Hubschrauber haben doch keine Flügel

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    • Hubschrauber haben doch keine Flügel

      Hi, bin hier relativ neu und wollte einfach mal meine Geschichte euch mitteilen.Ich habe hier schon paar Erlebnisse von anderen gelesen und wollte auch etwas dazu erzählen.

      Ich bin 17 Jahre alt und komme aus Zentralasien und lebe seit ca. 8 Jahren in Deutschland.Der Grund wieso ich hier etwas schreibe ist, dass meine Beschneidung mich seit paar Jahren sehr belastet.Ich kann mich noch daran erinnern wie alles passiert ist.Ich war etwas 6 Jahre alt und eigentlich relativ friedlich.Ich mochte meine Eltern, obwohl sie oft miteinander stritten.Eines Tages erzählte meine Mutter zu mir, dass wir zu Arzt gehen müssten.Ich dachte mir nichts dabei und ging mit ihr.Als wir beim Arzt waren meinte er, ich solle meine Hose ausziehen."Es sei eine medizinische Untersuchung."Ich glaube, dass er zu mir gesagt hat, ich solle mich auf dem Bett legen.Danach haben mich meine Mutter und eine andere Krankenschwester mich festgehalten.Der Arzt spritze mir etwas in meinen Penis mittels einer Spritze.Es sollte wohl eine Betäubung sein, welches schon bereits sehr weh tat.Ich konnte mich nicht wehren, da ich die ganze Zeit festgehalten wurde.Danach griff wohl der "Arzt" zum Skalpel oder was es auch immer war und begann mit der Beschneidung.Ich konnte nichts machen und weinte die ganze Zeit.Ich schrie zu meiner Mutter, dass sie mich loslassen solle.Der Schmerz war unerträglich.Dass meine eigene Mutter mir sowas antun könnte, kann ich heute kaum glauben.Während ich mich der Schmerz mich nahezu psychisch zerstörte, fragte mich der Arzt, um mich zu beruhigen, ob denn Hubschrauber mit Flügeln fliegen würden.Am Anfang nahm ich seine Frage gar nicht wahr, jedoch wiederholte er sie und ich antwortete daraufhin, dass ja Hubschrauber keine Flügeln hätten.Wohlgemerkt tat währenddessen meine Beckenbereich so sehr weh, und ich konnte mich überhaupt nicht wehren, oder bewegen, da ich festgehalten worde.Nachdem die ganze Tortur vorbei war, kam mein Vater und brachte mich nach Hause.Mal ganz davon abzuschweigen, dass ich schon Schmerzen beim Pinkeln hatte und die Narbe sehr weh tat, konnte ich meine Verbände nicht ablösen.Der arzt hatte gesagt, dass man die Verbände nach ein paar Wochen entfernen sollte, was jedoch nicht ging.Sie klebten an meiner Haut fest und als ich in der Badewanne saß konnte ich bzw. meine Mutter sie nicht entfernen, da es sonst zu große Schmerzen verursachte.Also gingen wir wieder zu dem "Arzt".Schon wieder wurde ich festgehalten und diesmal war mein Bruder dabei.Ich weiß überhaupt nicht wieso.Er war zu dem Zeitpunkt knapp 5 Jahre alt.Als der "Arzt" sah, dass meine Verbände nicht abgingen, riss er sie einfach mit Gewalt ab.Es bereitete mir solche Schmerzen.Es war eigentlich nicht auszuhalten.Zweimal wurde ich gegen meinen Willen zu etwas gezwungen-im Namen "Gottes" wohlgemerkt.

      Es ist ätzend um ganz ehrlich zu sein.Wenn ich mir heute die Narben der Beschneidung ansehe, dann kommt mir eine Trauer hoch.Es ist einfach entstellt, nicht mal die narben sind gerade.Nichteinmal die Beschneidung wurde richtig und fachgerecht durchgeführt.Als Folge habe ich natürlich Selbstzweifel, wie ich das später eigentlich machen soll.Ich habe bis jetzt noch keine Freundin gehabt und weiß auch gar nicht wie ich ihr dieses enstellte, hässliche "Ding" überhaupt erklären soll.Tja Arschkarte für mich.

      Ahja und viele andere Sachen belasten mich natürlich auch wie z.B. Verlust der Sensibilität usw. und so fort.Wobei ich mir eh nicht vorstellen kann, dass irgendeine Frau mit jemanden schlafen will-geschweige denn zusammensein will xD-, der naja ihr wisst schon

      btw. bin beim Therapeuten wegen den ganzen Druch etc. etc. kann euch also auf dem laufenden halten.

      MfG

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von blankspace ()

    • Moin @blankspace … puh, harter Tobak, was Du erzählst. Mir fehlen da bissl die Worte.

      Ich möchte nur eines sagen: Du bist nicht allein, und es ist gut, dass Du hier mit uns bist und dass wir immer mehr werden, die aufstehen und gemeinsam dieser Barbarei ein Ende bereiten werden!

      Ach, und bezüglich Sex und Beziehungen etc.: Gut, dass Du so früh schon ein Bewusstsein über Deine Beschneidung hast … dadurch kannst Du Dich z.B. mit Tantra und sowas befassen, was den Sex sicher für Dich erlebbar und schön machen wird. Mach nur immer LANGSAM (wenn ich als alter Sack Dir überhaupt eine Rat geben darf), übereile nichts. Ich wusste damals NICHTS, bin von einem Abenteuer ins Nächste getaumelt und gehetzt auf meiner verzweifelten Suche nach dem Glück. Du hast die Möglichkeit, wenn es mit einer Partnerin »ernst« wird, offen darüber zu sprechen, sie aufzuklären, und wenn sie etwas für Dich empfindet, wird sie gemeinsam mit Dir erforschen wollen, wie Ihr beide zusammen glücklich werden könnt.

      Und denk dran: LANGSAM. Auch beim Sex. Zeit nehmen zum Fühlen. Wenn das Fühlen taub geworden ist, dann hilft ZEIT. Es gibt keinen Grund zur Eile, es geht ja nicht um olympisches Vögeln oder sowas.

