Amnesty International: „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“

    • Amnesty International: „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“

      Am 10. Dezember 1948 einigten sich die damals 56 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen auf einen Katalog von Grundrechten. Grundrechte, die auf Gleichheit, Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit basieren. Sie schufen damit ein Wertesystem, das für alle Menschen gelten sollte.
      Für alle – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion, Alter, sozialem Status oder politischer Überzeugung.
      Schöne Worte, nicht wahr? Ich bin sicher, ein jeder von uns wird ihnen von ganzem Herzen zustimmen.
      Schöne Worte zu finden, ist leicht. Und sie mit anderen zu teilen. Sie machen sich immer wieder gut auf Jahrestagen, auf festlichen Veranstaltungen, auf Parteitagen. Sie geben uns ein gutes Gefühl, erheben und erbauen uns.
      Aber wehe, wir müssen sie ernst nehmen. Wehe, wir müssen uns tatsächlich an ihnen messen lassen. Wehe, wir müssen selbst etwas tun, um diese Worte mit Leben zu füllen. Wehe, wir müssen gar etwas abgeben.
      Dann vergessen wir die schönen Worte auch schon mal, oder wir wägen sie ab, oder interpretieren sie zu unserem Nutzen..
      Schöne Worte, nicht wahr? Ich bin sicher, ein jeder von uns wird ihnen von ganzem Herzen zustimmen.
      Schöne Worte zu finden, ist leicht. Und sie mit anderen zu teilen. Sie machen sich immer wieder gut auf Jahrestagen, auf festlichen Veranstaltungen, auf Parteitagen. Sie geben uns ein gutes Gefühl, erheben und erbauen uns.
      Aber wehe, wir müssen sie ernst nehmen. Wehe, wir müssen uns tatsächlich an ihnen messen lassen. Wehe, wir müssen selbst etwas tun, um diese Worte mit Leben zu füllen. Wehe, wir müssen gar etwas abgeben.
      Dann vergessen wir die schönen Worte auch schon mal, oder wir wägen sie ab, oder interpretieren sie zu unserem Nutzen.
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      All diese Beispiele zeigen: Menschenrechte werden in der sogenannten Realpolitik anderen Interessen regelmäßig geopfert. Dabei geht es um nicht verhandelbare Rechte! Es wird höchste Zeit, dass der Schutz von Menschenrechten endlich als Interesse ernstgenommen wird. Auch wenn wir Fluchtursachen bekämpfen wollen!
      blog.amnesty.de/aktuelles/2015…d-nicht-verhandelbar.html


      Mein Gespräch am 19.03.2016 an einem Informationsstand von Amnesty International in der Innenstadt von Waiblingen:

      „Warum setzt sich Amnesty International nicht gegen die Genitalverstümmelung von Jungen ein?“

      AI-Repräsentantin: “Da fragt jemand was zur Genitalverstümmelung, (zu Ihrem Kollegen) kannst Du etwas dazu sagen?“

      „Warum setzt sich Amnesty International nicht gegen die Genitalverstümmelung von Jungen ein?“

      AI-Repräsentant: „Genitalverstümmelung ist doch in Deutschland verboten, das ist Körperverletzung, das ist nach den Paragraphen … verboten“

      „Ihnen ist also nicht bekannt, dass am 12.12.2012 die Genitalverstümmelung von Jungen im Bundestag legalisiert wurde?“

      AI-Repräsentant: “Ach dann meinen Sie wohl die Beschneidung, und das würden Sie als Genitalverstümmelung bezeichnen?“

      „Ja, das bezeichne ich als Genitalverstümmelung, vergleichbar invasive Eingriffe bei Mädchen werden ja auch als Genitalverstümmelung bezeichnet“

      AI-Repräsentant: „Aber es gibt doch auch Religionen, die Juden und die Moslems, die praktizieren das schon seit tausenden von Jahren.“

      „Folter, Sklaverei und die „Beschneidung“ –wie Sie es formulieren- von Mädchen wird auch seit tausenden von Jahren praktiziert, und angeblich (ich habe auf die Poster am Stand gezeigt) engagieren Sie sich doch gegen Menschenrechtsverletzungen.“

      AI-Repräsentant: „ Aber das ist doch nur die Vorhaut“

      „Mädchen haben auch eine Vorhaut, die Klitoris-Vorhaut, dann hätten Sie auch nichts gegen die Legalisierung vergleichbar invasiver Eingriffe bei Mädchen, die wie bei Jungen ja auch religiös oder kulturell begründet werden, einzuwenden?“

      AI-Repräsentant: „Das ist doch etwas Anderes, aber über die Beschneidung von Jungen, das ist doch immer noch in der Diskussion, da diskutieren doch schon seit Jahren Ärzte und Wissenschaftler mit unterschiedlichen Meinungen“.

      „Dann wollen Sie also noch 100 oder 1000 oder 2000 Jahre weiter diskutieren bis Sie sich zu dieser Frage positionieren?“

      AI-Repräsentant: „Ja, wenn es erforderlich ist, damit hätten wir kein Problem.“


      Ich gebe das Gespräch sinngemäß wieder, da ich es nicht aufgezeichnet habe.

    • Schöne Worte zu finden, ist leicht. Und sie mit anderen zu teilen. Sie
      machen sich immer wieder gut auf Jahrestagen, auf festlichen
      Veranstaltungen, auf Parteitagen. Sie geben uns ein gutes Gefühl,
      erheben und erbauen uns.
      Aber wehe, wir müssen sie ernst nehmen.
      Publikum wartete nicht lang - auf Bumerang.

      Man weiß nicht ob man lachen oder weinen soll. Tragischkomische Realsatire.
      In vielem ähnlich einem Gespräch, das ich mal mit einem SPD-Wahlkämpfer geführt habe.

      Ein dickes Brett vor dem Kopf. Das nicht sein kann, was nicht sein darf.
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Es ist doch gut, dass sich Amnesty International für Menschenrechte einsetzt...

      ... und es ist Schei..., dass sie sich nicht für sämtliche Menschenrechte einsetzten, sondern nur für die, welche bequem mehrheitsfähig sind.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)