Haut ab! Sonderausstellung ab 24.10. im Jüdischen Museum in Berlin

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    • Es gibt doch jetzt die Möglichkeit bei diversen Medien/Zeitungen: "Leser schreiben Artikel" - man muss ja Journalisten einsparen - reicht diesen hervorragenden Text doch mal bei der "Qualitätspresse" ein - selbst wen er abgelehnt wird, die Begründung wäre ja spannend, und es kostet ja nicht viel Mühe.
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • »Hauspost«
      Im Begleitprogramm unserer Sonderausstellung »Haut ab!« stellen wir am Donnerstagabend eine aktuelle Studie zur Beschneidungsdebatte vor. Anhand von Interviews mit Juden und Muslimen wurden die Auswirkungen der Debatte auf Identitätsbildung, Zugehörigkeitsgefühl und Integration in Deutschland untersucht - mit anschließender Diskussion! Los geht's um 19 Uhr im Saal der Akademie, der Eintritt ist frei.


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    • Anhand von Interviews mit Juden und Muslimen wurden die Auswirkungen der Debatte auf Identitätsbildung, Zugehörigkeitsgefühl und Integration in Deutschland untersucht


      Warum wird eigentlich nicht einmal untersucht, wie sich die Debatte auf die große Mehrheit der Bevölkerung, die Genitalverstümmelung bei beiden Geschlerchtern ablehnt auswirkt? Wie die lobbydiktierte Vergewaltigung des Rechtsstaates in Form des §1631d bei der angekommen ist?

      Wäre das nicht auch mal interessant?

      Man darf über all den Minderheiten die breite Mehrheit auch nicht ganz aus dem Auge verlieren!
      Eigentlich sollte in einer Demokratie die Mehrheit sogar bestimmen. Eigentlich...
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    • Selbstbestimmung schrieb:

      Man darf über all den Minderheiten die breite Mehrheit auch nicht ganz aus dem Auge verlieren!
      Eigentlich sollte in einer Demokratie die Mehrheit sogar bestimmen. Eigentlich...
      Bitte , auf dieser Schiene sollten wir nicht argumentieren. Das ist keine Mehrheit-Minderheiten-Frage - genau so versuchen es die Beschneidungsbefürworter ja immer wieder darzustellen, dass hier die ( unbeschnittene, von Ignoranz geprägte ) Mehrheitsgesellschaft einer Minderheit was aufdrücken will.

      Beschneidung wäre auch dann falsch und zu verurteilen, wenn sie von der großen Mehrheit befürwortet würde. Und eine freiheitliche Demokratie ist keine Mehrheitsdiktatur, in der die Mehrheit Minderheiten ihren Willen aufdrücken kann. Angehörige von Minderheiten können in einer freien Gesellschaft tun und lassen, was sie wollen, solange sie niemandem dadurch Schaden zufügen - auch dann wenn dieses Tun der Mehrheitsgesellschaft aus welchem Grunde auch immer missfällt.

      Beschneidung aber fügt Dritten Schaden zu , und ist deshalb abzulehnen- unabhängig davon , ob sie von einer Mehrheit oder einer Minderheit ausgeübt wird.
    • picard_72 schrieb:

      Angehörige von Minderheiten können in einer freien Gesellschaft tun und lassen, was sie wollen, solange sie niemandem dadurch Schaden zufügen


      Ob Schaden zugefügt wird, sollte darüber nicht das gesamte Volk entscheiden, und nicht eine Minderheiten-Lobby?
      Ich wäre in der Tat für eine Volksabstimmung über die Frage, ob man gesunden Kindern Teile ihrer Genitalien amputieren lassen darf.
      Dann wäre der 1631d vom Tisch. Und das wäre gut so.

      Vor der Wahl wurde ja von diversen Parteien von bundesweiten Volksentscheiden usw. gefaselt.
      Heißt es beim Fußball: "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel", so heißt es in der Politik: "Vor der Wahl ist heute drauf geschissen".
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    • Aha, und wenn die Mehrheit für die Beibehaltung von § 1631 d stimmen wurde, wäre das dann ok für dich, und wir würden unsere Arbeit hier dann einstellen ?