      Das ist wie mit dem Kucken im Dunkeln:
      Zuerst siehst Du überhaupt nichts, und wenn Du dann einfach losrennst, kannst Du ganz böse auf die Fresse fallen.
      Wenn Du aber ruhig bleibst und einfach weiter ins Dunkel schaust, mit weit geöffneten Augen, dann werden sich mit der Zeit Konturen und Kontraste aus dem Dunkel herauslösen, und Du siehst

      Bleib dran!

      LG Tom
    • blanckspace

      Es ist vielleicht ein schwacher Trost,aber wenn eine Frau sich in einen Mann verliebt hat(in sein Wesen,Charaker etc.),ist Äußerlichkeiten nur Nebensächlich.
      Das Problem wird eher sein,daß du deinen Zustand unerträglich findest und du darunter leidest.
      Dein Selbstwertgefühl ist verständlicherweise tief unten und du mußt daran arbeiten,um deiner selbst Willen.
      Du bist jetzt hier in einem Forum,indem du Hilfe bekommen kannst bezüglich der Thematik Beschneidung.
      Trotzallem solltest du weiterhin zum Therapeuten gehen,damit du dein Erlebtes und die Folgen verarbeiten kannst.


      Viel Erfolg und Glück auf deinen weiteren Weg
    • Hey willkommen :)

      Es ist dir Unrecht getan, so wie vielen hier im Forum.
      Ich kann deine Sorgen verstehen. Es schnürt einen die Luft weg, da es aus dieser Situation scheinbar keinen Ausweg gibt.
      Aber dem ist nicht so.

      Zu allererst denk ich nicht, dass dich ein Mädchen ablehnen wird, weil du beschnitten bist. In deinem Alter kennen sich Mädchen damit nicht so sehr aus, also wird dies kein Ausschlusskritierium sein.
      Das wichtigste ist, dass du damit klar zu kommen lernst. Für viele ist der einzige Weg diesen Eingriff zu verarbeiten eine Vorhaut Wiederherstellung. Es wird durch dehnen der Resthaut versucht, der optischen korrektheit einer Vorhaut wieder nahe zu kommen. Auch wird durch die neue Haut die Eichel geschützt und du wirst neue Sensibilität verspüren.
      Diese Wiederherstellung dauert jedoch einige Jahre und KANN teuer sein, wenn du zb mit Geräten deine Vorhaut restorierst. Natürlich kann man auch mit manuellen Methoden also durch dehnen mit der Hand einen ähnlichen Zustand erreichen.

      Interessant für dich wäre es auf jeden Fall, da so deine nicht gewollten Narben mit der Zeit durch Haut abgedeckt werden und es natürlicher aussieht. Dies scheint für dich ja ein wichtiger Punkt zu sein.

      Du packst das schon :thumbup:

      Der Link zum Einsteigen :
      restoringforeskin.org/public/manual-tugging/method-2
    • blankspace schrieb:

      Dass meine eigene Mutter mir sowas antun könnte, kann ich heute kaum glauben.

      Deine Geschichte erschüttert mich zutiefst und ich danke Dir für die offenen Worte.

      Man spürt aus Deinen Schilderungen sehr deutlich, was da nicht nur physisch mit Dir passiert ist. Ich kenne mich medizinisch absolut nicht aus und habe keine Ahnung, was man hier noch "retten" kann. An Deiner Stelle würde ich aber vermutlich versuchen mit ärztlicher Hilfe eine Lösung zu finden, die für Dich besser akzeptabel ist als der aktuelle Zustand. Natürlich ist mir auch bewusst, dass Du nach Deinen Erfahrungen große Vorbehalte gegen Ärzte haben wirst.

      Darf ich fragen, wie Du nach diesen Erlebnissen zu Deinen Eltern stehst. Du bist ja noch minderjährig und damit vermutlich einerseits auf Deine Eltern angewiesen und auf der anderen Seiten wohl auch bitter von diesen enttäuscht worden. Deine Eltern muss ja außerdem durch Deine Therapie bewusst geworden sein, was diese Erlebnisse bei Dir angerichtet haben. Ich bin auch auf diesem Gebiet absoluter Laie, aber neben den physischen Verletzungen wirst Du hier ja sicherlich auch massiv unter den emotionalen Wunden leiden.

      Jedenfalls habe ich großen Respekt davor, dass Du Deine Geschichte öffentlich gemacht hast und somit dazu beiträgst, dass andere vor einem solchen Schicksal vielleicht bewahrt werden können. Und in Bezug auf Frauen hast Du doch mit der öffentlichen Schilderung bewiesen, dass Du Mumm in den Knochen hast. Mich würde es daher nicht wundern, wenn Deine Haltung seitens des anderen Geschlechts hier auch irgendwann entsprechend honoriert werden würde ;)
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Hi bezüglich deiner Frage wie ich denn zu meinen Eltern im Moment stehe.Da unser Verhältnis eh nicht gut war,besonders der mit meinem dad mag ich die nicht gerade sehr.Sagen wir es mal so:wir hatten so oft schon Stress und Streitereien,dass ich wegen akute suizidalität schon vor paar Wochen in die jugendpsychiatrie musste.Details kann man sich wohl schon ausdenken.Sie wissen auch ebenfalls nicht wieso ich in der Therapie bin,da ich denen nicht vertraue.Im Endeffekt sind sie schon lange für mich gestorben.
    • blankspace schrieb:

      Im Endeffekt sind sie schon lange für mich gestorben.
      Ich kann Deine Reaktion sehr gut verstehen. Es ist gut, dass Du Hilfe von den "Profis" annimmst. Ein Forum kann Dir Anregungen liefern, aber um mit so einer Geschichte fertig zu werden, brauchst Du wohl mehr Rückhalt.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • blankspace schrieb:

