"Das Problem ist offensichtlich und fängt schon mit der Beschneidung an"

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    • Ziemlich verdreht, das ganze.

      Ich hab mal kommentiert:

      Belasternchen schrieb:

      "Die Verachtung, die ich an diesem Tag als Frau erfahren habe, fängt auch in der Türkei schon im Kindesalter an. Während die Beschneidung von Jungs als erster Schritt in die Männlichkeit groß gefeiert wird, bekommt ein Mädchen am ersten Tag ihrer ersten Periode eine "symbolische" Ohrfeige von ihrer Mama. Die Botschaft: "Von heute an bist du eine Frau und hast dich gefälligst zu benehmen!" "





      Egal ob die Beschneidung gefeiert wird, ich nehme lieber die Ohrfeige, da wird einem wenigstens nicht ein wichtiger erogener Teil abgeschnitten. Die Beschneidung ist eine nicht wieder Gut zu machende Körperverletzung. Sie ist nicht gerechtfertigt und darf nur freiwillig erfolgen. Es gibt inzwischen Bücher in denen Männer aus allen Kulturkreisen zu Wort kommen und die unglücklich mit ihrer Beschneidung sind. Das hätte niemals legalisiert werden dürfen.
      Buchempfehlung _ Ent-hüllt! Die Beschneidung von Jungen - Nur ein kleiner Schnitt?: Betroffene packen aus über - Schmerzen - Verlust - Scham von Clemens Bergner

      Gehirnwäsche, was anderes fällt mir dazu nicht ein. Wie kann man nicht sehen das das abschneiden der Vorhaut wesentlich schlimmer ist als eine einmalige Ohrfeige.

      Kopfschüttel....
      "Those who cannot remember the past are condemned to repeat it"

      "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."


      George Santayana (1863-1952)
    • Tss, tss... Frauen werden aber auch immer benachteiligt! Der Junge kriegt Geschenke, das Mädchen wird brutal misshandelt!
      Dabei würde es doch sicher auch viel lieber genital erleichtert, befreit, vervollkommnet!
      Und unsere frauenfeindliche Regierung hat Entsprechendes für Mädchen und sogar für volljährige Frauen bei hohen Strafe verboten!
      Da sieht man es doch wieder! (Ironie)

      Ist schon Scheisse, wenn man das Brett vorm Kopf nicht mal wahrnimmt.
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • Bela2012 schrieb:

      Wie kann man nicht sehen das das abschneiden der Vorhaut wesentlich schlimmer ist als eine einmalige Ohrfeige.

      Ehrlich gesagt kann ich sogar verstehen, was Frau Sipar meint. Die Jungen werden zwangsverstümmelt, aber dafür sind sie danach der "Chef", dem sich alle Frauen unterordnen müssen. Und bei unterordnen denke ich nicht, dass hier der Mann nach seinem persönlichen Opfer bereit ist, seiner Ehefrau das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung zu gewähren:

      "Eure Frauen sind euch ein Acker; so naht eurem Acker, wann und wie ihr wollt, und sendet etwas voraus für euch." - Sure 2, 223
      Quelle z.B.: de.wikiquote.org/wiki/Frauen

      Allerdings teile ich ebenfalls Deine Auffassung. Wie "krank" ist das, wenn man sich indirekt wünscht, man wäre zwangsverstümmelt worden?!
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Ich finde auch, dass sie sehr viele richtige Aspekte anspricht. Ich verstehe auch ihre Perspektive, dass sie als Mädchen nicht gefeiert wurde und dass man sich als Kind dadurch zurückversetzt fühlen kann.

      Aber es stellt sich doch die Frage, und in der Hinsicht versagt ihre Analyse völlig:

      WER von den Zwangsbeschnittenen MÖCHTE eigentlich höhergestellt, "Unterdrücker" oder "Frauenverachter" werden? Was für ein Sexismus steht dahinter anzunehmen, dass jeder Mann mit so einer Zwangs-Rollenzuweisung zufrieden ist und sie anstrebt? Was passiert mit den Männern, die sich der Erfüllung dieser Geschlechterrolle entziehen wollen?

