diese Zumutung ... ausgerechnet im Gewande universeller Kinderrechte

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    • diese Zumutung ... ausgerechnet im Gewande universeller Kinderrechte


      Brit Mila Ein besonders grelles Schlaglicht
      auf die aktuelle jüdische Befindlichkeit wurde für ihn durch die
      Beschneidungsdebatte vor vier Jahren geworfen. So hätten es die Juden
      damals als Einschränkung des Grundrechts auf freie Religionsausübung
      empfunden, dass man ihnen von außen moralisch nahelegen wollte, die
      jahrtausendealte Tradition der Brit Mila abzuschaffen.


      Dass diese Zumutung sich ausgerechnet im Gewande universeller Kinderrechte
      präsentierte, habe das Dilemma noch vergrößert, denn in den vergangenen
      Epochen hatte sich die jüdische Minorität von fortschrittlichen
      Strömungen hin zu einer säkularisierten, liberalen Gesellschaft stets
      eine Verbesserung der eigenen Situation erhofft. Und genau diese
      progressiven Tendenzen, die auch sie verfochten, richteten sich nun
      plötzlich gegen die Juden selbst.
      Versteht das einer? Ich dachte "progressiv" wäre "Brit Shalom"?

      juedische-allgemeine.de/article/view/id/25736
      Where have all the foreskins gone
      long time passing
      where have all the foreskins gone
      long time ago
      where have all the foreskins gone
      doctors cut them one by one

      When will we ever learn, when will we ever learn?
    • Denn kaum eine andere Religion sei in ihrem Selbstverständnis so transgenerationell konzipiert wie das Judentum, so Hanna Liss. Schließlich gilt immer noch der Ausspruch: »Wenn deine Enkel noch jüdisch leben, hast du bei der Erziehung deiner Kinder alles richtig gemacht.«
      Und um das sicherzustellen, muss man Kindern und Enkeln halt mit dem Messer nachhelfen.
    • Ich denke, man kann von einem Menschen wie Alfred Bodenheimer keine Wunder erwarten, der sich 2012 derart äußerte:
      welt.de/print/die_welt/literat…it-um-ein-wenig-Haut.html

      Nun sind seit dem vier Jahre vergangen, und man müsste eigentlich erwarten, dass man sich zu diesem Thema weiterentwickelt und Fakten und Forschung sowie das Leid von Betroffenen zur Kenntnis nimmt. Das wäre eine Voraussetzung für eine seriöse Diskussion.
    • Dass diese Zumutung sich ausgerechnet im Gewande universeller Kinderrechte
      präsentierte, habe das Dilemma noch vergrößert, denn in den vergangenen
      Epochen hatte sich die jüdische Minorität von fortschrittlichen
      Strömungen hin zu einer säkularisierten, liberalen Gesellschaft stets
      eine Verbesserung der eigenen Situation erhofft. Und genau diese
      progressiven Tendenzen, die auch sie verfochten, richteten sich nun
      plötzlich gegen die Juden selbst.

      Weiß dieser Prof. Bodenheimer eigentlich, was er hier wirklich sagt?!

      Die Gesellschaft um das "orthodoxe / konservative" Judentum herum hat sich moralisch weiterentwickelt und er kritisiert nun, dass die jüdischen Glaubendogmen, welche in Teilbereichen nicht mit den Menschenrechten vereinbar sind, von einer aufgeklärteren Welt einfach toleriert werden sollen.

      Warum soll eine Welt, welche in Sachen Menschenrechte Fortschritte zu verzeichnen hat, ausgerechnet denen wieder Anteile ihres Erfolgs opfern, deren erklärtes Hauptziel darin besteht, dass alles unverändert bleiben soll. Eine aufgeklärte Gesellschaft interessiert sich nun mal mehr für wehrlose Kinder als für erwachsene Anhänger einer Glaubensausrichtung, die sich einen Teufel dafür scheren, ob sie Kindern mit einer Beschneidung Schmerzen und Schaden zufügen.