      Hi bezüglich deiner Frage wie ich denn zu meinen Eltern im Moment stehe.Da unser Verhältnis eh nicht gut war,besonders der mit meinem dad mag ich die nicht gerade sehr.Sagen wir es mal so:wir hatten so oft schon Stress und Streitereien,dass ich wegen akute suizidalität schon vor paar Wochen in die jugendpsychiatrie musste.Details kann man sich wohl schon ausdenken.Sie wissen auch ebenfalls nicht wieso ich in der Therapie bin,da ich denen nicht vertraue.Im Endeffekt sind sie schon lange für mich gestorben.
      ich denke aber,daß du ein ernsthaftes Gespräch mit deinen Eltern führen solltest,sobald du in der Verfassung dazu bist.
      Sie sollten erfahren,was sie dir angetan haben und wie du dich fühlst und,daß alles was dich angeht mit der Beschneidung zusammenhängt.
      Ich glaube deinen Eltern ust gar nicht bewusst,was sie dir genau angetan haben.
      Es hat mehrere Gründe die dafür sprechen mit den Eltern zu sprechen,zum einen um deinen Frust an richtiger Stelle rauszulassen und zum anderen um deine Eltern wachzurütteln.
      Ich weiß ja nicht,ob die Kinderplanung bei deinen Eltern abgeschlossen ist,wenn aber nicht,dann ist jeder neue Bruder potenzielles Opfer der Beschneidung.
      Selbst wenn die Familienplanung abgeschlossen wurde,bewirkt evtl.deine klaren Worte etwas bei deiner Familie.

      Sei stark und alles Gute
    • maghrebprincessa schrieb:

      ich denke aber,daß du ein ernsthaftes Gespräch mit deinen Eltern führen solltest,sobald du in der Verfassung dazu bist.

      Sie sollten erfahren,was sie dir angetan haben und wie du dich fühlst und,daß alles was dich angeht mit der Beschneidung zusammenhängt.
      Wir sind keine Psychologen. Stell Dir aber mal vor, Deine Eltern hätten Dir dies im Alter von nur 6 Jahren angetan. Wie viel Porzellan geht hier zu Bruch und wie viel Vertrauen eines Kindes wird hier für immer zerstört.

      Der TO ist heute 17 Jahre alt bzw. liegt die "Tat" somit bereits 11 Jahre zurück und noch immer leidet er offensichtlich emotional darunter, dass seine eigenen Eltern ihm das angetan haben. Ob hier eine Aussprache bzw. gar irgend eine Art von Aussöhnung oder ehr ein kompletter Abbruch der Beziehungen zu den Eltern besser ist, wird wohl der Therapeut besser einschätzen können.

      Sicherlich mag es vielen Eltern nicht bewusst sein, was sie ihren Kindern mit einer Beschneidung antun. Dennoch laufen sie gerade wie hier in diesem Fall Gefahr, ihr Kind für immer (emotional) zu verlieren. Bitter für die Eltern, aber noch bitterer für den TO, dem mein volles Mitgefühl gilt.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Vielen Dank, dass Du Deine Geschichte hier erzählt hast.
      Auch wenn es keine Kleinigkeit ist, die Dir da angetan wurde, ein Mädchen das mit Dir sexuell verkehren will, sollte sich zu diesem Zeitpunkt bereits in Dich verliebt haben, und da ist dann das Aussehen des Penis keine große Sache mehr. Ich nehme doch an, dass Du mit deinem übrigen Erscheinungsbild zufrieden bist, und zum Aufbau einer Beziehung sind eher Charakter, Einfühlungsvermögen etc. wichtig. Mir ist natürlich klar, dass man allererst selbst mit seinem Körper zufrieden sein muss, und ich nehme an, dass Du Dein Problem mit dem Penis durch den Kontakt mit anderen Betroffenen einigermaßen hinkriegen wirst.

      Was Deine Eltern betrifft, so glaubten sie eben, dass die teuflische Beschneidung „Gottes Gebot“ sei, auch viele nicht religiöse Eltern aus beschneidenden Gesellschaften glauben ihren Kindern das antun zu müssen. Und auch bei uns gibt es Beschneidungsfanatiker die die Religion über das Gesetz stellen, und letzten Endes den §1631d der die Beschneidung nicht einsichtsfähiger Jungen ausdrücklich erlaubt durchgeboxt haben. Ich schreibe viele Postings gegen Beschneidungsliebhaber, die sind aber gegen Argumente resistent. Es fehlt einfach die Empathie gegenüber männlichen Kindern.

      Und es ist natürlich ganz schlimm, wenn die eigene Mutter der man bis jetzt immer vertraut hat einem das antut. Andere lügen wenigstens vor, wie wichtig eine Beschneidung wäre, da man doch ohne diese ewig Kind bleiben würde usw. Und mit soviel Überredung glaubt dann so mancher Junge, dass es unbedingt sein müsse. Wenn ich an meinen Sohn denke, so kam der immer sofort angerannt wenn er irgendein Problem hatte und ich stelle mir daher vor, dass eine Kindheit ganz schlimm sein muss, wenn man niemandem mehr vertrauen kann.

      Es ist gut wenn Du professionelle Hilfe annimmst. Und genau Leute wie Du müssen Kinder kriegen, damit diese unselige Tradition der Genitalverstümmelung gebrochen wird.
    • NoCut schrieb:

      maghrebprincessa schrieb:

      ich denke aber,daß du ein ernsthaftes Gespräch mit deinen Eltern führen solltest,sobald du in der Verfassung dazu bist.

      Sie sollten erfahren,was sie dir angetan haben und wie du dich fühlst und,daß alles was dich angeht mit der Beschneidung zusammenhängt.
      Wir sind keine Psychologen.
      Richtig,wir sind keine Psychologen.
      Ich schreibe aus Sicht eines Menschen und auch als Mutter.
      Ich als Frau ,werde mich nie richtig in diese Situation nachempfinden können.
      Doch die Trauer,Wut und Hilflosigkeit kann ich nachempfinden.

      NoCut schrieb:


      Der TO ist heute 17 Jahre alt bzw. liegt die "Tat" somit bereits 11 Jahre zurück und noch immer leidet er offensichtlich emotional darunter, dass seine eigenen Eltern ihm das angetan haben. Ob hier eine Aussprache bzw. gar irgend eine Art von Aussöhnung oder ehr ein kompletter Abbruch der Beziehungen zu den Eltern besser ist, wird wohl der Therapeut besser einschätzen können.


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      "maghrebprincessa schrieb:


      Selbstverständlich liegt es in der Hand des Therapeuten.
      Aussöhnen wird unter diesen Umständen eh fast unmöglich sein,aber eine Aussprache würde meiner Meinung nach den TE helfen.