      Ich kenne keinen aus rituellen Gründen negativ Betroffenen, der Frauenrechte in irgendeiner Weise in Frage stellt oder gar die gleiche Schutzlosstellung vor Genitalverstümmelungen auch für Mädchen fordert.

      Aber es sind hingegen sehr viele Frauen präsent, die ihre eigene Unversehrtheit als selbstverständlich betrachten, aber das gleiche Recht Jungen und Männern absprechen.
    • Ich sehe den Artikel offenbar gar nicht so negativ wie ihr. Ihr geht es um den gesellschaftlichen Zweck der Beschneidung und das, was schon mal als "Upgrade der Mannwerdung" bezeichnet wurde. Und Sie benennt dies klar als ein Ritual des Patriarchats. Es geht ihr wohl nicht darum, dass sie auch lieber statt der Ohrfeige beschnitten und als Prinzessin gefeiert werden möchte. Die Ohrfeige wie die Beschneidung mitsamt der männlichen Überhöhung möchte sie offenbar beides gerne loswerden und nicht mit den Jungs tauschen.
    • Ja, natürlich bewertet sie die Vorhautamputation als negativ. Aber ich finde keinen Hinweis darauf, dass dies bei ihr auch dadurch motiviert sein könnte, dass sie das Leiden der Jungen wahrnimmt.
      Klar kann man denken: Hauptsache, MGM hört auf, egal wodurch motiviert.
      Aber ein bißchen Mitgefühl wäre vielleicht wünschenswert - gerade wo sie ja selbst um Mitgefühl für die Situation der Mädchen und Frauen sensibilisieren will.
    • Bela2012 schrieb:

      Ziemlich verdreht, das ganze.

      Ich hab mal kommentiert:

      Belasternchen schrieb:

      "Die Verachtung, die ich an diesem Tag als Frau erfahren habe, fängt auch in der Türkei schon im Kindesalter an. Während die Beschneidung von Jungs als erster Schritt in die Männlichkeit groß gefeiert wird, bekommt ein Mädchen am ersten Tag ihrer ersten Periode eine "symbolische" Ohrfeige von ihrer Mama. Die Botschaft: "Von heute an bist du eine Frau und hast dich gefälligst zu benehmen!" "

      ==============================
      "maghrebprincessa schrieb:


      Ich glaube,du hast sie etwas missverstanden.
      Diese symbolische Ohrfeige bedeutet,daß das Mädchen von diesen Tag an radikal eingeschränkt wird.
      Sie wird ab diesen Zeitpunkt bewacht und zur zukünftigen Frau zurechtgestutzt.
      Anstatt draußen mit Freundinnen sich zu treffen und einfach Kind sein zu dürfen,lernt sie Haushalt,Küche und wie sie sich zu benehmen hat.
      Ist man aufmüpfig und möchte ein anderes Leben,wird auch bei sehr traditionellen Familien Gewalt angewandt.
      Dies beginnt ab der Periode,ab da zählt man als Frau.
      Der Junge zählt ab der Beschneidung als Mann,darf am Freitagsgebet teilnehmen,hat jegliche Freiheiten und wird bedient.
      Je nachdem wie traditionell die Familie ist,hat der Junge sogar das Sagen über Schwestern und der Mutter,weil er der Mann ist.
      ==============================

      "Bela2012 schrieb:


      Egal ob die Beschneidung gefeiert wird, ich nehme lieber die Ohrfeige, da wird einem wenigstens nicht ein wichtiger erogener Teil abgeschnitten. Die Beschneidung ist eine nicht wieder Gut zu machende Körperverletzung. Sie ist nicht gerechtfertigt und darf nur freiwillig erfolgen. Es gibt inzwischen Bücher in denen Männer aus allen Kulturkreisen zu Wort kommen und die unglücklich mit ihrer Beschneidung sind. Das hätte niemals legalisiert werden dürfen.
      Buchempfehlung _ Ent-hüllt! Die Beschneidung von Jungen - Nur ein kleiner Schnitt?: Betroffene packen aus über - Schmerzen - Verlust - Scham von Clemens Bergner
      Gehirnwäsche, was anderes fällt mir dazu nicht ein. Wie kann man nicht sehen das das abschneiden der Vorhaut wesentlich schlimmer ist als eine einmalige Ohrfeige.

