas in dieser Beziehung diskutiert wird.

      Es sollte jedoch nicht UNSER Schwerpunkt sein, uns anlaufend mit speziell jüdischen Bräuchen zu befassen. Auch die Fixierung auf die traditionelle islamische Beschneidung erscheint uns als nicht sinnvoll. Wir erachten es dagegen als wesentlich wichtiger, medizinisch unnötige Eingriffe an den Geschlechtsorganen kleiner Jungen und die schädlichen Folgen eines solchen Eingriffs zu diskutieren und negativ Betroffenen Hilfe zukommen zu lassen. Nicht zuletzt wollen wir damit auch religiös geprägten Menschen anbieten mitzulesen, mitzudiskutieren und ihnen das Gefühl geben, sich bei uns wohl und akzeptiert zu fühlen.

      Alle Kinder sind gleich viel wert und haben die gleichen Rechte. Aus welcher Motivation heraus ein Betroffener seiner Vorhaut verlustig wurde, bevor er erwachsen werden und selbst entscheiden konnte, ist für seinen Zustand und die Folgen des Eingriffs herzlich egal.



      Es gelten die Nutzungsbestimmungen des Forums.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)