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      "NoCut schrieb:


      Sicherlich mag es vielen Eltern nicht bewusst sein, was sie ihren Kindern mit einer Beschneidung antun. Dennoch laufen sie gerade wie hier in diesem Fall Gefahr, ihr Kind für immer (emotional) zu verlieren. Bitter für die Eltern, aber noch bitterer für den TO, dem mein volles Mitgefühl gilt.
      Sie laufen gerade Gefahr ihr Kind für immer(emotional)zu verlieren?!Ich denke, sie haben ihn längst verloren.
      Mein Mitgefühl gilt auch den TE
    • maghrebprincessa schrieb:

      NoCut schrieb:

      Sicherlich mag es vielen Eltern nicht bewusst sein, was sie ihren Kindern mit einer Beschneidung antun. Dennoch laufen sie gerade wie hier in diesem Fall Gefahr, ihr Kind für immer (emotional) zu verlieren.
      Sie laufen gerade Gefahr ihr Kind für immer(emotional)zu verlieren?!Ich denke, sie haben ihn längst verloren.

      Ich hatte bewusst geschrieben, dass Eltern "wie hier" Gefahr laufen, ihr Kind für immer zu verlieren. Es gibt bestimmt viele Eltern, die ihre Kinder aus welchen Gründen auch immer beschneiden lassen und keine Sekunde daran denken, dass sie neben dem Leid, welches sie ihren Kindern zufügen, im Zweifel auch mit der Konsequenz leben müssen, dass die Kinder irgendwann jeglichen Kontakt zu ihnen abbrechen werden.

      Es mag in anderen Kulturen, wo die Mehrheit der Menschen (Männer oder Frauen) zwangsbeschnitten wurden anders sein als hier. Erst der gedankliche Vergleich, dass alles hätte anders sein können, kann hier noch stärker eine Situation schaffen, die aus diesem grausamen Ritual eine "familiäre Spaltaxt" werden lässt, die alles trennt und den Traum von einer harmonischen "Großfamilie" wie eine Seifenblase platzen lässt.

      Hier berichten Menschen über ihr persönliches Leid mit der Beschneidung und hoffen auf Mitgefühl seitens der Mitforisten. Es werden sich hier aber wohl auch immer wieder Menschen "Informationen" suchen, die mit dem Gedanken spielen, ihr eigenes Kind beschneiden zu lassen. So gesehen können auch Betroffene indirekt denen helfen, die bisher von diesem Schicksal verschont blieben.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Also erstmal danke für die netten Worte hier.Jedoch muss ich auch einige Sachen klarstellen:ich werde höchstwahrscheinlich nie mit meinen Eltern darüber reden,da so etwas für Sie normal ist.Daher gehe ich nicht davon aus,dass sie irgendeine Art Mitleid mit mir haben werden.Zweitens ist der Therapeuten den ich dann bald in 2 haben werde mir noch unbekannt.Der erste Therapeut hatte für meinen Anliegen nur paar Worte übrig.Er meinte dass es nicht schlimm wäre,da es ja Gebrauch in meinem Kultur wäre und man ja dann eh nicht Aids bekommen könnte.Zusätzlich auch,dass ja intensiver beim Sex wäre etc und es ja im Endeffekt "ein Stück haut"wäre.Also ja hoffe ich,dass mein nächster Therapeut hoffentlich besser ist.
    • blankspace schrieb:

      Der erste Therapeut hatte für meinen Anliegen nur paar Worte übrig.Er meinte dass es nicht schlimm wäre,da es ja Gebrauch in meinem Kultur wäre und man ja dann eh nicht Aids bekommen könnte.Zusätzlich auch,dass ja intensiver beim Sex wäre etc und es ja im Endeffekt "ein Stück haut"wäre.

      Hallo blankspace,

      tut mir leid was dir zu gestoßen ist und wie abfälilig dich dein Therapeut behandelt hat. Das Große Problem ist, dass viele Ärzte und Therapeuten nicht sensiblisiert sind und sich deswegen nicht einmal annähernd vorstellen können, das jemand damit richtige Probleme haben kann. Ich habe mich meinem Problem bis jetzt drei Ärzten anvertraut. Von von einer Ärztin wurde ich nicht abgeweisen. Sie wusste aber auch keine Lösung für mein Problem.

      Ich hoffe du kannst einen Therapeuten finden, der sich besser in dich hineinversetzen kann.
    • Hallo blankspace, auch von mir noch ein herzliches Willkommen.

      Deine Geschichte...heftig...und dann auch noch keine wirkliche Hilfe und Unverständnis bei Therapeuten.

      Kenn ich leider auch...und mussdir sagen, wenn du von denen Hilfe und Verständnis willst, musst du die erst aufklären. Was dir der erste da sagte, bodenlos, hat keine Ahnung. Ein guter Therapeut nimmt einen Patienten IMMER ernst und informiert sich über die Probleme, wenn er sich nicht auskennt.

      Es gibt Bücher zu unserem Thema. "Ent-hüllt" von Clemens Bergner, und "Unaussprechliche Verstümmelungen" von Lindsay R. Watson. Kannst du dir eines besorgen und deinem neuen Therapeuten zu lesen geben?
      Oder verlink ihm dieses Forum. Ich war bei einem, der hat sich auch null ausgekannt und der hat dann dieses Forum einmal quergelesen...

      Falls du Hilfe bei der Aufklärungsarbeit bei deinem Therapeuten brauchst...gerne...frag einfach hier nach. Ich würde den sogar persönlich anschreiben, wenn ich dir damit helfen könnte.

      Damit dir Therapeuten überhaupt helfen können, STEH ZU DEINEM PROBLEM, und mach es ihnen klar.