      Kopfschüttel....
      Die Entwicklung in der Kindheit und die Prägung der bestimmten Rollen zeigen auf,wie es zu solchen Fällen wie bei Silvester kommen kann.

      Gehirnwäsche stimmt teilweise ,aber eben nicht nur,denn als junges Mädchen sich zu wehr zu setzen hat schwerwiegende Konsequenzen.

      Mein Beitrag zeigt einen Teil auf,die gewiss nicht auf alle muslimische Familien zutrifft.
    • Gehirnwäsche, war auch nicht böse gemeint. Jeder von uns unterliegt ihr. Jeder hat in der Kindheit etwas prägendes erfahren. Ist alles sehr individuell. Aber gerade diese Rituale die mit Schmerz in Verbindung gebracht werden sind prägend, sei es nun Prügelstrafe oder anderes. Das sieht man anhand der Beschneidung oder auch der Ohrfeige die noch niemanden geschadet haben soll. Wir müssen durch Aufklärung diese Täter Opfer Kreisläufe durchbrechen. Das ist nicht einfach, denn diese Prägung an zurühren tut weh, wenn man erkennt, das dort Unrecht passiert ist.

      maghrebprincessa schrieb:

      Die Entwicklung in der Kindheit und die Prägung der bestimmten Rollen zeigen auf,wie es zu solchen Fällen wie bei Silvester kommen kann.

      Gehirnwäsche stimmt teilweise ,aber eben nicht nur,denn als junges Mädchen sich zu wehr zu setzen hat schwerwiegende Konsequenzen.

      Mein Beitrag zeigt einen Teil auf,die gewiss nicht auf alle muslimische Familien zutrifft.
      ... und dann geht halt noch jeder individuell mit seinem Erlebten um, auch klar und normal.
      "Those who cannot remember the past are condemned to repeat it"

      "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."


      George Santayana (1863-1952)
    • Wenn ich so nachgrüble, frage ich mich fast schon, ob die Beschneidungsdebatte vielleicht ganz anders oder tiefer verortet ist, als es scheint. Es gibt ja die Theorie, dass bei der MGM weibliche Anteile entfernt werden sollen. Sollte dies der wahre Sinn sein, wird damit aus dem Jungen symbolisch ein ganzer Mann ohne weibliche Anteile. Er wird damit also "männlicher" gemacht.

      Im Umkehrschluss bekommt dieser "ganze Mann" dann auch gleichzeitig Macht über alle Frauen. Eine Frau, die "nur" weibliche Anteile besitzt, kann sich dieser in einer solchen Denkweise nicht entledigen.

      Sollte dieses uralte Denken tatsächlich eine Rolle spielen, dann wäre es auch für den Machterhalt der bereits beschnittenen Männer wichtig, das innerhalb dieses Systems nichts verändert wird. Würde sich hier etwas ändern, würde ja ihr eigener Machtanspruch hinterfragt werden und die Privilegien, die sie durch die erduldete Beschneidung erlangt haben, würden plötzlich verpuffen.

      Aber selbst Frauen von beschnittenen Männern, die sich bis dahin kulturell untergeordnet haben, würden mit dem Durchbrechen der Beschneidungspraxis dann gelinde gesagt ziemlich doof da stehen. Sie haben sich dann vielleicht jahrzehntelang schikanieren und erniedrigen lassen, um am Ende zu erfahren, dass dies weder etwas mit Religion zu tun gehabt hat noch notwendig war. Und noch schwerer wird es dann wohl zu ertragen sein, dass die nächste Generation derart unbeschwert ihre Sexualität ausleben kann und dabei innerhalb einer gleichberechtigten Beziehung wohlmöglich auch noch glücklicher wird.

      So gesehen könnte hinter den Worten "mit der Beschneidung fängt es schon an" mehr stecken als man im ersten Moment annehmen möchte.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)