      Würde Herr Prof. Bodenheimer nicht ständig rückwärts schauen, sondern nach vorn, müsste ihm bewusst sein, dass sich diese Konflikte in der Zukunft nicht entschärfen, sondern noch an Brisanz zunehmen werden.

      Der Wunsch nach Individualisierung in der westlichen Gesellschaft schlägt dann sogar fast wieder dem Fass den Boden aus. Man fühlt sich offenbar nicht "konkurrenzfähig" oder gar durchschnittlich und flüchtet sich dann in die Rolle des Underdogs, um hier vermeintlich besser punkten zu können. Offen gesagt habe ich hier auch oft den Eindruck, dass in diesem Kontext das Wort "Schoa" nicht zufällig fällt. Kann sich das Judentum denn tatsächlich nur über die Beschneidung oder die Schoa definieren. Falls ja, irrt sich Frau Prof. Liss, wenn sie meint "Wir haben der Gesellschaft etwas zu geben!"

      Eine Religion, welche nur alte Wunden (Beschneidung, Schoa) leckt und keine Perspektiven für die Zukunft entwickelt bzw. auch nichts unternimmt, um selbst progressiv auf die gegenwärtige Gesellschaft einzugehen, wird sich immer mehr von den übrigen entfremden oder gar isolieren. Die christlichen Kirchen in Deutschland verlieren ständig Mitglieder. Auch sie haben es oft versäumt sich mit der Gesellschaft weiterzuentwickeln und diese Einschnitte könnten auch das Judentum in ähnlicher Form treffen.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von NoCut ()

    • Wenn sich die Neurosen von Orthodoxen Religionsanhängern, die sich anmaßen für die Allgemeinheit zu sprechen, mit dem Gewande der Religionsfreiheit drappieren.... kommt so etwas heraus.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Dass diese Zumutung sich ausgerechnet im Gewande universeller Kinderrechte

      präsentierte…

      Es ist also eine „Zumutung“, Kinder NICHT an ihren Genitalien verstümmeln zu dürfen! Was für ein dümmlich-arrogantes Geschwätz!

      Aber man glaubt es ihnen, denn:

      „Das Volk hat lange, graue Ohren,
      Und seine Treiber nennen sich
      Rabbiner, Pfarrer und Pastoren.“

      Wenn es nicht ausgerechnet um die Gesundheit von Kindern ginge, würde ich sagen: Weiter so! Dieses ständige Gejammer von verletzten religiösen Gefühlen und Traditionen (Körperverletzung als Tradition!) ist der sicherste Weg an den Rand der Gesellschaft…
      „Wer nichts weiß, muss alles glauben.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)
    • Guy schrieb:

      Wenn sich die Neurosen von Orthodoxen Religionsanhängern, ...
      Ich möchte hier mal die ketzerische Frage aufwerfen, ob die Zwangsbeschneidung von wehrlosen Jungen eine Neurose ist oder ist gar die abgeschnittene Vorhaut ein Fetisch oder eine Trophäe für die Dominanz gegenüber dem wehrlosen Kind?

      Der Begriff Neurose wird ja auch medizinisch verwendet. Bei näherem Betrachten scheidet eine Neurose jedoch nach heutigem Verständnis vermutlich aus, weil die Handelnden zwar alles unternehmen, um die Zwangsbeschneidung zu praktizieren, aber mit Sicherheit dennoch in der Lage wären gegen diesen inneren Zwang anzukämpfen.

      Dennoch gefällt mir der Begriff "Neurose" sehr gut in diesem Kontext, weil er ja auch von dem jüdischen Begründer der Psychoanalyse ähnlich verwendet wurde:

      welt.de/print-welt/article215025/Religion-als-Neurose.html
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Im Rahmen der Neurosenlehre sollte man Projektionsvorgänge prüfen.
      de.wikipedia.org/wiki/Projektion_(Psychoanalyse)

      Wenn die jüdische Beschneidung wegen ihrer Menschenrechtsverletzung an einem Juden einen Antisemitismuswiderspruch in der jüdischen Religion erzeugt und dieser verdrängt ist, unterliegt er der Projektion. Der eigene antisemitische Anteil wird in die Außenwelt projiziert und dieser unterstellt. Diese Fehlwahrnehmung verstärkt das Bedrohungsgefühl, dem nun wieder eine verstärkte Absicherung (Verteidigung der Beschneidung) entgegengesetzt wird.
    • Steffen Wasmund schrieb:

      Im Rahmen der Neurosenlehre sollte man Projektionsvorgänge prüfen.wird.
      Ich verstehe teilweise Bahnhof.