      Und das mit deinen Eltern...Mist...aber nie darüber reden?
      Sie sehen und wissen das es dir schlecht geht, und sie haben nicht die leiseste Ahnung weshalb? Nicht sagen, weil du kein Verständnis erwartest, weil es für sie normal ist? Aber für dich ist es NICHT normal, und NUR das zählt. Du solltest es ihnen irgenwann sagen, wenn du bereit dafür bist. Aber nicht als Vorwurf oder auf der Suche nach Schuldigen. Ich würde ihnen sagen "ICH leide unter meiner Beschneidung..." vielleicht aber erst, wenn du einen Therapeuten hast, der eine Ahnung von der Materie hat, und dir beistehen kann. Aber deine Elterrn sollten auch eine Chance haben, und wenigstens wissen was Sache ist

      Noch weitere Fragen...gerne...und denk daran, du bist nicht allein mit diesem Problem...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • blankspace schrieb:

      Also ja hoffe ich,dass mein nächster Therapeut hoffentlich besser ist.
      Ich weiß jetzt nicht genau, wie das bei Psychotherapeuten geregelt ist, aber auch hier müsste es eine Beschwerdestelle geben. Vielleicht kann Dir aber notfalls auch das Bundesnetzwerk für Beschwerdestellen einen entsprechenden Ansprechpartner nennen, der Dich dabei unterstützt, dass Du einen Therapeuten bekommst, der Dir auch wirklich weiterhilft.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Folgendes hat mir einmal jemand geschrieben:

      „Ich bitte doch um eine etwas differenziertere Betrachtungsweise. Die Beschneidung des Mannes verringert das Risiko von Portiokarzinomen bei Frauen entscheidend. Die reduzierte Empfindlichkeit des Penis führt zu einer geringeren Inzidenz von Ejaculatio präkox und bietet somit die Chance einer erfüllteren Sexualität von Frauen und Männern.“

      Auf Grund der Ausdrucksweise nahm ich an, es handle sich um einen Arzt. Auf Grund des Eintretens für Beschneidung nahm ich an es sei einer der damit Geld verdient. Tatsächlich ist der Mann Psychotherapeut. Wenn man zu so einem „Fachmann“ kommt, braucht man sich nicht wundern, dass der nicht versteht wie man mit dem Glück so eine gesunde Beschneidung erhalten zu haben, ein Problem haben kann.

      Leider ist es nun mal so, dass viele Psychotherapeuten keine Ahnung haben. Aber es gibt natürlich andere, wie Professor Matthias Franz(Düsseldorf) der gar ein Buch über das Problem geschrieben hat. (Die Beschneidung von Jungen: Ein trauriges Vermächtnis)
    • Egal ob ein Therapeut meint, dass ein Beschnittener "einen an der Waffel hat", egal ob die Beschneidung wirklich die Ursache für sein Unwohlsein ist, genau dieses Unwohlsein muss ein Therapeut ernst nehmen als Wirklichkeit annehmen. Nur wenn er es ernstnimmt, kann er dem Patienten helfen eventuelle Verdrängungen zu beseitigen.

      Ein guter Therapeut nimmt notfalls auch Zwangsvorstellungen ernst und fängt nicht damit an die Wahnvorstellungen selbst in Frage zu stellen. Er benutzt sie um ev. dem Patienten auf den Weg zurück in die Realität zu bringen.

      Insofern, halte ich in solchen Fällen eine Beschwerde für angebracht.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Ja, eine Beschwerde wäre angebracht...aber bringt sie blankspace weiter, oder würde sie nicht nur unnötig Kraft kosten? Kraft die er woanders braucht?

      (OT...wo gibt es eine Bundesbeschwerdestelle für Urologie...ich hätt da auch was...)

      Klar kann man sich aufregen, daß Psychotherapeuten keine Ahnung habe, bzw. Männer mit Beschneidungsproblemen nicht ernst nehmen...aber wenn zu denen keine Männer kommen die damit ein Problem haben, diese Therapeuten aber wissen, dass ungefähr ein Drittel aller Männer beschnitten ist...warum sollten sie da tiefer in die Materie eintauchen?
      Auch Prof. Franz brauchte erst ein "Erweckungserlebnis".

      Ich habe auch meine Erfahrungen mit Therapeuten...mit solchen, die mich auch nicht ernst nahmen, alle meine Problem auf rein psychisch einstuften...einer schmiess quasi die Therapie hin, liess mich hängen, weil ich nicht einsehen wollte das meine Probleme absolut keinen physischen Ursachen haben...einer bekam grosse Augen, und meinte er habe keine Kompetenzen, keine Erfahrungen dazu...einer wurde zusehends unsicher, unterbrach den Blickkontakt, mein Bericht wurde ihm zusehends unangenehm und kam mir am Schluss mit der Bibel, den manchmal helfe halt nur der Glaube...und einer nahm mich glaub anfangs auch nicht ganz ernst, wirkte erstaunt, arbeitete sich ein...und war dann entsezt, was eine Beschneidung anrichten kann...und gleichzeitig verwundert, dass er trotz über 30jähriger Berufserfahrung noch NIE einen Mann über Probleme durch eine Beschneidung reden hörte...

      @blankspace
      Was zum Lesen für deinen neuen Therapeuten

      Prof. Franz über Beschneidung

      w-a-praxis.de/beschneidung-gen…hotherapie-in-berlin.html Ein Berliner Psychologe über Beschneidung und die Folgen daraus, er hat praktische Erfahrungen, Patienten, mit dieser Problematik...

      und wenn dich dein neuer auch abspeist, such dir einen anderen...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Guy schrieb:

      Ein guter Therapeut nimmt notfalls auch Zwangsvorstellungen ernst und fängt nicht damit an die Wahnvorstellungen selbst in Frage zu stellen. Er benutzt sie um ev. dem Patienten auf den Weg zurück in die Realität zu bringen.

      Um zu vermeiden, dass hier Begrifflichkeiten eventuell zu Missverständnissen führen, möchte ich kurz nach bestem Wissen die Unterschiede zwischen einem Psychotherapeuten und einen Psychiater aufzeigen. Ein Psychotherapeut "kümmert" sich praktisch ausschließlich um die Psyche eines Menschen. Ein Psychiater dagegen arbeiten im Bereich der Psychotherapie und der Psychiatrie. Psychiatrische Erkrankungen haben im Gegensatz zu psychologischen Problemen "organische" Ursachen. "Wahnvorstellungen" haben neben neurotischen Ursachen oft psychotischen Hintergrund.