      Natürlich entscheiden in einer Demokratie die verfassungsmäßigen Instanzen, und ob das ein Parlament ist, oder die Bevölkerung , ist erstmal zweitrangig. Dennoch steht das Mehrheitsprinzip nicht über den übrigen Grundrechten. Und ob eine Mehrheitsentscheidung einzelne oder Minderheiten in ihren Grundrechten verletzt , da gibt es ua auch noch das Verfassungsgericht, welches darüber entscheidet. Wie gesagt, es ist keine Frage von Mehrheiten oder Minderheiten, sondern von Sachargumenten.

      BTW :Woher dieser Optimismus, dass es bei einer Volksabstimmung besser liefe ?

      Ich habe keinesfalls soviel Vertrauen in die direkte Demokratie, dass dann immer die " richtige" Entscheidung bei rum kommt. Genauso wie Parlamentarier, ist auch die Bevölkerung anfällig für Kampagnen und Lobbyarbeit, vermutlich sogar anfälliger als Parlamentarier. Und für die meisten ist das sowieso ein Nicht-Thema. Wo sind denn die 70 % , die angeblich für ein striktes Beschneidungsverbot sind ? Bei der Demo in Köln am 7 . Mai waren wir kaum 50 Leute . Müssten die Leute sich nicht in Massen empören ? Ja, wenn ein Zoo eine Giraffe schlachtet, finden sich auf Facebook sofort 50.000 Unterstützer , um die Schließung des Zoos zu fordern. Von solchen Zahlen können wir nur träumen. Ich habe erhebliche Zweifel, ob eine Gesetzesinitiative zur Abschaffung von § 1631 d BGB überhaupt genügend Unterschriften zusammen bekäme.
    • picard_72 schrieb:

      Aha, und wenn die Mehrheit für die Beibehaltung von § 1631 d stimmen wurde, wäre das dann ok für dich, und wir würden unsere Arbeit hier dann einstellen ?


      Nein, natürlich nicht. Genausowenig, wie die Kinderrechteverweigerer ihre Propagandatrommeln im anderen Fall abstellen würden.

      Dennoch steht das Mehrheitsprinzip nicht über den übrigen Grundrechten.


      Das Verstümmeln von Kindern aber schon gar nicht!

      Wie gesagt, es ist keine Frage von Mehrheiten oder Minderheiten, sondern von Sachargumenten.


      Es ist immer eine Frage von Mehrheit und Minderheit, auch vor dem BVerfG. Da entscheidet auch die Mehrheit.
      Und es ist immer eine Frage von Sachargumenten, auch wenn das Volk entscheidet. Das Volk ist nämlich auch nicht blöd.

      Woher dieser Optimismus, dass es bei einer Volksabstimmung besser liefe ?


      Den habe ich in dieser Frage, weil hier fast 90% der Männer genital intakt sind. Und somit die Vorzüge eines intakten Genitals "aus erster Hand" :D kennen. Und entsprechend auch die meisten Frauen einen Partner/Mann haben der intakt ist. Weil fast genauso viele Eltern ihre Söhne intakt lassen. Und weil z.B. auch die meisten türkischstämmigen Jugendlichen intakt sind. Und weil die meisten jüdischen Männer hier intakt sind.
      Wir haben doch alle mitbekommen, wie das im Parlament gelaufen ist. Das hatte doch mit Demokratie nichts mehr zu tun, das war ein Überfall, ein abgekartetes Spiel. Dann besser das Volk fragen.

      Ich habe keinesfalls soviel Vertrauen in die direkte Demokratie, dass dann immer die " richtige" Entscheidung bei rum kommt.


      Da käme sicher nicht immer das heraus, was du oder ich "richtig" finden würden.
      Im Extremfall könnte z.B. nach einem besonders grausige Kindermord die Todesstrafe "für Kindermörder" wieder eingeführt werden. (Und da lässt sich dann leicht draufsatteln). Das wäre schlimm.
      Oder das Minarettverbot - so ein Blödsinn. Minarette schaden nun wirklich niemandem. Nicht mehr als Windgeneratoren oder Kirchtürme.
      Aber das ist die Entscheidung des Schweizer Volkes. Das ist deren Sache. Da wäre hier wohl das BVerfG vor, vermute ich.
      Es gibt hier ein Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, aber kein Grundrecht auf eine "turmfreies Stadtpanorama".

      Ich habe erhebliche Zweifel, ob eine Gesetzesinitiative zur Abschaffung von § 1631 d BGB überhaupt genügend Unterschriften zusammen bekäme.