      Soll dies bedeuten, dass mutmaßlich beispielsweise auch Juden (alle/einige/einige wenige) die Beschneidung als Menschenrechtsverletzung und grausam wahrnehmen, dies aber mit ihrem religiösen Weltbild in Konkurrenz steht. Und um diesen inneren Konflikt "auszulagern", sind diejenigen die "Bösen", welche sich für ein Verbot dieser Menschenrechtverletzung einsetzen.

      Wenn diese These nachweisbar wäre, wäre dann nicht aber auch eine Einwilligung nach § 1631d BGB unwirksam, weil hier ja keine Willensäußerung, sondern ein Symptom einer psychischen Störung vorliegt. Umgekehrt wäre dann aber der Wunsch nach dem Recht auf Zwangsbeschneidung wenigsten etwas, was man therapieren könnte, um so die Gefahren für die Kinder abzuwenden.

      Die Alternative, falls es keine Neurose, Projektion oder ähnliches ist, erscheint mir aber auch nicht schmeichelhafter. Aber genau deshalb ist ja der Kampf für ein Verbot der Zwangsbeschneidung auch so schwierig. Egal wie man es betrachtet oder zu welchem Schluss man kommt, muss man um die Kinder zu schützen den Eltern kräftig auf die Füße treten. Und dass diese Eltern oder die geistigen Vordenker dann laut aufschreien, erscheint dann umgekehrt wieder weniger erstaunlich.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Steffen Wasmund schrieb:

      Die Frage nach der Antisemitismusprojektion muss viel weiter gestellt werden, als sie auf den Beschneidungskontext zu begrenzen.

      Und damit ist dieser Post off topic und läuft gerade aus dem Ruder.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Guy: "Und damit ist dieser Post off topic und läuft gerade aus dem Ruder."

      Läuft sie nicht, weil diese Antisemitismusprojektion von der Beschneidung verursacht wird. Das diskutiert die Auswirkungen der Beschneidung auf die Gesellschaft. Sie wirkt sich nicht nur auf die Beschneidungskritiker aus, sondern darüber hinaus.

      Mit dem Beitrag ist nicht gemeint, dass irgendwelche anderen von der Beschneidung unabhängigen Projektionsquellen hier mitdiskutiert werden sollen. Sondern nur welche Rolle die Beschneidung spielt und wohin sie sich auswirkt.
    • Steffen Wasmund schrieb:

      Guy: "Und damit ist dieser Post off topic und läuft gerade aus dem Ruder."

      Läuft sie nicht, weil diese Antisemitismusprojektion von der Beschneidung verursacht wird. Das diskutiert die Auswirkungen der Beschneidung auf die Gesellschaft. Sie wirkt sich nicht nur auf die Beschneidungskritiker aus, sondern darüber hinaus.

      Mit dem Beitrag ist nicht gemeint, dass irgendwelche anderen von der Beschneidung unabhängigen Projektionsquellen hier mitdiskutiert werden sollen. Sondern nur welche Rolle die Beschneidung spielt und wohin sie sich auswirkt.
      Moderation on:

      Steffen Wasmund, Du wirst jetzt aufhören, wenn unser Team sagt, es ist gut, dann ist das so und Du wirst das schlucken. Darüber wird jetzt nicht mehr diskutiert
      "Those who cannot remember the past are condemned to repeat it"

      "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."


      George Santayana (1863-1952)
    • Steffen, das Thema ist hier unerwünscht.
      Dieses Forum ist rechtlich eine Privatveranstaltung.
      Du kannst hier nichts einfordern, wenn die Moderation wünscht, dass ein Thema nicht weiter ausufert, oder gar behandelt wird.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)