      Der TO wurde jedoch als Kind zwangsbeschnitten und hat dadurch neben dem körperlichen Trauma (=Verletzung) wohl vermutlich auch ein psychisches Trauma davongetragen. So wie Menschen nach Autounfällen oder ähnlichen nicht nur mit den physischen Folgen belastet sind, ist es wohl auch dem TO ergangen. Und auch bei Unfällen (z.B. mit bleibenden Schäden), brauchen viele therapeutische Hilfe, um ein solches Trauma zu lindern oder gar zu überwinden.

      Dies nur als Einwurf, weil die Probleme des TO aus meiner Sicht eine völlig "gesunde Reaktion" auf eine "kranke Situation" sind. Gäbe es nicht so viele Länder, wo Menschen zwangsbeschnitten werden, würde man vermutlich bereits jeden, der auch nur mit dem Gedanken spielt sein eigenes Kind zwangsbeschneiden zu lassen, zum Therapeuten schicken. Die aktuelle Situation ist aber, dass die Opfer (=Kinder) der "wirklichen Patienten" (=Eltern) bei den Therapeuten als Patienten landen.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Danke nochmal für die Antworten,aber ich glaube das wars dann endgültig.Ich geb's auf.Ich kann keinen mehr vertrauen.Mein Verhältnisse mit meinen Eltern ist einfach nur noch ätzend.Und ich will meine Freunde auch nicht mehr vertrauen.Wahrscheinlich hat der Therapeut recht und es liegt an mir.Ich werde mich nicht über ihn beschweren, da er sich viel Mühe gemacht um seine Ausbildung etc. zu machen und es wäre nicht fair das mit meiner Beschwerde negativ zu beeinflussen.Das mit den Frauen usw geb ich auch auf.Vielleicht werden sie bei anderen Personen anders reagieren ,aber ich glaube nicht, dass ich zu denen gehöre.Ich werde wahrscheinlich in meinem Abschiedsbrief an meinen Eltern meine Probleme anmerken.Aber da ich in ein paar Tagen eh nicht mehr existieren werde,ist es auch egal.Von mir aus könnt ihr dieses Thema jetzt schließen.Ich will einfach nur boch ein bisschen Ruhe endlich haben.Hatte ich sowieso schon vor Paar wochen vor.Ich glaube eh schon lange nicht mehr, dass es einen guten Ausgang für mich geben wird.Also Danke nochmal an alle, die sich die Mühe gemacht haben meinen Post zu lesen.Nur noch ein Paar Tage dann bin ich endlich von meinem Leid befreit.Und an alle, die meinen, ich wäre zu sensibel oder eine Schwuchtel oder sonst irgendwas:Denkt was ihr wollt.Spätestens am Fr nachdem Geburtstag von meinem Kumpel bin ich eh für immer weg.MfG

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von blankspace () aus folgendem Grund: Rechtschreibung

    • blankspace schrieb:

      .Wahrscheinlich hat der Therapeut recht und es liegt an mir.

      Vertrau deinem Gefühl: Nein, der Therapeut hatte NICHT Recht. Nein, deine Eltern hatten NICHT Recht, dir das anzutun. Keiner hat das Recht, das irgendwem anzutun.

      Du hast *JEDES* Recht, dich so zu fühlen, wie du dich fühlst. Und lass dir nichts anderes einreden.

      Wenn du zu Hause raus willst, pack ein paar Sachen und komm her, Adresse kannst per PN bekommen. ABER: Wenn du wirklich Suizidgefährdet bist, werde ich dich in eine Klinik bringen. Das wäre der Deal. Du wärst aber auf dem Weg keinen Meter alleine.


      Es gibt Möglichkeiten, dir zu helfen - physisch können wir hier viel tun, psychisch brauchst du einen Therapeuten, der weiß, was er tut - Ausbildung hin oder her, dein Therapeut wußte es NICHT.

      Mach die Tür nicht zu. Hier sind eine Menge ausgestreckter Hände, die dir helfen wollen.

      Ich bin inzwischen 46 und kämpfe seit meiner Kindheit gegen Depressionen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es besser wird. Gib dir selbst die Zeit, auch seelische Wunden brauchen Zeit zur Heilung. Und ja, sie tun genauso weh.
    • LoL in die Klinik gehen damit ich die gleichen Therapeuten kriege ?lieber nicht.Das Problem liegt halt wahrscheinlich an mir.Es gibt ja sonst viele andere in der Welt die schlimmere Probleme haben bzw. das gleiche wie ich, aber denen es gut geht.Meine Entscheidung steht schon fest.Allein dafür, dass ich meinen besten Freund mit meiner Situation so sehr belastet hab, verdiene ich den Tod.

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    • @blankspace Vielleicht wäre die Vorhautwiederherstellung was für dich? Hab schon vielen gelesen, dass es die Situation verbessert hat (wahrscheinlich mehr als jeder Therapeut es könnte). Ich selber mache es auch. Wenn die Vorhautregeneration tatsächlich noch in unserem Leben Realität werden sollte, wäre das echt genial. Ich hoffe, dass dann auch die Krankenkassen zahlen. Bei Operationen für weibliche Opfer von Zwangsbeschneidungen wird es schon bezahlt und letztens wurde auch einem Mann ein Gerät für die Vorhautwiederherstellung von der Krankenkasse bezahlt.
    • Hallo Blankspace

      Du verdienst auf keinen Fall den Tod, du hast ja nichts angestellt. Du bist Opfer, nicht Täter. Und bei uns ist die Todesstrafe abgeschafft, weil Leben etwas Einmaliges etwas von keinem wieder herstellbares ist. Jeder hat nur ein Leben. Und das gilt es bestmöglich zu gestalten. Dass es für Dich mit 6 Jahren eine böse Wende nahm, ist nicht Deine Schuld. Es war eben die Geburt in die falsche Kultur am falschen Ort. Auch ich hatte eine unglückliche Kindheit, und trotzdem ist mir heute jeder Tag zu kurz, weil ich viel mehr tun möchte als ich zeitlich in der Lage bin. Und wenn Dein Freund sich überfordert fühlt, weil Du ihm Deine Probleme unterbreitest, dann ist er offensichtlich nicht der richtige Freund. Im Leben ist es so, dass man aus jeder Niederlage wachsen kann. Alle Deine Probleme lassen sich lösen. Alleine wenn Du hier liest, siehst Du, dass Du nicht der einzige bist, dem Unrecht angetan wurde. Auch ich würde an Deiner Stelle den Therapeuten nicht klagen, aber einen anderen suchen, und den Kampf fürs Überleben aufnehmen. Und Du solltest doch Deinen Eltern zeigen, dass man Kinder auch ohne sie zu beschneiden großziehen kann.