      Das mit den Volksentscheiden waren sowieso nur Lippenbekenntnisse. Die Parlamentarier kleben selbstverständlich an der Macht, die wollen sie kein Stück teilen. Es wurmt sie schon so, dass das BVerfG oft genug dazwischenfunkt (bzw. funken muss).
      Und wenn sie kämen würde man die Hemmschwelle "Unterschriften" so hoch legen, dass durch die Hintertür Volksentscheide gleich wieder utopisch würden.
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    • Ich habe dort eine interessante dritte Interpretation des Titels gelesen:

      Dr. med. Swana Swalve-Bordeaux:

      Haut ab – diesen frechen, zweideutigen Titel der Ausstellung im jüdischen Museum in Berlin über religiöse Beschneidungen verstehe ich als einen Aufruf:
      Laßt uns weiter diesen Eingriff an kleinen Jungen vornehmen, stört uns dabei nicht und kritisiert uns nicht!


      Sehr gut! Dass ich da nicht drauf gekommen bin, ich lasse nach! ;(

      Genau das kam doch immer wieder durch: Haltet ihr euch da raus, das ist nicht euer Ding, was mischt ihr euch da ein, bitte weitergehen, hier gibt's nichts zu sehen (für euch) - haut doch endlich ab!

      Dr. med. Swana Swalve-Bordeau schrieb:

      Nein, wir “hauen nicht ab”! Das Gegenteil ist der Fall. Seht her, ihr Politiker: Hier geschieht schlimmes Unrecht an kleinen Kindern unter dem Deckmantel der Religiösität
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Meinen Kommentar (den ich natürlich wieder nicht gesichert habe :whistling: ) haben die nicht freigeschaltet :evil:
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Stefan Schritt schrieb:

      und zum anderen, daß da sonst noch niemand was geschrieben hat


      Ist das Dein Ernst?

      Bei der Springer-Lügenpresse auch noch etwas veröffentlichen? Sich besudeln? Sich auf deren Terrain begeben?
      Ich schlage mich mit diesem Gesindel gerne, jederzeit - aber nicht auf deren heimischen Terrain!

      Die Würde des Menschen ist unantastbar!

      Ich weiß genug wie in dem Konzern gearbeitet wird. Auch persönlich. Über mich ist mal ein Artikel in der Springer-Lügenpresse erschienen - von A-Z frei erfunden.
      Man sollte auf diesen $%&*# gar nicht verlinken. Ggf. Zitieren und niedermachen reicht völlig. Alles andere verschafft denen noch mehr Publicity.
      Das ist doch der Abschaum der Journaille!

      Ganz abgesehen davon finde ich dieses javaverskriptete Kraken-Disqus so was von abtörnend.
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    • Da bin ich schmerzfrei, Selbstbestimmung .. jeder einzelne Hit auf unsere Rezension, der von der "WELT"-Seite kommt, isses mir wert. Grade die WELT-Leser sind ja die, die da vermutlich noch viel Nachholbedarf in Sachen Objektivität haben.
      Und ja, Disqus ist auch nicht mein Favorit, erst recht wenn die Kommentare so versteckt am Ende der Seite und hundert anderen Links versteckt sind.
    • Das ist eben auch ein Grund warum ich da nichts schreiben würde.
      Ich will nicht von Friedes Gnaden abhängig sein. Ob mein Text gnädigerweise veröffentlicht würde, ob er evtl. bis zur Unkenntlichkeit "beschnitten" würde. Ob es polemische, im Mund herumdrehende Antworten auf meinen Kommentar geben würde, gegen die mir dann die Gegenwehr verweigert würde. Ob an Beifallszählern manipuliert würde (soll angeblich schon vorgekommen sein).
      Das sind keine fairen Bedingungen. Wie gesagt, ich kenne diesen Konzern aus eigener Anschauung, und es sind da ja auch schon genug Sachen aufgeflogen.
      Meine hervorragenden Kommentare ;) wären nur eine Aufwertung für diesen Abgrund... Solle sie ihre Leserkommentare doch alle selber schreiben. das passt sowieso besser zu dieser Farce.
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    • Die Propaganda geht weiter, immer schön "objektiv"