      Und jeder der hier als Antwort auf Deine Geschichte etwas eintippt, setzt sich für Dich ein. Du bist daher nicht allein. Enttäusche Deine Fans hier nicht. Es sind alles Leute die mit Dir mitfühlen.
    • Das brutale ist, wenn man von denen, die einem helfen sollen, nicht ernst genommen wird. Ich habe ähnliche Erfahrungen mit Therapeuten und Psychiatern gemacht. Es ist nicht deine Schuld, was der Therapeut gesagt hat. Er hat damit genau das Gegenteil von dem gemacht, was er tun soll und es war seine Unfähigkeit oder Empathielosigkeit...schlimm, was für Leute in diesem Beruf z.T. auf die Menschheit losgelassen werden.
    • Warum kannst Du niemandem mehr vertrauen? Deinen Eltern...verstehe ich...aber deinen Freunden? Warum glaubst Du, Deinen besten Freund über die Maße belastet zu haben?

      Ja, "unser" Problem ist sehr speziell. Von meinen Freunden weiß niemand von meinen Problemen durch meine Beschneidung. Aber nicht weil ich ihnen nicht vertraue, sondern weil ich inzwischen weiß, dass mit diesem Problem nur wenige Menschen umgehen, und Verständnis aufbringen können. Wie du inzwischen auch schon gesehen hast, schaffe das nicht mal Profis auf Anhieb. Solche Profis, also Therapeuten, sind dazu da, wenn man mit Problemen selber nicht mehr klar kommt, und normale "Auffangnetze" wie Familie und Freunde damit auch überfordert sind.

      Aber leider sind auch die meisten Therapeuten mit den Problemen durch Beschneidung...überfordert ist glaub falsch...es fehlt das Bewusstsein dafür.

      Diese Probleme durch Beschneidung, spielen sich auf einer physischen UND einer psychischen Ebene ab und die psychischen Probleme sind keine Krankheit, da hast Du KEINE Schuld, das ist eine normale Reaktion auf etwas außergewöhnliches, ein Trauma.

      Du fühlst Dich anscheinend schlecht, schuldig, wenn ich sowas lese?

      blankspace schrieb:

      Es gibt ja sonst viele andere in der Welt die schlimmere Probleme haben bzw. das gleiche wie ich, aber denen es gut geht
      Es gibt IMMER andere, die haben schlimmere Probleme, ja sie sind sogar so krank, dass sie bald sterben müssen...aber was hilft das mir oder dir mit unserem Problem? Müsste sich da nicht jeder, der NUR z.B. Rückenschmerzen hat, denken, "ach gibt schlimmeres, deswegen lass ich mich nicht behandeln, mein Leiden mindern, verbessern oder gar beheben"?

      Wenn man sich seines Problemes nicht bewusst ist, und dazu steht, wie soll man es dann angehen und bekämpfen können? Sich selber zu sagen "Andere stellen sich aber nicht so an" (noch schlimmer, man bekommt es gesagt)...was hat man davon? Keine Probleme mehr? Oder Schuldgefühle, noch mehr Probleme?

      Und glaub mir, NIEMAND verdient den Tod, egal weshalb...

      Wie schon gesagt, du bist mit diesem Problem nicht allein...und wenn ich dir helfen kann...gern.
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • blankspace schrieb:

      Ich glaube eh schon lange nicht mehr, dass es einen guten Ausgang für mich geben wird.Also Danke nochmal an alle, die sich die Mühe gemacht haben meinen Post zu lesen.Nur noch ein Paar Tage dann bin ich endlich von meinem Leid befreit.
      Das kann jetzt nicht Dein Ernst sein. Du willst tatsächlich kurz vorm Ziel aufgeben?

      Jahrelang bist Du wohl auf der Suche nach einer Lösung umhergeirrt. Dein letzter Therapeut war Dir keine Hilfe bzw. konnte er Dir offensichtlich keinen Halt geben.

      Jetzt siehst Du langsam klar, was alles in der Vergangenheit nicht rund gelaufen ist bzw. welche vielfältigen Wege Dir offen stehen, um diese Probleme in der Zukunft für Dich "annehmbarer" zu gestalten. Hab keine Hemmungen, Dich an eine Beschwerdestelle zu wenden. Den Leuten in solchen Beschwerdestellen geht es nicht um "Fehler", sondern darum wie dem einzelnen Menschen besser geholfen werden kann. Dein Therapeut hat vielleicht einen "falschen" Weg versucht, aber gib doch den "Profis" die Chance aus diesem Fehler zu lernen, damit sie gemeinsam mit Dir eine Lösung entwickeln, mit der Du leben kannst.

      BTW: "Ich glaube eh ..." Hör auf zu glauben und fang an zu denken ;)
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Steffen Wasmund schrieb:

      Wie kann ich im neuen Forum eine persönliche Nachricht an Guy versenden?
      Das habe ich auch schon versucht ;) Vorschlag, melde doch einfach meinen letzten Beitrag mit dem "Dreieck". Ich vermute, dass Du so am schnellsten Kontakt mit Guy bekommst.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • blankspace, Deine bedenken kann ich verstehen und sie sind berechtigt, Du wirst wahrscheinlich wieder beim selben landen, der dich nicht ernst nahm, für den Deine Probleme nicht so schlimm sind...

      Aber er hat dich aus Unwissenheit so behandelt. Er hat dich oberflächlich abserviert, ohne sich auch nur mit den Hintergründen ein klein wenig befasst zu haben.

      Ich habe es Dir schon einmal angeboten, und mache es nun nochmal: Wenn du es möchtest nehme ich gerne Kontakt zu diesem Psychiater auf und versche ihn aufzuklären, ihn zum Nachdenken zu bringen. Denn ich kenne es auch, nicht ernst und wahrgenommen, nur herumgeschoben zu werden. Aber ich hatte damals noch nicht das Wissen...und heute schiebt mich da keiner mehr rum.