      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • NZZ: Nur ohne Vorhaut makellos

      nzz.ch/feuilleton/nur-ohne-vorhaut-makellos-1.18473478

      Wenig stichhaltig wirkt, dass die Berliner Schau auch eine Sondernummer des NS-Hetzblattes «Der Stürmer» eingebaut hat. Dessen Propagandisten tischten ihren Lesern im Mai 1939 noch einmal die lügnerische Fama von mittelalterlichen jüdischen Ritualmorden auf, um den Antisemitismus zu schüren. Dass die «Bildsprache» des «Stürmers» dazu diene, «an die Beschneidung zu erinnern», wie die Ausstellung behauptet, wird durch die Illustration der Kampfschrift nicht gedeckt. So wirkt das Exponat in der Berliner Schau leider wie ein bemühter Kunstgriff, Beschneidungskritiker in eine Traditionslinie mit Antisemiten zu stellen
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Ich war gestern in Berlin und musste mit erschrecken feststellen, wie offensiv und selbstverständlich für diese Ausstellung Werbung gemacht wird. Da gab`s einige Plakate zu sehen, natürlich die mit der Banane, die hätt ich am liebsten runtergerissen! Das zieht das ganze schon sehr ins lächerliche und verharmlost diesen unnötigen Eingriff.
      Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen, bleibt es trotzdem eine Dummheit. (Anatole France)
    • So führt diese Kritik in eine der großen Herausforderungen des Themas und der Ausstellung: Zu verstehen, dass es Menschen gibt, für die die Beschneidung einen so großen Wert hat, dass sie die Schmerzen und Risiken des Eingriffs in Kauf nehmen. Dass sie eben genau kein zu hoher Preis sind für das, was die Beschneidung bewirkt und bedeutet.

      Äh...von wessen Schmerzen und Risiken ist hier die Rede? Wer nimmt hier was in Kauf?

      Manche Besucher unterstellen dem Museum ja tatsächlich strategische Auslassungen:

      "Manche Besucher" ist gut: das halbe Gästebuch ist voll mit Einträgen, die aufzählen, was hier alles weggelassen wurde.

      Und, wie sollte es anders kommen: auf die Feststellung, dass Schmerzen, Risiken und Folgen für die Betroffenen in der Ausstellung so gut wie keine Rolle spielen, folgt prompt der Hinweis auf antisemtische Hassmails in der Debatte.

      bisher fragte auch niemand, wo die Wand ist, auf der wir die antisemitischen und islamfeindlichen Tiraden ausstellen, die 2012 unter vielen Artikeln zur Beschneidungsdebatte die Kommentarketten verunstalteten; und bisher fragte niemand, ob wir nicht auch auf die Genese und Eigenart dieser vierten Haltung eingehen hätten können, aus der solcherart Tiraden hervorsprießen: Auf eine unsensible, grob verallgemeinernde, schlecht und falsch informierte Religionsfeindlichkeit.

      Immer wieder das gleiche Ausweichmuster.

      Außerdem die Verhältnisse verfälschend widergegeben: Es gibt keinen Artikel im Ausstellungskatalog, der nicht auf antisemitische und religionsfeindliche Tendenzen der Debatte einginge und praktisch jede sachliche Kritik in einen solchen Kontext stellt. Es gab kein Interview zur Ausstellung, keinen Artikel, der nicht auf diesen Aspekt einginge. Man wollte angeblich keine Debatte anstoßen, aber dieses Bashing gegen jegliche Kritik war schon noch drin. Nur dem widersprechen sollte man nicht, denn man wollte ja "keine neue Debatte". Ist das fair? Darf man sich dann wundern, wenn einem Tendenziösität unterstellt wird?
      Wer - wie auch hier im Artikel - jeglicher sachlicher Kritik und dem Einsatz für gleiche Rechte aller Kinder stets nur EINE MÖGLICHE MOTIVATION unterstellt: Antisemitismus, Religionsfeindlichkeit, Geschichtsvergessenheit, gepaart mit Stereotypen: "donnernde Stimme", "christlich-sälukar" etc - und das pausenlos über die Medien verbreitet, sollte sich nicht wundern, wenn dieses nicht sofort vermisst wird, wenn es nicht auch noch in der Ausstellung als Überschrift auf jeder Stellwand steht.