      Aber noch besser...mach DU es...schick ihm das von mir verlinkte youtube Video von Prof. Franz und diese Seite des Berliner Psychologen, der Erfahrung mit Beschnittenen hat...schau wie er reagiert.
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • blankspace schrieb:

      Keine Ahnung.Das Problem ist halt, dass wenn ich zu einem Psychotherapeuten gehe, der mich wieder in die Psychiatrie schickt und das bringt nichts, da ich dann eh wieder den gleichen Psychiater bekomme, dem meine Probleme nicht sonderlich schlimm sind. ._.
      Stimmt so nicht. Und du kannst auch den Psychiater verweigern - auch in einer Klinik - wenn du dich nicht gut aufgehoben fühlst. Für viele Therapeuten ist das übrigens ein Weckruf: Der lehnt mich ab. Warum?

      Es gibt übrigens auch verschiedene Kliniken. Wenn die, in der du warst, nicht die richtige ist, dann gibts andere, wo wirklich gute Arbeit geleistet wird.

      Letztlich kann ich dir als jemand sagen, der seine suizidalen Tendenzen überwunden hat: Es wird besser. Es dauert, es ist ein Scheißweg. Steinig auf jedem Zentimeter. Es ist nicht leicht - aber möglich.

      Aber wenn man sich das erarbeitet hat, dann weiß man, wofür man gekämpft hat und schätzt es umso mehr.

      Mal andersherum: Glaubst du nicht, dass dein Tod die Leute noch viel mehr belasten wird, die du jetzt meinst, damit zu befreien? Denn das Schuldgefühl, dass sie entwickeln werden, wird sie ihr Leben lang begleiten.

      "Wieso habe ich das nicht gesehen?"
      "Ich hätte etwas tun müssen"
    • Hallo lieber Blancspace,
      ich habe Deine Lebensgeschichte hier verfolgen können.

      Ich gebe Dich echt Recht das solche Eltern kein Kind brauchen kann, und das Du Dich von ihnen lösen willst, Respekt!
      Was ist eigentlich deinem Bruder passiert?
      Erging es ihm ähnlich?
      Ich unterstütze Deine Selbstmordgedanken nicht und will Dir nur mehr Mut machen.

      Denn ich denke Du bist ein wunderbarer Kerl!!

      Ich weißauch das es in Deinem Kulturkreis als schlecht angesehen wird, sich als Mann zu beschweren.
      Mache doch aus der Schwäche wie Du denkst, Deine Stärke!
      Du bist so unsagbar mutig hier zu schreiben!!!
      Du weißt aktuell keinen Weg, aber dafür gibt es Behörden, ich und meine Mitstreiter helfen Dir bestimmt!

      Als erste Anlaufstelle das Jungendamt Deiner Stadt.

      Wenn Du in NRWim VRR Gebiet lebst bin ich an Deiner Seite!!!
      Aber jederzeit auch so!!!!

      Sonst fordere ich meine Mitstreiter hier zur Hilfe auf!!!
      Er braucht Hilfe!!!

      Lieber Blancspace, mache bitte keinen Unsinn, ich mag Dich wie du bist!
      Das mit einer Partnerin / Partner wird sich auch noch finden, versprochen!!!
      Ich war auch ein Spätzünder und habe mich versteckt und erst spät mein Glück gefunden!

      Du darfst mich auch über PN anschreiben wenn Du magst!

      Ich höre Dir gerne zu egal was ist!

      LG AlexMax

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von AlexMax ()

    • Wenn auch Blankspace in Sicherheit ist, so wissen wir doch, dass das seine Probleme nicht löst.
      Ich hoffe ihn bald in besserer Verfassung hier wieder anzutreffen und wünsche ihm das Beste, was ihm widerfahren kann.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Hallo Leute hier,

      ich denke wir sprechen hier über die intimsten Dinge eines Mannes und Vertrauen uns?!?

      Warum kommt dann erst auf Grund meines Postings etwas heraus was mit Blankspace

      los ist und das auch nur so halb?

      Ich denke hier stehen alle an seiner Seite!

      Er kann unsere Freundschaft brauchen und zwar von ALLEN!!!

      Mir ist Blankspace ein wichtiger und toller Mensch.

      Danke Weguer und Guy aber Kommunikation ist alles!!!


      Schreibt bitte was los ist, Danke!


      Danke AlexMax
    • AlexMax schrieb:

      Schreibt bitte was los ist, Danke!
      Ich bin mir sicher, dass sich hier alle im Forum große Sorgen um Blankspace (müsste was mit Taylor Swift zu tun haben...) gemacht haben. Somit war und ist die Nachricht von Guy wohl für alle eine Erleichterung gewesen.

      Dein Argument, dass hier intimste Details ausgetauscht werden, ist richtig. Allerdings entscheidet hier jeder für sich, wie viel er davon Preis geben will. Daher obliegt es doch auch hier ausschließlich dem TO, ober er zu einem späteren Zeitpunkt mehr dazu berichten möchte oder nicht.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Alex, sieh es mal so: Wenn die Admins jetzt detailliert preisgeben, welche Maßnahmen sie getroffen haben, dann wird der nächste, der in einer Lage wie Blankspace steckt, wahrscheinlich genau das berücksichtigen. Mit dem Ergebnis, dass die Maßnahmen nicht mehr greifen können.

      Und dann haben wir hier einen Toten, was wir alle unbedingt vermeiden möchten.

      Trotz aller Intimen Geständnisse, auch von massiven persönlichen Problemen: Es ist niemals so, das das Forum diese über andere raushaut, sondern wie NoCut sagte: jeder entscheidet für sich selbst, was er von sich wo lesen möchte.

      Das ist bei einem Forum mit einem derart heiklen Thema wie diesem hier einfach nicht anders möglich, wenn du die Leute nicht noch mehr belasten willst. Die Beschneidung war für viele eine derartige Grenzverletzung, dass jede weitere einfach zu zerstörerisch wirkt und die Probleme verschärfen kann.

      Blankspace ist safe. Das ist alles, was ich wissen muss, um erstmal *hapüh* sagen zu können.

      Alles weitere wird die Zukunft zeigen.