      Der Autor klagt über "Argumentationsspiralen" einer Besucherin, die sich schwer mit dem Dogmatismus tut, zwischen FGM und MGM bestünden angeblich "schwerwiegende Unterschiede" (worüber man differenziert diskutieren muss, aber sprachen sie auch über schwerwiegende Gemeinsamkeiten?).

      Nun frage ich mich: wer steckt hier in Argumentationsspiralen?

      Das ist einfach immer wieder: nur traurig.

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von Pizarro73 ()

    • "Im Hamsterrad des Täter-Opfer-Kreislaufs" - das wäre passender.

      Trotz der Erklärung von Cilly Kugelmann, dass wir mit der »Haut-Ab!«-Ausstellung die Debatte von 2012 über die rituelle Knabenbeschneidung nicht fortführen wollen


      Ja warum eigentlich nicht? Hieß 2012 nicht immer: "..aber die Debatte muss weitergehen!"?

      Viele kommen allerdings nicht wie sonst in unser Haus – interessiert, vorsichtig, andächtig, beschämt...


      Aha! "Andächtig" und "beschämt" hat der Besucher zu sein, das ist OK, aber er hat keine lästigen Fragen zu stellen.
      Aber wofür soll er sich schämen? Dass es in seinem Land legal ist Kinder zu verstümmeln?



      Alles Gezeigte scheint vorab bereits einer Falsch-Richtig-Binarität zu unterliegen, die sich dann vor Ort und am einzelnen Gegenstand konkretisiert.


      Und Zweck der Ausstellung ist offensichtlich, eine Richtig-Singularität vorzugaukeln.

      Die Objekte, Bilder und Texte werden nicht als Lernquellen oder Erfahrungsorte, nicht als Evidenzen der Geschichte oder »langweiliges altes Zeug«, sondern als Reizmittel wahrgenommen, die zur Äußerung von Für- und Widerargumenten provozieren.


      Ist das etwa verwunderlich? Es geht ja nicht um irgendeine Menschenrechtsverletzung die nur in der Bronzezeit oder im Mittelalter gemacht wurde - das findet ja auch heute, hier und jetzt statt! Das Ritual wurde sogar verglichen mit der Bronzezeit zwischendurch noch wesentlich verschärft.

      Ein Gymnasiast ergreift das Wort: »Ehrlich gesagt hat sich meine Meinung zu dem Thema nicht geändert, ich halte das weiterhin für totalen Schwachsinn.« Mit diesem Satz sind wir jenseits von Argumenten.


      Wer Kindern gesunde Körperteile amputiert DER muss die Argumente liefern. Und zwar rationale Argumente. Aber da kommt nichts was den Eltern ein solches Recht einräumen könnte. Über lächerliche "Prophylaxe-Maßnahmen" kann jeder Mann selbst entscheiden.

      Bisher fragte niemand, ob wir denn nicht auch auf die Entblößungen eingehen, zu dem mutmaßlich jüdische Männer von Nazis gezwungen wurden;


      Wäre das denn ein Argument, heute Kinder zu verstümmeln?

      bisher fragte auch niemand, wo die Wand ist, auf der wir die antisemitischen und islamfeindlichen Tiraden ausstellen, die 2012 unter vielen Artikeln zur Beschneidungsdebatte die Kommentarketten verunstalteten


      Vielleicht, weil sie so winzig wäre im Vergleich zu der Wand mit den verstümmelungsablehnenden Kommentaren, die nicht antisemitisch waren?

      Ich kann mich sehr wohl daran erinnern, dass damals jegliche Kritik an der MGM regelmäßig als "antisemitisch" verunglimpft wurde. Und dass auf der anderen Seite nicht an "antideutschen" Kommentaren mangelte.

      Auf eine unsensible, grob verallgemeinernde, schlecht und falsch informierte Religionsfeindlichkeit.


      "Grob verallgemeinernd" war vor allem der immer wiederkehrende Vergleich der üblichen und harmlosen christlichen Kindstaufe mit Genitalverstümmelung.


      ... borniert und selbstgerecht


      Oha. So einfach kann man es sich also machen.
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    • Schlimm sind die Zusammenhänge, die dort hergestellt werden:

      Ein Gymnasiast ergreift das Wort: »Ehrlich gesagt hat sich meine Meinung zu dem Thema nicht geändert, ich halte das weiterhin für totalen Schwachsinn.«


      »Geht die Ausstellung auch auf die Schmerzen der Kinder ein?«, wird nach meiner einführenden Darstellung der Ausstellungskapitel anklagend gefragt. »Ich finde es schade, dass die Ausstellung der medizinischen Perspektive keinen hinreichenden Raum gibt«, am Ende der Führung bemängelt.


      Bisher fragte niemand, ob wir denn nicht auch auf die Entblößungen eingehen, zu dem mutmaßlich jüdische Männer von Nazis gezwungen wurden; bisher fragte auch niemand, wo die Wand ist, auf der wir die antisemitischen und islamfeindlichen Tiraden ausstellen, die 2012 unter vielen Artikeln zur Beschneidungsdebatte die Kommentarketten verunstalteten;


      Aber die Kuratorinnen haben hier mit Weitsicht entschieden. Für diese Haltung brauchte man keine Ausstellungsfläche. Wie wir sehen, wird sie von so manchen Besuchern selbst in die Ausstellung getragen und hier mit Herzenslust aufgeführt.


      Jede in der Ausstellung vorgetragene von der gewünschten Meinung abweichende Haltung, jede kritische Frage wird in den Kontext von antisemtischen Schmähungen von 2012 gestellt.
      Jeder Besucher, der nicht spurt, sondern sich eigene Gedanken zu machen wagt, wird von dem Autor beleidigt und diffamiert, obwohl er dafür nicht ein einziges dies rechtfertigendes Beispiel liefern kann.
    • Dass derjenigem der in dieser Tradition verhaftet ist und diese zu verteidigen sucht, in einem Hamsterrad der Argumentation steckt, ist nicht überraschend sondern offensichtlich. Denn er ist es, der in einem Hamsterrad steckt. Ansonsten lese ich hier nur wieder die altbekannten Diffamierungen (Religionsfeindlichkeit) und Antisemitismusvorwürfe. Dass man zum “Schauen und Verstehen” und nicht zum “Urteilen und Streiten” anregen möchte, macht nur einmal mehr deutlich, dass man das Urteil scheut, denn wie dieses Urteil ausfällt ist klar. Das alles ist aber kein Grund zur Selbstreflektion sondern nur Anlass denjenigen, die urteilen, Unredlichkeit und niedere Motive zu unterstellen.

      Den Wert, den die Beschneidung habe, dass sie sogar die Schmerzen und Risiken des Eingriffs in Kauf nähmen, ist aber der Wert der Eltern und nicht der des Kindes. Kein Kind möchte, dass ihm ein Messer an die Genitalien geführt wird. Keines. Da gibt es nichts zu deuten und daran ändert auch stete Hinweis auf antisemitische “Tiraden” nichts. Wer auf Kritik mangels Argumenten nur damit reagieren kann, sich diese Kritik zu verbitten, dem kann ich leider nur gleichfalls selbstgerechte Borniertheit unterstellen.
    • Zwei bornierte, selbstgerechte, unsensible, grob verallgemeinernde, schlecht und falsch informierte Tiraden von Religionsfeinden wurden jetzt exemplarisch veröffentlicht, damit jeder diese Haltung irritiert live und in Farbe in Aktion sehen kann. (Ironie)
      .

      »Geht die Ausstellung auch auf die Schmerzen der Kinder ein?«, wird nach meiner einführenden Darstellung der Ausstellungskapitel anklagend gefragt.


      Nee, also nach Schmerzen von Kindern, da darf man ja nun wirklich nicht fragen! Das wird wohlmöglich als "anklagend" empfunden! Nach den Nazis muss man fragen! Und immer schön "andächtig" und "beschämt" sein!
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
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    • Wenn man die Seiten jenes mit Steuermitteln geförderten Museums mal nach "Betäubung" durchsucht

      betäubung site:jmberlin.de

      findet man vom Schächten abgesehen gerade mal einen Artikel, wo es um die Betäubung beim Kinderverstümmeln geht:

      Es war für dich also klar, dass die Beschneidung – auch wenn sie ohne Ritual vollzogen würde – dennoch am achten Tag stattfinden sollte?
      Signe: Wenn, dann richtig. Das hat aber auch den praktischen Grund, dass man die Beschneidung innerhalb von acht Tagen ohne Betäubung durchführen kann.


      Dieser grausame, wissenschaftlich längst widerlegte Unfug wird vom JM kommentar- und widerspruchslos veröffentlicht.
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